Angst vor seinen Gedanken

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    • Angst vor seinen Gedanken

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      Manchmal habe ich Angst vor mir und meinen Gedanken! Ich habe große Angst das Falsche zu denken. Und den Gedanken am Ende nicht mehr von einer Erinnerung unterscheiden zu können. Und manchmal habe ich Angst, ich könnte dem Schaden was mir wichtig ist... :oops:
      z.b. hatte ich öfter Angst ich könnte meinem Meerschweinchen schaden, was ich aber nie tun würde! Solche Gedanken sind echt fies, man hasst sich dann selbst...

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von Saibot ()

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      Was passiert in dir, wenn du den Gedanken, also die innere Vision, z.B. einem Meerschweinchen Schaden zuzufügen, zuläßt, ohne sie zu zensieren und zu bewerten? Wenn dir das keine positiven Gefühle oder Gedanken bereitet, sondern nur die Angst, daß es real passieren könnte, im Vordergrund steht, dann weißt du, daß kaum Gefahr besteht, daß du jemals etwas in der Art tun könntest.

      Ich habe von diesem Phänomen in Bezug auf Pädophilie gelesen, also Männer, die panische Angst davor haben, daß sie es sein könnten und das gefährlich sein könnte....obwohl sie sexuell überhaupt nicht pädophil sind.

      Haßt du dich, weil du die Zwangsgedanken hast, oder weil du realistisch denkst, daß etwas daran sein könnte? Meine Herangehensweise ist recht rational-analytisch gefärbt, aber so kann man einer Angst- oder Zwangsstörung vielleicht gut begegnen. Genau herauskriegen, was dahintersteht, und dann herauskriegen, wie man damit umgehen kann.

      Oder du gehst praktisch vor: Schließ dich allein eine Stunde lang mit einem Meerschwein ein. Wenn es dann noch lebt, weißt du, daß du dir umsonst Sorgen machst. Also sozusagen die bewußte Konfrontation mit der schlimmstmöglichen befürchteten Angstsituation.

      Was mir mit meinen Zwangsgedanken (Eskalation von zunächst harmlosen Situationen, in denen ich aggressiv-ungerecht behandelt werde) gut hilft, ist mir, wenn sie mir auffallen, bewußt zu sagen, daß das Unsinn ist, mir schadet ... und mich ablenken oder sogar tadeln oder bestrafen. Also eigene "Psychohygiene" betreiben, in Form von Selbstdisziplinierung.
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      Saibot schrieb:

      Und Angst , dass sich negative Gedanken auf mein Verhalten auswirken könnten...
      Die Schriftsteller, die Thriller über Serienmörder schreiben, sind selbst keine Serienmörder. Zumindest habe ich noch von keinem gehört oder gelesen. Wenn schlechte Gedanken das Verhalten eines Menschen immer und zwingend beeinflussen würde, gäbe es keine Krimibücher oder -filme - weil die Autoren im Gefängnis säßen.

      Natürlich haben Serienmörder Fantasien und Gedanken - vor, während und nach der Tat. Aber sind es die Gedanken, die jemanden zum Mörder machen?

      Wie siehst du dich selbst als Mensch?
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~
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      Hilfreich, zumindest für mich, der teilweise sehr...dunkle...Gedanken hat, finde ich auch das Wissen, daß ich immer die Kontrolle und Entscheidungsgewalt darüber habe, welche Gedanken und auch Gefühle ich unter welchen Umständen und in welcher Form auf die Handlungsebene bringe und welche einfach nur Gedankenspiele oder teils auch ungewollte, fast schon zwanghafte Gedankenabläufe sind.

      Ich sage mir auch: Während einer Handlung könnte ich diese jederzeit abbrechen, wenn ich es wirklich wollte, und das mache ich manchmal auch. Und selbst wenn ich mich einmal falsch (z.B. verletzend, beleidigend) verhalten habe, habe ich wiederum die Wahl, es beim nächsten Mal besser zu machen.

      Was ich damit meine: Ihr müßt euch selbst vertrauen, daß - egal wie stark oder beängstigend eure Gefühle oder Phantasien auch sein mögen - ihr die Herren über eure Handlungen seid. Erst wenn das nicht mehr sichergestellt ist, dann würde ich mir Sorgen machen (wobei es da auch sehr viele Graustufen und Definitionsfragen gibt).

      @Satureja Antares
      Ja, wenn die Symptomatik belastend oder stärker wird, würde ich es auch als eigenständige Störung definieren, die allerdings mit dem Autismus wechselwirkt und vielleicht ein bißchen anders behandelt und besprochen werden kann als bei Nicht-Autisten.

      Leseratte schrieb:

      Serienmörder. Zumindest habe ich noch von keinem gehört oder gelesen.
      Ich habe aber schon Geschichten gelesen, in denen solche Ängste thematisiert werden. Durch das Schreiben wird auch ein großer Teil sonst vielleicht (selbst-)zerstörerisch wirkender Energien abgearbeitet und schöpferisch umgewandelt/neutralisiert. Die meisten guten Schriftsteller haben Empathie und/oder sind klasse Beobachter und können daher detailliert und authentisch wirkend über etwas schreiben, das sie selbst nicht betrifft. Vielleicht hilft das Schreiben ja auch bei solchen Ängsten wie in dieser Diskussion beschrieben? Was wäre, wenn man genau das aufschreibt, wovor man Angst hat es zu tun? Dann kann man es "von außen" betrachten und es verliert vielleicht einen Teil seines Schreckens?
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      Saibot schrieb:

      Manchmal habe ich Angst vor mir und meinen Gedanken! Ich habe große Angst das Falsche zu denken. Und den Gedanken am Ende nicht mehr von einer Erinnerung unterscheiden zu können. Und manchmal habe ich Angst, ich könnte dem Schaden was mir wichtig ist... :oops:
      Mein Sohn erwähnt dies sehr oft, dass er Angst vor seinen Gedanken hat, und grosse Angst nicht mehr unterscheiden zu können, ist das jetzt eine Erinnerung, ein Gedanke von "ihm" oder ein Gedanke von "jemand anders".
      Er erwähnt auch, dass sich seine Gedanken willkürlich mischen.

      Satureja Antares schrieb:

      also ich denke immer noch, dass das eine Störung unabhängig vom Autismus ist, die du abklären und behandeln lassen solltest. In der tagesklinik hatte ich mitpatienten, die ähnliche Symptome hatten und recht gut behandelt werden konnten.
      Hat noch jemand diese Erfahrung gemacht und weiss mehr darüber zu berichten ?
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      Satureja Antares schrieb:

      hat dein Sohn das denn schon mal einen Arzt geschildert? Der musste doch wissen, was das ist. Ich stelle mir das furchtbar vor :-(
      Danke der Nachfrage.
      Ja, es ist furchtbar.

      Leider kann ich nicht schnell antworten, manchmal gar nicht, da mir die Sorgen und Belastungen zuviel werden. Ich bin überfordert.
      Mein Sohn ist seit 3 Wochen in einem stationären Aufenthalt.

      Das, was mein Sohn erzählt, ist genau so, wie
      - Saibot "Angst vor seinen Gedanken"
      - Daniel1 "verstehe nur Bahnhof" und auch "Ihr schreibt brutal strukturiert"
      schreiben.

      Es ist eine sehr schwierige Situation. :cry:
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      Picea schrieb:

      Mein Sohn erwähnt dies sehr oft, dass er Angst vor seinen Gedanken hat, und grosse Angst nicht mehr unterscheiden zu können, ist das jetzt eine Erinnerung, ein Gedanke von "ihm" oder ein Gedanke von "jemand anders".
      Er erwähnt auch, dass sich seine Gedanken willkürlich mischen.


      Mal ganz nüchtern betrachtet hat jeder Mensch mit Erinnerungen die dem eigenen Leben enstpringen zu tun, mit Gedanken, die unmittelbar mit einem selbst etwas zu tun haben und mit Gedanken, die von anderen quasi übernommen werden - denke ich.
      (Und Gedanken tauchen ja auch nicht losgelöst von anderen Einflüssen auf, sie sind u.a. in unterschiedlichem Ausmass mit Empfindungen, Bildern, Emotionen etc. verknüpft.)

      Vielleicht nimmt Dein Sohn und der TE das einfach anders, vielleicht sogar differenziert wahr, als es üblich ist.
      Dann ist evtl. der Punkt herauszufinden, auf welchem Weg die eigene Gedankenwelt etwas besser verstanden werden kann um u.a. mehr Orientierung und Sicherheit zu finden.
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      Saibot schrieb:

      Manchmal habe ich Angst vor mir und meinen Gedanken! Ich habe große Angst das Falsche zu denken. Und den Gedanken am Ende nicht mehr von einer Erinnerung unterscheiden zu können. Und manchmal habe ich Angst, ich könnte dem Schaden was mir wichtig ist... :oops:
      z.b. hatte ich öfter Angst ich könnte meinem Meerschweinchen schaden, was ich aber nie tun würde! Solche Gedanken sind echt fies, man hasst sich dann selbst...
      Hallo Saibot,

      was Du beschreibst, kommt mir bekannt vor.

      Ich bin hochschwanger und kann wieder kaum irgendwo entlang laufen, wo sich ein Abgrund befindet. Ich habe dann Gedanken, dort runter zu springen und fühle auch einen Sog, obwohl ich so etwas absolut nicht tun möchte und auch nicht genau weiß, woher es kommt, da ich sehr glücklich darüber bin, ein Baby zu erwarten.

      Mit meinen anderen Kindern hatte ich das auch. Ich hatte enorme Schwierigkeiten, mit ihnen am Geländer zu stehen oder Treppen runter zu laufen. Ich hatte Gedanken, sie fallen zu lassen oder gar zu werfen. Furchtbar, weil sie mir das liebste auf der Welt sind. Ich kann nun etwas besser damit umgehen, weil ich mehr vertrauen darin habe, mir und meinen Liebsten keinen Schaden zuzufügen.

      Ja und sonst habe ich zb Gedanken, andere ohne Grund und vollkommen "aus der Luft gegriffen", zu hauen oder ich verspüre das Bedürfnis, während eines Gesprächs plötzlich zusammenhanglose Laute von mir zu geben oder Grimassen zu schneiden. Ich bezeichne diese Gedanken als Männchen, die in meinem Kopf Knöpfe betätigen (oder betätigen wollen). Ich unterdrücke sehr viele davon am Tag und habe dadurch oft das Gefühl, mich unter Menschen "zusammenhalten" zu müssen. Dazu kommt noch, dass sich in meinem Kopf Worte, die jemand gesagt hat oder Geräusche, die ich vernommen habe, andauernd in einer Dauerschleife abspielen. Ich schiebe das auch auf diese Männchen.

      Ich bin mir nicht sicher, ob das mit deinen Gedanken vergleichbar ist.

      Ich kann es leider auch nur schwer zuordnen bei mir... Dennoch wünsche ich dir, dass du etwas findest, was dir dabei hilft, loszulassen (zumindest von der Angst).

      Liebe Grüße
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      LailandaDemia, ja ich sehe wirklich Ähnlichkeiten, wenn ich so deinen Text lese! Ich werde demnächst eine Klinik aufsuchen, weil meine Problematik nicht besser werden will...Ich würde dir raten einen guten Psychologen zu finden. Nur vorsorgehalber! Ich hätte besser auch einen gehabt, dann wäre es vieleicht nicht so extrem geworden! Mein Verstand reitet immer wieder auf meinen Ängsten und Befürchtungen herum, wärend ich es entschärfen muss. Kommt mir vor als liegen überall Sprengfallen um mich herum. ( Metaphorisch!) Und die metaphorischen Narben werden immer mehr. x(
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      LailandaDemia schrieb:

      Mit meinen anderen Kindern hatte ich das auch. Ich hatte enorme Schwierigkeiten, mit ihnen am Geländer zu stehen oder Treppen runter zu laufen. Ich hatte Gedanken, sie fallen zu lassen oder gar zu werfen.
      Vielleicht stdckt dahinter, dass man Probleme mit der hohen Verantwortung hat, die Kinder mit sich bringen und man möchte diese Verantwortung loswerden, der Verstand sagt einem, nein das geht nicht es ist eine Pflicht, und das Unbwusste bahnt sich seinen Weg irgendwie ins Bewusstsein.

      LailandaDemia schrieb:

      Dazu kommt noch, dass sich in meinem Kopf Worte, die jemand gesagt hat oder Geräusche, die ich vernommen habe, andauernd in einer Dauerschleife abspielen.
      Das habe ich auch, insbesondere bei Stress, wenn viel um mich geschieht. Wirklich unwichtiges was ich dann gehört habe, drängt dann immer in mein Bewusstsein, es taucht dann auf verschwindet wieder usw. Meistens ignoriere ich es dann und denke mir nichts dabei, nervig ist es beim Einschlafen wenn dann das Kopfkino losgeht. Da brauchte ich auch schon mal Medikamente in einer ganz stressigen Zeit.

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      Gluon: Danke für den Gedankenanstoß. Dazu kam mir gerade, dass ich auch denke, dass es etwas mit der hohen Verantwortung zu tun hat, aber das Gefühl ist eher, dass ich dieses kostbare leben "kaputt" mache. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Gefühl auch etwas mit meinem "Täter - Denken"/kindliches Denken zu tun hat, nämlich die Menschen um mich herum, mit meinem Verhalten krank zu machen. Jedenfalls lässt auch das Gefühl - mit den Monaten nach der Geburt - immer mehr nach, bis es schließlich wieder verschwindet.

      Ich hab zu dieser gedanklichen "Echolalie" (ich bezweifle, dass es das in der Form so gibt) leider noch nichts interessantes im Internet gefunden. Vielleicht hat einer von euch zu diesem Thema etwas zum lesen für mich?

      Saibot: insgesamt ist es bei mir erträglich und auch nicht durchgehend bemerkbar. Jedoch denke ich auch, dass ich zumindest mit meiner Psychiaterin darüber sprechen sollte (und auch möchte). Eventuell wage ich mich auch nochmal an einen Psychologen :)

      Ich wünsche Dir, dass Du in der Klinik etwas zur Ruhe finden wirst.
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      LailandaDemia schrieb:

      Ich hab zu dieser gedanklichen "Echolalie" (ich bezweifle, dass es das in der Form so gibt) leider noch nichts interessantes im Internet gefunden.
      Das kenne ich glaube ich auch, meine Psychiaterin hat das zu Zwangsgedanken abgegrenzt, da mir dies zur Beruhigung dient. Im Internet habe ich aber auch nichts gefunden, ich hatte auch mal nach gedanklicher Echolalie gegoogelt.