Spiegelt ihr? Übernehmt ihr Mimik und andere Ausdrucksweisen eures Gegenübers oder von Figuren aus dem TV?

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    • Kleine wrote:

      Meine Frage steht ja schon im Betreff. Etwas genauer erklärt: ich merke immer wieder, z.B. auf Arbeit, wenn ich mit jemandem rede, wie ich seine bzw. ihre Mimik übernehme oder so lache wieder andere. Das finde ich sehr merkwürdig. Ich mache das nicht mit Absicht, es wird mir einfach bewusst, dass es gerade passiert. Wenn ich eine Fernsehserie intensiv geschaut habe, habe ich auch immer irgendwann festgestellt, dass ich im Alltag Gestiken von der Figur, welche mich fasziniert, übernommen habe oder ihre Art zu sprechen imitiere, ihre Art, Witze zu machen etc. und musste mir das dann regelrecht wieder abtrainieren.

      Kennt das sonst noch jemand hier??
      Nein sowas kenne ich nicht. Ich habe ohnehin eine recht starre Mimik. Gestik setze ich geringgradig vermehrt ein wenn mein Gegenüber viel Gestik einsetzt.
    • shnoing wrote:

      Ich mache sowas auch. Ich denke, es ist eine Form der Echolalie (eigentlich: sinnlose /-freie repetitive Wiedergabe von Satzfetzen, als Stim).
      Nein, das meine ich nicht. Ich meine, dass ich einfach Ausdrücke von Leuten übernehme in meine eigene Sprache, wenn ich sie häufig höre, aber ich glaube, das tut jeder, auch neurotypische Menschen.
    • Bei mir kommt das drauf an, ob ich die Ausdrücke mag.

      Ich habe lange Jahre in einem Bundesland gelebt, wo ich den vorherrschenden Dialekt nicht mochte. Ich habe nur wenige Wörter übernommen in 8 Jahren.

      Hier lebe ich nun seit 5 Jahren und schon nach wenigen Monaten hat sich meine Sprache verändert, da ich den Dialekt, der meinem Heimatdialekt sehr ähnlich ist, gerne mag.

      Mein Partner verwendet auch einzelne Wörter seines Heimatdialekts, die mir sehr sympathisch sind, und ich spreche ein wenig so, auch wenn ich nie dort gelebt habe.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • ich mache das sehr häufig, habe sogar irgendwann mal einen längeren Blogeintrag dazu geschrieben, aber den finde ich gerade nicht. Habe mich immer gefragt ob andere das auch machen. Bei mir ist es so, dass ich Gestik und Tonfall von manchen Leuten unbewusst nachahme. Tatsächlich hat mir das wohl so manches mal auch Ärger eingebracht.
    • Meine Freundin (Nt) sagt daß ich es tue. Sie spricht mit mir und kann mit 100%iger Sicherheit sagen ob ich mit den Verwandten in Rheinland Pfalz gesprochen habe oder mit denen aus dem Allgäu, oder einer Bekannten in Bonn, allein weil eine halbe Stunde Telefonat anscheinend meine Satzmelodie völlig verändert und ich auch einzelne Wörter aus dem jeweiligen Dialekt oder von der Person, mit der ich sprach, übernehme. Das soll dann ein bis zwei Stunden anhalten und dann bin ich wieder ein bischen schwäbisch.

      Ich bekomme davon aber nichts mit und zu erst habe ich ihr auch nicht geglaubt, aber sie errät es sofort und spricht mich darauf an, also muss ich es wohl glauben.

      Für Englisch kann ich sagen, daß ich viele Redewendungen von englischsprachigen Youtubern übernommen habe vor allem TotalBiscuit. "No doubt about that" zum Beispiel, als Bestätigung. Ich spreche das auch dann mit einem mehr englischen Akzent während ich anderes eher amerikanisch ausspreche, vielleicht weil ich es von jemandem anderen habe der es auch so ausspricht.

      Für Gestiken kann ich sagen, daß ich es bewusst mache. Ich habe mir 100 TEDs auf Youtube angesehen und die Handbewegungen der Sprecher gelernt zu imitieren (vor dem Spiegel geübt), für die Präsentationen die ich regelmäßig halten muss. Es macht einen erheblichen Unterschied, wie ein Vortrag ankommt, wenn man ihn mit, dem Publikum sich zuwendenden, Handbewegungen unterstützen kann. Es hat auch das Problem gelöst, daß ich vorher nie wusste wo ich mit meinen Händen und Armen hinsollte. :m(:

      qz.com/work/1093701/a-guide-to…ds-seven-signature-moves/

      Als Kind habe ich ganz oft Personen im Fernsehen imitiert, speziell Einzelpersonen wie die Tagesschau Sprecher oder die Person, die das Wetter moderiert hat oder Sportkommentatoren. Für Imitationen von Lehrern habe ich dann auch schon mal Ärger kassiert.

      i.imgur.com/VBclz.png :d
      Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave. - Friedrich Nietzsche
      Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen. - Voltaire

      The post was edited 1 time, last by Liramlis ().

    • Necroghoul7 wrote:

      Manchmal nutze ich das auch, wenn ich nicht weiß, wie etwas zu interpretieren ist, dann ahme ich denjenigen nach, um eher zu spüren, was er wohl gedacht, gefühlt, gemeint hat.
      Mir fiel das Thema gestern wieder ein, weil ich genau das getan habe, was Necroghoul7 beschrieb: ich hab einen Gesichtsausdruck, den ich bei jemandem sah, der mir nahesteht, versucht, "aufzusetzen", um zu fühlen, was die Person fühlte, als sie diese Mimik hatte. Ich finde das faszinierend, dass ich mir auf diese Weise zu helfen versuche, herauszufinden, was in einem anderen Menschen vorgeht, wenn ich es nicht intuitiv erkennen/nachvollziehen kann.

      Es war auch so, dass sich durch die Mimik ein bestimmtes Gefühl in mir eingestellt hat, das vielleicht dem nahe kam, was die Person gefühlt hatte.
    • Ich habe früher, wenn ich meinem Freund in Phasen der Trennung nah sein wollte und ihn mir nicht richtig vorstellen konnte,
      auch quasi nachgmacht, in Mimik und Gestik, auch mal typische Worte/Klang, und fühlte und sah ihn dann besser vor mir.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Da den Thread "Filme" offenbar kaum jemand sieht stelle ich meine Frage mal hier ein, passt sicher besser;

      aspies.de/selbsthilfeforum/ind…ostID=1038838#post1038838
      aspies.de/selbsthilfeforum/ind…ostID=1038838#post1038838
      Mia`s Mimik

      In der Mediathek KIKA oder Mediathekview ist noch bis Freitag ein vielfach international preisgekrönter Kinder/Jugend/Familienkinofilm: „Amelie rennt“ (Deutscher Filmpreis, Gewinner vieler Festivals von Isfahan bis Kyoto), auch für Erwachsene durchaus sehenswert.

      youtube.com/watch?v=KQar5cMSUEg

      Mit Autismus hat er nichts zu tun. Allerdings macht sich die Titelfigur auch hier durch ihr Verhalten zu einer Aussenseiterin. Warum ich es aber poste hat folgenden Grund:

      Die 12-13-jährige Hauptdarstellerin ist eine der wenigen Schauspieler/innen deren Mimik ich wirklich gut verstehe. Bei den meisten Darstellern kann ich im Gesicht fast gar nichts lesen oder nur wenige verschiedene Gesichtsausdrücke unterscheiden obwohl ich beim Mimik-Test halbwegs durchschnittlich abschneide. Alleine mit Mia`s Mimik aus diesem Film aber ließe sich ein kompletter Mimik-Test bestücken. Im Vergleich ist sie m.E. wesentlich ausdrucksvoller als Shirley Temple, Natalie Portman oder Jodie Foster in diesem Alter.

      Offenbar sehe ich ihr Talent nicht alleine so denn die Kritik lobt sie einhellig über alle Maße: „Mia Kasalo trägt die Geschichte auf ihren schmalen Schultern und degradiert alle Erwachsenen zu Laiendarstellern“. „Die Dreizehnjährige bringt die Pointen so trocken und glaubwürdig, kann dermaßen überzeugend vor Peinlichkeit angesichts ihrer TV-Eltern in den Boden versinken, dass es eine Freude ist, ihr beim Spielen zuzuschauen“.. „Was bei Mia Kasalo so außergewöhnlich ist - sie kann jede Szene in einem Dutzend Schattierungen spielen. Eben so, wie es der Regisseur vorgibt. Das habe ich bei einer 13- oder 14-Jährigen noch nie gesehen. Das Mädchen ist ein absolutes Ausnahmetalent. Dazu kann sie improvisieren.“

      Ihr Vorbild ist keine geringere als Katharina Thalbach mit der sie schon als 7-jährige gedreht hat („Du hast es versprochen“, Psychothriller).

      Ich habe sogar –automatisch und unabsichtlich- eine ihrer Gefühlsdarstellungen übernommen, sozusagen gelernt. Und zwar das Stirnrunzeln als Ausdruck ihrer zweifelnd-ablehnenden Haltung beim Heranfahren an die Kurklinik.


      Meine Frage an die Autisten: Ist für euch Mia`s Mimik auch besser verständlich als die anderer Schauspieler/innen?

      An die Nicht-Autisten: Wirkt ihre Mimik auf euch vielleicht übertrieben?

      Und folgendes: Schaut euch bitte die Szene „Wirst du häufig beleidigt?“ bei 63`30`` (20.33 Uhr) an. Was geht da bei Amelies langem Blick in ihr vor?

      Display Spoiler

      Seht ihr als Autisten hier einen Flirt oder gar den Beginn der ersten
      Liebe wie es manche Kommentatoren schrieben? Ich dachte beim ersten
      Sehen: „Amelie bekommt hier zum ersten Mal ein Kompliment, das ist sie
      absolut nicht gewöhnt und weis deshalb nicht wie sie reagieren soll. Und
      sie beginnt Bart zu mögen weil er sie als erster nicht nur kritisiert.“
      Mehr ging mir erst mal nicht durch den Kopf.
      Samuel und Mia im Interwiew (sinngemäß): „Wir erfuhren erst heute aus
      dem Programmheft dass das die erste Liebe sein soll. Weder das Drehbuch
      noch der Regisseur verlangten das. Wir sollten die Peinlichkeit spielen
      die entsteht wenn man sich zu lange in die Augen sieht“.


      Kann es sein dass Erwachsene aus ihrer Erfahrung heraus da etwas sehen was gar nicht da ist? Wie würden Kinder diesen Blick interpretieren? (entsprechend dem Bild: harrykeaton.de/zugabe_taeuschungen.htm)Kommen solche Missverständnisse im Umgang mit Kindern und Jugendlichen womöglich häufig vor?

      Ich fürchte auch so manche Probleme zwischen ASS und NT`s kommen so zustande.

      Wer noch nicht weis ob er es anschauen soll:

      prisma.de/filme/Amelie-rennt-Die-Kritik-zum-Film,15326854
    • hm. Ich habe jetzt den Trailer zufällig ohne Ton gesehen. ..und ausser, wo sie sich sehr freut, kann ich so wenig deuten. ..Zumindest auch nicht mehr als bei den anderen.

      Womöglich macht der Ton etwas aus?
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Ich kann da zustimmen, ich finde ihre Mimik auch sehr greifbar. Muss aber dazu sagen, dass ich eine Zeit lang Theaterunterricht hatte und bewusst viel Mimik auch im Alltag benutzt habe (Ich weiß nicht wieso, vielleicht weil ich meinen Alltag früher oft bewältigt habe, indem ich mir vorstellte, jemand anders zu sein).

      Bei solchen Themen frage ich mich als VA immer, ob ich nicht "zu wenig übe". Also einfach öfter Filme gucken sollte und mir Mimik abschauen sollte. Allerdings schneide ich beim Augentest, den man im Internet finden kann, sehr normal ab. Probleme bereiten mir mehr unübersichtliche soziale Situationen, also im Ablauf und nicht als Standbild und wenn Stimmlagen dazukommen, die ich nicht deuten kann.