Das dunkle Geheimnis von Hans Asperger

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    • Das dunkle Geheimnis von Hans Asperger

      "Berühmter Arzt als NS-Täter enttarnt: Das dunkle Geheimnis von Hans Asperger"
      focus.de/wissen/ns-rassenpolit…-asperger_id_8802535.html

      "Wird das Asperger-Syndrom wegen Nazi-Herkunft umbenannt?
      Aktuelle Nachforschungen der Medizinischen Universität Wien belegen, dass der österreichische Arzt Hans Asperger, nach dem das Asperger-Syndrom benannt wurde, aktiv am Nazi-Regime beteiligt war."
      heilpraxisnet.de/naturheilprax…-umbenannt-20180420407414

      "Hans Asperger 'actively cooperated with Nazi child euthanasia program', study finds"
      abc.net.au/news/2018-04-20/han…-on-autism-clinic/9679448
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • Hier der 43-seitige Originalartikel von Herwig Czech:

      molecularautism.biomedcentral.…10.1186/s13229-018-0208-6

      Und eine interessante Diskussion darauf von Steve Silberman (Neurotribes) und Maxfield Sparrow

      thinkingautismguide.com/2018/0…ger-nazis-and-autism.html

      Daraus ein Zitat:

      For autistic people, however, Asperger’s syndrome is more than just a diagnosis. Since the 1990s, it has also served as a cultural identity for people on the spectrum who derive a sense of pride and community from the term “Aspie.” While most eponymous syndromes (syndromes named after those who discover them) could be renamed by medical practitioners with little impact on the people carrying the label, Asperger’s syndrome is different. The publication of Czech’s paper and Sheffer’s book—and the storm of clickbait media coverage that is sure to follow—has the potential to cause confusion and tribulation for autistic people and their families and allies.

      Für Autisten jedoch ist Asperger mehr als nur eine Diagnose. Seit den 90ern diente sie auch als kulturelle Identität für Leute im Spektrum, die vom Begriff "Aspie" einen gewissen Stolz und Gemeinschaft ableiten. Während die meisten eponymen (Syndrome, die nach jenen benannt wurden, die sie entdeckten) Syndrome durch praktizierende Ärzte geändert werden könnten, ohne dass dies großen Einfluss auf die so betitelten Leute hätten, ist das Asperger-Syndrom anders. Die Veröffentlichung von Czech's Artikel und Sheffer's Buch - und der klickgeilen Medienberichterstattung die sicherlich folgt - haben das Potential, Verwirrung und Trübsal unter Autisten und deren Familien und Partnern zu stiften.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Pompeji ()

    • Pompeji schrieb:

      eine ganze Generation an Autisten ins Gefühlschaos zu schicken, nur damit korrekt recherchiert wurde.
      Wer dadurch in ein Gefühlschaos gerät sollte seine Diagnose mal überprüfen lassen.

      Wo bleibt da die autistische Rationalität und Vernunft?
      Diese Diskussion hat doch allerhöchstens Bildzeitungsniveau das ist ja peinlich

      Pompeji schrieb:

      Für Autisten jedoch ist Asperger mehr als nur eine Diagnose. Seit den 90ern diente sie auch als kulturelle Identität für Leute im Spektrum, die vom Begriff "Aspie" einen gewissen Stolz und Gemeinschaft ableiten
      x(
      "Stolz und Gemeinschaft"???
      passt ja dann zu den Nazigeschichten, brauner Sumpf für Aspies

      :m(: Ich bin stolz ein Aspie zu sein :sarcasm: gibts da sowas wie eine Nationalhymmne, eine Fahne die man schwenken kann? :irony:
      x(
    • Na ja, ein Stück weit ist Herr Asperger ja zur Legende geworden, weil er das nach ihm benannte Syndrom für die Öffentlichkeit entdeckt hat. Und wenn man nun erfährt, dass er Nazi-Täter war, ist es angemessen darüber nachzudenken, ob man ihn weiter ständig in Erinnerung behalten möchte oder lieber ins Vergessen schickt. Ist doch bei anderen Nazis nicht anders- da wurden und werden auch Straßen umbenannt. So bleiben die Personen natürlich trotzdem relevant für historisch Interessierte und die Quellen verfügbar, aber spielen in der Gegenwart keine Rolle mehr- Ihnen gebührt keine heutige Ehre mehr. Das finde ich eine gute Lösung.


      Eine Umbenennung des Asperger-Syndroms kann also durchaus Sinn machen. Aber da passt ja eh, dass im neuen ICD dann von Autismus-Spektrum-Störung die Rede ist.

      Kraehe schrieb:

      Pompeji schrieb:

      Für Autisten jedoch ist Asperger mehr als nur eine Diagnose. Seit den 90ern diente sie auch als kulturelle Identität für Leute im Spektrum, die vom Begriff "Aspie" einen gewissen Stolz und Gemeinschaft ableiten
      x( "Stolz und Gemeinschaft"???
      passt ja dann zu den Nazigeschichten, brauner Sumpf für Aspies
      Das finde ich gut beobachtet, Krähe. Ohnehin ist dieses stellenweise vorhandene "Elitedenken", die gefühlte Überlegenheit gegenüber niedrigfunktionalen Autisten oder aber auch gegenüber anderen Menschen mit Behinderung (so viele Asperger-Diagnostizierte sperren sich immer noch, von Behinderung zu sprechen) fast selbst schon ein "rechter" Zug. Das Gefühl der Besonderheit oder gar des Auserwähltseins jedenfalls ist für Leute, die im politischen Spektrum rechts stehen, nicht ungewöhnlich. Da können sich einige "Aspies" direkt mit einreihen.
    • Tiankay schrieb:

      Kraehe schrieb:

      Kulturelle Identität nennt sich das, das braucht der Mensch um sich von anderen abzugrenzen und sein Ich zu definieren
      Ein Mensch braucht also andere Menschen um sich selbst zu definieren.
      Finde den Fehler...

      :d

      Peace
      TK

      Etymologische Wortbedeutung vom lateinischen "definieren" ist "abgrenzen".

      de.wiktionary.org/wiki/Definition, darin auch:
      "[1] Schon die alten Römer wussten, dass man eine Definition eines Begriffs erhält, wenn man den Oberbegriff bildet und dann die Merkmale aufzählt, die den zu definierenden Begriff von den übrigen Unterbegriffen, die dem Oberbegriff unterfallen, abgrenzen."

      Definitionen sind also nur dann überhaupt möglich, wenn man irgendeine Vergleichsorientierung hat. Definition stellt auch klar, was nicht gemeint ist. Insofern seh ich da keinen Fehler?
    • Es geht ja nicht darum ein vergleichsmuster zu haben. Dafür muss ich nur aus dem Fenster schauen und sehe genug Vergleichsmuster zur Abgrenzung. Es geht ja darum dass gesagt wurde dass Menschen sich einer Gruppe zugehörig fühlen sollen um sich überhaupt erst abgrenzen zu können. Und das ist (wohl von vielen gelebter) Schwachsinn. Ich kann mich sehr gut alleine abgrenzen und in dieser Welt definieren, dafür brauche ich keine Gruppenzughörigkeit.

      Peace
      TK
      Wir sind das letzte, doch werden die ersten sein
    • Wenn das wirklich so unerträglich wäre müssten Tausende Epilepsiepatienten lieber Anfälle haben als Luminal zu nehmen.
      Luminal hat eine wirklich üble Geschichte in Nazideutschland. Trotzdem ist es ein gut wirksames Medikament und natürlich nimmt man es. Alles andere wäre selbstschädigend und einfach nur dämlich.

      Natürlich musste Herr Asperger in irgendeiner Form mit den Nazis zusammenarbeiten. Die Alternative wäre Exil oder KZ gewesen.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Tiankay schrieb:

      Es geht ja nicht darum ein vergleichsmuster zu haben. Dafür muss ich nur aus dem Fenster schauen und sehe genug Vergleichsmuster zur Abgrenzung. Es geht ja darum dass gesagt wurde dass Menschen sich einer Gruppe zugehörig fühlen sollen um sich überhaupt erst abgrenzen zu können. Und das ist (wohl von vielen gelebter) Schwachsinn. Ich kann mich sehr gut alleine abgrenzen und in dieser Welt definieren, dafür brauche ich keine Gruppenzughörigkeit.

      Peace
      TK
      Man könnte doch nichtmal sagen ob man groß oder klein ist, wenn es keine anderen Menschen gäbe...
    • Auch wenn ich es geschichtlich interesannt und richtig finde die "Wahrheit" zu entdecken, mir ist das Getuhe um einen Namen so ziemlich egal.
      Es gibt noch viel schlimmere Ärzte die irgend ein Syndrom oder einer Krankheit einen Namen gegeben haben und wo diese Krankheit dann auch einen lateinischen oder anderen namen noch zusätzlich bekommen hat.

      Autismus und spezifisch AS haben schon mehrere Namen im Lauf der Geschichte durchlebt.
      Zuerst schizoide psychopatie im Kindesalter oder so ähnlich, dann halt Asperger Syndrom und jetzt Autismusspektrum, davon halt im hochfunktionalen Bereich.
      Da macht ein Name mehr oder weniger auch nichts mehr wett XD

      Wobei man sagen muss, das in dem Buch was ich momentan lese und von diesem Silberman ist, auch beschrieben wird, das Sowol Hans Asperger schwere Fälle beschrieb die auch an LFA erinnerten, sowie Leo Kanner auch Fälle beschrieb die anfangs die typischen frühkindlichen Schemata zeigten, aber durch gezielte Förderung sprechen lernten und im HFA Bereich waren, studierten, als sie junge Erwachsene waren.
      Darum befürworte ich eigentlich die Theorie des übergreifenden Spektrums.
      Sie macht im Grunde mehr Sinn, wenn man erkennt, das es mehr auf die Förderung des Individuums ankommt, als sich nur auf dessen Schwächen zu beschränken und diese als umumstößlich gegeben hinzunehmen.
      Wie diese Förderung aussieht, so das sie auch funktioniert ist leider noch kein abstempeltes Allheilmittel, diese ist wohl so individuell wie der Patient selbst.
    • Wolkenfrosch schrieb:

      O Mann :m(:

      Das Dritte Reich gibt es schon längst nicht mehr, und Hans Asperger ist schon lange tot. Was also soll jetzt der Quatsch?
      Ich vermute Langweile (nichts Besseres zu tun) oder das Hoffen auf Aufmerksamkeit ("guckt was ich im herausgefunden habe") Objektiv würde ich aber eher "nichts Besseres zu tun" vermuten.
      (Ja, ich hatte in dem Moment meines Beitrags auch tatsächlich nichts Besseres zu tun als so was zu kommentieren).

      Im Internet steht so viel Unsinn den keiner lesen will, da muss man sich nicht auch noch die Mühe machen das herauszusuchen.