Verkäufer an der Haustür

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    • Verkäufer an der Haustür

      Vorhin hatte ein etwas älterer Mann bei mir geklingelt. Er sagte er würde selbst gebastelte Dinge von behinderten Kindern verkaufen, Postkarten und andere Gegenstände. Ohne danach gefragt zu werden holte der Mann einen speziellen Ausweis aus seiner Jackentasche und meinte, hier wäre sein Ausweis der belegen würde das er das verkaufen darf.

      Es kam zum Glück ein anderer Bewohner aus dem Haus zufällig dazu, und ich nutzte die Gelegenheit unbemerkt zu verschwinden während der Verkäufer mit dem anderen Mann redete.

      Ich war sehr überfordert mit der Situation. Der Verkäufer roch sehr nach Alkohol, was mir seltsam vorkam. Und auch den speziellen Ausweis den er zeigte überzeugte mich nicht, viele Betrüger nutzen gefälschte Ausweise. Als Laie weiß man schließlich nicht, ob es die Organisation die da drauf steht tatsächlich gibt oder ob der Ausweis tatsächlich echt wäre. Und es gibt oft genug vor allem ältere oder gutgläubige Menschen die darauf hereinfallen.

      Aber der starke Alkoholgeruch hat mich am meisten stutzig gemacht, ich habe Zweifel das ein Arbeitgeber so jemanden beauftragt Dinge zu verkaufen. Das würde auch für die Firma/Organisation für die der Mann angeblich die Dinge verkauft keinen guten Eindruck machen. Der Verkäufer war auch alleine unterwegs und hatte sonst nichts, was seriös aussah. Also keine Kleidung von der Organisation, nur einen alten Rucksack dabei.

      Muss ich das jetzt vielleicht irgendwo melden? Bei der Polizei oder beim Ordnungsamt von der Gemeinde?
    • Ja ich hatte jetzt erst beim Rathaus angerufen, da war aber niemand mehr. Dann habe ich bei der nächstgelegenen Polizeistelle angerufen, ich sollte den Mann beschreiben und sie haben gesagt, das sie sich darum kümmern. Ich habe aber gesagt, das ich mir nicht sicher bin ob es gestimmt hat was der Verkäufer behauptet hat. Ich will ja auch niemanden fälschlich beschuldigen.

      Online gibt es aber viele Artikel darüber, das Behindertenwerkstätten so etwas nicht an der Haustür verkaufen würden.

      Von der Reaktion des Polizeibeamten hatte ich auch den Eindruck, das sie den Verkäufer als Betrüger aufgefasst haben.

      Leider hat der Bewohner der vorhin dazu kam dem Verkäufer etwas abgekauft. Er meinte sogar, der Verkäufer würde jedes Jahr durch den Ort laufen, mit Postkarten und anderen Gegenständen. (Seltsam finde ich, das er nur einen kleinen Rucksack dabei hat. Die ganzen Dinge muss er ja auch irgendwo transportieren!) Aber ich hoffe das jetzt zumindest andere Menschen davor bewahrt werden, dem Verkäufer auch etwas abzukaufen. Hier im Ort leben auch viele ältere Menschen, die gar nicht auf die Idee kommen dass so jemand ein Betrüger sein könnte.

      Den Name auf dem Ausweis konnte ich leider nicht lesen, weil ich froh war das ich mich unbemerkt aus der Situation entziehen konnte.
    • manche werden ja auch von Schlepper Banden abgeladen. Da haben die sicher mehr im auto.
      Ich hab auch mal die Polizei gerufen, als einer im Namen der Telekom durchs Dorf lief und in die Häuser wollte.
      Die sind auch so dreist!
      Sagen, die wollen nach dem Anschluss gucken und wenn man dann nachfragt , warum, ob man zusatzgeräte kaufen will...
      Da fallen sicher viele ältere Leute rein, weil sie denken, die bräuchten das :'(
      obwohl die ja manchmal wirlich im Namen der Telefon und Kabel Gesellschaften unterwegs sind, finde ich das sehr dubios.
      Ganz zu schweigen von denen, die sich zutritt verschaffen und einen dann bestehlen.
    • Hallo.
      Sowas in der Art kenne ich. Bei mir war es schon öfter mit Spenden sammeln. Auch sehr unangenehm.
      Zumal die Leute dann sehr ausfallend und aggressiv werden wenn man sich weigert.
      Ich hatte mich damals bei der Hausverwaltung beschwert. Die sagten jedoch sie könnten leider nichts dagegen tun, dass sich diese Leute Zutritt in die Wohnanlage verschaffen.
      Ziemlich unbefriedigende Antwort. Naja.
      Zum Glück passiert sowas nicht oft. Und ich mag sowieso fremden Leuten nicht aufmachen.

      Lg Veronika.

      Ps. Mich verstören solche Dinge auch extrem. Hab dann starkes Herzklopfen und bin ganz durcheinander.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)


      "Was ist falsch an sonderbar?"
    • Denke du hast da auch richtig gehandelt das zu melden :)

      Sowas in der Art ist mir auch schon öfter passiert, besonders in Erinnerung geblieben sind mir ein junger Mann der sich in meine Wohnung drängen wollte (also wirklich drängen, hat gegen meine Türe gedrückt) und angeblich von irgendeiner Mobilfunkfirma kam, als ich ihn abwies und ihm die Tür vor der Nase zumachte fing der an rumzuschreien, hat mich als dreckige Hu... bezeichnet und die Eingangstüre übelst laut geknallt... Sehr serlös... Das andere Mal war es ein älterer, eigenartiger Mann mit ner fetten Zigarre im Mund der behauptete er käme von der GEZ und müsste jetzt sofort in meine Wohnung... Ich hab ihm nen Vogel gezeigt und gesagt den Quatsch könnte er wem anders erzählen und wenn er nicht sofort verschwinden würde, würde ich die Polizei rufen, da war der aber ganz schnell weg...

      Und mit den Ausweisen hast du recht, jeder Idiot kann sich nen laminierten Ausweis mit den wildesten Angaben machen...
      Ich habe mit der Spielwiese NIX zu tun :d
    • Phreno schrieb:

      Muss ich das jetzt vielleicht irgendwo melden? Bei der Polizei oder beim Ordnungsamt von der Gemeinde?
      Du bist nicht verpflichtet es zu melden, aber es wäre für die Allgemeinheit sicher besser, wenn du es machst, oder es zusammen mit dem anderem aus dem haus machst, und den mann bei der Polizei auch beschreibst (zwei Leute merken sich ggf unterschiedliche Sachen).
      Der Mann war sehr warscheinlich ein Betrüger.
      Habe so einen Verkäufer hier noch nie erlebt, aber ich weiß wie man sich überrumpelt fühlt und fast schon apatisch ist, wenn sowas einem selber passiert, es überfordert einfach.
      Am besten wäre es, man trainiert sich an grundlegend Leuten nichts an der haustür zu geben, oder generell keine Verträge etc abzuschließen, wenn jemand einen irgendwo anspericht.
      Man müsste da einen Kurs machen können, wo man sowas wie im Sprech-chor immer wieder aufsagt "Nein Danke" türe zu oder "Tut mir leid, aber ich kaufe nichts von Fremden" Türe zu.
      Je besser man das verinnerlicht, desto leichter wird es abrufbar wenn man es braucht.
    • Da ich schon Opfer von Betrugsdelikten war, blocke ich alles ab und mache nur noch schriftliche Verträge mit seriösen Firmen. Meine Anzeigen sind im Sand verlaufen und haben mich teilweise nur Zeit und Energie gekostet, deshalb mache ich mir die Mühe auch nicht mehr, wenn ich nicht unmittelbare Gefahr sehe. Es fällt mir schwer, unfreundlich zu freundlichen Leuten zu sein, weshalb ich meist unter einer Ausrede einfach die Tür schließe oder am Telefon auflege (z.B. "Ich muß die Kinder abholen"). Denn wenn ich z.B. sage, daß ich kein Interesse habe, wird das eher zum Anlaß genommen, noch mal nachzuhaken.
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".
    • RegenbogenWusli schrieb:

      Du bist nicht verpflichtet es zu melden
      Nur zur Info -->
      dejure.org/gesetze/StGB/138.html

      Da ist aufgelistet, welche geplanten Straftaten man melden muß. Eine Anzeige wegen Nicht-Meldung dürfte in den meisten Fällen aber ohnehin selten zu einer Verurteilung führen, und bei Verwandten oder wenn man z.B. Angst um sich selbst hatte, muß man auch nichts melden. Es ist also eher eine Gewissenssache.
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".
    • Necroghoul7 schrieb:

      Da ist aufgelistet, welche geplanten Straftaten man melden muß.
      Man kann nicht immer beurteilen ob es eine Traftat ist. Der Mann hätte ja tatsächlich von dieser Spendenorganisation etc sein können, das macht ihn ja nicht zum betrüger. Der Verdacht auf Betrug war hier ja nur ein Verdacht.
      Ich hatte hier auch schon diverse Türverkäufer, Zeugen Jehovas etc etc, aber keiner von denen war so auffällig wie der mann der hier beschrieben wurde, also nach Betrug sahen die alle nicht aus, daher kam von meiner Seite auch nie eine Anzeige. Im Fernsehen wird oft vor solchen leuten im allgemeinen gewarnt ala "es KÖNNTEN sich unter ihnen auch Betrüger verbergen" weshalb man vorsichtig sein soll, und nicht naiv und blauäugig sich überreden lassen, aber nirgendwo ist da die rede von "Sollte mal ein Verkäufer auch an ihre Türe klopfen, machen Sie eine Anzeige, sie sind dazu verpflichtet!" Nichtmal bei Aktenzeichen XY wird darum gebeten. Ich zeige doch niemanden an wenn ich keine Beweise haben, das die Person ein Betrüger ist.
    • RegenbogenWusli schrieb:

      "Sollte mal ein Verkäufer auch an ihre Türe klopfen, machen Sie eine Anzeige, sie sind dazu verpflichtet!" Nichtmal bei Aktenzeichen XY wird darum gebeten. Ich zeige doch niemanden an wenn ich keine Beweise haben, das die Person ein Betrüger ist.
      Lies doch mal in Ruhe diese Liste durch, da ist das NICHT aufgeführt. Und die Anzeigepflicht gilt auch nur dann, wenn man "glaubhaft" davon erfahren hat, was dir ja auch bewiesen werden müßte.

      DrCarsonBeckett schrieb:

      Das ist ja der Sinn teils dahinter.
      Das verstehe ich nicht, worin besteht der Sinn, jemanden mal einfach so anzuzeigen? Zumindest Indizien sollte man schon haben, sonst kann man sogar wegen übler Nachrede/Rufschädigung/Verleumdung eine Gegenanzeige kassieren.
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".
    • Ich hätte ich dem Fall gar nichts gemacht. Ich hätte ihm die Tür vor der Nase zugeknallt weil mich solche Haustürverkäufe ohnehin nicht interessieren und das Thema wäre damit erledigt gewesen. Mir wäre das zu anstrengend soviele Energien darauf zu verschwenden um Polizei etc. zu informieren.
    • Meine Güte, vielleicht war das ein obdachloser alter Mann, der statt in der Fussgängerzone zu betteln irgendwelche Kleinigkeiten verkauft, um über die Runden zu kommen.
      Meint ihr, irgendwelche ernsthaften Betrüger gehen so vor wie dieser alte Mann?
      Muss man ihm deshalb so einen Ärger bereiten und ihm die Polizei auf den Hals hetzen(RW)?
      Wenn man nichts von ihm will, dann sagt man "Tut mir leid, aber ich möchte nichts", schliesst die Tür und lässt ihm seinen Frieden.
    • Necroghoul7 schrieb:

      Lies doch mal in Ruhe diese Liste durch, da ist das NICHT aufgeführt. Und die Anzeigepflicht gilt auch nur dann, wenn man "glaubhaft" davon erfahren hat, was dir ja auch bewiesen werden müßte.
      Ich habe erlich gesagt keine Ahnung wie oder was du damit sagen willst.

      Ich habe nur dashier auf dieser Seite gefunden:


      dejure.org schrieb:


      2. von dem Vorhaben oder der Ausführung einer Straftat nach § 129a, auch in Verbindung mit § 129b Abs. 1 Satz 1 und 2,

      zu einer Zeit, zu der die Ausführung noch abgewendet werden kann, glaubhaft erfährt und es unterlässt, der Behörde unverzüglich Anzeige zu erstatten. 2§ 129b Abs. 1 Satz 3 bis 5 gilt im Fall der Nummer 2 entsprechend.

      (3) Wer die Anzeige leichtfertig unterläßt, obwohl er von dem Vorhaben oder der Ausführung der rechtswidrigen Tat glaubhaft erfahren hat, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
      Da steht nirgendwo, das das was der Mann getan hat illegal ist.
      Zudem ist es für mich kaum verständlich was da überhaupt steht.
    • Ich öffne die Tür grundsätzlich nur, wenn ich ein Paket erwarte oder weiß, dass jemand kommt. Ansonsten lasse ich die Tür konsequent zu und meistens ist die Klingel eh abgestellt. Werde ich vor der Tür angesprochen oder im Hausflur, sage ich Nein Danke und gehe direkt weiter. Es sei denn, es ist ein Nachbar. Aber die Leute hier im Haus wissen, dass ich nicht so gesprächig bin und grüßen nur, so wie ich auch.