Braucht Ihr eine feste Tagesstruktur? Wie macht Ihr es?

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      Für Mahlzeiten, Schlafen, Hygiene habe ich einen festen Plan im Kopf den ich täglich durcharbeite, ohne diesen würde ich nicht funktionieren. Dazwischen habe ich Zeiten in meinem Plan, welche flexibel zu gestalten sind, für Hobbys, Freundschaften, andere Aktivitäten. Anfangs habe ich mir den Plan als Checkliste aufgeschrieben und so lange verfeinert bis er für mich stimmig war.

      Wenn ein unvorhergesehener Termin ungünstig in meinen Plan fällt versuche ich den Rest drumherum anzupassen, dass es für mich irgendwie stimmig bleibt. Wenn das nicht geht, dann bekomme ich den ganzen restlichen Tag (und manchmal auch den folgenden) nicht mehr planmäßig hin und es entsteht ein Chaos. Ich versuche dann nur noch die lebenswichtigen Dinge irgendwie zu schaffen (Katzen versorgen, Essen, Arbeit, Schlafen), alles andere bleibt liegen und funktioniert nicht mehr.

      Wegen Freundschaften: mit zwei meiner Freunde spiele ich regelmäßig DSA (das ist ein Pen & Paper Spiel) und eine andere Freundin arbeitet mit mir zusammen, wir telefonieren deshalb Montags und Mittwochs. Darüber hinaus habe ich eigentlich keine regelmäßigen Kontakte, aber das reicht mir auch.
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      Brauchen tue ich die nicht, ist aber angenehm, solange die Struktur nicht bis auf die Minute genau geplant ist, was mich wiederum einengt und bei mir nicht realisierbar ist.
      >>Warte nicht auf das Jüngste Gericht. Du stehst jeden Tag vor deinem Richter.<<
      Albert Camus (1913-1960), frz. Erzähler u. Dramatiker
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      Daniel1 schrieb:

      Wie schafft Ihr Eure Tagesstruktur?
      Braucht Ihr eine, um Haushalt, Mahlzeiten, Freundschaft etc hinzubekommen?
      Danke
      Ich brauche jemanden der mir diese Struktur gibt, selbst tu ich mir damit schwer. Mein Partner (auch AS) ist ein sehr selbstdisziplinierter, strukturierter Mensch wo ich seine Strukturen mitlebe und darin Halt finde aber bei mir zu Hause sieht es dann wieder ganz anders aus.
      Freundschaften pflege ich bewusst keine.
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      Ich habe einen sehr durchstrukturierten Tagesplan und trage mir das alles auch in einen Kalender auf dem PC ein. Ich kann diesen Tagesplan praktischerweise auch ausdrucken und kann ihn an meine Pinnwand heften, wo ich ihn immer im Blick habe. Alles hat dadurch seine Zeit. Putzen, essen, schlafen, Gartenarbeit, Freizeit, Termine und sonstiges. Ohne Tagesplan würde ich in kurzer Zeit im Chaos versinken. Besonders, wenn die Dysthymie mal wieder so richtig zuschlägt, bekäme ich ohne den Tagesplan gar nichts mehr auf die Reihe. Mit Tagesplan schaffe ich dann aber immerhin die wichtigsten Dinge. Mir ist auch am liebsten, wenn ich immer weiß, was anliegt und was zu tun ist, denn Chaos und Unordnung mag ich nicht.
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      Daniel1 schrieb:

      Wie schafft Ihr Eure Tagesstruktur?
      Ich nutze meinen Wandkalender und schreibe zusätzlich Erledigungslisten für den Tag, die ich mehr oder weniger abarbeite. Leider muß ich immer wieder Unvorhergesehenes einsortieren. Wenn nicht sicher ist, wie etwas weitergeht, mache ich mir gedanklich jeweils Alternativpläne.
      Bei mir ist zwischen Chaos und Überstrukturiertheit, zwischen Pedanterie und Unordnung nur wenig Raum, genau diesen Grenzbereich versuche ich zu erreichen und in möglichst vielen Bereichen zu halten.
      So habe ich z.B. feste Termine, aber auch feste Nicht-Termine, die ich mir freihalte, wenn möglich.
      Am besten funktioniere ich, wenn ich eine vorgegebene Struktur habe wie z.B. bei der Arbeit oder durch Termine oder Anforderungen von außen.
      Allein strengt es mich an, daß ich vor meinen zu hohen Maßstäben kapituliere, es mir aber gleichzeitig schwerfällt, diese herabzusetzen.
      Ein weiteres Problem ist, daß ich mich leicht in Einzelheiten verliere, die mir gerade wichtig oder spannend erscheinen, wodurch Zeitpläne oftmals eng werden.
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      Ich habe eine bestimmte Tagesstruktur, die so ziemlich jeden Tag ähnlich ist. Allerdings brauche ich dafür keinen Kalender oder sonstige schriftliche Notizen. Und bis auf die Minute genau läuft das sowieso längst nicht ab. Ich denke, ob Asperger oder nicht, viele Menschen haben so eine Struktur bzw. Rhythmik.

      Dazwischen gibt es immer wieder auch mal Abweichungen, z.B. wenn ich Spaziergänge/Wanderungen unternehme, und die müssen nicht notwendigerweise zu betimmten Terminen erfolgen.

      Darüber hinaus führe ich einen Terminkalender (mit dem sowohl für den PC als auch für Android verfügbaren und miteinander abgleichbaren Programm "Essential PIM") - in diesem stehen allerdings nicht die alltäglichen Sachen wie Aufstehen, Körperpflege, Essen usw. drin, sondern wichtige externe Termine (Arzttermine, Behördentermine usw.).

      Üblicherweise fahre ich einmal die Woche (meist am gleichen Wochentag) zu meinen Eltern, um für sie nötige Angelegenheiten zu erledigen (Einkäufe, Bank, Arzt, Apotheke usw.).

      Unvorhergesehene Dinge sollten aber unterbleiben, wie z.B. Einladungen für den nächsten Tag oder (oh Schreck!) sogar für denselben Tag (spontaner Grillabend oder ähnliches). Ich brauche immer eine längere Vorlaufzeit, um mich auf so einen Termin einzustellen (und selbst dann ist es meist so, daß ich am liebsten zu Hause bliebe).

      Für die Wohnung selbst bzw. für Dinge, die mir sehr schwer fallen, bräuchte ich aber mehr Struktur - aber dann wäre es trotzdem fraglich, ob ich einen festen, schriftlich niedergelegten Plan auch überhaupt beachten würde.
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      Also ich brauche eine feste Struktur, dies ist aber auch durch eine Störung bei mir geschuldet (das ich noch mehr "Wert" drauf lege).
      Ich gehe zu regelten Zeiten ins Bett, stehe zu geregelten Zeiten auf und erledige Dinge zu gewissen Zeiten um mir eine mögliche Struktur zu geben.
      Ich habe es mal eine Zeit ohne probiert und das ist mir nicht sehr gut bekommen.

      Ich benutzte mein Smartphone sehr stark um mich an Dinge zu erinnern.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
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      Je mehr ich machen muss, desto mehr brauche ich das, sonst vergesse ich ständig alles.
      Habe schon Termine vergessen, oder andere Dinge, und auch Haishaltsdinge weil etwas anderes auch wichtig war.
      Heute hab ich so viel Freizeit, weil ich immer nur zuhause bin, das es mir leichter fällt, die haushaltssachen die ich machen muss über die Woche zu planen, daher habe ich fast jeden Tag was anderes was ich mache, und jede Woche an dem gleichen Tag meist auch im die gleiche Uhrzeit stattfindet.
      ich nehme es nicht genau mit den Minuten, aber versuche es zumindest auf eine bestimmte Tagenszeit hin gemacht zu haben.
      Ich bin nicht sehr flexibel, in Jobs, wo ich eh schon mehr strtess im Leben habe, bekam ich gelegentlich Meltdowns, nur weil etwas, was seit einer Woche fest geplant war, plötzlich am selben Tag noch abgesagt wurde oder ich dann doch nicht mit sollte, sondern jemand anderes.
      Kommt bei Arbeitgebern nicht so gut an, auch wenn ich den meltsown eher heimlich hatte, aber es wird doch als seltsam angesehen weshalb man aufeinmal nicht mehr da war oder angespannter wirkte als sonst, aber wenn es einer mitbekommt ist es natürlich erst recht verstörend für andere, die scheinbar damit unbeeindruckt umgehen können.
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      Ginkgo schrieb:

      Ich versuche dann nur noch die lebenswichtigen Dinge irgendwie zu schaffen (Katzen versorgen, Essen, Arbeit, Schlafen), alles andere bleibt liegen und funktioniert nicht mehr.
      Ist bei mir ähnlich. Sobald ich zuviel im "Hinterkopf" habe und meine Liste, mit abzuarbeitenden Sachen zu lang wird, fange ich an, wichtige Termine oder Dinge zu vergessen. Erst wenn alles abgearbeitet ist und ich wieder einen klaren Kopf habe, bin ich wieder bereit, das übliche Tagesgeschäft abzuwickeln.

      WelleErdball schrieb:

      Freundschaften pflege ich bewusst keine.
      Verstehe ich, ich könnte das gar nicht. Würde zuviel Rechenkapazität in der Birne verursachen die anderen wichtigen Prozessen die Energie entzieht, siehe Absatz vorher :d
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      Ein stets gleichen Tagesablauf der bis auf die Minute durchgetaktet ist habe ich (geht mit Familie auch nicht so ganz).
      Was ich aber habe ist einen gut geführten Terminkalender in dem ich alle anstehenden Termine vermerkt habe - da elektronisch auch mit entsprechender "Vorwarn"-Funktion.
      Für den Wochenablauf habe ich einige nahezu "feste" Termine wie z.B. Sport. Wiederkehrend zu erledigende Dinge versuche ich nach Möglichkeit auf einen Rhythmus zu bringen, also wenn möglich jedesmal gleicher Wochentag und gleiche Uhrzeit und dann halt ggf. jede Woche / jede 2. woche / alle 4 Wochen.

      Für die mittelfristige Organisation und zur Abarbeitung von Themen die sonst eher liegen bleiben würden oder die gesammelt zu viel "Last" erzeugen würden (neige da leider etwas dazu, was dann schon mal den ein oder anderen Melt-down eingeläutet hat ...) mache ich mir eine Liste mit den kommenden zwei Wochen.

      Für den "operativen" Tagesablauf habe ich mir angewöhnt eine Tagesliste am Vorabend bzw. morgens beim Frühstück zu machen.

      Das alles hilft mir meinen Tagesablauf irgendwie in den Griff zu bekommen, ein wenig ärgerlich ist, dass ich viele Dinge im Arbeitsumfeld nicht genau planen, da muss ich es nehmen wie es kommt. Das erzeugt teilweise Frust bis Stress aber damit komme ich dann schon irgendwie klar, mal mehr mal weniger gut.
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      Ich habe keine feste Tagesstruktur und fühle mich damit auch nicht wohl, weil mich das körperlich überfordert. Durch meine Schmerzerkrankung habe ich massive Schlafstörungen und schlafe deshalb sehr unregelmäßig. Da eine feste Struktur drum herum zu machen, verstärkt die Schmerzen und Schlafprobleme.

      Als meine Katze wegen ihrem Diabetes noch regelmäßig Insulin brauchte, war ich zu einer festen Struktur gezwungen. Ihr zu liebe würde ich das heute noch machen, bin aber sehr froh, dass wir dieses strikte Zeitregime nicht mehr brauchen. In den ca. 8 Monaten, wo ich zeitlich reglementiert war, bin ich im Chaos fast versunken. Ich hatte einfach keine Kraft mehr, mich um mehr als das Allernötigste zu kümmern.
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~
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      Morgens beginnt der Tag eigentlich immer gleich.Tablette,Cafe ,sparzieren gehen.Nachmittags zuhause ausruhen von Terminen und erledigungen.Abends mindes 3mal in der Woche Sport.Das training läuft immer gleich hab,dort ist struktur.

      Termine kommen immer in den Tisch Kalender,bis ich diese nicht vergesse.1Woche vorlaufzeit für Termine ist möglich,es immer besser wenn ich die Termine früh bekomme.

      Wenn ich ein Job habe bestimmt der Chef eigentlich mein Tagesablauf ,was mich stresst, weil ich mein gewohntes nicht machen kann(ruhePhasen fehlen)Dienstplan änderungen bringen mich aus dem Konzept,das stress mich und mein Leistung level sinkt.Dienstpläne die am Tag X noch hängen wenn sie solten löst bei mir Choas aus ,weil ich nichts planen kann.Kurzfristig oder Spontanes stress mich auch.
      Das Do ist der Weg. :prof:
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      Meine Tagesstruktur besteht aus Fixpunkten mit flexiblen Zwischenzeiten, für unregelmäßige Termine brauch ich etwa zwei bis drei Wochen Vorlaufzeit im Kalender um darauf eingestellt zu sein und sie stressfrei zu erledigen. Für Termine nehme ich mir dann auch vorher extra Zeit um mich mental darauf vorzubereiten und plane für danach Ruhetage ein. Meine Fixpunkte sind bedingt durch diverse körperliche Erkrankungen die Zeiten zur Medikamenteneinnahme, Mahlzeiten werden je nach Hunger zubereitet, Haushalt, Freudschaften und Einkäufe werden je nach Verfassung und Befinden erledigt und können auch schon mal ein bis zwei Wochen ruhen. Als ich noch Arbeiten konnte hatte ich einen festeren Tagesablauf der mir Sicherheit gab jedoch bei Abweichungen zur Überforderung führte. Heute muss ich zwar aktiver meinen Tag ausfüllen aber wenn mal gar nichts geht dann guck ich eben 4 oder 5 mal statt 2-3 mal am Tag über diverse Nachrichtenportale, Gaming Sites und Foren oder lege mich einfach ins Bett zum Dösen und Träumen, was für mich letztlich angenehmer ist als ein fester Plan.
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      Es wäre schön, wenn ich eine feste Tagesstruktur hätte, aber ich habe ja unterschiedliche Arbeitszeiten. Mal muss ich um 8 los (das geht ja immer noch) und bin dann ca 17 Uhr zuhause, mal brauch ich erst um 11 los und bin dann gegen 19 Uhr zuhause.

      Ich könnte zwar trotzdem versuchen, immer zur gleichen Zeit aufzustehen, aber ich nutze die späten Abendstunden meistens voll aus. Aber in der Regel stehe ich gegen 7 auf, dann können wir zuhause auch noch gemeinsam frühstücken.

      Aber mittags habe ich auch nicht zur gleichen Zeit Pause. Das nervt mich schon ganz schön. Eigentlich täte mir mehr Regelmäßigkeit gut. Doch das selber alles so umzusetzen, auch am Wochenende, ist schon nicht so leicht. Haben wir mal länger geschlafen und essen später Frühstück, haben wir natürlich mittags kaum Hunger und schon ist die erste Unregelmäßigkeit da! Manchmal essen wir dann 16 Uhr etwas Warmes, während andere Kaffeetrinken. Und gegen 19 Uhr essen wir dann ein Eis :-p , z. B.

      Muss ich mehrere Sachen erledigen, schreibe ich einen Zettel, wo ich dann abhaken kann. Bei mir bleibt in der Woche viel liegen, und das muss ich dann am Wochenende machen, z. B. Wäsche waschen und saugen. Ich will dann das meiste sonnabends fertig haben, so dass ich noch den Sonntag voll abgammeln oder etwas Schönes unternehmen kann.
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      sempron schrieb:

      Ich denke, ob Asperger oder nicht, viele Menschen haben so eine Struktur bzw. Rhythmik.
      Vor allem in der Früh. Es ist wohl wie bei den Spezialinteressen. Der Übergang zwischen normal und autistisch ist fließend.

      Ich habe in der Früh meinen Rythmus und Abends. Dazwischen ist die Arbeit. Es läuft also alles ziemlich gleich ab. Es macht mich nervös, wenn meine Struktur gestört wird. Mein Mann hat kein Verständnis dafür und funkt immer wieder rein. Meine Tochter ist noch zu klein, um das zu verstehen. Ich werde richtig "unrund", wenn ich zu oft gestört werde.

      Termine klappen ganz gut, da vorhersehbar und planbar. Freundschaften oder spontanes kommt bei mir nicht vor.

      Ich habe in der Arbeit und auch Zuhause To-Do-Listen. Termine im Kalender. Zeitpläne hatte ich mal versucht, aber der Aufwand war es nicht wert. Durch die Arbeit, ist der Tag eh zeitlich ziemlich eng. Für Morgens und abends brauche ich da keinen engen Plan mehr. Das Kind bringt zusätzlich Struktur, da sie es auch positiv annimmt, wenn Abläufe gleich bleiben.
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      Einen festen Tagesablauf habe ich nicht, weil die Uni fast jeden Tag zu unterschiedlichen Zeiten beginnt und endet. Die paar Kleinigkeiten, die ich jeden Morgen mache, laufen aber alle immer in der gleichen Reihenfolge ab. Ich habe feste Tage, an denen ich bestimmte Dinge erledige, und bestimmte Routen, die ich laufe oder fahre. Zum Beispiel gehe ich immer an der selben Ampel über die Straße, auch wenn eine andere Möglichkeit gerade praktischer wäre. Abends gibt es eine reservierte Stunde, in der ich mit meinem Mann und gemeinsamen Freunden Computerspiele spiele. Wenn ich übers Wochenende nach Hause fahre, habe ich normalerweise auch feste Zeiten und fahre immer den kleinen Umweg über den Hauptbahnhof, um mir einen Kaffee zu holen. Schaffe ich das nicht, bin ich die ganze Fahrt über zappelig.

      Termine müssen weit im Voraus geplant und gut durchorganisiert werden (ich spiele wie @Ginkgo auch Rollenspiele und habe irgendwann ein Forum für unsere Gruppe erstellt, damit sich die Leute absprechen können). Ich würde wahrscheinlich noch mehr auflisten können, muß jetzt aber dringend zum Bus (eigentlich erst in ein paar Minuten, aber ich gehe - passend zum Thema - lieber zu einer festen Zeit aus dem Haus).
      Так! я буду крізь сльози сміятись...

      Achtung: Benutzer kann sich nicht "kurz fassen" :oops: