Falscher und fehlerhafter Sprachgebrauch

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    • Öhm... hast du dir die Regeln von Baseball mal durchgelesen? Oder dir ein Spiel angesehen? Ohne Fortbewegung könnte man wenn überhaupt nur mit sehr sehr sehr sehr viel Glück Punkte erzielen!

      Oder ist Fußball ein nachvollziehbarereres Beispiel für dich?
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Dr_B schrieb:

      Gut, dann ist das Kriterium, ob man sich selbst fortbewegt.

      (Hmm, scheint doch nicht so leicht zu sein, da eine einfache Regel zu finden... :roll: )

      :o ;)
      Ich finds auch sehr kompliziert. Aber vielleichts passt ja mit dem Fortbewegen. Aber dann dürfte man auch nicht sagen "er ist auf dem Boden gestorben" (nur wenn er sich beim Sterben fortbewegt) sondern müsste sagen "er hat auf dem Boden gestorben". :prof: :-p

      Ich glaub, mit dem intransitiven Verb passt es doch besser, aber die deutsche Sprache ist doch wirklich krank :m(:
    • @Lex Ja, aber das Verb "spielen" bezeichnet grundsätzlich erst einmal keine Bewegung. :prof:

      @FruchtigBunt Stimmt, "Sterben" ist nun wirklich in den allermeisten Fällen keine Fortbewegung. :roll:

      Dann passt die andere Definition vielleicht doch besser... aber Gegenbeispiele findet man vermutlich eh immer welche. ^^
      "Make laugh, not war!"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dr_B ()

    • FruchtigBunt schrieb:

      Dr_B schrieb:

      Hab dafür (bis auf das eine weiter oben) auch noch kein Gegenbeispiel gefunden. Irgendwie finde ich die Regel, dass bei "Verben der Bewegung" "sein" verwendet wird, einfacher.
      Aber was ist mit "ich habe gewunken"? Das ist doch auch eine Bewegung. Es heißt aber nicht "ich bin gewunken".
      Haha, auf so ein Beispiel habe ich gewartet! :)

      "ich habe gewunken" ist grundverkehrt.

      "winken" ist kein starkes, sondern ein schwaches Verb, und demzufolge heißt es:
      "ich habe gewinkt" (nicht: "gewunken").

      Selbst Journalisten (und diese bitte mit französischem "sch" am Anfang sprechen und nicht mit "dsch" wie im Italienischen oder Englischen!) machen offenbar immer öfter diesen Fehler und sprechen von "durchgewunken", obwohl es "durchgewinkt" heißen muß.
    • Dr_B schrieb:

      @sempron Wollte ich auch erst schreiben... Hab dann sicherheitshalber auf der Duden-Website nachgeguckt, wonach beide Schreibweisen erlaubt sind. :roll:
      Es ist wirklich unglaublich, was der Duden mittlerweile alles für zulässig erklärt - ich schüttle meinen Kopf!?

      Wie lautet denn dann das Präteritum: "ich wank"? Igitt.
      Vergleiche: sinken (starkes Verb) - blinken (schwaches Verb)


      Offenbar hat der Duden mal wieder weitverbreiteten Fehlgebrauch unreflektiert adoptiert.
    • Lex schrieb:


      Bei dem Winkbeispiel wurde übrigens wunderbar vom habe-bin-Thema abgelenkt.
      Ja, aber das liegt vermutlich daran, dass das Thema einfach zu komplex und wirr ist. Und wie das "winken"-Beispiel zeigt, ist auch das neue Thema wieder wirr. Das bezeugt mich in meiner Einstellung, dass ich die deutsche Sprache nicht mag und es mir auch nicht gut gefällt, mich damit zu beschäftigen. Weil es UNLOGISCH ist. :frown:
    • Eismensch schrieb:

      sempron schrieb:

      Es ist wirklich unglaublich, was der Duden mittlerweile alles für zulässig erklärt
      Wenn man es nur lange und intensiv genug falsch ausspricht, wird es irgendwann akzeptiert.Sprachwandel. Passiert ständig und überall. Manchmal weiß ich auch nicht, was ich davon halten soll.
      Mir ist auch schon aufgefallen, dass der Duden teilweise sehr merkwürdige Ansichten vertritt. Früher war der Duden für mich eine Institution. Was in den Büchern stand, war "richtig". Heute frag ich mich manchmal, ob die online-Beiträge irgendein halbwissender Journalist erstellt hat, unabgesprochen mit irgendwelchen Sprachwissenschaftlern. So ganz kann man sich nicht mehr drauf verlassen, dass das Hand und Fuß hat (RW), was die von Duden auf ihrer Homepage schreiben, finde ich. Denn oft widersprechen die sich schon in ihren Erklärungen oder die Beispiele widersprechen den Erklärungen. Da suche ich mir dann lieber von Universitäten Dokumente, die wirklich wissenschaftlich sind.
      :shake:
    • Lex schrieb:

      Ich habe gestrickt.

      Ich bin (einfach) gestrickt.

      Geht beides. ;)

      Bei dem Winkbeispiel wurde übrigens wunderbar vom habe-bin-Thema abgelenkt.
      Nein, ich z.B. wollte davon nicht ablenken, ich fand nur das Beispiel mit "abgewunken" zu interessant, als daß ich es einfach mißachtet hätte.

      Auch im Französischen gibt es Verben (die meisten), die mit "haben" (avoir) gebildet weden und andere (deutlich weniger), die mit "sein" (être) verbunden werden.

      Beispiel für letzteres sind z.B.: *
      - je suis allé
      - je suis sorti
      - je suis descendu
      - je suis arrivé
      - je suis tombé
      - je suis rentré
      - je suis parti
      - je suis resté
      - il est mort (heißt nicht nur "tot", sondern auch "gestorben")
      - il est retourné

      (*) Wobei auffällt, daß obige Beispiele auch im Deutschen ausnahmslos mit "sein" gebildet werden!



      Viel mehr solcher Fälle dürfte es nicht geben, der Rest wird mit "avoir" verbunden, außer es handelt sich um "reflexive Verben", z.B. "se laver":
      - "je me suis lavé" (ich habe mich gewaschen)

      Ich weiß noch, daß ich damals über diese reflexive Konstruktion mit "être"(!) in der Schule äußerst irritiert war!


      Dein Beispiel mit "gestrickt" ist gar nicht so verwunderlich, denke ich:
      - "ich habe gestrickt" (normaler Gebrauch des Perfekts mit "haben")
      - "ich bin gestrickt" (ist eigentlich eine verkürzte Passivform: "ich bin gestrickt worden"; und dann auch noch im "übertragenen Sinne" gebraucht)


      Die deutsche Sprache ist eben (wie andere Sprachen mehr oder weniger auch) nicht immer logisch zu erfassen. Da lobe ich mir in gewisser Weise das Spanische (Perfekt mit "haben" gebildet, nicht mit "sein"; eindeutige Schreibung der Wörter, aus der sich die korrekte Aussprache ableiten läßt).

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    • sempron schrieb:

      Dein Beispiel mit "gestrickt" ist gar nicht so verwunderlich, denke ich:
      - "ich habe gestrickt" (normaler Gebrauch des Perfekts mit "haben")
      - "ich bin gestrickt" (ist eigentlich eine verkürzte Passivform: "ich bin gestrickt worden"; und dann auch noch im "übertragenen Sinne" gebraucht)
      Genau! Und: meiner Meinung nach hat dieses Passivverb auch etwas von einem Adjektiv: ich bin müde, ich bin hungrig, ich bin gestrickt. Wenn ich die Wand weiß gestrichen habe, dann könnte die Wand theoretisch sagen, ich bin weiß gestrichen.