Essstörungen und Autismus

    • Essstörungen und Autismus

      Ich hab seit ca. 20 Jahren eine mittlerweile chronische Essstörung.

      Obwohl Anorexie eigentlich eine psychosomatische Erkrankung (Sucht) ist, habe ich das Gefühl mein Autismus spielt sich dort sehr ein.

      Immer die selben Lebensmittel essen (Angst vor abwechslung), bestimmte Regeln (süß darf sich nicht mit salzig mischen etc.)

      Mir fallen später bestimmt noch mehr Beispiele ein.

      Ich weiß, dass NT-Esssgestörte auch komische Regeln haben, aber....

      ich kann das jetzt nicht so gut erklären, ihr wisst schon was ich meine...
      ADHS und Autismus.

      I'm an autist with an obsession to social interaction.
    • Ich schleppe die Diagnose Anorexie seit meiner Jugend mit mir rum. Bevor ich von meinem AS wusste, war ich eben eine ANA. Trotzdem hatte ich immer das Gefühl: irgend etwas stimmt nicht mit dieser Diagnose. Ich unterscheide mich von anderen Essis. Auch die Therapien haben mir so gar nichts gebracht. Ich habe mich immer gefragt, was die Therapeuten von mir wollen.
      Ich esse nach Zeiten, ich wähle immer dieselben Lebensmittel, ich esse mittags immer dasselbe. Auch ungefähr in der Menge. Essen ist für mich funktionell. Man muss halt essen. Ich könnte darauf verzichten, wenn ich es nicht müsste. Verbote gibt es bei mir nicht.
      Einiges passt zu Anorexie, anderes so gar nicht. Ich habe inzwischen beschlossen, das Thema so zu lassen, wie es eben ist. Ich versuche nicht mehr, zu einer Normalesserin zu werden, was auch immer das sein soll. Wenn ich insb. die Frauen in meiner Umgebung so anschaue, stelle ich fest, dass ich fast noch am "normalsten" esse. Ständig etwas in den Mund zu schieben, nur weil es verfügbar ist, dann einen Diät nach der anderen zu machen, die jeweils zum Scheitern verurteilt ist, bevor sie überhaupt greifen kann...Salamibrot mit Nusscreme :m(: !!!! Was ist denn normal, in dieser Beziehung- und auch in anderer?
      Ich mache mein Ding und kümmere mich nicht mehr darum, ob mich jemand eigenartig findet- ich bin es so oder so, unabhängig vom Essverhalten. Es ist mir auch egal, ob mich jemand zu dünn findet. Ich bin fit und durchtrainiert und nicht mager. So what!
    • Ich habe so ab der Pubertät eine art Fresssucht entwickelt, weil ich zunehmen wollte.
      Ich sah mich selber immer als ein Charakter der innerlich zwar zufrieden ist, aber das äußere Aussehen und Geschlecht passte nicht dazu weil ich immer schon dünn war und weiblich.
      Da ich an dem geschlecht damals nichts ändern konnte, wollte ich zumindest dick sein.
      Also hab ich angefangen, wenn immer es was zuessen gab, so viel wie möglich davon zu essen.
      Außer malen konnte ich ja nicht besonders viel, also bekam ich dann sowas wie falsch empfundenes Lob für wenn ich viel mehr aß als andere und die dann sehr erstaunt darüber waren wie denn so ein dünner mensch so viel essen kann und sich fragte wo denn das alles hingeht.
      Als ich dann zu der Frau meines vaters zog durfte ich nicht mehr so viel essen.
      Es wurde damit begründet das wir nicht genug Geld haben, aber auch das ich zu dick werden würde, und Mädchen seien hässlich wenn sie dick sind.
      Diese Frau empfand sich selber auch als zu dick, dabei war sie ganz normal.
      Sie hatte vielleicht 2-4 Kg Übergewicht aber von Adipositas war sie weit entfernt.
      Ich durfte darum dort kaum was essen. Das ging so weit das ich dort so abnahm das ich untergewichtig war, aber das holte ich im heim schnell wieder auf.
      Dort war ich nach 3 jahren dort leben sogar etwas übergewichtig, jedenfalls fand meine Tante das ich dicker geworden bin.
      Als ich hier her zurückzog, hatten wir wenig geld, ich konnte nicht mehr so viel essen wie im heim weil die mengen halt nicht vorhanden waren, ich wurde zwar satter als bei der Frau damals, aber ich hätte mehr essen können. Ich war vorher auch extrem wählerisch.
      Die meisten Dinge mochte ich nicht, wegen Konstistenz oder Geschmack. Darum brachte ich mir das Kochen selber bei, erlernte dadurch neue Dinge kennen, was durch eigene Kontrolle über Zubereitung von lebensmitteln gut funktionierte.
      Der Horror war für mich immer etwas im Essen zu finden was da nicht erwünscht ist, wie wabbel oder sehnen im Fleisch, was ich als eigener Koch einfach wegschneide bevor ich es auftische oder kochen würde.
      Heute habe ich ca 5-10kg Übergewicht, was auch okay für mich ist. So richtig fett sein wollte ich auch nie.
    • Lichterfreund schrieb:

      Ich weiß nicht ob ich eine Essstörung habe, aber es gibt sehr viele Dinge die ich nicht esse und es gibt einiges, das ich sehr gerne esse.
      Unbekanntes esse ich eigentlich nicht.
      Garnicht geht Fett am Fleisch und Sehnen.
      Das sind Dinge die nicht auf eine Essstörung hinweisen. Ein etwas aussergewöhnliches oder sehr eigenes Essverhalten ist noch keine Essstörung, dazu gehören nämlich noch andere Aspekte.


      (Zitat aus Wikipedia)
      Eine Essstörung ist eine Verhaltensstörung, bei der die ständige gedankliche und emotionale

      Beschäftigung mit dem Thema „Essen“ eine zentrale Rolle spielt. Essstörungen betreffen die Nahrungsaufnahme oder deren Verweigerung. Sie hängen meist mit psychosozialen Problemen sowie mit der Einstellung zum eigenen Körper zusammen (Psychosomatik) und können zu ernsthaften und langfristigen Gesundheitsschäden führen.
    • Neu

      Als Kind aß ich laut meinen Eltern für 3.Das hörte mit 13-14 auf,wo ich 4Wochen mit einer Jungend Gruppe in Skaninavien war.

      Heut zutage gibt es Phasen wo mir 2Butter Brezen über den Tag langen...wenn ich koche,ist es meist immer das selbe.Selbstgemachtes Chili con Carne.Oder Huhn Nuggets mit Buttergemüse.

      Spät Abend Nachts kommen öfters zu mehr Hunger als wie am Tage.
      Das Do ist der Weg. :prof:
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      Ani schrieb:

      Salamibrot mit Nusscreme
      man könnte auch Fett pur essen mit etwas Salz und Zucker ... :sarcasm:

      Mein Essverhalten ist sicher nicht normal. Psychiatrisch gesehen eine Störung wohl nicht. Es fehlt der Leidensdruck und keine gesundheitliche Gefahr.

      Ich habe starke Vorlieben, was ich esse. Nudeln mit den verschiedensten Saucen. Am liebsten jeden Tag. Ich esse einmal am Tag dann aber große Mengen. Daher besteht auch kein Untergewicht. Ich habe kaum Hungergefühl und scheine keinen Unterzucker zu bekomme. Merke zumindest nichts.

      Früher habe ich oft länger nicht gegessen. Alles protokolliert. Gewogen und gemessen. War schon sehr zwanghaft. Dann bekam ich Angst magersüchtig zu werden und die Kontrolle zu verlieren. Seitdem esse ich selten aber dann etwas das mir schmeckt in großen Mengen. Damit geht ws mir gut. Normal ist es nicht.
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      Ich vermute, dass ich die Kriterien für Magersucht erfülle (der BMI ist so bei 17), jedoch: ich komme mir, so, wie ich jetzt bin, nicht zu dick vor und habe auch keine große Angst vor einer Gewichtszunahme. Das heißt, ich halte mich zwar grundsätzlich an einen Ernährungsplan, der bewirkt, dass ich langfristig nicht zunehme, aber ich mache schon hier und da eine Ausnahme und vor allem ist er nicht darauf ausgelegt, dass ich noch weiter abnehme. In meinem Alltag spielt das Essen bzw. Nicht-Essen keine große Rolle (mehr), da ich mich schon lange an diesen Plan halte und mein Gewicht so im Großen und Ganzen auch sehr stabil ist (wobei ich jetzt, wo ich mit der Ausbildung anfange, zuerst wohl mal wieder etwas daran "herumbasteln" muss, weil der Energiebedarf so ja steigt).

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      ich wurde jahrelang wegen anorexie behandelt, war allerdings nicht süchtig nach magerkeit. hab mich einfach viel mehr bewegt (sport) und/oder Mahlzeiten ausgelassen, weil ich mich lieber mit anderen Dingen beschäftigt habe. durch fiese psychopharmaka habe ich dann ätzend zugenommen und wurde quasi depressiv (träge und desinteressiert).
      ich esse am liebsten das gleiche. ich habe kein sättigungsgefühl und ich unterbreche meine beschäftigung nicht um zu essen. ich esse nicht in gesellschaft (ausnahme: eine bestimmte person). kein Zucker, kein fett, nichts tierisches. prinzipiell finde ich grüne nahrung toll. ich esse eigentlich nur selbst zubereitetes, dann weiß ich was drinnen ist und übersichtlich find ich wichtig. mehr fällt mir gerade nicht ein…
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      Wirrwolf schrieb:

      Ich vermute, dass ich die Kriterien für Magersucht erfülle (der BMI ist so bei 17), jedoch: ich komme mir, so, wie ich jetzt bin, nicht zu dick vor und habe auch keine große Angst vor einer Gewichtszunahme.
      Ein BMI von 17 bedeutet laut Tabelle Untergewicht, sagt aber nichts über Magersucht aus.
      Erst in Kombi mit weiteren Kriterien wird diese Diagnose gestellt.

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      hmmm... würde gern den Titel in "Essen und Autismus" umbenennen, weil das nicht so gemeint war, dass jeder jetzt eine Essstörung bei sich suchen soll^^"

      Oder versteh ich hier was falsch.

      Magersucht beginnt im Kopf (selbsthass, zu dick fühlen, essen wird zum lebensinhalt)

      Bevor ich eine "normale" Essstörung hatte, hatte ich eine atypische.

      Hab auch von einem autistischen Jungen gehört, der sich Jahre lang von Schokodrops ernährt hat.

      Wollte nur wissen, wieviel autismus in einer essstörung stecken könnte...
      ADHS und Autismus.

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      ifi schrieb:

      Ein BMI von 17 bedeutet laut Tabelle Untergewicht, sagt aber nichts über Magersucht aus.
      Erst in Kombi mit weiteren Kriterien wird diese Diagnose gestellt.
      Ja, ich bin mir eben nicht sicher, ob die bei mir (in hinreichendem Maße) gegeben sind. Dafür spricht, dass ich eben so dünn sein will und mich dauerhaft an eine ziemlich strenge Diät halte, damit das auch so bleibt. Dagegen spricht, dass es damit, wie gesagt, aber auch schon wieder erledigt ist und ich nicht ständig ans Essen, mein Gewicht usw. denke. Würde ich nun aber, warum auch immer, stark zunehmen, fände ich das schrecklich und würde vermutlich alles mir mögliche tun, um das wieder loszuwerden.
    • Neu

      Ich habe kürzlich auf YouTube ein Video gesehen, wo gesagt wurde, dass manche Asperger-Autisten eine Essstörung entwickeln, weil sie a) eben gewisse Dinge nicht essen und sich deshalb sehr einseitig ernähren oder weil sie b) das Essen als Stimming-Mechanismus verwenden und dabei zu viel essen.
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      Tallyn schrieb:

      Ich habe kürzlich auf YouTube ein Video gesehen, wo gesagt wurde, dass manche Asperger-Autisten eine Essstörung entwickeln, weil sie a) eben gewisse Dinge nicht essen und sich deshalb sehr einseitig ernähren oder weil sie b) das Essen als Stimming-Mechanismus verwenden und dabei zu viel essen.
      hast du einen link zu diesem video?
      ADHS und Autismus.

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      Wirrwolf schrieb:

      Dafür spricht, dass ich eben so dünn sein will und mich dauerhaft an eine ziemlich strenge Diät halte, damit das auch so bleibt.
      Ich denke Magersucht liegt vor, wenn eine Diät sich unterm Strich psychisch und gesundheitlich negativ auswirkt und das Essen/Nichtessen in den Mittelpunkt rückt.
      Ein BMI von 17 an sich ist ja nicht "total ausgemergelt" sondern "dünn".
      Ich bewege mich auch in dem Bereich 17 - 18, allerdings halte ich aus Gewichtsgründen keine Diät und war schon immer recht dünn egal wie ich mich ernährt habe.
      Mein BMI war lange bei ca. 20, den höchste BMI den ich je hatte lag bei 21,5 und ich fühle mich heute mit meinen 17 -18 gesundheitlich besser als damals.
      Mein Gewicht ging nochmal runter, nachdem ich meine Ernährung aufgrund Unverträglichkeiten komplett umgestellt habe.

      Wirrwolf schrieb:

      Würde ich nun aber, warum auch immer, stark zunehmen, fände ich das schrecklich und würde vermutlich alles mir mögliche tun, um das wieder loszuwerden.
      Wenn ich plötzlich bei demselben Essverhalten konstant zunehmen würde, würde ich mir vermutlich auch Gedanken machen, was ich an meiner Ernährung und der Bewegung verändern kann, um das zu verhindern.


      Tallyn schrieb:

      b) das Essen als Stimming-Mechanismus verwenden und dabei zu viel essen.
      Tendentiell kenne ich das auch, ich weiß nicht ob es stimming ist, aber es sind schon "Binchanfälle" bei denen ich esse um des Essens willen und nicht weil ich hungrig bin.

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    • Neu

      ifi schrieb:

      Ein BMI von 17 an sich ist ja nicht "total ausgemergelt" sondern "dünn".
      Ja, aber ab 17,5 kann Magersucht diagnostiziert werden. Und (etwas) darunter war ich auch schon. Ich neige eigentlich auch so dazu, dünn zu sein, nehme nicht besonders schnell zu und dafür schnell ab, und ich esse auch nicht so wenig - aber mein Plan ist schon darauf ausgerichtet, dieses niedrige Gewicht zu halten und dabei trotzdem gesund zu sein.
      Ich denke ja, wie gesagt, auch, dass gegen Magersucht bei mir spricht, dass ich nicht ständig mit dem Thema beschäftigt bin und auch sonst nicht leide deswegen (weder psychisch noch körperlich), auf der anderen Seite geht es schon in die Richtung, wenn man bewusst und willentlich untergewichtig ist und dafür seine Ernährung bis ins Kleinste durchplant (wobei ich das auch wegen der Gesundheit tue).
      Im Grunde ist mir das aber, gerade weil ich darunter nicht leide, egal.


      ifi schrieb:

      Wenn ich plötzlich bei demselben Essverhalten konstant zunehmen würde, würde ich mir vermutlich auch Gedanken machen, was ich an meiner Ernährung und der Bewegung verändern kann, um das zu verhindern.
      Klar, das würde wohl jeden verunsichern. Mein Punkt sollte eigentlich sein, dass "dick werden" zum Schlimmsten gehört, was ich mir für mich vorstellen kann. Ich war mal als Kind eine kürzere Zeit etwas dicker (nicht besonders) und das fand ich schrecklich. Der Körper kam mir regelrecht "falsch" vor.

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      rowdy schrieb:

      Tallyn schrieb:

      Ich habe kürzlich auf YouTube ein Video gesehen, wo gesagt wurde, dass manche Asperger-Autisten eine Essstörung entwickeln, weil sie a) eben gewisse Dinge nicht essen und sich deshalb sehr einseitig ernähren oder weil sie b) das Essen als Stimming-Mechanismus verwenden und dabei zu viel essen.
      hast du einen link zu diesem video?
      Oje, ich speichere mir Links nicht ab... Aber das Video war von einer jungen Psychotherapeutin namens Kati Morton (allerdings auf Englisch) und es war über das Asperger Syndrom. Vielleicht findest du es ja.



      ifi schrieb:



      Tallyn schrieb:

      b) das Essen als Stimming-Mechanismus verwenden und dabei zu viel essen.
      Tendentiell kenne ich das auch, ich weiß nicht ob es stimming ist, aber es sind schon "Binchanfälle" bei denen ich esse um des Essens willen und nicht weil ich hungrig bin.

      Ich weiß auch nicht, ob es Stimming ist... ich dachte immer, ich wäre einfach nur ein Stress-Esser. Auch NTs sind das zuweilen.
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      rowdy schrieb:

      Wollte nur wissen, wieviel autismus in einer essstörung stecken könnte...
      Die Antworten hier zeigen zumindest das Auffälligkeiten beim Essen und Autismus nicht selten sind.

      Ich denke es könnte damit zu tun haben, dass Autoren Routinen mögen und oft psychisch unter Stress stehen. Routinen und Regeln sowie Planung sind oft Teil von Essstörungen. Psychischer Stress kann die verschiedensten Störungen auslösen. Also sicher auch eine Essstörung.
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      Tallyn schrieb:

      b) das Essen als Stimming-Mechanismus verwenden und dabei zu viel essen.
      Halte ich nicht für ungewöhnlich.
      Ich war als Kleinkind schon bekanntlich ein "schlechter" Esser, weil mir das meiste von Konsistenz und Geschmack nicht zusagte, aber das was ich mochte, habe ich regelrecht verschlungen XD
      Das waren aber nur wenige Dinge.
      Das wäre heute noch so, wenn ich nicht kochen gelernt hätte.

      Ich glaube aber auch, das für viele Autisten das kochen durchaus interesannt sein kann, weil man da sehr gut Kontrolle ausüben kann über das was man isst, wie man es sich zubereitet so das es einem zusagt, und wie man es dann isst.
      All dies kann zur Routine werden und dann auch Sicherheit im Alltag geben.