Woraus schließt man, dass ASS angeboren sind bzw. seit frühester Kindheit bestehen müssen?

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    • FruchtigBunt wrote:

      Weiß jemand, woraus man schließt, dass ASS angeboren sind bzw. seit frühester Kindheit bestehen müssen?
      Weil man auch bei Säuglingen oft schon einen Mangel an Blickkontakt beobachten kann, sowie eine Ablehnung von Körperkontakt, hellem Licht und einer Schnelleren Reizüberflutung. Weil bestimmte Entwicklungsmeilensteine verpasst werden oder verspätet kommen in den ersten Lebensjahren etc. Deshalb wird bei der Diagnosestellung auch nach genau solchen Merkmalen gefragt.
    • WelleErdball wrote:

      Fachleute lernen von Betroffenen und umgekehrt.
      @WelleErdball

      Dem stimme ich dir zu.

      Den anderen Ansichten nicht uneingeschränkt.

      So halte ich die Ansicht

      WelleErdball wrote:

      Es wird zielgerichtet, systematisch und überlegt vorgegangen. [...] alle Methoden werden den jeweiligen Fragestellungen, Forschungszielen und Bedingungen angepasst.
      für sehr euphemistisch.
      So erlebte ich z. B., dass meine Psychiaterin mir vorschlägt, ich solle eine analytische Psychotherapie beginnen, obwohl ich ihr gesagt habe (und sie das auch bestätigt hat), dass ich mit dem Verstand alles extrem gut durchschaue, aber ein Problem habe, Gefühle und Kopf miteinander zu verbinden. Die Psychiaterin, die bei mir Asperger diagnostiziert hat, hat im Gegensatz in ihrem Bericht genau davon abgeraten, tiefenpsychologisch-fundierte Verfahren anzuwenden, sondern hat zur Verhaltenstherapie geraten.

      Da wird doch die Methode (Tiefenpsychologie/Verhaltenstherapie) gerade nicht den jeweiligen Bedingungen ("hier ist ein Mensch, der Asperger hat") angepasst, denn ansonsten würden sich die Theoretiker doch einmal ausführlich damit beschäftigen, welche Therapieart für welche Erkrankung geeignet ist.
      Geht man zu jemandem, der tiefenpsychologisch geprägt ist, sieht der in "seiner" Therapiemethode die Lösung für alles. Geht man zu einem Verhaltenstherapeuten will der einen mit der Verhaltenstherapie behandeln. Das geht so weiter mit allen möglichen Fachrichtungen. Ich habe manchmal den Eindruck, da wird gerade nicht auf die Fragestellungen und Bedingungen geschaut, sondern eher zielgerichtet in dem Sinne vorgegangen, dass man schon zu wissen glaubt, was die Lösung ist und den "Patienten" dann damit behandelt und sich am Ende wundert, wenn keine "Erfolge" zu verzeichnen sind.
    • akelei wrote:

      Das Baby lehnt das Stillen ab oder macht Schwierigkeiten und kriegt Gedeihstörungen (wächst nicht ordentlich), weil es aufgrund der genetischen Veranlagung eine andere Wahrnehmung hat und nicht gerne Trinken will, weil es den Geschmack oder Geruch zu stark empfindet / die Mama zu laut ist / das Licht zu hell / die Kleidung kratzig ist / es sich auf dem Arm nicht wohl fühlt...
      Also, ich habe auch nicht trinken wollen, nach den Ärzten hätte ich verhungern können, aber meine Mutter besorgte mir dann Milch aus der Flasche.
      Sie meinte, ich wäre zu faul zum Nuckeln gewesen. :roll:
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • @Cloudactive Aus eigener Erfahrung als Milchquelle kann ich bestätigen, dass es für so ein Baby harte Arbeit ist, an Essen zu kommen :d
      Die kommen manchmal richtig ins Schwitzen dabei; oder pennen währenddessen einfach ein... und dann kann man schauen, wie man sie wieder losmachen kann, ohne sie dabei aufzuwecken :oops:

      The post was edited 1 time, last by akelei ().

    • Hier ein Gedankengang aus einem anderen Thread, der meiner Meinung nach besser hier her passt:


      Cloudactive wrote:


      Das Aspergersyndrom ist wie auch die anderen Autismusphänomene keine angeborene Behinderung.


      Die Veranlagung zu autistischen Syndromen wird mit den Genen weitergegeben....aber ob und wie sich eine Autismusspektrumstörung
      zeigt, ist individuell verschieden. Meist zeigen sich Einschränkungen (und die sind ja definitionsgemäß die Behinderungen) von relevantem Ausmaß erst mit dem erweiterten Sozialleben, also mit Kindergarteneintritt o.vergleichbarem Erlebnis. Also nicht angeboren.
      Für mich ist es komplett neu, dass Asperger nun doch wieder nicht angeboren sein soll. :roll:

      Ich kann das gerade alles nicht mehr einordnen. Kann mir jemand sagen, ob das nun eine Minderheitenmeinung ist oder ob das mittlerweile die Meinung der Autismus-Experten widerspiegelt? Ich war der Meinung gewesen, dass Tony Attwood und andere "Experten" bzw. die Wissenschaft davon ausgeht, dass Asperger bereits bei Geburt vorliegt und es sich somit um eine angeborene Entwicklungsstörung und Behinderung handelt. Oder muss man da differenzieren?

      Die Entwicklungsstörung ist angeboren, weil sie aus dem Menschen heraus entsteht und schon seit Geburt da ist?
      Die Behinderung ist nicht angeboren und nicht seit GEburt da, sondern man wird (!) ja behindert und demnach tritt eine Behinderung erst dann zu Tage wenn man selbst in Aktion tritt? :roll:

      Wäre es dann so, dass es eine Krankheit (Entwicklungsstörung) ist, da im ICD und DSM erwähnt und eine Behinderung erst dann, wenn sich Einschränkungen zeigen? :roll: Demnach würden ja die ganzen Behauptungen hier im Forum, dass Asperger keine Krankheit, sondern eine Behinderung sei, gar nicht stimmen. Eine Behinderung wäre es ja nur unter bestimmten Umständen (nämlich dann, sobald die Einschränkungen merklich werden). Bis dahin ist der Mensch dann kerngesund oder hat er die Entwicklungsstörung schon ab Geburt? :roll:
    • FruchtigBunt wrote:

      Ich war der Meinung gewesen, dass Tony Attwood und andere "Experten" bzw. die Wissenschaft davon ausgeht, dass Asperger bereits bei Geburt vorliegt und es sich somit um eine angeborene Entwicklungsstörung und Behinderung handelt. Oder muss man da differenzieren?
      Es gibt tatsächlich zwei Varianten.
      Einmal den angeborenen Autismus.
      Und dann den erworbenen. Axel Brauns ist da ein gutes Beispiel. Seine Symptome traten erst nach einer schweren Mittelohrentzündung auf.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • FruchtigBunt wrote:

      dass Asperger nun doch wieder nicht angeboren sein soll.
      Von extrem seltenen Ausnahmen abgesehen ist AS sehr wohl angeboren. Dafür spielt es natürlich keine Rolle, ob von Geburt an klinisch relevante Einschränkungen vorliegen (das ist eigentlich nur bei Kanner-Autisten der Fall), oft sind nämlich sehr wohl Symptome vorhanden, die zwar keine Diagnose ermöglichen und auch noch keine Einschränkungen beinhalten, aber rückblickend ziemlich deutlich zu AS gehören - bei meiner Tochter war das fast vom ersten Tag an der Fall. Man kann jetzt natürlich eine haarspalterische Diskussion darüber anfangen, ob zwar AS angeboren ist, es aber dennoch keine angeborene Behinderung ist (weil die Behinderung erst später wirksam wird), aber das führt natürlich zu keinem Erkenntnisgewinn.
    • Ich habe in der letzten Zeit wieder über das Thema nachgedacht und habe die Theorie, dass die Merkmale des Autismus transgenerational weitervererbt werden könnten und dabei die besonderen Bedingungen eine Rolle spielen könnten, unter denen die Eltern eines autistischen Kindes und die davor gehenden Generationen aufgewachsen sind.

      Einige Male war ich schon bei Veranstaltungen, die sich an die Eltern autistischer Kinder richteten. Dabei ist mir aufgefallen, dass einige der Eltern selbst ziemlich sicher autistisch waren. Vor allem auffällig fand ich aber, dass ziemlich viele Eltern sehr rigide und kontrolliert wirkten. Was ich ebenfalls auffällig fand, war dort der sehr hohe Anteil von Personen, die als 'deutsch-deutsche-Flüchtlinge' gelten dürften, also Menschen aus ehemaligen deutschen Gebieten. Ich könnte mir vorstellen, dass bei diesen Personengruppen durch Vertreibung und Flucht sehr belastende Lebensumstände in den Vorgängergenerationen vorgelegen haben.
      Weiß jemand, ob es dahingehend Studien gibt? Z. B. las ich im Internet von Selbshilfegruppen für russischsprachige Mütter (in Deutschland!), was ich auffällig fand. Ich kenne es im Zusammenhang mit diversen Erkrankungen eher weniger, dass sich da dann Landsleute zusammentun und das so viele sind, dass es extra spezielle Gruppen dafür gibt.
      Also könnte es sein, dass dort Autismus besonders häufig auftritt, wo in den Vorgängergenerationen schwierige Umstände (Vertreibung, Flucht) herrschten?
      Oder könnte es sein, dass Autismus bei bestimmten genetischen Herkunftsprofilen (beispielsweise Asiaten etc.) gehäuft vorkommt und falls ja, woran könnte das liegen?

      Zudem fällt mir oft auf, dass Autismus irgendwie eher im Bürgertum oder gebildeten Schichten vorzukommen scheint. Oder ist es einfach so, dass sich diese Personen mehr um ihre Kinder kümmern und Diagnosen anstreben (vielleicht sogar bestimmte Diagnosen)? Oder könnte es sein, dass Autismus mit Persönlichkeitseigenschaften wie Ehrgeiz, Perfektionismus, Intellektualität zusammenhängt und gehäuft in solchen Familien auftritt, in denen solche Dinge wohl schon irgendwie in den Genen verankert scheinen?

      Mir ist bewusst, dass das Thema heikel ist. Ich denke aber ernsthaft darüber nach und will verschiedene Dinge in Betracht ziehen, weil mir bei der simplen Erklärung "Autismus ist angeboren und nicht heilbar" irgendwie die Substanz fehlt. So lange überhaupt nicht klar ist, wie Autismus entsteht, kann eigentlich ernsthaft niemand einfach behaupten, dass es angeboren sei. Ich weiß sehr wohl, dass das die Fachwelt aber trotzdem tut.
    • @rowdy

      In deinen Augen ist es dann einfach eine Laune der Natur, dass bei der Teilung der Zellen und vorgeburtlichen Entwicklungs des Gehirns was schief gelaufen ist (mal überspitzt formuliert, wenn man das NT-Hirn als Standard nehmen würde) oder wie erklärst du die Entstehung 'neurobiologischer Störungen' (ich habe den Begriff einfach mal übernommen, ohne den geprüft zu haben)?
    • FruchtigBunt wrote:

      @rowdy

      In deinen Augen ist es dann einfach eine Laune der Natur, dass bei der Teilung der Zellen und vorgeburtlichen Entwicklungs des Gehirns was schief gelaufen ist (mal überspitzt formuliert, wenn man das NT-Hirn als Standard nehmen würde) oder wie erklärst du die Entstehung neurobiologischer Störungen?
      So genau habe ich mir keine Gedanken gemacht (Meine Aufmerksamkeit galt immer dem ADHS wie das im MUtterleib enstehen kann)

      Ich bin jetzt vorsichtig, denn ich bin keine Expertin, aber ich sehe das schon als eine Art Mutation. Bis jetzt. Ich lass mich auch gerne eines besseren belehren wenn ich das überzeugt.

      Beim ADHS bin ich zum Beispiel der Meinung, dass die Mutter während der Schwangerschaft viel Stress hat und deshalb, der Fötus das auch mit aufnimmt und deshalb so gestresst und unruhig ist das ein einziges Beispiel. Und Ausnahmen bestätigen immer die Regel.

      Ob der etwas was weitervererbt wird, oder etwas ist das im Mutterleib ensteht (vielleicht durch Einflüsse) da bin ich mir nicht sicher
    • rowdy wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      @rowdy

      In deinen Augen ist es dann einfach eine Laune der Natur, dass bei der Teilung der Zellen und vorgeburtlichen Entwicklungs des Gehirns was schief gelaufen ist (mal überspitzt formuliert, wenn man das NT-Hirn als Standard nehmen würde) oder wie erklärst du die Entstehung neurobiologischer Störungen?
      So genau habe ich mir keine Gedanken gemacht (Meine Aufmerksamkeit galt immer dem ADHS wie das im MUtterleib enstehen kann)
      Ich bin jetzt vorsichtig, denn ich bin keine Expertin, aber ich sehe das schon als eine Art Mutation. Bis jetzt. Ich lass mich auch gerne eines besseren belehren wenn ich das überzeugt.

      Beim ADHS bin ich zum Beispiel der Meinung, dass die Mutter während der Schwangerschaft viel Stress hat und deshalb, der Fötus das auch mit aufnimmt und deshalb so gestresst und unruhig ist das ein einziges Beispiel. Und Ausnahmen bestätigen immer die Regel.

      Ob der etwas was weitervererbt wird, oder etwas ist das im Mutterleib ensteht (vielleicht durch Einflüsse) da bin ich mir nicht sicher
      Ah okay, ja, das verstehe ich.

      Ich erlebe es meistens so, dass gesagt wird "Autismus ist angeboren (warum, wissen wir nicht so genau, aber es ist trotzdem angeboren)". Da fange ich dann das Hinterfragen kann.

      Das mit dem Stress während der Schwangerschaft finde ich z. B. eine plausible Erklärung dafür, dass sich dann etwas anders im Gehirn entwickelt (nicht nur bei ADHS, sondern auch bei Autismus). Dass es einfach zufällige Mutationen sind, wäre aber genauso denkbar.
    • FruchtigBunt wrote:

      Was ich ebenfalls auffällig fand, war dort der sehr hohe Anteil von Personen, die als 'deutsch-deutsche-Flüchtlinge' gelten dürften, also Menschen aus ehemaligen deutschen Gebieten. Ich könnte mir vorstellen, dass bei diesen Personengruppen durch Vertreibung und Flucht sehr belastende Lebensumstände in den Vorgängergenerationen vorgelegen haben.
      Weiß jemand, ob es dahingehend Studien gibt? Z. B. las ich im Internet von Selbshilfegruppen für russischsprachige Mütter (in Deutschland!), was ich auffällig fand. Ich kenne es im Zusammenhang mit diversen Erkrankungen eher weniger, dass sich da dann Landsleute zusammentun und das so viele sind, dass es extra spezielle Gruppen dafür gibt.
      Also könnte es sein, dass dort Autismus besonders häufig auftritt, wo in den Vorgängergenerationen schwierige Umstände (Vertreibung, Flucht) herrschten?
      Das finde ich interessant. Ich bin nur ein Einzelfall aber sowohl väterlicherseits auch als mütterlicherseits sind es Ostvertriebene die teils sogar sehr schlimme Erfahrungen hatten, vorallem väterlicherseits. Falls da Epigenetik eine Rolle sielt sind die aber denke ich eher depressionsfördernd, denn Autismus gibts auf der väterlichen Seite nicht, dafür auf der mütterlichen öfter.

      FruchtigBunt wrote:

      Oder könnte es sein, dass Autismus bei bestimmten genetischen Herkunftsprofilen (beispielsweise Asiaten etc.) gehäuft vorkommt und falls ja, woran könnte das liegen?
      Ich las einmal von Gegenden in Norddeutschland, wo es häufiger vorkommt. Aber ich weiß nicht mehr wo ich das las.
      Es gibt in Rußland auch die Diagnose schizotyper Autismus. Das ist eine besondere Form, ähnlich dem AS.
      Es kann also durchaus sein.
      Wobei auch eine Rolle spielt, wie in einer Gegend diagnostiziert wird (im Silicon Valley stellte man einen Unterschied fest je nach Klinik) bzw wer dort wohnt (so ist zb in Städten der Autisten-Anteil geringer, man geht davon aus dass dies daran legt, dass der Migranten-Anteil in Städten höher ist, diese aber seltener wegen psych. Störungen einen Arzt aufsuchen. Oder in guten Gegenden in Kalifornien stellte man einen erhöhten Anteil fest, diesen führte man auf die bessere Vernetzung unter Nachbarn zurück, die sich gegenseitig Hinweise und Tipps zu Ärzten geben). Es spiel auch eine Rolle ob überhaupt entsprechende Diagnostikmöglichkeiten vor Ort sind; denn sind sie das nicht, gibts logischerweise auch weniger Autismus-Diagnosen.

      FruchtigBunt wrote:

      Zudem fällt mir oft auf, dass Autismus irgendwie eher im Bürgertum oder gebildeten Schichten vorzukommen scheint. Oder ist es einfach so, dass sich diese Personen mehr um ihre Kinder kümmern und Diagnosen anstreben (vielleicht sogar bestimmte Diagnosen)? Oder könnte es sein, dass Autismus mit Persönlichkeitseigenschaften wie Ehrgeiz, Perfektionismus, Intellektualität zusammenhängt und gehäuft in solchen Familien auftritt, in denen solche Dinge wohl schon irgendwie in den Genen verankert scheinen?
      Es ist erwiesen dass ein geringerer sozioökonomischer Status zu mehr falschen und späteren Diagnosen führt. Es wird da eher erstmal ADHS anstatt AS diagnostiziert, oder eben opositionelle Störung, Bindungsstörung... oder statt Kanner-Autismus eher mal geistige Behinderung.
    • FruchtigBunt wrote:

      Zudem fällt mir oft auf, dass Autismus irgendwie eher im Bürgertum oder gebildeten Schichten vorzukommen scheint. Oder ist es einfach so, dass sich diese Personen mehr um ihre Kinder kümmern und Diagnosen anstreben (vielleicht sogar bestimmte Diagnosen)?
      Ich würde eher vermuten, dass dort die Bereitschaft, bei Problemen eine psychiatrisch relevante Ursache zu vermuten und zu akzeptieren höher ist, was natürlich auch mit dem breiterenWissen zu tun hat.

      Neoni wrote:

      Es ist erwiesen dass ein geringerer sozioökonomischer Status zu mehr falschen und späteren Diagnosen führt.
      Ob es erwiesen ist, weiß ich nicht - plausibel ist es aber allemal. Bei gebildeten Leuten wird ein Psychiater wohl eher eine genetisch verursachte Störung vermuten, bei ungebildeten eher eine, die durch die Familienverhältnisse, Gewalt oä. zustande kommt (obwohl ebenfalls bekannt ist, dass zumindest Gewalt in der Ehe unabhängig von Bildung und Sozialstatus ist).

      Ein letzter Faktor ist natürlich, dass mit steigendem Bildungsstatus die Bereitschaft, sich in Foren wie diesem oder auch Elternforen zu äußern, steigen dürfte. Da darf man bei Leuten mit Hauptschulabschluß eine höhere Hemmschwelle vermuten, was den Anteil der Gebildeten dann scheinbar erhöht.