Lieblings autist aus serien und filmen

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    • Grübler_1988 schrieb:

      Wenn ich mir ein authentisches Bild vom Asperger-Syndrom bzw. Hochfunktionalen Autismus machen möchte, brauche ich nur zu Treffen dieses Forums oder zur Uniklinik Köln zu gehen. Fiktive Charaktere führen bei mir nur zu Verunsicherungen.
      Leider kann ich das nicht (einfach zur Uniklinik Köln gehen) :(
      Sohn mit HFA diagnostiziert ...und ich irgendwie ähnlich und doch anders...
    • Cloudactive schrieb:

      Ich mag Sean Murphy aus The Good Doctor.
      Ja, den finde ich auch klasse. Vor allem gut gemacht! Der medizische Kram ist natürlich völlig abgehoben und abwegig, aber er als hoch-funktional autistischer Protagonist ist sehr schön dargestellt, sehr authentisch und noch mal ganz anders als die bisherigen Figuren, sodass er das Bild von Autisten in der Medienlandschaft um eine weitere Perspektive und Figur ergänzt, die ich lebensnah finde. Schade finde ich, dass er unbedingt ein Savant-Syndrom haben muss (Sensationsgeilheit eben), aber vergeben kann ich das, weil das was er in der Serie leistet nicht wirklich als Savant-Syndrom gelten müsste, sondern einfach als erhebliches Talent - und die unterstellte Savant-Eigenschaft nicht bis ad absurdum ausgeschlachtet wird. Er ist eben ein begabter Chirurg. Und seine "Quirks" und die lustigen oder tiefsinnigen Momente, die in den Folgen demonstriert werden, machen ihn liebenswert und fokussieren immer wieder auch die Stärken, wie Ehrlichkeit, Gewissenhaftigkeit etc., die Autisten unterstellt werden.

      Ich kann mich in ihm in vielen Bereichen wieder erkennen, was mir natürlich auch gefällt und sicher meine Bewertung der Serie mit beeinflusst.

      Dass ihn dennoch nicht jeder mögen wird, ist auch klar. Haters gonna' hate... :twisted:
    • Ich persönlich hätte ein Problem mit Menschen, wenn sie sich permanent unhöflich verhalten würden. Aber so ein Verhalten konnte ich bisher bei keinem Autisten, mit dem ich persönlich in Kontakt kam, feststellen. Das liegt vermutlich daran, dass ich Dinge wie z.B. Verzicht auf Floskeln, Schwierigkeiten mit Smalltalk und Auffälligkeiten beim Blickkontakt nicht mit Unhöflichkeit assoziiere. In einigen Filmen und Serien, in denen Schauspieler "autistische" Personen darstellten, konnte ich hingegen schon viele unhöfliche Verhaltensweisen feststellen, was wohl daran liegt, dass solche Schauspieler mit vielen Klischees arbeiten. Ich finde, ein authentisches und unverfälschtes Bild vom hochfunktionalen Autismus bekommt man am Besten, wenn man Autisten im Real Life kennenlernt. Soweit meine bisherige Erfahrung.
    • Grübler_1988 schrieb:

      In einigen Filmen und Serien, in denen Schauspieler "autistische" Personen darstellten, konnte ich hingegen schon viele unhöfliche Verhaltensweisen feststellen, was wohl daran liegt, dass solche Schauspieler mit vielen Klischees arbeiten.
      Vielleicht liegt es auch daran, dass man beim Film eine gewisse Distanz hat und die Hintergründe kennt, wodurch es dir leichter fällt Unhöflichkeiten zu erkennen, was dir im Real-Life aber nicht gelingt.
      Oder an den Klischees ist wirklich irgendwas dran, da es nicht das richtige Bild von Autismus gibt.

      Bei Sheldon z.B. würde ich aber noch sagen, dass da z.B. ein Narzissmus mitspielt, Asperger allein ist das definitiv nicht, man merkt, wie Sheldon sich bewusst über die anderen hinwegsetzt und seine Bedürfnisse rücksichtlos durchzusetzen versucht. Er betont immer wieder seine Überlegenheit, und gibt unnötig abfällige Kommentare über andere ab.
      Ich finde ihn an sich nicht schlecht, auch wenn man das nach diesem Satz meinen könnte, aber es ärgert mich, dass Leute solche fiktiven Figuren "toll" finden, aber wenn sie in der Realität solchen begegnen, sie dann mobben, ausgrenzen und vielleicht auch hassen.
      So: "Solange ich nicht betroffen bin, ist der lustig und toll."
      :m(:

      In der Schule habe ich mal gehört, wie 2 über Sheldon geredet haben (lobend) und danach hat die eine vom ASler erzählt, der ihr in Physik sagte "Wie kannst du das bloß nicht verstehen?" und sie meinte, das würde sie furchtbar wütend machen, wie kann er sowas nur sagen und das war so überheblich und dreist blabla.
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • Filme sind halt in erster Linie Unterhaltung, deshalb wird alles so dargestellt, dass man darüber lachen kann. Im echten Leben wäre das gleiche Verhalten schon viel weniger lustig. Aber im echten Leben würde man von einer Person auch weniger wissen als in einem Film oder einer Serie. Dann wirkt ein unhöfliches Verhalten ganz anders als in einer Serie, wo man mehr über die Person weiß.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Cloudactive schrieb:

      Bei Sheldon z.B. würde ich aber noch sagen, dass da z.B. ein Narzissmus mitspielt, Asperger allein ist das definitiv nicht, man merkt, wie Sheldon sich bewusst über die anderen hinwegsetzt und seine Bedürfnisse rücksichtlos durchzusetzen versucht. Er betont immer wieder seine Überlegenheit, und gibt unnötig abfällige Kommentare über andere ab.
      Der Meinung bin ich auch. So ein Verhaltensmuster konnte ich bisher bei der Begegnung mit anderen Asperger-Autisten nicht feststellen.

      Cloudactive schrieb:

      Ich finde ihn an sich nicht schlecht, auch wenn man das nach diesem Satz meinen könnte, aber es ärgert mich, dass Leute solche fiktiven Figuren "toll" finden, aber wenn sie in der Realität solchen begegnen, sie dann mobben, ausgrenzen und vielleicht auch hassen.
      So: "Solange ich nicht betroffen bin, ist der lustig und toll."
      :m(:
      Das finde ich ebenso sehr suspekt.

      Cloudactive schrieb:

      In der Schule habe ich mal gehört, wie 2 über Sheldon geredet haben (lobend) und danach hat die eine vom ASler erzählt, der ihr in Physik sagte "Wie kannst du das bloß nicht verstehen?" und sie meinte, das würde sie furchtbar wütend machen, wie kann er sowas nur sagen und das war so überheblich und dreist blabla.
      Das ist ein gutes Beispiel für eine verzerrte Wahrnehmung. Ich denke, den beiden Schülern ist diese Widersprüchlichkeit überhaupt nicht bewusst gewesen.
    • Shenya schrieb:

      Filme sind halt in erster Linie Unterhaltung, deshalb wird alles so dargestellt, dass man darüber lachen kann. Im echten Leben wäre das gleiche Verhalten schon viel weniger lustig. Aber im echten Leben würde man von einer Person auch weniger wissen als in einem Film oder einer Serie. Dann wirkt ein unhöfliches Verhalten ganz anders als in einer Serie, wo man mehr über die Person weiß.
      Ja, das denke ich auch. In der Selbsthilfegruppe der Kölner Spezialambulanz gab es mal zwei Situationen, in denen ein Autist einen anderen Autisten auf dessen Unhöflichkeit hingewiesen hatte. Ich hingehen hatte in beiden Situationen keine Unhöflichkeit feststellen können. Aber wie heißt es in Köln so schön: "Jeder Jeck ist anders!" :d
    • Die Figur des Dr. Dr. Sheldon L. Cooper ist höchst interessant und aus der Ferne amüsant (sein Mitbewohner Dr. Leonard Hofstadter, selbst nicht frei von Macken, kommentiert sein Treiben auch oft bissig).

      Aber mein "Lieblingsautist" ist er nicht!

      Das sind nämlich a) Sven Glückspilz aus "Hägar, der Schreckliche" *1
      und dann noch b) die Minions *2

      *1 Beispiel: Sven Glückspilz und Hägar im Lokal, biertrinkend - Hägar zur Kellnerin: "Fräulein, mein Glas ist leer; bringen Sie mir noch eins!" - Darauf Sven zu Hägar: "Warum bestellst du noch ein leeres Glas?"

      * 2 aus "Ich-einfach unverbesserlich 2" die Szene, in der die Minions ein Feuer löschen...einfach köstlich. Dazu die Geräuschkulisse "Mii Mooo Mii Mooo Mii Mooo..." (wäre im Deutschen wohl "tatü tata"). Geht mir genauso, ich muss auch immer die Geräusche um mich herum nachmachen. Bis es andere nervt. Mii Mooo Mii Mooo Mii Mooo.....
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)
    • Im Gegensatz zu offenbar vielen hier kann ich "The Big Bang Theory" nichts, aber auch gar nichts abgewinnen. Ich habe überhaupt kein Faible für solche "Lachsendungen" (wie ich sie nenne); erst recht nerven mich regelmäßig die künstlichen Lacher im Hintergrund ohne Ende.

      Ich ziehe Serien mit spannender, ernsthafter Handlung ("The Americans", "Breaking Bad" etc.) jeder Form von Satire, Comedy, Ulksendung jederzeit vor.

      Aber gut, so sind Menschen eben verschieden, und hier im Thread geht es um Lieblingsautisten aus Serien und Filmen. Einen solchen Lieblingsautisten wüßte ich nicht zu nennen, weil ich mich mit erfundenen Figuren nicht identifizieren kann.
    • Ich persönlich mag Sheldon als Charakter sehr, da er der erste Charakter in meinen damals 30 Lebensjahren war (ja, ich schaue die Serie seit der ersten Staffel!), der mich zum Nachdenken gebracht hat. Es gibt viele Szenen, in denen er erzählt, wie er die Welt wahrnimmt, und das sind die Momente, wo ich für mich gemerkt habe, dass ich aus der Norm herausfalle. Auch ist Sheldon (für mich) der erste Charakter, der viele Dinge ausspricht, die ich viele Jahre lang nur gedacht habe und oft auch ignoriert habe, weil sie ja nicht "normal" sein konnten. Allein das Thema Asexualität ist mir vorher nie über den Weg gelaufen (RW), aber Sheldon sagen zu hören, dass er kein Interesse an körperlichen/sexuellen Handlungen hat, war für mich eine echte Offenbarung.

      Ich denke ich werde immer auf Kriegsfuß mit vielen Dingen in der Serie stehen, vor allem die Art und Weise wie sein Nicht-Interesse an Sex als lachhaft und oft leider auch als 'falsch' dargestellt wird (also als etwas, das man korrigieren muss), aber ich kann der Serie auch viel Gutes abgewinnen. Denn in der Nerd-Kultur bin ich Zuhause, ich bin absolut begeistert davon, wie die Autoren es immer wieder schaffen so viele Anspielungen an all meine Lieblingsserien, -filme oder auch -spiele einzubringen, das ist endlich mal etwas so richtig für den Trekkie in mir, der immer noch gedanklich in einer weit entfernten Galaxie lebt und seine freien Stunden einfach gerne in Dalaran verbringt, um die Realität um sich herum zu vergessen. ;)

      Ach so, ein weiterer Charakter aus dem TV, den ich als Aspie sehe, ist Dewey aus "Malcolm mittendrin". Er erinnert mich sehr an Brick aus "The Middle" und es gibt bei beiden viele Szenen, in denen ich mich selbst erkenne.
    • Wow, ich staune, wen/was ihr alles kennt. Ich halte solche TV Serien nicht durch. Hat gerade eben bei Sherlock funktioniert, weil ich da den Fokus auf die Originalsprache legen wollte.

      Meist kommt mir das alles nur stereotypisiert vor, Schema F-Autist, dann habe ich keinen Bock mehr drauf. Und dass Autisten für Lacher gut sein sollen/müssen, damit kann ich auch nicht um.
      bla bla Man bekommt nichts geschenkt
    • Cloudactive schrieb:

      Bei Sheldon z.B. würde ich aber noch sagen, dass da z.B. ein Narzissmus mitspielt, Asperger allein ist das definitiv nicht, man merkt, wie Sheldon sich bewusst über die anderen hinwegsetzt und seine Bedürfnisse rücksichtlos durchzusetzen versucht. Er betont immer wieder seine Überlegenheit, und gibt unnötig abfällige Kommentare über andere ab.
      Dem stimme ich absolut zu, Sheldon mag autistische Züge haben oder direkt Aspie sein, aber in erster Linie ist er ein narzistischer Mensch, der gnadenlos ehrlich ist und andere Menschen als weniger wert wahrnimmt und auch so behandelt. Ich muss zugeben, dass es aber auch diese Ehrlichkeit ist, die mich streckenweise sehr fasziniert, denn bei ihm weiß man immer, woran man ist, was ich als sehr erfrischend wahrnehme, man muss nicht zwischen den Zeilen lesen.

      Was ich außerdem an ihm mag, ist, dass er, nach einem Streit, sobald sich beide Seiten über einen Streitpunkt unterhalten und entschuldigt haben, diese Entschuldigung sofort annimmt und in der Regel nicht nachtragend ist. Wenn eine Sache einmal geregelt ist, reitet er nicht länger darauf herum (RW) und das ist etwas, das ich mir für mein Umfeld wünsche.

      Ich denke die meisten Probleme mit ihm resultieren aus seinem ausgeprägten Kontrollzwang, der ihm in allen Bereichen des Lebens komplett im Weg steht und dazu führt, dass er Dinge wie die Beziehungsrahmenvereinbarung oder auch das sehr starre Festhalten an Regeln und Routinen immer wieder übertreibt. Und weil er davon nicht abweichen kann (da es ein Zwang ist) und ihn die Realität ohne diese festen Strukturen extrem verängstigt, wird er sich so schnell nicht ändern.
    • Es gibt den interessanten Ansatz, Castiel aus Supernatural sei ein autistischer Charakter. Ich seh mich nicht in der Lage, darüber zu urteilen, führe aber gern in Form einer Webquelle ein paar Argumente an, die in diesem Zusammenhang gebracht werden (Teilw. Spoiler(?) bis einschl. 6. Staffel):

      Why Castiel may be on the spectrum
      Reasons for Castiel being an “autistic angel”

      Fan theory about Castiel


      Und ja, natürlich lässt sich hier wie bei allen Theorien darüber diskutieren, Pro und Contra finden etc- Aber die Idee finde ich interessant.
      Ich mag den Charakter Castiel, ob nun autistisch oder nicht, sehr gern und finde mich manchmal auch in seiner Art wieder.
      "Ich? Gescheitert? Niemals!
      ... Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren." -Thomas Edison, zumindest so ähnlich