Wie kommt ihr mit dem Frühling klar?

    • Ich freue mich gerade über den Frühling.
      Weil man da weniger Klamotten tragen muß und das finde ich angenehmer.

      Dafür sind ach draußen viel Leute unterwegs und es ist laut und überall kommen sie einem entgegen.

      Ich hab einen Wald in der Nähe da kann ich spazieren gehen. Komischerweise, obwohl sie mich anstrengen, brauche ich an manchen Tagen die Leute um nicht den Verstand zu verlieren.
      ADHS und Autismus.

      I'm an autist with an obsession to social interaction.
    • Vor der Hyposensibilisierung litt ich, sobald die ersten Pollen rumflogen, bis in den Spätsommer/Herbst. So gesehen war der frühe Frühling für mich früher immer ein Horror und ich wollte lieber den Winter zurück.
      Nach der Therapie geht es wesentlich besser, keine laufende Nase mehr, keine geschwollenen Augen und keinen Hautausschlag mehr.

      Ani schrieb:

      Was ich noch schwieriger finde, ist die Aktivität der Menschen um mich rum. Alle sind plötzlich draußen und nahezu überdreht. Es ist lauter um mich rum.
      Wir fuhren gestern zu meiner Freundin und ihrem Mann.
      Auf dem Weg dorthin kamen wir an eine Ampel. Viele Autos rundherum, das Gehupe des Hintermanns, der wohl jeden hupenderweise grüsste, den er in der Stadt kannte und offenbar kannte er viele, sooft wie der hupte... Auf den Gehsteigen rundherum ein Gewusel an Menschen, von hinten näherten sich mehrere grosse Motorräder. Eines hielt links neben uns und dann ging es los *whrooom*, *whroooooom*, *whrooooooooom*. Hatte durch das Aufheulen des Motors Herzrasen, Schweissausbrüche, zittrige Hände, einen trockenen Mund bekommen.... Am liebsten wäre ich ausgestiegen und hätte dem Typen den Kopf abgerissen. Als ich in der Verzweiflung laut schrie, er solle damit aufhören, grinste er nur und machte weiter mit seinem *whromm*. So laut wie das *whroom* war, kann ich mir nicht vorstellen, dass das Motorrad den Lärmschutzvorschriften entsprach.
      Es kostete mich viel Mühe, meiner Frau nicht zu sagen, das ich nach Hause will. Ich war dann auch beim Besuch die ganze Zeit sehr angespannt und fühle mich heute wie verkatert.

      Eigentlich mag ich mittlerweile den Frühling... Die Vögel zwitschern, die Natur erwacht, es gibt vieles im Garten zu tun. Die Sonne hat schon viel Energie, die sich auf der Haut toll anfühlt.
      Aber manche Menschen scheinen dann komplett durchzudrehen.
      Diagnostiziert - immer noch ein komischer Vogel ;)
    • Nayeli schrieb:

      Aber manche Menschen scheinen dann komplett durchzudrehen.
      Ja, das finde ich auch eigenartig. Die scheinen ihre Lebensfreude dadurch auszudrücken dass sie möglichst viel Lärm machen.

      Ich mag den Frühling. Die Pflanzen wachsen wieder, bald haben die Bäume wieder Blätter und es gibt schon die ersten Blumen. Ausserdem ist es angenehm weniger dicke Kleidung tragen zu müssen.
    • Ich finde es schön, dass es draußen jetzt wieder bunter wird und nicht mehr alles grau ist. Solange ich zu Hause bin, kann ich den Lärm der spielenden Kinder und wuseligen Nachbarn auch gut ausblenden. Und da heutzutage eher wenige Menschen (außer Hundebesitzern) spazieren gehen, finde ich auch immer Eckchen, wo ich in Ruhe laufen und die Sonne genießen kann.
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~
    • Ani schrieb:

      Der plötzliche Übergang von Winter zu Frühling ist für mich immer stressig. Ich mag die Ruhe im Winter, die Kälte allerdings nicht so sehr. Ich mag Sonne und Frühlingswärme durchaus, finde die spontanen Temperatur Wechsel aber wirklich anstrengend. Was ich noch schwieriger finde, ist die Aktivität der Menschen um mich rum. Alle sind plötzlich draußen und nahezu überdreht. Es ist lauter um mich rum. Die Nachbarn sitzen auf den Balkonen.
      Oh ja, das hasse ich auch. Hier sitzen sie permanent draußen und ich habe echt Mühe, ihr ständiges Gerede auszublenden. Ich setze mich dann so, dass ich es nicht hören muss. An sich mag ich den Frühling, den Vogelgesang, den Geruch der Luft, das schüchterne neue Grün, das sich so vorsichtig zeigt. Aber die schnellen Temperaturwechsel finde ich ebenfalls anstrengend - und es fällt mir auch immer schwer, meine Kleidung "anzupassen".
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Neu

      war heute in der innenstadt und hab mir vorgestellt diese übersensibelität wäre eine superkraft (jaa, ich bin ein geek und comicfan)

      Hab einfach mal versucht allem zu zuhören und achtsam zu sein.
      ADHS und Autismus.

      I'm an autist with an obsession to social interaction.
    • Neu

      Nach der wunderschönen, ruhigen, (weißen) Zeit des Winters kommt für mich das schrecklichste im Jahr- der Frühling.
      Vögelsingsang in Dauerschleife- würde die Biester am liebsten alle erschießen.
      Es wird wieder furchtbar hell, gerade als man sich in der schönen dunklen Zeit eingelebt hatte.
      Plötzlich überall wieder Farben die nach Aufmerksamkeit schreiben.
      Aber all dies nichts im Vergleich zu unseren Nachbarn... Dauernd am Hexeln, Sägen, Staubsaugen.

      Im Frühling möchte ich mich nur noch in mein Zimmer vergriechen und im Herbst wieder herauskommen aber nein, man wird ja sogar noch dazu genötigt mit der Familie draußen zu essen.
    • Neu

      Hier ist der Vogelgesang nicht weniger geworden. Jeden Morgen um kurz nach fünf weckt mich das Rotkehlchen, dass im Haselstrauch vor meinem Fenster sitzt und aus voller Brust singt. Ich finde das herrlich. Das einzige an Vogelgesang, das mich nervt, ist der des Zaunkönigs. Besonders, wenn ich im Garten arbeite und er mal wieder direkt neben mir im Gebüsch anfängt zu singen. Kaum zu glauben, dass diese nur knapp 9 Gramm schweren und nur 10cm großen Federbälle es auf bis zu 90 Dezibel bringen können. Das tut schon ordentlich in den Ohren weh, wenn sie unmittelbar neben einem loslegen.