Kann der GdB nachträglich verringert werden?

    • Kann der GdB nachträglich verringert werden?

      Hallo,

      ich habe im Jahr 2010 die Diagnose Asperger-Störung (DSM IV 299.80) gestellt bekommen. In diesem Zusammenhang hat das Landesamt für soziale Dienste mir einen Behindertenausweis ausgestellt, der rückwirkend ab Geburt einen GdB von 80% ausweist.

      Nachdem bereits im Jahr 2014 zusätzlich ADHS im Erwachsenenalter festgestellt wurde, zudem als komorbide Störungen Depressionen, habe ich dies im Jahr 2016 vom behandelnden Arzt ebenfalls schriftlich diagnostizieren lassen und mich an das LAsD gewandt. Ich war damals in der Hoffnung ein Merkzeichen beantragen zu können (angedacht war "B" für eine Begleitperson), denn ich kann sog. "normale" Tätigkeiten wie Einkaufen, Bahnfahren/öffentlicher Verkehr, etc. eigentlich nur mit einer Begleitperson sicher und zumindest halbwegs stressfrei durchführen.

      Mein Antrag wurde damals abgelehnt. Die Begründung war, ADHS sei bei der Asperger-Störung quasi schon mit berücksichtigt wurden, zudem käme bei mir kein Merkzeichen in Frage. Ich bin auch Mitglied im VDK und bat damals darum, dass man sich beim Amt für mich einsetzen möge; es scheiterte dann daran, dass mir mitgeteilt wurde, ich würde vermutlich zu einem Amtsarzt (o.Ä.) vorgeladen werden, um meine Diagnosen "auf Korrektheit" zu überprüfen. Ich habe daraufhin dann doch keinen Einspruch vom VDK einlegen lassen.

      Naja und so kommen wir zu meiner Frage:

      kann das LAsD bzw. der Amtsarzt meinen GdB ggf. auch verringern, wenn man dort der Ansicht ist, mir stünden ja beispielsweise nur 70 statt 80 Prozent zu? (oder im schlimmsten Fall sogar nur 50%)

      Einerseits möchte ich gerne darum kämpfen, dass mir zumindest ein Merkzeichen angerechnet wird. Andererseits befürchte ich, dass mir ein Teil der GdB Prozente aberkannt wird, weil jemand das auf einmal vielleicht "willkürlich" so entscheiden könnte.

      Ich bin, wenn ich mich auf Termine vorbereiten kann, relativ sicher, was den Umgang mit Menschen angeht. Solange eben nichts Unvorhergesehenes passiert. Gerade bei so einem Amtsarzttermin wird man ja rechtzeitig informiert, wann der Termin stattfindet. Andererseits ist gerade das in meinem Fall eher negativ: der Amtsarzt soll ja eigentlich sehen, dass ich Probleme ich habe, und nicht, wie gut ich kurzfristig funktionieren kann, wenn denn ein Termin ansteht, auf den ich mich vorbereiten konnte. (ich hoffe, Ihr wisst, was ich meine).

      In so einer Situation (ich war wegen einer anderen Angelegenheit schon mal bei einem Amtsarzt) habe ich außerdem das Gefühl, man will bzw. soll mir nachweisen, dass mein Anliegen eigentlich gar nicht stimmt und dass ich mir ja sowieso alles nur einbilde/vortäusche oder so... dadurch bin ich dann sehr verunsichert und tue echte Probleme eher als Kleinigkeiten ab. Paradox, aber es ist leider so.

      Was würdet Ihr mir in diesem Fall raten? Soll ich mich noch einmal an den VDK wenden? Oder selbstständig noch einmal ein Merkzeichen beantragen? Ich hatte auch schon immer soziale Phobien, die sich seit der Asperger-Diagnose -bzw. dem dadurch entstandenen Bewusstsein, dass ich mich oft tatsächlich anders verhalte als "normale" Menschen- noch verstärkt hat. Dies wurde bislang allerdings noch nicht diagnostiziert. Ich bin mir auch nicht sicher, ob sich der Kraftaufwand -denn so empfinde ich das-, also wieder Arzttermine machen, alles beschreiben, Gefühle offenlegen etc. überhaupt lohnt, so eine Diagnose zu erhalten - oder ob das LAsD den Antrag letztendlich wieder mit der Begründung "wurde schon bei der Berechnung der Asperger-Störung berücksichtigt" einfach ablehnt...

      Schon mal vielen Dank für Eure Antworten :)
    • puzzzle schrieb:

      der Amtsarzt soll ja eigentlich sehen, dass ich Probleme ich habe, und nicht, wie gut ich kurzfristig funktionieren kann, wenn denn ein Termin ansteht, auf den ich mich vorbereiten konnte. (ich hoffe, Ihr wisst, was ich meine).
      Dann zeig es ihm, nimm jemanden mit zum Termin. Sag dass es alleine nicht geht und dass Du daher eine Begleitperson dabeihast.
      Dann sieht der Amtsarzt das. Das ist doch logisch - wenn Du alleine hingehst dann sieht er dass Du es alleine kannst wozu brauchst Du dann das Merkzeichen? Dieses wird nicht so einfach vergeben da muss schon ein triftiger Grund vorliegen.

      Wenn man zu solchen Behörden geht und von denen etwas haben will ist es ratsam ein kleines bisschen
      zu schauspielern oder zumindest zu übertreiben bzw. sich in dem Zustand zu zeigen in dem man ist wenn man nicht gut funktioniert.

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    • Im Rahmen eines GdB wird nicht von Prozenten gesprochen. Siehe beispielsweise hier: vdk.de/deutschland/pages/teilh…/grad_der_behinderung_gdb

      Wenn Du nachträglich etwas beantragst, kommt die Sache wieder auf den Tisch. Dabei kann es durchaus sein, dass noch einmal eine gesamte Prüfung stattfindet. Ob es tatsächlich so ist, hängt wohl wiederrum von dem zuständigen Bearbeiter ab. Frag doch einfach mal beim Landesamt nach, wie die Verfahrensweise konkret ist. Ferner benennst Du ja schon mal keine Besserung der Symptomatik.

      Das Merkzeichen B wird aber nach meinem Kenntnisstand nicht alleine vergeben. Dazu benötigst Du auch die Gewährung eines weiteren Merkzeichens, besipielsweise G oder H.
    • Indigo schrieb:

      Im Rahmen eines GdB wird nicht von Prozenten gesprochen.
      Ja, das sowieso nicht. Kommt immer wieder vor und das Thema hatten wir hier auch schon öfter.
      Es wird auch nicht addiert (also z.B. 40 für AS+20 für irgendwas anderes = GdB 60) so funktioniert das nicht.

      puzzzle schrieb:

      Ich bin mir auch nicht sicher, ob sich der Kraftaufwand -denn so empfinde ich das-, also wieder Arzttermine machen, alles beschreiben, Gefühle offenlegen etc. überhaupt lohnt,
      Ein Kraftaufwand ist so etwas sicherlich.
      Ob es sich lohnen könnte falls es klappt weisst Du sicherlich selbst am besten, welche Vorteile erhoffst Du Dir?
      Unterstützung und Assistenz kriegst Du auch ohne Merkzeichen. Somit könntest Du dann eine Begleitung zum Einkaufen und anderen Aktivitäten ausser Haus bekommen.

      Es kommt ja auf die persönliche Lebenssituation und konkret die derzeitige Verfassung an welche Massnahme für einen sinnvoll ist, das kann man schwer beurteilen wenn man nichts weiss über die Person.

      puzzzle schrieb:

      Soll ich mich noch einmal an den VDK wenden?
      Sich dort nochmal kompetent beraten lassen halte ich auf jeden Fall für eine gute Sache. Danach kannst Du immer noch eine Entscheidung treffen.

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    • Es ist vielleicht auch hilfreich, wenn die Begleitperson aussagen kann, das man sich allein vielleicht von anderen anquatschen lässt (in Städten gibt es ja oft diese Abbonoment-verkäufer die einem was "andrehen" wollen).
      Ich habe mit sowas oft Probleme, selbst wenn die hier an der Haustüre klingeln, es kostet mich sehr viel kraft denen ins Gesicht zu sagen das ich nichts von denen will.
      An "schlechten Tagen" hätten die bei mir recht leichtes Spiel (RW)
    • @puzzzle

      Wäre es denn denkbar, dass du selbst schonmal 'vorarbeitest' und den Diagnostiker/Behandler/Psychiater bittest, dir ganz detaiiliert genau das zu bescheinigen, was du gegenüber dem Landesamt durchsetzen möchtest? Also dass die ursprünglichen Diagnosen weiter ergänzt bzw. konkretisiert werden und die Verschlechterungen deines Zustandes nochmal ganz genau dargestellt werden?
      Falls dich das Landesamt dann wirklich zu einem Amtsarzt schickt, könntest du die ergänzenden Schreiben des Behandlers dort mitnehmen, sowie eine Begleitperson. Dann hättest du zweimal Unterstützung, einmal bildlich, so dass der Amtsarzt das vor Ort sehen kann und dann auch nochmal schriftlich. Da ist es für den Amtsarzt doch ziemlich schwierig, zu widerlegen, dass du in dem Bereich Hilfe brauchst (aber meiner Erfahrung nach kann der Amtsarzt auch ganz anderer Meinung sein und angeblich hat er das letzte Wort). Es besteht also immer das Risiko, dass der GdB herabgesetzt würde, wobei ich nicht verstehen würde, wieso das geschehen könnte. Aber zur Sicherheit würde ich Belege mitbringen, dass es seit letztem Mal schlechter geworden ist (das ist ja auch dein Ziel, das bescheinigt zu bekommen). Aller Logik nach dürfte es dann zumindest nicht so sein, dass der GdB herabgesetzt wird (aber bei den Ämtern weiß man ja leider nie.)

      Wie wichtig ist dir denn, dass der GdB heraufgesetzt wird bzw. wozu brauchst du den Nachweis für das Merkzeichen genau? Braucht man sowohl GdB als auch das Merkzeichen, um eine konkrete Art von Hilfeleistung zu erhalten?
    • Hier eine Erläuterung zum Merkzeichen B:

      betanet.de/betanet/soziales_recht/Merkzeichen-B-678.html

      So wie ich das lese, ist das bei ASS und Depressionen sowie ADHS eher nicht zu bekommen. Die dort genannten Fälle klingen anders, aber ich habe die gesetzlicihe Grundlage nicht zur Hand, ob es auch Ausnahmen zu den genannten 'Standardfällen' gibt.

      Hier steht auf Seite 113 etwas zu den Merkzeichen
      Anlage zu § 2 der Versorgungsmedizinverordnung

      Demnach gilt (siehe Seite 115 2c):

      " Die Berechtigung für eine ständige Begleitung (Merkzeichen B) ist anzunehmen bei
      • Querschnittsgelähmten,
      • Ohnhändern,
      • Blinden und Sehbehinderten,
      • Hörbehinderten,
      • geistig behinderten Menschen <<-- nachträgliche Ergänzung: Ist Autismus eine geistige Behinderung??? Dazu habe ich folgendes gefunden: " Bei der sozialrechtlichen Zuordnung wird unterschieden zwischen einer geistigen Behinderung bei frühkindlichen AutistInnen und einer seelischen Behinderung bei Asperger-AutistInnen." (unüberprüfte Quelle: aspergerfrauen.wordpress.com/2…utismus-eine-behinderung/)
      • und Anfallskranken
      bei denen die Annahme einer erheblichen Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit(ist die Bewegungsfähigkeit bei dir eingeschränkt? Weiß nicht, wie streng das Amt das auslegt) im Straßenverkehr gerechtfertigt ist.", das heißt wohl, in diesen Fällen winkt das Amt das einfach durch.

      Es gilt aber auch, also sozusagen für die Fälle die nicht so eindeutig sind wie die oben Aufgeführten (siehe Seite 115 2b):


      "Eine Berechtigung für eine ständige Begleitung ist bei schwerbehinderten Menschen (bei denen die Voraussetzungen für die Merkzeichen „G”, „Gl“ oder „H”vorliegen) gegeben, die bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln infolge ihrer Behinderung regelmäßig auf fremde Hilfe angewiesen sind. Dementsprechend ist zu beachten, ob sie bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel regelmäßig auf fremde Hilfe beim Ein- und Aussteigen oder während der Fahrt des Verkehrsmittels angewiesen sind oder ob Hilfen zum Ausgleich von Orientierungsstörungen (z. B. bei Sehbehinderung, geistiger Behinderung) erforderlich sind."

      Ich lese das so, dass im Fall 2b erst einmal das Merkzeichen G, Gl oder H vorliegen muss und dann noch die anderen Voraussetzungen, also bedürftig der fremden Hilfe beim Ein- und Aussteigen oder während der Fahrt des Verkehrsmittels.

      Die Voraussetzungen für Merkzeichen G stehen auf Seite 114.
      Also ich denke, aufgrund des genannten Dokumentes könntest du das für deinen Fall durchspielen und auf Seite 114 prüfen, ob die Voraussetzungen für Merkzeichen G bei dir gegeben sind und dann noch die beiden im vorgenannten Absatz genannten Voraussetzungen.

      Ich würde sagen, dass man das begründen kann, warum das bei einem Menschen mit ASS vorliegen kann (sehe nichts, was dagegensprechen würde). Am besten einfach an diesen Leitfaden halten und so formulieren, dass es die Bearbeiter erkennen, dass man die Voraussetzungen erfüllt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von FruchtigBunt ()

    • Ja, der GdB kann auch gesenkt werden.

      Entweder das geht nach § 45 SGB X, wenn die Feststellung falsch war und noch keine 2 Jahre seitdem vergangen sind. Sind die 2 Jahre rum, dann können die nur noch die Rechtswidrigkeit feststellen, was dazu führt, dass die den zu hohen GdB mit zukünftigen Erhöhungen verrechnen.
      Oder es geht nach § 48 SGB X, weil sich die rechtlichen oder tatsächlichen Verhältnisse geändert haben, also entweder die Behinderungsausmaß anders definiert wird, z.B. statt fester Werte ein Rahmen eingeführt wurde, oder weil die sich beim Betroffenen gebessert hat (z.B. der Krebs geheilt ist).
      In beiden Fällen muss die Behörde die sog. Beweislast tragen, das heisst wenn nicht sicher ist, ob eine Verbesserung eingetreten ist, dann darf der GdB nicht verringert werden. Es ist aber nicht gesagt, dass sich die Behörde daran hält. Dann erlässt die den Bescheid trotzdem und du musst dagegen klagen, sonst wird der bestandskräftig und gilt.

      Dass ADHS und Autismus zusammen zu keiner Erhöhung führen ist richtig. Für das Zusammenziehen der Einzel-GdB für jede Behinderung zm Gesamt-GdB wird so vorgengangen:

      Behinderungen mit gleicher Wirkrichtung und hoher Überschneidung erhöhen den Gesamt-GdB nicht, z.B. wenn ein Bein gelähmt ist und sich das Fußgelenk versteift. Da man das Fußgelenk schon wegen der Lähmung nicht bewegen kann, erhöht die Versteifung den GdB nicht.
      Bei Überschneidungen wird der GdB etwas erhöht, wenn z.B. eine Herz- und eine Lungenkrankheit beide jeweils die Kondition beeinträchtigen und im Zusammenwirken das stärker tun als jeweils einzeln.
      Stark erhöht wird der Gesamt-GdB, wenn die Behinderungen unterschiedliche Funktionen betreffen, z.B. Diabetes und Hörkraftverluste.

      Zu Behördenterminen (egal ob Sachbearbeiter oder Ärzte) am Besten immer in Begleitung.
      Die behördlichen Gesundheitsuntersuchungen bei Behinderungsfeststellungen sind ohnehin fragwürdig, es fehlt die nötige klare Rechtsgrundlage und Teilhabebeeinträchtigungen können auch ohne Untersuchung ermittelt werden (z.B. durch Befragung des Betroffenen und Zeugen), was die Untersuchung dann wiederum unverhältnismäßig macht.

      Autismus ist eine seelische Behinderung, keine geistige.
      In der VersMedV steht aber auch nur, dass B bei geistigen Behinderungen anzunehmen ist, was bedeutet, dass bei der Diagnose einer geistigen Behinderung ohne gesonderte Prüfung B zu vergeben ist. Autismus ist damit aber nicht ausgeschlossen, wenn die Vorraussetzungen für H vorliegen, dann kann auch B vergeben werden. Kinder gelten z.B. bei einem Einzel-GdB für den Autismus ab 50 als hilflos, kriegen also H. Aber es wird halt nochmal einzeln geprüft.

      VdK ist schwierig, da gibt es gute Beratungsstellen und da gibt es schlechte.
    • FruchtigBunt schrieb:

      Braucht man sowohl GdB als auch das Merkzeichen, um eine konkrete Art von Hilfeleistung zu erhalten?
      Um ambulante Unterstützung zu bekommen braucht man kein Merkzeichen.

      Ich halte es auch für sehr unwahrscheinlich dass ein erwachsener Aspie der keine körperliche Behinderung hat ein Merkzeichen erhält.

      Vielleicht macht es mehr Sinn für @puzzzle sich darum zu bemühen Unterstützung für die Situationen zu erhalten die alleine nicht zu bewältigen sind (Assistenz z.B.) als sich mit der Frage des Merkzeichens zu beschäftigen denn selbst mit Merkzeichen ist ja das Problem der fehlenden Begleitung noch nicht gelöst.

      All diese Auseinandersetzungen sind anstrengend und ich persönlich finde es immer sinnvoll die Energien darauf zu konzentrieren wo es praktische Lösungen gibt. Denn man hat ja nur begrenzte Ressourcen und wenn die dann verbraucht sind und die Lebenssituation durch die Anstrengungen nicht verbessert wurde ist das ärgerlich.
    • Indigo schrieb:

      Im Rahmen eines GdB wird nicht von Prozenten gesprochen.
      Dass das so nicht üblich ist, weiß ich auch, allerdings bedeutet doch "Prozent" einfach "von hundert" - entsprechend würde das doch eigentlich passen. Wer z.B. einen GdB von 50 hat, der hat 50 von 100 (möglichen), also 50 pro cent. Oder mache ich da einen Denkfehler?
    • Ich hatte einen GdB von 40 (psychische Erkrankung und Wirbelsäulenschaden) und habe einen neuen Antrag gestellt, nachdem ich noch dazu die Asperger-Diagnose erhielt. Ich erhielt dann wieder einen GdB von 40, weil sich mein Rückenproblem erheblich verbessert haben soll und es wurden mir nur leichte soziale Anpassungsschwierigkeiten zuerkannt. Ich habe dagegen Klage einreichen lassen, derzeit ist mein Fall vor Gericht. Da ich stark isoliert lebe von der Gesellschaft, plädiere ich auf mittlere soziale Anpassungsschwierigkeiten, was einen GdB von 50-70 zur Folge hätte. Alleine schon für die psychische Erkrankung erhalten viele einen GdB von 50, auch dort wurde ich niedriger eingestuft.
      Bitte verlassen sie die Welt so, wie sie sie vorfinden möchten.
    • kim schrieb:

      Ich hatte einen GdB von 40 (psychische Erkrankung und Wirbelsäulenschaden) und habe einen neuen Antrag gestellt, nachdem ich noch dazu die Asperger-Diagnose erhielt. Ich erhielt dann wieder einen GdB von 40, weil sich mein Rückenproblem erheblich verbessert haben soll und es wurden mir nur leichte soziale Anpassungsschwierigkeiten zuerkannt. Ich habe dagegen Klage einreichen lassen, derzeit ist mein Fall vor Gericht. Da ich stark isoliert lebe von der Gesellschaft, plädiere ich auf mittlere soziale Anpassungsschwierigkeiten, was einen GdB von 50-70 zur Folge hätte. Alleine schon für die psychische Erkrankung erhalten viele einen GdB von 50, auch dort wurde ich niedriger eingestuft.
      Zwei übliche Sachen: Psychische Behinderungen werden chronisch zu niedrig bewertet und bei Verschlimmerungsanträgen werden die Einzel-GdB mit Blick auf einen den Erhalt des bisherigen Gesamt-GdB vergeben anstatt wie es korrekt wäre umgekehrt.
    • lokotus schrieb:

      Es gibt auch Aspies die eine Angsterkrankung haben und sich nicht mehr alleine aus dem Haus trauen. Warum soll denen das Merkzeichen B nicht zu stehen?
      Meine Freundin hat keine ASS, sondern eine chronische Angsterkrankung und ist deshalb auch EU-Rentnerin. Sie hat das Merkzeichen B und die Bewilligung für einen Therapiehund (muss deshalb keine Hundesteuer zahlen).
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~
    • Nur um mal ein weiteres Beispiel zu Bringen: Aufgrund körperlicher Probleme hatte ich 60. Ich hatte dann Verschlimmerung wegen weiteren körperlichen Problemen beantragt und dann wurde ich 'geheilt': Ich hatte nur noch einen GdB von 20. Ich habe mich dann auf 40 hochgeklagt, aber da ist wohl die 'Schallmauer'. Und von wegen 'viel hilft viel': Ich hatte u. a. einen sechseitigen Brief geschrieben. Wurde alles ignoriert, selbst als ich denen die konkrete Ziffer von deren Verordnung genannt habe! Die haben mich nur zum Gutachter geschickt der bei meinen Beschreibungen nur sowas wie 'steht nicht in der Liste, interessiert mich nicht' gesagt hat
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      kastenfrosch schrieb:

      Geist schrieb:

      Die haben mich nur zum Gutachter geschickt der bei meinen Beschreibungen nur sowas wie 'steht nicht in der Liste, interessiert mich nicht' gesagt hat
      hast du eine beeinträchtigung genannt, die laut seiner "liste" nicht mit deiner diagnose zusammen hängt oder was ist gemeint?
      Es war ein HNO Gutachten. Ich höre z.B. schlecht vor Hintergrund (damals kannte ich weder ASS noch AWVS). Der Gutachter hat die einfachen Pieptöne-Test gemacht und gesagt: Leicht verschlechtert, nicht relevant. Und zu meinem Problem, dass ich vor Hintergrundgeräuschen schlecht höre: Interssiertet mich nicht weil es nicht auf der Liste steht.

      Sie hat meines Erachtens ein Problem, welches irgendwie in Ihrem Arbeitsbereich liegt, ignoriert. Sie hätte IMHO eigentlich sagen / schreiben müssen: Beeinträchtigung durch mich nicht bestimmbar / bestätigbar, muss sich ein anderer Arzt ansehen.
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      puzzzle schrieb:



      kann das LAsD bzw. der Amtsarzt meinen GdB ggf. auch verringern, wenn man dort der Ansicht ist, mir stünden ja beispielsweise nur 70 statt 80 Prozent zu? (oder im schlimmsten Fall sogar nur 50%)
      Ich wäre froh, wenn ich 70 oder gar 80 hätte. Derzeit sind es bei mir 50. Ich würde das an deiner Stelle so lassen, da ergeben sich mehr Vorteile als Nachteile meiner Meinung nach.
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      Der GdB kann verringert werden, denn in meiner Gleichstellung stand, daß ich verpflichtet bin, mich zu melden, sobald sich mein GdB auf 50 oder mehr oder unter 30 verändern sollte. Gerade bei Krankheiten, die sich verändern, kann ich mir gut vorstellen, daß der GdB sich verringert. Bei Asperger könnte ich mir vorstellen, daß mein GdB verringert werden würde, wenn ich sozial, beruflich usw. besser integriert wäre, ohne daß sich an der Diagnose selbst etwas ändert. Derzeit habe ich einen GdB von 40 und halte das für viel. Vielleicht liegt das aber auch daran, daß ich mit einer Behinderung noch immer Klischeebilder verbinde.