Burnout bei Asperger-Autisten

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    • ich bin so froh, dass ich andere Leute gefunden habe, die auch dieses Symptom haben (sowas passiert mir nicht oft auch bei anderen störungen auffälligkeiten)

      Meine arbeit ist ein sozialer betrieb und wissen von meinen Diagnosen. Ich bin da sehr ehrlich.

      Bin am Überlegen, ob ich denen mitteile, was ich hier festgestellt hab.
      ADHS und Autismus.

      I'm an autist with an obsession to social interaction.
    • Leonora schrieb:

      Das wiederum kann leicht so verstanden werden, als sei äußere Überlastung nur (unbewusst) vorgeschoben, um sich nicht mit den eigenen tiefergehenden psychischen Problemen auseinandersetzen zu müssen.
      Aber bei der "Erschöpfungsdepression" steckt doch auch schon die Erschöpfung (impliziert: durch Überlastung) mit drin.
    • Turtle schrieb:

      Leonora schrieb:

      Das wiederum kann leicht so verstanden werden, als sei äußere Überlastung nur (unbewusst) vorgeschoben, um sich nicht mit den eigenen tiefergehenden psychischen Problemen auseinandersetzen zu müssen.
      Aber bei der "Erschöpfungsdepression" steckt doch auch schon die Erschöpfung (impliziert: durch Überlastung) mit drin.
      Okay, ich akzeptiere, dass Ihr das anders seht. Aber ich halte den Begriff "Burnout", wie weiter oben ausgeführt, halt schon für sinnvoll, weil er stärker die Rahmenbedingungen einbezieht. "Erschöpfungsdepression" ist für mich da von der Konnotation her nicht das gleiche. Aber wie gesagt, da können die Ansichten halt unterschiedlich sein. ;)
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora schrieb:

      Ich sehe das auch eher als Depression, allerdings lässt sich das von einem Burnout meiner Vermutung nach nicht wirklich abgrenzen.
      Das voneinander und auch von Verstimmungen unterhalb der Diagnoseschwelle oder anderen Phänomenen (z.B. Vorboten der Wechseljahren) abzugrenzen finde ich für mich auch schwierig. Den Verlust von Kreativität, Konzentrationsfähigkeit, Freude an Projekten, Spezialinteressen usw. spüre ich auch.
      Es gibt den Begriff vermutlich nicht, aber wie wäre es mit "Fehlbelastungsstörung"? Also eine Kombination aus Unterforderung und Überforderung einzelner Leistungsbereiche oder, anders formuliert, Zwang zu langfristig falscher/ungesunder Benutzung der geistigen und körperlichen Ressourcen. Die meisten wissen nicht, daß Unterforderung und Fehlbelastung auch Streß und langfristig Symptome von Burnout und/oder Depressionen verursachen können, vor allem, wenn sie chronisch werden.
      Die Frage ist, wie behebt man das, wenn man die Lebensumstände allein schwer beeinflussen kann?
    • Necroghoul7 schrieb:

      Die meisten wissen nicht, daß Unterforderung und Fehlbelastung auch Streß und langfristig Symptome von Burnout und/oder Depressionen verursachen können, vor allem, wenn sie chronisch werden.
      Zu den möglichen Folgen von chronischer Unterforderung gibt es analog zum Burnout den Begriff des Boreouts. Aber ja, viele können sich das wohl nicht vorstellen.

      Necroghoul7 schrieb:

      Die Frage ist, wie behebt man das, wenn man die Lebensumstände allein schwer beeinflussen kann?
      Ich denke, dass es ohne Beeinflussung der Lebensumstände nicht gehen wird. Unterforderung halte ich noch leichter für behebbar, sofern prinzipiell die Zeit dafür da ist, etwa durch eine anspruchsvolle ehrenamtliche Tätigkeit, ein Fernstudium oder unabhängiges Lernen, sei es eine neue Sprache, etwas Handwerkliches, oder Online-Vorlesungen, -Kurse oder sonstiges.

      Persönliches zur Unterforderung
      Nachdem ich ein paar Jahre aus dem Beruf raus war, habe ich gegen das Gefühl, intellektuell völlig abzubauen, zunächst ein paar kostenlose Online-Kurse gemacht, die Spaß gemacht haben, und in denen ich viel gelernt habe. Eigentlich würde ich aber gerne längerfristig ins Berufsleben zurück, was momentan vor allem wegen der Kinder unrealistisch ist. Zwischenzeitlich hatte ich eine 3/4-Stelle (nicht in meinem erlenten Beruf), durch die ich aber, vor allem aufgrund der Rahmenbedingungen im Job, aber auch aufgrund der Doppelbelastung, nach nur vier Monaten in einer Erschöpfungsdepression gelandet bin. Die Perspektive, irgendwann wieder arbeiten zu können, wenn die Kinder groß genug sind, möchte ich mir aber erhalten. Im Moment mache ich deshalb ein Fernstudium, da ich mir damit für einen späteren Wiedereinstieg bessere Chancen ausrechne. Mehr als 1-2 Veranstaltungen pro Semester sind aber nicht drin, ohne mich wieder zu überfordern.


      Überforderung ohne unterstützendes Netzwerk finde ich da noch weit schwieriger zu beheben. Als alleinerziehende Mutter und familiäre Pflegeperson bist du ja wahrscheinlich sehr stark eingespannt. Meine Mutter ist auch pflegebedürftig, aber sie ist geistig so fit, dass sie ihre Pflege selbst organisiert, und hat zum Glück ein Netzwerk an Leuten aufgebaut, so dass das auch ohne meine Beteiligung klappt. Wenn ich das irgendwann organisieren müsste, müsste ich voraussichtlich einen ambulanten Pflegedienst beauftragen.

      Mit der Organisation von Unterstützung zur Kinderbetreuung tue ich mich auch schwer. Wir sind zwar zu zweit, mein Mann ist aber beruflich stark eingespannt, und manchmal wäre es schon praktisch, eine "Backup-Person" für die Kinder zu haben, falls mal etwas nicht nach Plan geht. Wir haben nicht einmal einen Babysitter, was zum Großteil an meinen Kontaktschwierigkeiten liegt. Für dich könnte vielleicht der "Großelterndienst" in Berlin interessant sein, den man als Alleinerziehende in Anspruch nehmen kann (ist nicht ganz kostenlos, aber günstiger als ein Babysitter): grosselterndienst.de/wer_sind_wir-.html

      Grosselterndienst schrieb:

      Berlinweit werden vitale Ältere zwischen 50 und 70 als “Wunschgroßeltern” an Kinder Alleinerziehender vermittelt.
      Ein- bis zweimal wöchentlich kümmern sich die Wunschgroßeltern um ihre Wunschenkel und entlasten dadurch alleinerziehende Mütter und Väter, schaffen ihnen dringend notwendige Freiräume oder einfach Zeit zum Auftanken.
      Ganz “nebenbei” erleben die Wunschgroßeltern, dass sie wieder gebraucht werden

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    • Leonora schrieb:

      Ich finde den Begriff schon nützlich, weil "Depression" oft rein psychologisierend gesehen und die gesellschaftlichen Umstände ausgeblendet werden.
      Ich finde den Burnout-Begriff auch nützlich und sehe durchaus oft einen Unterschied zwischen Burnout und Depression. Von mir selbst kenne ich Burnout-Zustände ohne Depressions-Komponente, ich bin dann einfach überlastet und sehr erschöpft, aber nicht im engeren Sinne depressiv. Wenn der Zustand lange anhält und ich keinen Ausweg daraus finde, können depressive Symptome hinzukommen, aber vorher trifft "Burnout" das Ganze einfach am besten.
    • filipendula schrieb:

      Leonora schrieb:

      Ich finde den Begriff schon nützlich, weil "Depression" oft rein psychologisierend gesehen und die gesellschaftlichen Umstände ausgeblendet werden.
      Ich finde den Burnout-Begriff auch nützlich und sehe durchaus oft einen Unterschied zwischen Burnout und Depression. Von mir selbst kenne ich Burnout-Zustände ohne Depressions-Komponente, ich bin dann einfach überlastet und sehr erschöpft, aber nicht im engeren Sinne depressiv. Wenn der Zustand lange anhält und ich keinen Ausweg daraus finde, können depressive Symptome hinzukommen, aber vorher trifft "Burnout" das Ganze einfach am besten.
      Dem stimme ich auch sehr zu. :nod:

      Die Belastungen der Menschen am Arbeitsplatz, die Anforderungen haben sich in der Gesellschaft extrem erhöht. Das trägt auch einen großen Beitrag dazu bei, dass immer mehr Menschen ein "Burnout" bekommen. Das ist eben nicht nur ein persönliches Problem oder Schicksal, dass es ja in Teilen eh immer ist, sondern es hat auch eine gesellschafts-politische Tragweite, die gerne ignoriert wird.
      ~Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.~