Burnout bei Asperger-Autisten

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    • Shenya wrote:

      Kennt ihr das auch, dass ihr an einem Tag überhaupt nichts Schlechtes spüren könnt, und an einem andern Tag ist es so extrem?

      Und auch, dass ihr nicht sagen könnt, wie es euch im Durchschnitt geht, wenn es euch in dem Moment gerade gut geht?
      ja.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Shenya wrote:

      I
      Am nächsten Tag (Samstag) dann das heulende Elend. Alles ganz furchtbar, und heute konnte ich nicht arbeiten gehen, Körper und Geist haben sich einfach geweigert. Der Zeitpunkt war alles andere als günstig, weil meine Kollegin, die ich vertrete, schon krank ist, aber es ging einfach nicht. Ich hatte Würgegefühl, und wenn ich daran dachte, was ich tun müsste, um heute zur Arbeit zu gehen, dann hat sich alles gesperrt, sodass ich meine Schritte gar nicht planen konnte.

      Kennt ihr das auch, dass ihr an einem Tag überhaupt nichts Schlechtes spüren könnt, und an einem andern Tag ist es so extrem?

      Und auch, dass ihr nicht sagen könnt, wie es euch im Durchschnitt geht, wenn es euch in dem Moment gerade gut geht?
      Ich habe schon lange das Problem, dass ich Fachkräften nicht vermitteln kann, dass es mir insgesamt schlecht geht, weil ich immer, wenn ich gerade einen Ansprechpartner habe, dann nur das Positive sehe und fühle. Denn in der Situation ist ja gerade alles gut. Es ist wie verhext.
      das Problem habe ich ganz genauso. Ich weiß aber nicht, ob ich es nicht in dem
      Moment bewusst verdränge, weil ich zu häufig die Erfahrung gemacht habe, dass darüber sprechen und die damit verbundenen Tipps, es für mich immer noch komplizierter und schwieriger gemacht haben.
    • Entschuldigung, wenn ich das Thema wieder hochhole, aber ich wollte @MangoMambo für die Übersicht zum "autistischen Burnout" danken. Ich habe seit einer Weile das Gefühl, daß so etwas bei mir gerade vorliegen könnte, gleichzeitig zweifle ich meine eigene Einschätzung aber immer wieder an (und sie wird auch von außen angezweifelt). Das hat mich dazu bewogen, nach langer Abwesenheit mal wieder ins Forum zu schauen und nach "Burnout und AS" zu suchen... und nun bin ich gerade ein wenig erschrocken, daß jedes einzelne Anzeichen gerade auf mich zutrifft. Zumindest gibt mir das ein wenig die Gewißheit, daß ich mich nicht bloß "anstelle" und mich statt Selbstvorwürfen lieber um Lösungsstrategien kümmern sollte. Denn was auch immer gerade los ist, irgend etwas muß sich ändern, und wenn es nur meine Einstellung ist...

      Zur Situation (weil ich immer noch das Gefühl habe, mich rechtfertigen zu müssen - und als Spoiler, weil es garantiert nicht jeden Mitleser interessiert):
      Display Spoiler
      Ich bin gerade im 4. Semester meines Studiums. Mein Fach ist recht anspruchsvoll, mit hohem Arbeitsaufwand. Nervenzusammenbrüche und Ähnliches sind schon bei Studenten ohne AS nicht ungewöhnlich. Dennoch habe ich fast durchgängig sehr gute Leistungen erbracht, engagiere mich ehrenamtlich in meinem Institut, kümmere mich um anderthalb Haushalte (Studentenwohnung, derzeit dauernd mit technischen Problemen & gemeinsame Wohnung mit Partner und Katzen). Auch nachdem ich die Pflichtkurse hinter mich gebracht habe, ist die Prüfungsdichte nicht geringer geworden; dazu wird u.a. in einem der Sprachkurse jede Woche ein zensurrelevanter Test geschrieben. Was mich dank Prüfungsangst natürlich ganz besonders freut :sarcasm:

      Letzten Herbst bin ich operiert worden und habe auf dem Krankenbett, statt zu entspannen, direkt ein Fachbuch gelesen. Für meine Hauptfremdsprache lerne ich jeden Tag zusätzlich 1-2 Stunden, um den Anschluß an die Kommilitonen mit Vorkenntnissen nicht zu verlieren (obwohl wir nominell ein A1-Kurs sind, haben viele gute Vorkenntnisse, und die Dozentinnen passen sich eher deren Niveau an als dem der "totalen Anfänger"). Und im Allgemeinen stelle ich viel zu hohe Ansprüche an mich selbst - mir wurde selbst von Tutoren schon geraten, es mal ruhiger angehen zu lassen und nicht immer "110% geben" oder alle Arbeit allein erledigen zu wollen. Aber ich sitze dann doch wieder bis 3 Uhr morgens an den Hausaufgaben, um ihnen "den letzten Schliff zu geben", oder lese irgendwelche Fachartikel, die marginal zum Thema gehören...

      Im letzten Jahr gab es dann auch noch zwei Todesfälle in meinem Bekanntenkreis - beide plötzlich, jung, in meinem Alter. Außerdem eine schwerwiegende Diagnose für meinen Stiefvater. Mein Bruder ist körperlich und höchstwahrscheinlich psychisch krank, und ich fühle mich für ihn verantwortlich, verzweifle an meiner Hilflosigkeit. Jetzt habe ich endlich einen Zugang zu ihm gefunden, indem ich ihm eine Sprache beibringe, die ihn interessiert. Und weil ich das gut machen will, stecke ich viel Aufwand hinein, bis hin zu handgefertigten Übungsblättern.

      Und natürlich will ich an der Uni bloß nicht negativ auffallen oder im sozialen Umfeld anecken, also versuche ich alles "Autistische" ganz tief in mir zu verstecken... auch wenn der Overheadprojektor schmerzhaft pfeift oder ich lieber einen Ruhetag statt einer Geburtstagsfeier hätte.

      Vor zwei Monaten fiel mir dann auf, daß ich mich nicht wie sonst auf den Semesterbeginn freue. Stattdessen hatte ich das Gefühl, dem Arbeitsaufwand nicht mehr gewachsen zu sein. Ich fing an, meine täglichen Sprachstudien "schleifen zu lassen", die Wohnungen wurden immer chaotischer, die Selbstzweifel immer größer. Es ist nicht so, daß mich mein Fach nicht mehr interessiert, es blitzen immer wieder Anflüge der alten Faszination auf, und der Wunsch zu lernen ist da - nur fühle ich mich komplett ausgelaugt, wie "mental leergesaugt". Die Migräneattacken sind wieder da. Die Verdauung "spielt verrückt". Ich "verzettele mich", bekomme einfache Dinge nicht mehr "auf die Reihe", fühle mich schnell überreizt und erschöpft. Und ich mache mir Vorwürfe, weil ich nicht mehr so selbstverständlich "leisten kann", wie ich es gern möchte...

      Als ich letztens endlich wieder einmal die Zeit hatte, mich mit Freunden für ein gemeinsames Hobby zu treffen, ließ ich am Rande die Bemerkung fallen: "Ich glaube, ich habe gerade eine Art Burnout." Einer der Freunde schaute mich empört an: "Das ist kein Burnout. Ich habe gesehen, wie sowas aussieht. Und du bist weit davon entfernt." Er machte eine kurze Pause, seine Stimme wurde lauter: "Du bist GANZ WEIT davon entfernt."

      Ein Teil von mir wollte ihn einfach nur anschreien. Und ein anderer Teil von mir, der Teil, der sich an all die "Stell dich nicht so an!" und "Du willst doch nur Mitleid" erinnerte, die ich in meinem Leben gehört hatte, "setzte sich durch" und zwang mich dazu, mich "zusammenzureißen". Weniger jammern. Positiver denken. Für die Uni zwei Bücher an einem Tag lesen. Vokabeln Wochen im Voraus lernen, weil meine Dozentinnen erwarten, daß wir sie schon beherrschen, wenn die entsprechende Lektion drankommt. Und ich habe immer noch das Gefühl, daß ich mich "anstelle", daß das normal ist, daß ich es "leicht habe" und daß ich gar nicht weiß, was Streß eigentlich ist...

      Aber ich habe einfach keine Kraft mehr. Und was auch immer los ist, etwas muß sich ändern.
      Так! я буду крізь сльози сміятись...

      Achtung: Benutzer kann sich nicht "kurz fassen" :oops:

      The post was edited 1 time, last by Emek ().

    • Mir hat bei meinem Burnout vor 4 Jahren vor Allem Ruhe und Einsamkeit geholfen. Wobei Einsamkeit nicht ganz stimmt. Ich habe mich von meiner Partnerin getrennt und konnte so selbst bestimmen, wann ich unter Menschen sein wollte und wann nicht. Dazu war ich über ein halbes Jahr arbeitsunfähig und habe noch eine Reha gemacht.
      KIRK: Have I ever mentioned you play a very irritating game of chess, Mister Spock?
      SPOCK: Irritating? Ah, yes. One of your Earth emotions.

      SPOCK: I am not capable of that emotion.
    • @Emek

      ein Tag hat 24 Stunden. Die Woche hat 7 Tage.

      Zieh von jedem Tag die nötigen 6-8 Stunden ab.
      Dazu die nötigen 2-3 Stunden für Körperpflege und Essen.
      wenn du schon hier "Zeit sparst", also nur Stunden abziehst, geht Energiie verloren.
      Bleiben 16 Stunden.

      jetzt ziehst du die Vorlesungszeiten ab - zwiwchen 6 und 8 Stunden, belieben zwischen 8 und 10 Stunden übrig.
      Aber da ist ja auch der Fahrtweg - midestens nochmal eine Stunde weg.
      Du musst lernen für die Uni, Hausarbeiten schreiben - also nochmals jeden Tag 3-4 Stunden.

      Du hast also zwischen 4 und 6 Stunden täglich in denen du

      dich um eineinhalb Haushalte kümmerst - Fahrzeiten? / Einkäufe dazurechnen...
      dich um die Tiere kümmerst
      Sowas wie "Zeiten für Partnerschaft" einbaust
      Dich um deinen Bruder kümmerst - wie viele Stunden für dort sein, Vorbereitung usw. Fahrtzeiten?
      Dazu die emotionale Belastung durch Bruder und Schwiegervater, die auch Zeit kosten und zusätzlich mental und emotional schwächen.
      Und in dem allem willst du perfekt sein und zweifelst an DIR?

      Wenn mehr verlangt wird, als ein Mensch real in der vorhandenen Zeit leisten kann, egal ob durch andere oder weil man das selbst macht, dann ist das nicht "defizitär", wenn diese Leistung nicht und schon gar nicht perfekt in allem erbracht werden kann.

      Ich verstehe, dass du deinem Bruder helfen willst. Aber vergiss dabei nicht, in erster Liniie ist er selbst verantwortlich für sein Leben und auch für sein Gesundwerden. Übernimmt er diese nicht, kannst du dich noch so sehr anstregen, es wäre nie "gut genug".
      Auch ist neimandem geholfen, wenn du dich überanstrengst und zusammenbrichst, denn dann könntest du gar nichts mehr für ihn tun.

      Wenn du aber das, was dir Kraft gibt -von genug Schlaf bis Fazination für das Studium - schwächst zugunsten "Diienst an anderen", brennt dich das irgendwann aus.
      Es ist niemandem geholfen, wenn deine Hilfe für im Ergebnis immer mehr Hilflosigkeit und Schhwäche für dich bedeutet.
      Und schon gar nicht, wenn das leidet, mit dem du deine Zukunft gestaltest.

      Selbst in Hungerkatastrophengebieten ist die erste Regel für die Helfenden, selbst genug zu essen und zu Schlafen und mentale Ruhezeiten einzuhalten, um inneren Abstand zu gewinnen, damit neue KRaft für die Aufgaben gesammelt werden kann.
      Wer dazu nicht in der Lage ist, wird erst gar nicht für so einen Job angenommen.

      In erster Linie bist du dir selbst und deinem Leben gegenüber verpflichtet.

      Ich hab auch mal die für mich so empfundenen wichtigen Verpflichtungen gegenüber denen, mir nahestehen als wichtiger definiert. Habe das, was mir mein Leben und die Zukunft gesichert hätte, zurückgestellt hinter die "edlen Werte", brannte immer mehr aus.
      Diese nahmen das "dankbar an".
      Und das war es. Und ich blieb ausgebrannt zurück. Mein Leben und de Zukunft weg, und viele Jahre zum Wiederaufbau waren nötig. Die materielle Existenz ist noch immer nicht gesichert - der Dank von damals führte dort nicht zu "Verpflichtungsgefühlen", vllt mir zu helfen - ganz im Gegenteil.

      Ich hatte mich auch immer für alles mögliche verpflichtet gefühlt - und darüber die erste Pflicht mir und meinem Leben gegenüber vergessen.

      Es ist nicht ein "was" das "sich ändern" muss, sondern es snd die Prioritäten in Sachen "wem und was bin ich verpflichtet" die man selbst betrachten muss, und dann entscheiden muss.

      Und so traurig das ist, "gut sein" wird gerne angenommen, aber nicht honoriert und fürhht auch nicht zu einem "Zurückgeben", wenn man selbst dann Hilfe und Unterrstützung braucht.

      Im Moment entscheidest du dich jedesmal, wenn du mehr von dir verlangst und machst, als einem Menschen möglich, wenn du das, was dir KRaft gibt zurückstellst, gegen dich und dein Leben. Dazu ist aber niemand verpflichtet.
      Liebe braucht Mut
    • @Happy to be Danke für deine ausführliche Antwort. Es ist wirklich hilfreich, wenn jemand meine Lage unvoreingenommen betrachten und mir "den Kopf zurechtrücken" kann. Gleichzeitig ist es auch eine echte Erleichterung, daß ich ausnahmsweise mal nicht zu hören bekomme, ich würde nur jammern und ich hätte es doch leicht... das hatte ich nämlich insgeheim erwartet.

      Mein größtes Problem, glaube ich, ist eine unglückliche Kombination aus mangelndem Selbstbewußtsein und Perfektionismus. Dazu noch die Erfahrung, daß ich oft als Simulant, "Jammerlappen" oder aufmerksamkeitsheischend betrachtet wurde (und teilweise noch werde). Kommentare wie das oben erwähnte "Nein, das hast du nicht, dir geht es doch gut", "du willst doch nur Aufmerksamkeit, deshalb stellst du dich so an" oder "du solltest dich fragen, was dir deine "Krankheit" bringt, wahrscheinlich willst du einfach deinen Pflichten entkommen". Dazu merke ich auch - wie einige hier - oft zu spät, wenn es mir nicht gut geht oder kann meine eigenen Empfindungen nicht gut deuten. Deswegen zweifle ich immer wieder an, ob ich mich tatsächlich schlecht fühle, und überzeuge mich selbst davon, daß ich mich nur "anstelle" und daß es sonst doch auch immer geht.

      Du hast recht, daß ich bei all dem Pflichtgefühl mich selbst vergesse. Anfang der Woche lag ich mit Migräne drei Tage "flach" und fing endlich mal an, darüber nachzudenken, ob ich mir vielleicht zu viel zumute. Aber da war immer noch dieser fast schon entsetzte Kommentar "Du bist GANZ WEIT davon entfernt!" Ich weiß, ich sollte mich nicht so sehr nach der Meinung anderer richten. Und es gibt einfach Faktoren in meinem Leben (wie AS), die Außenstehende oft nicht nachvollziehen können. Auch blöd - da gebe ich mir so viel Mühe, unauffällig zu wirken, daß plötzlich alle empört sind, wenn "die Fassade mal bröckelt" und ich plötzlich nicht mehr so gut "funktioniere" wie sonst... Aber ich komme einfach aus dieser Einstellung nicht heraus, hinterfrage mich permanent selbst.


      Happy to be wrote:

      Ich hatte mich auch immer für alles mögliche verpflichtet gefühlt - und darüber die erste Pflicht mir und meinem Leben gegenüber vergessen.

      Es ist nicht ein "was" das "sich ändern" muss, sondern es snd die Prioritäten in Sachen "wem und was bin ich verpflichtet" die man selbst betrachten muss, und dann entscheiden muss.

      Und so traurig das ist, "gut sein" wird gerne angenommen, aber nicht honoriert und fürhht auch nicht zu einem "Zurückgeben", wenn man selbst dann Hilfe und Unterrstützung braucht.

      Im Moment entscheidest du dich jedesmal, wenn du mehr von dir verlangst und machst, als einem Menschen möglich, wenn du das, was dir KRaft gibt zurückstellst, gegen dich und dein Leben. Dazu ist aber niemand verpflichtet.
      Deswegen bin ich dir dankbar für diese aufrüttelnden Worte. Ich muß aus diesem mentalen "Hamsterrad" rauskommen. Meine letzten Studienversuche sind schon wegen kompletter Zusammenbrüche gescheitert, und diesmal wußte ich von meinen Problemen und wollte eigentlich Rücksicht darauf nehmen - nur um die selben Fehler direkt wieder zu machen.

      Ich denke schon länger über therapeutische Unterstützung nach. Aber ich mache mir auch Sorgen, daß diese nicht hilft oder die Suche nach einem verständnisvollen Therapeuten mich noch die letzte Kraft kostet. In meiner Region sind die Wartezeiten lang, bis zu einem Jahr. Ich habe mich aber trotzdem auf einige Wartelisten setzen lassen. Immerhin besteht die Chance, daß sich etwas ändert. Wenn ich es gar nicht versuche, komme ich auch nicht weiter. Sich "an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen" zu wollen verursacht auf Dauer nur Kopfschmerzen, glaube ich...
      Так! я буду крізь сльози сміятись...

      Achtung: Benutzer kann sich nicht "kurz fassen" :oops:
    • Die Suche nach einem verständnisvollen Therapeuten wäre ja auch schon wieder eine Kraft und Nerven kostende Aufgabe.

      Ich kenne das gut, sich dann noch was Zusätzliches aufzubürden, mit der Idee, dass man, wenn DAS geschafft ist, weniger an Bürde hat.

      Wenn du schreibst "eigentlich wollte ich auf meine Bedürfnisse rücksicht nehmen" ist das was anderes als "ich nehme auf meine Bedürfnisse von jetzt ab Rücksicht".

      Sich überfordert fühlen und deshalb krank werden plus - das kommt ja dazu - die aspergischen Schwächen verstärken - und dann fragen "Vielleicht bin ich überfordert" ist genauso, als wenn in der Küche die Flammen aus dem in der Hektik vergessenen Öls in der Pfanne schon drohen auf das die Möbel berzugreifen und man in dem Qalm extrem hustet und Atemnot bekommt, und dann sagt "Vielleicht brennt das Haus ab? Eigentlich wollte ich ja darauf achten, und vielleicht brauche ich einen Herd mit automatischer Hitzeabschlaltung, aber da müsste ich ja erst mal einenFachmenschen finden, der mich hier berät und hilft, den zu installieren.....aber vielleicht stelle ich mich ja auch nur an, ich bin ja so verpeilt und rauchempflindlicher als adere....grübel...Selbstzweifelkette geht los.....

      Die Frage stellt sich jetzt und ganz konkret. Was kannst du jetzt abgeben, sowohl an Ansprüchen zu perfekt - damit kämpfe ich auch immer wieder, an Aufgaben - als ich mal aufgehört habe zu spülen, weil alles an mit hängen blieb, waren das drei ungemütliche Wochen, ich hatte dann mein Geschirr und Besteck versteckt :d - und wer was essen wollte, muusste eben selbst vorher einen Teller abspülen. Und ich sagte, dass ich erst dann wieder beginne zu spülen, wenn mal ein andere gründlich alles aufgeräumt hat, Danach gab es aber abwechselndes Spülen.
      Klar gab es Vorwürfe, aber auch hier:

      Unberechtigte Vorwürfe, die ja nur deshalb kommen, weil überzogene Erwartungen anderer erfüllt wurden, UM unberechtigte Vorwürfe zu vermeiden, was bei diesen dafür sorgte, sich an die "klaglos erbrachte Leistung" zu gewöhnen und diese für selbstverständllich zu halten, weshalb sie sich jetzt zu Vorwürfen berechtigt sehen....

      Hier gilt es auch auszhalten, DASS jemand unberechtigte Vorwürfe machen könnte - und wahrscheinlich machen wird - und sich selbst immer wieder zu erklären, dass diiese unberechtigt sind. Der andere, der sich gewöhnt hat an die Dienstleistung wird das nicht gleich "einsehen", s.o. - und dann trotzdem das eigene Nein durchziehen.
      Aus Selbstberechtigung zu eigener Gesundheit und dem eigenen Leben.

      Und, so hart das jetzt klingt, wenn immer weiter angekklagt wird, die Leistungen nicht zu erbringen, die einen ausbrennen, ohne jetzt umgekehrt mal Leistung zu bringen, um einem zu helfen, dann ist zu überlegen, sich hier von solchen Personen zu trennen.
      Denn diese nutzen einen aus. Und "finden das nicht gut", wenn man sich von ihnen nicht mehr ausnutzen lässt.

      Was aber nichts über dich als Menschen aussagt, sondern nur darüber, wie sehr sie dich als Mensch nicht respektieren.
      Wo kein solcher Respekt ist, kann man immer weiter "dienen", Respekt bekommt man dadurch nicht. Das wären dann toxische Menschen.
      Repektiert man sich hier aber nicht selbst, haben dann solche leichtes Spiel - sie brauchen nur zu bestätigen, was man despektierlich zu sich selbst denkt.

      Ist es nur Gewöhnung an die Bequemlichkeit, dann ist ein Umgewöhnungsprozess nötig. Am leichtesten über "Ich mache diies, wenn du das...."
      Vllt listest du mal alles auf, was du für andere tust und schaust, was die im Gegenzug tun können, das genauso viel Zeit oder Energie erfordert. Einfach damit du insgesamt weiger zu tun hast und mehr Zeit für die Regenration.
      Nicht aus "Einsicht" oder "guter Mensch sein wollen" oder als "Hilfe für dich", sondern als Voraussetzung, damit auch du etwas tust.
      also "Wenn du kochst, spüle ich - wenn ich koche, spülst du...und notfalls den Spül eine Woche stehen lassenn und ncht mehr kochen, bis gespült ist."

      Der Umgewöhnungsprozess viel mir dabei allerdings schwerer als den anderen :d .
      Durchhalten aber ist ja auch schon vorher da gewesen, es ist hier nur ein anderes Durchhalten. Das aber recht schnell entweder Erleichterung bringt, oder eben aufzeigt, wer da alles als schädigender Mensch so um einen herum ist und ausnutzt und auch noch Vorwürfe macht.
      Regel: Gegenüber ausnutzenden Menschen, die einem auch noch Vorwürfe machen, sich nicht weiter und mehr ausnutzen zu lassen, hat man keine Verpflichtungen. Egal wie die das finden und was die sagen.

      So wird dann auch Zeit frei für eine Therapetensuche zur weiteren Unterstützung.

      Und noch was, sogar deinem Bruder wird es helfen, wenn du irgendetwas findest, was er für dich tun kann, dir helfen kann - so ist er nicht als "Hilfeempfänger" festgeschrieben. Irgedeine Kleinigkeit - und sei es Gesellschaft, die dich stützt, und der dir einen Kaffe bringt, wenn du dort durch ihn geschützt eine Stunde in Ruhe und weg von allem anderen etwas lesen oder schreiben kannst, was woanders vllt nicht mit dieser Ruhe möglich ist.
      Liebe braucht Mut
    • Noch zur Frage Burnout oder Depression:

      Ich bin laut derzeitiger Diagnose "chronisch depressiv". Dann hatte ich vor paar Wochen ein Telefonat mit der Vorsitzenden von autismus Bodensee e.V. und die sprach von "Autistischem Burnout". Burnout, dass dadurch kommt, dass wir gezwungen sind, unser ganzes Leben in einer Welt zu verbringen, für die wir nur bedingt geeignet sind.
      Oder um es mit dem Pinguin zu sagen: Wenn ich den ganzen Tag versuche als Pinguin in Mitteleuropa zu überleben und von meiner Umwelt Tag für Tag zum Fliegen gezwungen werde, wie soll ich da nicht permanent erschöpft sein???

      Ich hab mich von dieser Erklärung "Autistisches Burnout" super verstanden gefühlt. Vor allem erklärt das, warum die klassische Psychotherapie mit der ich mich seit Jahren abmühe, mir nicht weiter hilft. Weil positives Denken dem Pinguin auch nicht zum Adler macht... :-/
      Was vor uns liegt und was hinter uns liegt sind Kleinigkeiten,
      verglichen mit dem, was in uns liegt. :)
    • MathePinguin wrote:

      Noch zur Frage Burnout oder Depression:

      Ich bin laut derzeitiger Diagnose "chronisch depressiv". Dann hatte ich vor paar Wochen ein Telefonat mit der Vorsitzenden von autismus Bodensee e.V. und die sprach von "Autistischem Burnout". Burnout, dass dadurch kommt, dass wir gezwungen sind, unser ganzes Leben in einer Welt zu verbringen, für die wir nur bedingt geeignet sind.
      Oder um es mit dem Pinguin zu sagen: Wenn ich den ganzen Tag versuche als Pinguin in Mitteleuropa zu überleben und von meiner Umwelt Tag für Tag zum Fliegen gezwungen werde, wie soll ich da nicht permanent erschöpft sein???

      Ich hab mich von dieser Erklärung "Autistisches Burnout" super verstanden gefühlt. Vor allem erklärt das, warum die klassische Psychotherapie mit der ich mich seit Jahren abmühe, mir nicht weiter hilft. Weil positives Denken dem Pinguin auch nicht zum Adler macht... :-/
      An ähnliches dachte ich dieser Tage auch. Mir wird oft gesagt, ich müsste mir ein dickeres Fell zulegen. Und ich merke einfach, dass das nicht geht. Ich bin einfach eher Siam-Katze als Perser-Katze - und Siam-Katzen kriegen auch kein dickeres Fell, wenn man es ihnen tausendmal (RW) sagt - und auch nicht, wenn die Siam-Katze das selber will.

      Mein Plan ist nun die Augen offen zu halten (RW) nach einer guten Umgebung für Siam-Katzen.
      Surprised by the joy of life.
    • Surprised wrote:

      Mein Plan ist nun die Augen offen zu halten (RW) nach einer guten Umgebung für Siam-Katzen.
      Viel Erfolg dir dabei!! :) Ich suche derweil nach dem schnellsten Weg zum Südpol... Oder wenigstens nach einer hinreichend großen Tiefkühltruhe, das würde für den Anfang ja reichen.


      Surprised wrote:

      An ähnliches dachte ich dieser Tage auch. Mir wird oft gesagt, ich müsste mir ein dickeres Fell zulegen.
      Die Beratungslehrerin an meiner alten Schule meinte, ich wäre "zu sensibel um in dieser Welt zu überleben". Ich solle mich mal mehr zusammenreißen und die Sachen nicht so an mich ranlassen. Habe das jetzt über 20 Jahre erfolglos versucht. Und gebe das jetzt auf. Aktuell bin ich auf der Suche nach Schallschutzkopfhörern, die mir akustisch helfen, aber keinen so starken taktilen Druck aufbauen, wie die, die ich jetzt habe.

      Ein dickeres Fell werde ich auch nicht kriegen, eine Möglichkeit wäre noch, Leute, die mich "anfassen", "anlabern" oder sonstwie kontakten wollen, zu vergraulen. Nach dem Motto: "Diesen Pinguin bitte nicht streicheln." Das Problem ist nur, dass ich sowieso schon wenig soziale Kontakte habe. Und bisschen was brauche ich auch. Denn ganz ohne menschliche Unterstützung ist der Pinguin in Mitteleuropa erst recht verloren...


      Ich finde es auch krass, wie oft normale Leute einem sagen, dass man sich nur daran gewöhnen muss, dann wird das besser. Wird es bei mir aber überhaupt nicht. Ein undichtes Dach wird ja auch nicht wasserabweisender, wenn es zwei Wochen lang extrem durchregnet!
      Was vor uns liegt und was hinter uns liegt sind Kleinigkeiten,
      verglichen mit dem, was in uns liegt. :)
    • @Surprised, Antwort vom Kampfkater: Auch das dicke Winterfell ist nicht der Sack für andere zum Draufkloppen. Ich habe mir angewöhnt, ganz genau hinzuschauen, wer da gerade wieder mehr Plüsch von mir (viel mehr: an mir) fordert. Überraschenderweise sind es oft Menschen fragwürdigen Sozialverhaltens, denen man sofort den Besen zum vor der eigenen Haustür Kehren (sinnbildlich) anreichen muss.
    • Matou wrote:

      @Surprised, Antwort vom Kampfkater: Auch das dicke Winterfell ist nicht der Sack für andere zum Draufkloppen. Ich habe mir angewöhnt, ganz genau hinzuschauen, wer da gerade wieder mehr Plüsch von mir (viel mehr: an mir) fordert. Überraschenderweise sind es oft Menschen fragwürdigen Sozialverhaltens, denen man sofort den Besen zum vor der eigenen Haustür Kehren (sinnbildlich) anreichen muss.
      die man mit dem Besen vom eigenen Hexenhaus weg oder aus diesem verjagen muss
      ich habs mal grad verbessert :)
      Liebe braucht Mut
    • Der Alienableger hat einen schulischen Burnout. Also, hart an der Grenze, daher behalten wir ihn jetzt zu Hause. Seine Lehrer und die Schulpädagogentussi sagten, er würde das Spaß-Ärgern der anderen Kinder zu ernst nehmen, er solle sich mal ein dickeres Fell zulegen. Nun wollen wir diesen Pinguin mal in andere Gewässer führen...
      Ich bin ne Ulknudel... aber ich kann auch ernst ^^
    • Ich bin diesen Thread sehr, sehr dankbar.

      Denn jetzt weiß ich was los ist, und kann besser mit der Situation umgehen und mich weniger hassen und mich für ein "faules Stück Scheiße" halten.
      ADHS & Autismus.
      and I'm a Crossbreed
    • Vielen Dank für den Link!
      Die aufgezählten Symptome beschreiben exakt meinen momentanen Zustand. Auch die aufgelisteten möglichen Ursachen beinhalten meine Ursachen und das hilft mir sehr weiter! (Ich wollte kein extra Thread dazu aufmachen und dachte, es passt hier thematisch dazu).

      Bei mir ist es so, das ich in so einem Zustand mit niemandem etwas zu tun haben will. Da ist es mir schon zu viel, wenn der Postbote an der Tür klingelt oder mich jemand anrufen würde. Keinen menschlichen Kontakt und auch mit niemandem reden, einfach nur für mich alleine sein. Alles so machen, wie ich es will, keiner der mich stört, nichts an das ich mich anpassen- oder danach richten muss.