Nähe und Distanz in Beziehungen

    • Nähe und Distanz in Beziehungen

      Huhu ihr lieben,

      ein Thema was mich auch restlos überfordert/überfragt und da ich ja neu hier bin, hab ich einige Fragen :)

      Mein Eindruck ist, dass Leute die sich distanziert und cool geben generell als Leute wahrgenommen werden mit denen man gerne Zeit verbringt, die irgendwie wertvoll zu sein schein. So dieses tyische sich rar machen. Ich selbst merke das auch bei Männern ganz besonders, dass wenn man da kein Interesse und keine Zeit hat, man direkt zur Beute ernannt wird und die Männer machen dann alles um dich näher zu bekommen.
      Aber auch in Freundschaften merke ich das. Es ist immer das von Bedeutung was es wenig gibt, das sieht man ja auch an den Werten von Rohstoffen, Nahrung und und. Gold ist so wertvoll, weil es eben nicht wie Steine überall rumliegt, für ALF hingegen ist Schaum viel wertvoller, denn auf Melmac gibt es überall Gold. Das ist sonderbar oder? Ich hab das jetzt lange beobachtet und das ist echt überall so. Mit dem coolen wollen alle befreundet sein.
      Ich find das zwischenmenschlich total schwierig, weil man sich da immer wieder verstellen muss. Ich sag Leuten auch mal gerne, dass sie tolle Freunde sind oder zeige auch, dass ich mit Ihnen gerne was unternehmen will, merke aber direkt , dass viele Leute direkt 3 Schritte zurückgehen, auf Distanz gehen oder sogar Treffen dann doch absagen. Und ichbin dabei nichtmal aufdringlich, sondern nur einfach ich und so wie ich fühle. Hat das was mit unserer Kultur zu tun? Ist das typisch deutsch? ich hab den EIndruck, dass es z.B in Rumänien ( da kommen wir her) nicht so ist, die Leute herzen sich überall, sind offen und jeder ist willkommen, man teilt Sorgen und Freuden und keiner macht den unnahbaren.
      Ich freue mich auf eure Meinungen.
      LG Deina
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      Hab das jetzt vier mal gelesen und so richtig verstehe ich die Frage immer noch nicht, der erste Teil hört sich für mich wie eine Sozialverhaltensthese an über die man sicherlich bei Interesse valide Untersuchungen finden kann. Für meinen Teil muss ich dem jedoch wiedersprechen denn macht sich eine neue Bekanntschaft rar so würde auch mein Interesse sinken, wäre sie dagegen häufiger zugegen würde auch mein Interesse steigen da sie zwangsweise häufiger meine Aufmerksamkeit erregen würde und somit irgendwann auch eine persönliche Neugier und persönliches Interesse weckt. Bei langjährigen und gewachsenen Freundschaften ist es mir egal wie lang man sich nicht gesehen hat solange man dann doch mal einen Termin findet wo man sich treffen kann und wie gewohnt über gemeinsame Interessen plaudert.

      Deinalina schrieb:

      Mit dem coolen wollen alle befreundet sein.
      Weiß ich nicht, mir wurde das Nachgesagt aber das hatte eher etwas damit zu tun das mir Leute egal waren mit denen ich keine Interessen teilte, in der Grundschule Gewalt als probates Mittel zur Konfliktlösung kennenlernte und bis zum Ende der Teenagerzeit beibehielt und nur versucht hab meine Ruhe zu haben. Mir wurde im Nachhinein oft gesagt wer Interesse an mir gehabt haben soll aber selbst hab ich das nie bemerkt. Ich denke das Label "cool" ist auch nur eine Projektion von anderen, schließlich habe ich mich nie als solches gesehen und meine Gewalt und Ignoranz waren Ausdruck emotionaler und sozialer Überforderung und nichts bewundernswertes.

      Das Beispiel mit dem Verstellen verstehe ich nicht aber Prinzipiell solltest du dich nicht verstellen, du bist du. Das einzige was ich darunter verstehen würde und empfehlen kann ist lieber zu schweigen statt den Leuten auf die Nase zu binden wenn du sie für Inkompetent hältst, aber das ist streng genommen auch kein verstellen und deine Beispiele sind ja eher positiv geprägt.

      Der letzte Teil mit dem Herzen erinnert dann doch wieder stark an körperliche Nähe und da muss ich sagen das mir diese bei Unbekannten äusserst unangenehm, bei Vertrauten ok und nur bei Personen mit besonderem Vertrauensverhältnis angenehm ist, sofern würde ich mich inhaltlich meinem Vorposter anschließen wenn auch nicht in der Intensität.

      Am Ende hab ich deinen Post 12 mal gelesen und bin mir letztlich immer noch nicht sicher das Problem zur Gänze erfasst zu haben aber hoffe doch wenigstens einen Einblick zum Thema gegeben zu haben.
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      Lamse schrieb:

      Hab das jetzt vier mal gelesen und so richtig verstehe ich die Frage immer noch nicht.Deinalina schrieb:
      Am Ende hab ich deinen Post 12 mal gelesen und bin mir letztlich immer noch nicht sicher das Problem zur Gänze erfasst zu haben aber hoffe doch wenigstens einen Einblick zum Thema gegeben zu haben.
      Leider geht es mir genau so.

      Deinalina, meinst du das jetzt bezogen auf freundschaftliche Beziehungen oder generell?
      Ich glaube, die Überschrift ist es, die verwirrt :).
      Also generell denke ich schon, dass viele (nicht alle) hier in Deutschland , nicht so herzlich sind wie in anderen Ländern und oft auch eher skeptisch, gegenüber Fremden - aber ich würde das jetzt nicht so pauschal verallgemeinern :)
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      Hi Ihr,
      mir ist es gerade auch schleierhaft was es da nicht zu verstehen gibt, aber dann fomuliere ich um.

      Mich verwirrt das Nähe und Distanz Verhalten von Menschen. Man sollte meinen, dass man mit Nähe ( Kontaktaufnahme, Offenheit, Komplimente, Zweisamkeit..) eine gute Bindung zu Menschen aufbaut und Menschen Nähe zu anderen möchten. Jetzt ist es aber so dass die Praxis zeigt ( jedenfalls ist das mein Gefühl), dass viele Menschen eher mit Menschen zusammen sein wollen die keine Nähe suchen und zeigen, sondern die sich distanziert verhalten,sich nicht melden, Termine absagen,sich nicht öffnen, weil ( so meine Theorie) diese Menschen dann als besonders selbstbewusst und stark wahrgenommen werden. Dieses typische Syndrom mit dem besten Freund einer Frau. Der beste Freund ist nett, hilfsbereit, sozial, offen, emotional ( alles nur ein Beispiel) aber die Frau will ihn nicht als Lebenspartner, nur als besten Freund und das weil ( meine Theorie) da wieder zu viel Nähe ist. Der Typ aber der nicht oft zeit hat, der wirkt als sei er sehr beschäftigt, der sich " cool" gibt ist dann wieder der Mann den man haben will. So hat sich das jedenfalls in meinem Leben 100 fach beobachten lassen. Das scheint eine Art Spiel zusein, dass ich halt nicht begreife. Man gibt sich distanziert um seinen Martkwert zu steigern.Ich hab das in jedem Millieu beobachtet, unabhängig von Intelligenz und ich hab da Schwierigekiten das mit zu spielen, denn ich bin gerne nett ich und ich sag Leuten, dass ich sie mag, melde mich und mache nicht einenauf distanziert.
      Liebe Grüße

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Deinalina ()

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      Ja, solche Spiele gibt es. Bei Männchen wie Weibchen.
      Aber es gibt auch Menschen, und nicht wenige, die sie nicht spielen.
      Die gilt es, zu finden.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
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      Deinalina schrieb:

      Mein Eindruck ist, dass Leute die sich distanziert und cool geben generell als Leute wahrgenommen werden mit denen man gerne Zeit verbringt,
      Ich verstehe das auch nicht so ganz... Bemerkt habe ich es schon öfter, ich finde es sinnlos... Wenn ich jemanden mag dann zeige ich es ihm auch, wenn jemand sich dann zurückzieht renne ich dem bestimmt nicht nach... Wenn ich mich "rar" mache dann will ich auch meine Ruhe haben...
      KEKSE!
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      Hm...vielleicht glauben viele, dass bei einer distanziert wirkenden Person irgendwelche tiefsinnigen versteckten Wesenszüge verborgen liegen (z.B. eine gewisse Verletzlichkeit), die die Person, aus Angst vor Kränkung nach außen hin kaschiert. :roll:

      Wie in dem Spruch:“Harte Schale, weicher Kern“
      Gefühle können manchmal seltsam sein:
      Manchmal ist man von hunderten von Menschen umgeben und fühlt sich trotzdem wie der einsamste Mensch auf Erden.
      Auf der anderen Seite, kann man ganz alleine auf einer einsamen Insel sein und sich trotzdem geliebt und geborgen fühlen, weil man weiß, dass es irgendwo jemanden gibt, der einen versteht. ;)
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      Dream Valley schrieb:

      Hm...vielleicht glauben viele, dass bei einer distanziert wirkenden Person irgendwelche tiefsinnigen versteckten Wesenszüge verborgen liegen (z.B. eine gewisse Verletzlichkeit), die die Person, aus Angst vor Kränkung nach außen hin kaschiert.

      Wie in dem Spruch:“Harte Schale, weicher Kern“
      Manchmal stimmt das ja auch.
      Manchmal lohnt sich ein 2. Blick.
      Nur halt nicht 1001 Blicke bis zur Selbstaufgabe.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
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      Ich habe aufgrund meiner Zurückgezogenheit nicht wirklich "viele" Menschen kennengelernt - und wenn dann meist in Kliniken oder anderen Gruppen.

      Über die üblichen Muster in einer Partnerschaft kann ich nicht viel sagen.

      Bei Freundschaften bzw Bekanntschaften finde ich das Verhalten der Parteien allerdings oft merkwürdig. Wenn ich "gute Freunde" hätte würde ich sicherlich einen engeren Kontakt pflegen wollen als es scheinbar bei "Freunden" üblich ist. Es entspricht irgendwie nicht meiner Vorstellung das sich "gute Freunde" nur 1, 2 mal im Monat (oder noch weniger) sehen / sprechen / schreiben. Das wäre mir zu wenig (zu viel Distanz) wenn es eine solche Person geben würde. Mein Anspruch unterscheidet sich da scheinbar stark von der gängigen Praxis.

      Da ich gerade merke das ich das Thema etwas verfehlt habe möchte ich noch ergänzen das ich distanzierte oder stillere Menschen grundsätzlich wesentlich interessanter finde da ich sie noch ergründen und beobachten kann. Offene und direkte Menschen schrecken mich schnell ab.
      ~ Einmal entsandt, fliegt das Wort unwiderruflich dahin ~
      Quintus Horatius Flaccus

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      Deinalina schrieb:

      Mein Eindruck ist, dass Leute die sich distanziert und cool geben generell als Leute wahrgenommen werden mit denen man gerne Zeit verbringt, die irgendwie wertvoll zu sein schein. So dieses tyische sich rar machen. Ich selbst merke das auch bei Männern ganz besonders, dass wenn man da kein Interesse und keine Zeit hat, man direkt zur Beute ernannt wird und die Männer machen dann alles um dich näher zu bekommen.
      Aber auch in Freundschaften merke ich das.

      Deinalina schrieb:

      ich hab den EIndruck, dass es z.B in Rumänien ( da kommen wir her) nicht so ist

      Der Eindruck mag richtig sein. Ich ziehe mich selbst sehr zurück und je mehr ich mich zurückziehe um so verstärkt scheinen sich andere veranlasst zu fühlen mir näher kommen zu wollen. Das mag nach außen hin als Coolness fehlinterpretiert werden. Bei mir ist es Desinteresse von klein auf bei anderen mögen Unsicherheiten dahinter stecken oder Probleme mit Nähe. Das gibt es sicherlich auch in Rumänien.


      Deinalina schrieb:

      weil ( so meine Theorie) diese Menschen dann als besonders selbstbewusst und stark wahrgenommen werden.
      Da wäre ich mir nicht so sicher. Ich erlebe das eher so, dass die Menschen die den Distanzierten hinterherlaufen oft selbst ein Nähe-Distanz Problem haben.
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      Deinalina schrieb:

      Man sollte meinen, dass man mit Nähe ( Kontaktaufnahme, Offenheit, Komplimente, Zweisamkeit..) eine gute Bindung zu Menschen aufbaut und Menschen Nähe zu anderen möchten.
      Prinzipell möchten Menschen Nähe zu anderen Menschen, wie weit dies jedoch ausgeprägt ist hängt vom Individuum ab und auf welche Art und Weise dies als angemessen erscheint hängt von der Sozialisation und Kultur ab. Kontaktaufnahme ist für die meisten Menschen etwas positives, wobei dies je nach Kultur auch auf bestimmte Weise erfolgen muss um positiv behaftet zu bleiben.
      Offenheit hängt stark vom kulturellen Rahmen ab der Vorgibt was als angemessen gilt und was nicht. Komplimente müssen auch ankommen, je offensichtlicher sie sind desto höher die Chance das sie als oberflächlich abgetan werden und je subtiler sie sind desto höher die Chance das sie nicht als Kompliment verstanden werden. Selbst bei Zweisamkeit kann man daneben liegen denn dafür müssen schon Sympathien vorhanden sein, bei Antipathien könnten diese verstärkt werden.

      Deinalina schrieb:

      Das scheint eine Art Spiel zusein, dass ich halt nicht begreife. Man gibt sich distanziert um seinen Martkwert zu steigern.Ich hab das in jedem Millieu beobachtet, unabhängig von Intelligenz und ich hab da Schwierigekiten das mit zu spielen, denn ich bin gerne nett ich und ich sag Leuten, dass ich sie mag, melde mich und mache nicht einenauf distanziert.
      Du scheinst es doch zu verstehen und nur keine Sinnhaftigkeit darin zu sehen was auch vollkommen ok ist. Sei wie du bist und mach nichts nur weil andere es tun. Mit Menschen spielt man nicht, abgesehen vom Gaming. Wie Linnea schon schrieb suche dir die Menschen die keine Spielchen spielen sondern sie selbst sind, auf die anderen kannst du verzichten da sie dir nur Kopfzerbrechen bereiten.

      Dream Valley schrieb:

      Hm...vielleicht glauben viele, dass bei einer distanziert wirkenden Person irgendwelche tiefsinnigen versteckten Wesenszüge verborgen liegen (z.B. eine gewisse Verletzlichkeit), die die Person, aus Angst vor Kränkung nach außen hin kaschiert. :roll:

      Wie in dem Spruch:“Harte Schale, weicher Kern“
      Das mögen manche denken, ist letztlich aber ziemlich kurz gedacht denn jeder Mensch hat versteckte Wesenszüge die im Alltag nicht offenbar werden. Jeder Mensch reagiert und agiert in stressigen, entspannten, intimen, öffentlichen, privaten, etc. Situationen anders und bevor man alle Wesenszüge eine Menschen kennenlernt vergehen Jahre, dies hat aber rein gar nichts damit zu tun ob jemand distanziert oder aufdringlich ist.