Mit unfairen Gesprächsmethoden umgehen

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    • Einfac

      FruchtigBunt wrote:

      Nun ist es so, dass meine Gegenüber mein Schreiben sehr häufig damit kommentieren, dass sie sagen "dass müssen Sie nicht alles mitschreiben!" Man sagte mir das auch schon in Vorträgen. "Das müssen Sie nicht alles mitschreiben, es gibt nachher ein Handout". Ich verlasse mich lieber auf die Informationen, die ich notiere, weil ich dabei Schwerpunkte setzen kann, auch was die Details anbelangt. Handouts sind oft gröber gehalten.
      Einfach mitschreiben und gedämpft mitsprechen: "Das - müssen - Sie - nicht - alles - ..."
      Dann den Gegenüber fragend anschauen, ob noch was kommt. :d :fun:
      For mash get SMASH!
    • @Nowhere Mat - :d :thumbup:

      kurzes Offtopic:
      Ich erstelle das Handout vor meinen Kursen so, das jeweils drei Folien pro Blatt untereinander sind und daneben genug Freizeilen für Notizen.
      Das wird vor dem Seminar ausgeteilt und hat sich als sehr praktisch erwiesen.

      Ontopic:
      Ich habe auch Kommunikationsseminare besucht, um schneller passend reagieren zu können.
      Es klappt meistens, aber leider nicht immer.
      "Ich kehre in mich selbst zurück und finde eine Welt."


      (Johann Wolfgang von Goethe)
    • Lilith wrote:


      Ich erstelle das Handout vor meinen Kursen so, das jeweils drei Folien pro Blatt untereinander sind und daneben genug Freizeilen für Notizen.
      Das wird vor dem Seminar ausgeteilt und hat sich als sehr praktisch erwiesen.
      Ich schicke die Folien per Mail rum. Wer mit Papier im IT-Semimar sitzt wird schon fast angeschaut, als habe er Steintafeln und Meisel dabei :d

      Selbst in Nicht-IT-Girmen klappt das wunderbbar. Nebeneffekt: "blind" tippen können die meisten besser als blind schreiben.
      Wird schon But there's no sense crying over every mistake. You just keep on trying 'till you run out of cake.
    • infla wrote:

      Ich kann mir vorstellen, daß man dann "Nehmen Sie es als Kompliment!" ohne irgendwelche Entschuldigungen sagt.
      Das könnte ich auch sagen, wobei das vermutlich das Gegenüber verwirrt, oder?


      Lex wrote:

      Ich werde total nervös, wenn Leute sich Notizen machen, während ich rede. Wer weiß, was die da wirklich schreiben...
      Mir ist das egal, ob jemand mitschreibt, wenn ich rede oder nicht. Wenn jemand mitschreibt, fühle ich mich fast geehrt, weil das, was ich sage, ja dann wichtig erscheint. Was die Person dabei schreibt, ist mir aber relativ egal. Wenn die Person schreibt, guckt sie mich in der Regel nicht an und das finde ich gut.


      Wilowtree wrote:

      Ich könnte mir vorstellen, dass einige im Gespräch also weniger das Anfertigen von Notizen selbst stört, sondern, dass du von dem Notieren so eingenommen bist und dadurch persönlich weniger erreichbar bist.
      Das könnte auch sein. Mich beruhigt es, wenn ich den Stift in der Hand habe und auf den Notizblock schauen kann. Ich kann dabei besser denken, als wenn ich in den Raum oder in das Gesicht einer Person schauen muss. Ich notiere vereinzelt stichpunkthaft mit, aber schonmal auch wichtige Daten wie genannte Zahlen oder Teile von Sätzen.
      Bei einem formellen Gespräch bin ich leider in der Regel eh nicht erreichbar, sondern vollkommen überwältigt. Vielleicht irritiert das die Menschen, das kann sein. Wenn ich dann aber nicht mal mehr mitschreiben darf, fühle ich mich noch schlimmer, weil ohne Notizen hinterher wirklich oft wichtige Infos fehlen würden bzw. die Struktur fehlt. Ich schreibe oft auch nur so eine Art Überschriften auf, damit ich die groben Themen hinterher noch präsent habe. Oft ergeben meine Aufzeichnungen aber auch keinen Sinn, weil ich zu sehr unter Stress stehe.

      Die Idee, "Stört es Sie, wenn ich ein wenig mitschreibe?" find ich gut. Das wirkt noch etwas versöhnlicher, als nur "Stört es Sie, wenn ich mitschreibe?", wobei es mir einen Touch zu versöhnlich ist. :o Vielleicht wird das dann wirklich als Frage verstanden und dann wird diskutiert, was "ein wenig" ist und ich muss mich wieder rechtfertigen. Wenn ich nur sagen würde "stört es Sie, wenn ich mitschreibe", ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein "nein, machen Sie ruhig" zurückkommt, glaube ich. Ich glaube, dann funktioniert der Zweck dieser Frage irgendwie besser.

      @wintereule
      Ich kenne es z. B., dass Leute eifrig mitschreiben oder so tun, aber sich für die Inhalte gar nicht interessieren. Das sieht dann bei mir vermutlich ähnlich aus, aber ich interessiere mich sehr für die Inhalte und möchte es ja gerade deswegen mitschreiben.
      Richtig verstehe ich es trotzdem nicht. Wieso sagst du den Teilnehmern, dass sie nicht mitschreiben müssen? Was jemand muss oder nicht muss liegt ja nicht in der Hand des Seminarleiters. Vielleicht störe ich mich auch an dem Wort "muss", weil es so direktiv ist bzw. wenn man sich daran hält und dann nicht mitschreibt, wird ja der Seminarleiter/in trotzdem keine Verantwortung dafür übernehmen, wenn man dann vieles nicht versteht,w eil es auf dem Handout beispielsweise nicht genannt ist. Vielleicht ist das auch ein Asperger-Problem, weil mir oft ganz andere Informationen wichtig sind als anderen Menschen. :|
    • Nowhere Mat wrote:

      Einfach mitschreiben und gedämpft mitsprechen: "Das - müssen - Sie - nicht - alles - ..."
      Dann den Gegenüber fragend anschauen, ob noch was kommt.
      :lol: Ja, dafür muss man aber schon sehr selbstbewusst sein, aber lustig fände ich es.

      @Willowtree
      Danke für den Tipp mit der Stenografie. Ich interessiere mich schon seit längerer Zeit dafür und hätte Interesse, einen solchen Kurs zu belegen. :nod: Ich brachte diese Idee schonmal wo an, wo man meinte, dass das nicht mehr nötig sei, aber ich weiß die genaue Begründung nicht mehr. Ich kann zwar sehr schnell schreiben (normale Schrift, also keine Stenografie), aber bei Stenografie (glaube ich) notiert man nicht ganze Sätze, sondern einzelne Informationen. Dieses Konzept würde mich interessieren. Mal sehen, ob das die VHS hier anbietet.

      Vielen Dank schonmal für die ganzen Ideen und den Input (mein Bedarf ist erstmal gedeckt, aber es darf natürlich noch gerne weitergeschrieben werden, ich ziehe mich nur etwas zurück).
      Ich werde es wohl jetzt so machen, dass ich entweder sage:
      • "Stört es Sie, wenn ich mitschreibe?" (wenn mir die Person belehrend vorkommt) oder
      • "Mir hilft das Mitschreiben, um den Gespräch besser folgen zu können. Ich hoffe, dass Sie das nicht stört." (wenn ich den Eindruck habe, die Person meint es nett)
      Das ist alles für mich besser, als nichts zu sagen, zu erstarren und einen Blackout deswegen zu bekommen. Deswegen übe ich das ab jetzt (falls es nochmal vorkommen sollte). Inhaltlich kann ich es ja immer noch perfektionieren.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • @Nowhere Mat: Lachmichscheckig! Den probier ich bei nächster Gelegenheit aus.

      @wintereule: Interessant, was du schreibst. Bestätigt meine Beobachtungen. Ich hab mir das Kritzeln bei einem vom A-Amt verordneten Seminärle angewöhnt. Luft stickig, Thema zäh; nichts dabei, was ich hätte notieren müssen. Wenn ich mich in solcher Umgebung gar nicht bewege, schlaf ich ein. Ich malte Blümchens. Ich malte Hängmäns. Ich blieb wach.
      equo ne credite
    • @FruchtigBunt mit muss meine ich in dem Fall: Niemand muss bei meinen Termin mitschreiben: um engagiert zu wirken, weil ich nach dem Termin nie wieder zur Verfügung stehe, ich das irgendwie erwarte oder sich das meiner Erfahrung nach als sinnvoll herrausgestellt hat. Es würde also vielleicht besser heißen: Von mir aus muss niemand mitschreiben.
      Jeder darf aber mitschreiben, wenn er selber glaubt das es ihm hilft. In deinem Fall passt das ja auch, aber wie gesagt ich schätze bzw. hab die Erfahrung gemacht das bei vielen Menschen mitschreiben zu schlechtern Terminen/Schulungen oder Ergebnissen führt. Ich würde dich danach auch nicht nochmal auffordern das schreiben zu unterlassen. Das einzige was ich schonmal mache (Schande auf mein Haupt (RW)), wenn danach Leute die super viel mitgeschrieben haben, Fragen stellen die ich vielleicht sogar mehrfach im Termin beantwortet hab, darauf hinzuweisen dass sie vermutlich die Antwort kennen würden wenn sie nicht mitgeschrieben haben.

      Ich zum Beispiel schreibe selbst bei Terminen auch mit, wobei ich meist kritzle und nur Stichwörter aufschreibe. Nach 8 Stunden Termin hab ich manchmal nur 5 Worte da stehen, das reicht mir dann aber. Ich schreibe meine Zusammenfassungen meist aus dem Kopf am nächsten Tag.

      @Matou ja ich glaube das ist wohl der Hauptgrund, geht mir ähnlich ich hab in solchen Fällen auch sowas wie Sekundenschlaf. Kritzeln hilft mir dabei, und da es irgendwie eine Form des Stimmings ist, hilft es den meisten auch NTs dabei die gehörten Dinge zu verarbeiten. Es bindet genau genug Ressourcen um aufmerksam zu sein aber sich nicht selbst abzulenken. So meine Theorie.

      @hundefreund Das stimmt, aber wer in irgendeinem Termin mit Notebook sitzt brauch auch meist nicht zum Termin kommen. Die meisten arbeiten während so etwas Emails ab, machen lange vor sich hergeschobene Aufgaben oder surfen im Internet. Meist ist die Aufmerksamkeit nicht beim Vortragenden bzw. nicht bei der Disskussionrunde. Manchmal wünschte ich mir die Leute würden einfach nur ihr Gehirn in solche Termine mitbringen. Meistens reicht das vollkommen.
    • wintereule wrote:

      Also wenn ich beim Kunden bin und mit denen Workshops mache oder Schulungen gebe, habe ich festgestellt das die meisten (vermutlich meist NT) die mitschreiben weniger mitbekommen.
      Wenn ich nur zuhöre, kann ich zwar alles nachvollziehen und verstehen. Aber nach wenigen Minuten ist das Wissen wieder raus aus meinem Kopf - es erreicht einfach nicht das Langzeitgedächtnis.
      Außerdem fällt es mir ohnehin schwer, nur auf audio-Ebene etwas mitzubekommen. Ich achte mehr auf die Bilder und Grafiken, wenn es denn welche gibt.
      Durch das Mitschreiben einzelner Stichpunkte bleibt bei mir viel mehr hängen - auch weil ich ja gezwungen bin, dass gehörte schnell auf wenige Worte zusammenzufassen.
      Ideal ist ein Script, was der Vortragende vorher verteilt und wo genügend Platz für eigene Notizen ist. Dann braucht man sich wirklich nicht mehr alles mitschreiben, sieht aber auch, was eben nicht draufsteht und kann es ergänzen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Im persönlichen Kontakt fällt mir leider erst meistens im Nachhinein auf, dass ich ggf. unfair behandelt wurde. Ad hoc kann ich nicht einschätzen, ob ich (und nicht der andere) es bin, der vielleicht im Unrecht ist. Das wird manchmal ausgenutzt.
    • Garfield wrote:

      wintereule wrote:

      Also wenn ich beim Kunden bin und mit denen Workshops mache oder Schulungen gebe, habe ich festgestellt das die meisten (vermutlich meist NT) die mitschreiben weniger mitbekommen.
      Wenn ich nur zuhöre, kann ich zwar alles nachvollziehen und verstehen. Aber nach wenigen Minuten ist das Wissen wieder raus aus meinem Kopf - es erreicht einfach nicht das Langzeitgedächtnis.Außerdem fällt es mir ohnehin schwer, nur auf audio-Ebene etwas mitzubekommen. Ich achte mehr auf die Bilder und Grafiken, wenn es denn welche gibt.
      Durch das Mitschreiben einzelner Stichpunkte bleibt bei mir viel mehr hängen - auch weil ich ja gezwungen bin, dass gehörte schnell auf wenige Worte zusammenzufassen.
      Ideal ist ein Script, was der Vortragende vorher verteilt und wo genügend Platz für eigene Notizen ist. Dann braucht man sich wirklich nicht mehr alles mitschreiben, sieht aber auch, was eben nicht draufsteht und kann es ergänzen.
      Ich höre auch lieber zu und mache mir nur stichpunktartige Notizen. Ich finde es auch gut, wenn Skripte verteilt werden. Da kann ich dann alles sehr gut nachvollziehen.
    • Da, wo mitschreiben möglich ist,z.B ein Vortrag, sage ich einfach "ich kann mich dann besser konzentireren", evtl mit Zusatz "bin halt eher der haptische Lernty".

      Was ich aber wenn ich vortrage erlebt habe ist, dass auf Laptops mitgeschrieben wurde, und mich dieses beständige, immer wieder unterschiedlich schnelle Geräusch der einzelnen Tasten extrem abgelenkt und auch aus dem Konzept gebracht hat.
      Auch ist enorm nervig, wenn andere beständig auf ihren Kukis rumklicken, sowohl beim Vortragen als auch beim zuhören.

      Es gibt aber Seminare, da geht es auch um Mitmachen und Erleben und dann Auswerten - da schließen sich Mitmachen und Mitschreiben gegenseitig einfach aus. Bei guten Seminaren gibt es dann dazu ein Skript bzw die Erläuterungen und die Möglichkeit, weitere Fragen zu stellen und dann mitzuschreiben.
      Liebe braucht Mut
      worldometers.info/
      Gegen Komplexität kann man nicht demonstrieren (scobel)
      ted.com/talks/stephanie_busari…urce=facebook&language=de
    • Ich hatte über Ebay Kleinanzeigen gestern einen Kauf über ein Konzertticket mündlich abgeschlossen und es wurde eine Uhrzeit für die Ticketübergabe vereinbart. Für den Fall, dass die Personen sich verspäten, gab ich meine Telefonnummer durch mit dem Hinweis, mich um eine bestimmte Uhrzeit abends über mögliche Verspätungen zu informieren, was die Person selbst so vorgeschlagen hatte. Ich bat noch darum, die Telefonnummer des Gegenübers auch zu bekommen, damit ich anrufen kann, falls man sich nicht findet.

      Etwas später bekam ich dann eine Nachricht über Ebay Kleinanzeigen, dass meine Telefonnummer nicht stimmen würde, weil man micih nicht per Nachricht (?) erreichen könne. Ich habe keine Ahnung, was für eine Nachricht das sein soll, denn man kann mich über meine Handynummer per SMS erreichen. Vermutlich geht es um irgendein blödes soziales Netzwerk, wovon ich keines nutze. Daraufhin haben mich die Personen auf dem Handy ein paar Stunden vor dem vereinbarten (Telefon)Termin einfach angerufen und mir dann über Kleinanzeigen eine Mail hinterhergeschrieben, dass ich mich melden soll, weil es ansonsten noch jemand anderen gäbe, der das Ticket nehmen würde.

      Ich fühle mich dadurch so erpresst, dass ich vom Kaufvertrag zurückgetreten bin. Mir kam der Hinweis, dass es noch jemand anderen gäbe, der das Ticket nehmen würde, wie ein Erpressungsversuch vor. Ich habe dann geschrieben, dass ich zurücktrete und das Ticket gerne an die andere Person verkauft werde könne. Darauf wurde dann gar nicht eingegangen und es kam die Nachricht, dass die Ticketübergabe wie vereinbart stattfindet. Dadurch bin ich noch wütender geworden, weil mir dann klar war, dass es sich um irgendwelche komischen Spielchen handelte.

      Wenn ich sage, dass ich um eine bestimmte Zeit da bin, dann bin ich auch da. Aber offenbar misstraute die Person mir und wollte mir in irgendwelchen Netzwerken Nachrichten schicken und weil diese nicht ankamen, misstraute sie mir noch mehr und drohte dann damit, wenn ich mich nicht melde, einem anderen Interessenten das Ticket zu geben.
      Hätte ich nicht so eine Angst zu telefonieren, wäre ich vermutlich einfach ans Telefon rangegangen, aber ich habe mich so über den nicht geplanten Anruf geärgert und diesen Hinweis, dass ein anderer Interessent da wäre, dass ich alles abgesagt habe. Der andere Interessent war meinem Gefühl nach erfunden, weil man mich danach fast schon angebettelt hat, das Ticket zu kaufen.

      Davon entfällt auf mich:
      • nicht ans Telefon gehen, weil die Uhrzeit 20 Uhr vereinbart war und nicht 5 Stunden früher (Angst vor dem Telefonat; Wut, dass andere sich nicht an Absprachen halten; Wut, mitten bei anderen Tätigkeiten unterbrochen zu werden)
      • Unterstellung, dass die andere Person etwas (anderer Interessent) erfunden habe, um mich unter Druck zu setzen
      • Wut über vermeintliche Dummheit des Gegenübers, weil dieses behauptet, meine Handynummer wäre falsch, nur weil ich über WhatsApp oder wie diese ganzen Dinge heißen, nicht erreichbar bin oder die Person sich vielleicht vertippt hat
      • Wut, dass mir geglaubt wurde, dass ich um die vereinbarte Uhrzeit vor Ort bin
      Ich kann das alles, was das Gegenüber getan hat bzw. nicht getan hat, ja nicht ändern. Da ich dann trotzdem für den gleichen Preis ein Ticket von jemand anderem bekommen habe, war es im Endeffekt nicht so schlimm für mich, aber da solche Vorfälle häufiger vorkommen, wäre es sinnvoll, wenn ich mal etwas daraus lernen würde bzw. mich zumindest nicht immer so darüber ärgern würde.

      Hätte ich mit dieser Person zu meinem Ziel kommen wollen (das Ticket erhalten) hätte ich mich auf das alles einlassen müssen, also
      • ans Telefon fünf Stunden vorher gehen, obwohl eine andere Uhrzeit vereinbart war
      • auf den Hinweis, dass ich mich zu melden habe, weil sonst ein anderer Interessent noch da wäre, telefonisch zu antworten, dass ich das Ticket so wie vereinbart kaufen will
      • antworten, dass meine Handynummer korrekt ist und fragen, wie die Person darauf kommt, dass die Nummer nicht korrekt sei
      • (am Besten noch vorher allen möglichen sozialen Netzwerken beitreten, damit solche Probleme gar nicht auftreten. :sarcasm: ohne Grinsen).


      Punkt 3 (Handynummer korrekt) hätte ich gerade noch hinbekommen. Aber ich muss mir gegenüber eingestehen, dass ich es nicht hinbekomme, wenn mir ein Ticket zugesagt wurde, mich dann unter Druck zu setzen, mich zu melden, weil das Ticket ansonsten an jemand anderen verkauft würde. Ich bin nicht willens, mich einem solchen Druck zu beugen. Vermutlich ist das auch Sturheit oder Bockigkeit und am Ende war es ja so, weil ich mich dem nicht gebeugt habe, dass ich das Ticket dann zwar trotzdem bekommen hätte, aber nur, wenn ich mich diesem Druck gebeugt hätte und das kann ich nicht, weil mein Ego dafür zu groß ist. :yawn: Ich sehe es aber auch einfach nicht ein, wenn andere Menschen mit Druck und unfairen Mitteln arbeiten. Das mache ich nicht mit. :frown:

      Ich bin trotzdem immer noch wütend darüber, dass Menschen so vorgehen und einen dann erpressen wollen, obwohl sie mir das Ticket ja zugesagt hatten. Das ärgert mich vermutlich am meisten.

      Das "einfach-angerufen-werden" ist auch schlimm für mich und daran muss ich arbeiten. Ich weiß allerdings nicht, wie das gehen soll. Es ist für mich einfach total schlimm, wenn jemand anruft, mit dem ich das vorher nicht irgendwie vereinbart habe bzw. ich nicht weiß, was diese Person wollen könnte und ich dann alle Dinge, die ich gerade tue, unterbrechen muss. Ich war z. B. zu dem Zeitpunkt einkaufen. Da bringt es mich total durcheinander, wenn ich dann zwischendurch ein Telefonat erledigen soll.

      Keine Ahnung. Bei der Person, bei der ich das Ticket dann letztendlich ganz kurzfristig gekauft habe (Mann), ging es dann so: Er schrieb mir "Ich habe ein Ticket zu dem Preis. Haben Sie Interesse?". Ich schrieb "ja. Wann sind Sie an der Halle?". Er schrieb: "Ich bin schon drin, aber kann rauskommen." Ich schrieb: "gut, dann fahre ich jetzt los. Bin in einer halben Stunde da. Können Sie mir Ihre Telefonnummer geben, dann ruf ich an, wenn ich vor der Halle bin. Ich habe das alte Handy dabei - ohne Internet". Er: "Okay, Telefonnummer: xxxxxx". Hab dort angerufen, er kam raus, hat mir das Ticket gegeben, ich das Geld. Fertig.
      Es klappt also auch. Aber es klappt dann nicht, wenn die Leute Unvorhersehbares tun oder so kommunizieren, dass es verworren ist. Dieser dämliche Satz "bitten melden Sie sich, es gibt ansonsten noch einen anderen Interessenten (obwohl mir das Ticket schon zugesagt wurde)" ist für mich dermaßen verworren und ich werde wütend, wenn ich den nur lese. Er enthält alles Mögliche, das ich nicht verstehe: Wieso kommt nun ein anderer Interessent in Frage, obwohl mir das Ticket schon zugesagt wurde? Zahlt er mehr Geld? Falls ja, ist ein Kaufvertrag trotzdem ein Kaufvertrag und es wäre total egal, ob sich jemand anderes für das Ticket interessiert, weil es mir doch schon zugesichert wurde. Wieso ist es so wichtig für die Person, dass ich ans Telefon gehe bzw. wieso ruft die Person mich überhaupt an, obwohl vereinbart wurde, dass man sich anruft, wenn man vor der Halle ist?

      :yawn: Ich verstehe einfach nicht, wieso Menschen nicht ganz einfach sagen können, was sie wollen. Sie hätten mir ja schreiben können "Person XY bietet mir 5 EUR mehr fürs Ticket, also gebe ich es jetzt der Person, obwohl ich es Ihnen zugesagt habe.". Dann hätte ich mir gedacht "Leck mich mal...", aber wenigstens hätte ich gewusst, um was es geht.
      Oder die hätten mir schreiben können, dass ich mich telefonisch melden soll, weil sie mir nicht glauben, dass ich das Ticket wirklich kaufen will und sie mir das eher glauben, wenn ich am Telefon spreche. :| Wenn das von vornherein klar gewesen wäre, hätte ich mir das in Ruhe überlegen können. Aber so wird einfach gesagt "ja, Sie kriegen das Ticket. Wir überreichen es um 20 Uhr und melden uns kurz vorher" und dann werden doch irgendwelche komischen Dinge getrieben. :yawn: Mich frustriert das einfach.

      Ich habe keine Ahnung, wie ich zukünftig vorgehen soll. Ich würde gerne einfach nach solchen Leuten suchen, mit denen die Kommunikation einfach und klar ist. Gestern hat es dann noch funktioniert, aber oft funktioniert das nicht und man ist darauf angewiesen, mit solchen Leuten wie oben beschrieben zu kommunizieren. Mich macht diese Art der Kommunikation aber unglaublich wütend. :( Wenn ich besser damit zurechtkommen wollte, müsste ich mich erstens Dingen (Druck, Unlogik etc.) beugen, denen ich mich nicht beugen will. Und zweitens müsste ich Dinge hinbekommen, die ich momentan nicht kann (Flexibilität, mich in andere hineinversetzen).

      The post was edited 6 times, last by FruchtigBunt ().

    • Da kommt halt ins Spiel, dass Aspies sich oft schwer in die andere Seite hineinversetzen können.
      Er wird seine Gründe gehabt haben. Vielleicht auch schlechte Erfahrungen mit Käufern, die kurzfristig abspringen.
      Und wenn es für ein Konzert ist, kann man ja auch nicht ewig warten, dann ist das Ticket irgendwann wertlos.
      Bei normalen Menschen funktioniert die "normale" Kommunikation (man sagt das Eine, meint aber das Andere oder geht von Dingen aus) wahrscheinlich sonst immer - woher soll er wissen, dass ein Autist der Käufer ist?

      Ich hätte wohl einfach eine SMS geschrieben, dass meine Handynummer stimmt und dass nur SMS funktioniert. Oder direkt angerufe, um Klarheit zu bekommen. So ein Telefonat ist ja nicht mit 1000 Unwägbarkeiten verbunden.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • FruchtigBunt wrote:

      dass meine Telefonnummer nicht stimmen würde, weil man micih nicht per Nachricht (?) erreichen könne.
      WhatsApp. Die App macht so „abhängig“, dass Leute, die das Nutzen, den Kontakt zu Menschen, die es nicht haben, gerne vergessen.


      FruchtigBunt wrote:

      Mir kam der Hinweis, dass es noch jemand anderen gäbe, der das Ticket nehmen würde, wie ein Erpressungsversuch vor.
      Das ist doch vollkommen normal. Und die anderen Interessenten springen auch schnell wieder ab. Bei Kleinanzeigen hab ich auch schon alles mögliche erlebt.

      FruchtigBunt wrote:

      Keine Ahnung. Bei der Person, bei der ich das Ticket dann letztendlich ganz kurzfristig gekauft habe (Mann), ging es dann so: Er schrieb mir "Ich habe ein Ticket zu dem Preis. Haben Sie Interesse?". Ich schrieb "ja. Wann sind Sie an der Halle?". Er schrieb: "Ich bin schon drin, aber kann rauskommen." Ich schrieb: "gut, dann fahre ich jetzt los. Bin in einer halben Stunde da. Können Sie mir Ihre Telefonnummer geben, dann ruf ich an, wenn ich vor der Halle bin. Ich habe das alte Handy dabei - ohne Internet". Er: "Okay, Telefonnummer: xxxxxx". Hab dort angerufen, er kam raus, hat mir das Ticket gegeben, ich das Geld. Fertig.
      Ja, so kenne ich das auch bei einigen. Mal hat man Glück, mal hat man „komische“ Leute.

      Ich hatte letztens auch den Fall, dass ich etwas verkaufen wollte. Derjenige wollte dann erst den Termin verschieben. Als er zum verschobenen nicht erschienen ist wollte er noch einen neuen Termin. Hab das Teil wider eingestellt - 2 Telefonate und eine halbe Stunde später war es weg.
      Wird schon But there's no sense crying over every mistake. You just keep on trying 'till you run out of cake.
    • hellobird wrote:

      Im persönlichen Kontakt fällt mir leider erst meistens im Nachhinein auf, dass ich ggf. unfair behandelt wurde. Ad hoc kann ich nicht einschätzen, ob ich (und nicht der andere) es bin, der vielleicht im Unrecht ist. Das wird manchmal ausgenutzt.
      Such ist life!!!

      Nein, ernsthaft, das tut mir zwar leid für dich, wenn es zum Beispiel mal richtig gemein zugeht, aber so etwas ist typisch für Aspies und verwandte Seelen.
      Aber:
      Erstens kannst du tatsächlich lernen, solche Situationen schneller einzuschätzen. Dann kannst du dich bei der innerlichen Meldung "Gefahr!" schneller zurückziehen.
      Zweitens musst du ja gar nicht immer sofort zurückhauen/schlagen/widersprechen, denn oft ist Schweigen die beste Antwort. Am besten ist der Konflikt, auf den du nicht eingehen musst, weil du dir so unnötige Kraftanstrengungen ersparst.
      Drittens ist es ganz normal, dass Aspies zeitverzögert antworten - weil sie die Situation später als andere analysieren. Und dann fällt dir womöglich eine viel bessere Antwort oder Strategie in der nächsten, ähnlichen Situation ein.

      Also: ärgere dich nicht über dich, sondern bewundere dich selbst für dein Aushalten und deinen Mut, weiter zu machen.
      Ärgere dich auch nicht über andere, denn das bringt nix.
      Betrachte ähnliche Situationen als Übungsaufgaben!
      Irgendwann klappt es besser und du darfst dich wieder mal loben!
      (Ist das nicht nett?!)
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • hundefreund wrote:

      WhatsApp. Die App macht so „abhängig“, dass Leute, die das Nutzen, den Kontakt zu Menschen, die es nicht haben, gerne vergessen.
      So etwas ärgert mich z. B. enorm. Wieso gehen die davon aus, dass jeder dieses WhatsApp nutzt? Da denke ich mir direkt, dass ich mit Leuten, die einer solchen Gehirnwäsche unterliegen, nichts zu tun haben will. Das ist doch total beschränkt, zu glauben, dass das jeder nutzen würde, nur weil es das gibt und dann noch zu behaupten meine Handynummer wäre falsch, nur weil sie mich in diesem WhatsApp nicht finden.

      hundefreund wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Mir kam der Hinweis, dass es noch jemand anderen gäbe, der das Ticket nehmen würde, wie ein Erpressungsversuch vor.
      Das ist doch vollkommen normal.
      Was ist normal? Dass sich nach mir noch weitere Interessenten melden oder dass man eine schriftliche Zusage ("Sie bekommen die Karte. Übergabe ist heute Abend um 8") überhaupt nicht verbindlich meint oder davon ausgeht, dass ich das nicht verbindlich meinen würde? Oder dass man andere mittels Lügen unter Druck setzt (ich glaube nämlich nicht, dass es diesen Interessenten gab).
      Mir kommt das hier immer wieder unter. Ein Wort ist doch ein Wort. Erst seit ich hier wohne hab ich diesen Zirkus mit Ebay. Früher konnte ich mich auf die Käufer meist verlassen und ich kann mich an keinen einzigen Fall erinnern, wo jemand was nicht holte. :shake:
    • Dass man sich bei Kleinanzeigenportalen auf nichts verlassen kann ist normal. Da gibt es sicher regionale Unterschiede. Aber zum größten Teil habe ich gute Erfahrungen gemacht.
      Wird schon But there's no sense crying over every mistake. You just keep on trying 'till you run out of cake.
    • hundefreund wrote:

      Dass man sich bei Kleinanzeigenportalen auf nichts verlassen kann ist normal.
      Denken die Leute dann, weil es relativ anonym ist, kann das Gegenüber ihn bei Lügen bzw. Nichterscheinen ja nicht belangen oder was denken sich diese Leute? Ich würde mich schämen, wenn ich jemandem ein Ticket zusage und dann in Erwägung ziehen würde, das einfach an einen anderen Interessenten zu verkaufen, obwohl ich der Person eine Zusage gegeben habe. Sowas macht man doch nicht (mir fällt da einfach kein besseres Argument ein, aber das ist doch keine Art..)
    • FruchtigBunt wrote:

      Denken die Leute dann, weil es relativ anonym ist, kann das Gegenüber ihn bei Lügen bzw. Nichterscheinen ja nicht belangen oder was denken sich diese Leute?
      Es gibt einfach Menschen, für die ist eine Zusage nur die Aussage: „Derzeit habe ich es vor“ - wenn sie sich in einer Stunde zu etwas anderem entscheiden, ist es für diese Menschen vollkommen „normal“, das andere zu nehmen.

      Beispiel: Jemand bietet ein Ticket für 20€ zum Kauf an. Du sagst, dass du es heute Abend zu dem Preis kaufen willst. Zwischenzeitlich kommt ein anderer Interessent und holt das Ticket direkt ab - dann wird dieser jemand das Ticket an den anderen Interessenten für das Geld verkaufen. Er hatte zwar vor, es heute Abend dir zu verkaufen, aber zwischenzeitlich kam eben etwas besseres dazwischen.

      Diese Menschen, die so „spontan“ umplanen, finden dein Verhalten dann wieder unverständlich und kapieren nicht, warum du dich darüber so aufregst, wenn es nichts wurde.

      Ich hatte hier letztens ein Youtube-Video verlinkt, da ging es um die „Delfine“.


      Bei unbekannten im Internet ist das immer schwer ein zu schätzen. Aber ich kenne auch einige so Delfine. Der Vorteil bei denen ist: wenn es mal nicht klappt, macht es bei denen nichts, denn die können spontan umplanen.
      Wird schon But there's no sense crying over every mistake. You just keep on trying 'till you run out of cake.