Mit unfairen Gesprächsmethoden umgehen

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    • @FruchtigBunt: Ich bin beruflich oft mit einem Block unterwegs und kenne die Ansprache. Meistens sage ich "gut" oder "Danke" und schreibe einfach weiter. Wird der Hinweis wiederholt, wiederhole ich meine Reaktion (Rekord: 5 Hins und Hers). Ich glaube, ich habe mich noch nie damit erklärt, dazu bin ich zu faul und gleichermaßen zu stur.

      Mögliche Textbausteine, falls ich doch mal was erklären wollte (es hat gute Gründe, dass ich das selten tu...):

      - Schreiben ist eine aussterbende Kulturtechnik. Ich erhalte das Alte.
      - Dann geben Sie mir jetzt gleich Ihr Script und ich muss nur unterstreichen.
      - Wünschen Sie, dass ich eine Kamera laufen lasse?

      Allerdings sind meine Blöcke klein und ich muss nicht hinschauen beim Schreiben. So fällt es vielen Leuten gar nicht auf - oder sie nehmen es nicht als störend wahr. Wenn ich etwas als Notiz fotografieren will, frage ich grundsätzlich.
    • FruchtigBunt wrote:

      Habt ihr Ideen, wie ich besser damit umgehen könnte?
      Ganz einfach vorher klar sagen, dass Du Probleme hast mit dem Merken sowie der schnellen Unterscheidung zwischen wichtig und unwichtig hast und Dir deswegen alles mitschreiben musst.
      Dann weiß der Gegenüber, warum Du das machst und hat keinen Anlass mehr Dir das vorzuwerfen, was Du angekündigt hast.
      Und wenn doch, dann ignoriere es einfach.
      Die Frage, ob man es alternativ per Smartphone einfach alles aufnehmen darf, wäre sicher auch nicht verkehrt. Das werden die Leute gar nicht wollen und geben sich vielleicht mit dem kleineren Übel (Mitschreiben) zufrieden.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • @Matou
      Dich scheint das nicht so sehr zu stören wie mich, wenn diese "Ansprache" kommt. Ist es üblich, dass jemand dieses "Sie brauchen nicht alles mitschreiben" sagt oder wird das nur zu Menschen gesagt, die man ärgern mag oder nicht ernst nimmt?
      Ich hatte darauf auch schon sowas wie "ja" gesagt und dann aber kurz darauf wieder weitergeschrieben, woraufhin ich dann ein schlechtes Gewissen bekam, weil ich dann gegen mein eigenes "ja" verstoßen hatte. Lieber hätte ich dann sowas entgegnet wie "doch, ich MÖCHTE aber DIE MIR WICHTIGEN Dinge mitschreiben".

      Hm, ich denke mal über die Idee von @Garfield nach. Vorher ankündigen hat für mich so ein bisschen was von als müsste ich mich dafür rechtfertigen, aber der Vorteil besteht vielleicht wirklich darin, dass dann dieser blöde Satz ("Sie brauchen nicht alles mitschreiben") nicht kommt. Aber so richtig wohl fühle ich mich damit trotzdem nicht. Das klingt ja dann wirklich so, als müsste ich mich dafür entschuldigen oder rechtfertigen oder Rücksicht nehmen, warum ich mitschreibe. In einem Gespräch sollte es doch normal sein, dass man sich auch Notizen macht, oder?

      Vielleicht mache ich es besser so, dass ich bei dem ersten Hinweis ("Sie brauchen nicht alles mitschreiben") entgegne: "Mir ist das wichtig. Ich hoffe, dass Sie Verständnis dafür haben.". Besser wäre vielleicht, zu erklären, warum einem das wichtig ist, aber so viele Informationen bekomme ich mündlich nicht hin in so einer Situation.

      Oder was haltet ihr davon, wenn man einfach antwortet "Stört es Sie, wenn ich mitschreibe?" Bestimmt kommt dann eine Antwort wie "nein, nein, ist schon gut" und man muss sich selbst nicht rechtfertigen für eine Sache wie das Mitschreiben. So hätte ich zumindest das Gefühl, dass ich nicht in eine Ecke gedrängt werde, sondern der aktive Gesprächspartner bleibe. Irgendwie gefällt es mir nicht, die Begründung noch nachzuschieben, weil ich mich dadurch selbst in eine unterlegene Position begebe.

      Vielleicht würde ich noch sagen "nein, müssen tu ich das nicht, aber mir hilft das" (wenn jemand "Sie MÜSSEN nicht" sagt) oder "doch, ich brauche das, um dem Gespräch besser folgen zu können". Das könnte ich mir noch merken, weil ich dann immer das Wort aufgreifen würde und daraus meine Antwort formuliere, also
      "Sie müssen nicht alles mitschreiben" --> "nein, müssen nicht, aber mir hilft es, wichtige Dinge zu notieren. Stört es Sie?" oder
      " Sie brauchen nicht alles mitschreiben" --> "doch, ich brauche das für mich, weil ich so dem Gespräch besser folgen kann."

      Wahrscheinlich kann ich mir das trotzdem wieder nicht merken. :( Vielleicht merke ich mir fürs Erste nur den Satz "stört Sie das?" (höflich gesagt).

      @Garfield
      Wieso mögen die Leute das eigentlich nicht, wenn man mitschreibt oder weswegen sagen sie so etwas wie "Sie müssen nicht alles mitschreiben". Die Person weiß doch gar nicht, ob ich alles mitschreiben will oder nur einzelne Dinge. Meistens kommt schon nach der ersten Notiz die ich mache "Sie brauchen nicht ALLES mitschreiben." :frown:
    • Ich würde davon ausgehen, dass man in einem Gespräch auch mal aus Versehen oder aus Unwissenheit etwas Falsches sagt.
      Wenn das Gegenüber dies mitgeschrieben hat, ist das ja schon eine Art Indiz, um später daraus einen Widerspruch oder was auch immer herzuleiten und vielleicht fühlt Derjenige sich damit unwohl. Wenn man direkt auf eine offizielle Broschüre o.ä. hinweist, wo zumindest Klarheit herrscht, ob es richtig ist, dann manövriert man sich selbst aus der Schusslinie
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • @Garfield
      Ja, das könnte ein möglicher Grund sein, warum es manchen Menschen lieber wäre, man würde nicht mitschreiben. Aber selbst wenn man mir eine offizielle Broschüre geben würde, würde ich trotzdem mitschreiben wollen, wenn etwas gesagt wird, was detaillierter ist, als es in der Broschüre steht und ich könnte auch nicht sofort erkennen, ob der Satz in der Broschüre steht oder nicht, also würde ich alles mitschreiben, was mir wichtig erscheint.

      Eigentlich ginge es dann ja um ein Bedürfnis des Gegenübers ("ich fühle mich unwohl, wenn sie mitschreiben, weil Sie mir damit das Gefühl geben, etwas gegen mich verwenden zu wollen"). Das wird aber nicht klar kommuniziert, sondern es wird mir gesagt, dass ich nicht "mitschreiben müsse". Ich glaube, mich regt am meisten dieser Wirrwarr auf, also dass nicht deutlich kommuniziert wird, was die Person überhaupt will.
      Vielleicht ist sie wirklich auch nur in Sorge, dass ich mir die Finger wund schreibe, aber das wäre doch auch mein eigenes Problem. Vor allem kann ich (konnte ich zumindest früher) mehrere Stunden mitschreiben, bevor ich mir die Finger wund schreibe.
    • Mir war zu Anfang gar nicht bewusst, dass mich das so stört, aber ich glaube, ich erlebe das schon als unfair bzw. übergriffig, weil ich mir dabei ganz schnell manipuliert vorkomme. Meistens merke ich nur, dass irgendwas nicht stimmt und werde wütend deswegen.

      Ich glaube, der Satz "Stört Sie das?" wäre wirklich ganz diplomatisch. :d Dann drehe ich nämlich den Spieß um, und mache genau das zum Thema, was vermutlich versteckt werden sollte.
      Dann liegt es an der Person, wie sie damit umgeht. Ich gebe damit aber zu erkennen, dass ich mich nicht an der Nase herumführen lasse. :| Deshalb wäre es wohl wirklich besser, sich nicht zu rechtfertigen, denn das wäre nur ein anderer Schauplatz. Vermutlich geht es wirklich um das Bedürfnis der anderen Person, das ganz merkwürdig verpackt ist und als Sorge um mich getarnt ist. Kein Wunder, dass mich das so aufregt.
    • FruchtigBunt wrote:

      Vermutlich geht es wirklich um das Bedürfnis der anderen Person, das ganz merkwürdig verpackt ist und als Sorge um mich getarnt ist. Kein Wunder, dass mich das so aufregt.
      Ja, eins der vielen zwischenmenschlichen Spielchen denke ich.
      Ist ein blödes Gefühl, wenn man spürt, irgendwas stimmt nicht ohne es benennen zu können finde ich.
      Wenn man's dann besser erkannt hat, geht's drum mitzuspielen oder sich wie auch immer zu entziehen

      In dem Fall erscheint mir die Frage "stört Sie das" auch als passende Reaktion.
      Sie werden vermutlich tatsächlich mit "Nein" antworten (müssen), "Gesichtswahrung" quasi.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy
    • ifi wrote:

      Sie werden vermutlich tatsächlich mit "Nein" antworten (müssen), "Gesichtswahrung" quasi.
      Das wäre der Trick dabei. :d Das ist zwar etwas gemein, manipulierend und berechnend, aber ich habe irgendwie den Eindruck, dass es an der Stelle die Sache vereinfachen und für mich handhabbar machen würde.

      Denn wenn die andere Ebene gar nicht gemeint ist, macht es keinen Sinn, wenn ich dann auf die andere Ebene anspringe und mich dafür rechtfertige, warum ich mitschreibe. Ich finde das gerade erschreckend, dass ich das vorher so nicht erkannt habe.

      Ich glaube aber kaum, dass ich es schaffe, in anderen Situationen dann diese Gedankengrätsche hinzubekommen und so komisch um die Ecke zu denken. Viel zu oft reagiere ich direkt auf die Fragen, die mir gestellt werden und nehme das für bare Münze. Oft merke ich nur unterschwellig, das etwas nicht passt bzw. manchmal merke ich sogar, was es ist, aber es gelingt mir kaum, dann umzuschwenken und aktiv eine andere Frage zu stellen. Viel zu oft fühle ich mich dann verpflichtet, auf der Ebene, die wörtlich angesprochen wurde, zu reagieren.
      Und ich glaube, genau das ist der Fehler. :yawn: Dass ich dann an dieser aktuell betitelten Ebene hafte und da brav antworten will (weil ich es so kenne, dass man auf eine Frage eben antwortet) oder mich auf der Ebene austauschen will. Irgendwie muss ich wohl lernen, dann die Ebene zu erkennen, um die es wirklich geht und darauf dann (auch noch angemessen) zu antworten. :| Das ist eine brutale Anstrengung, finde ich.

      Aus dem Bauch heraus würde mir ein Satz wie "was geht Sie das an, ob ich mitschreibe oder nicht?" einfallen. Der wäre durch meine Gefühle motiviert. Aber sowas darf man ja nicht sagen, weil das zu aggressiv ist.

      Wenn ich den Verstand einschalte und auf den Inhalt eingehen will, fällt mir (hinterher) sowas ein wie "Wieso verweisen Sie auf "alles", obwohl ich ja nur Teile mitschreibe und wieso wollen Sie mir vorschreiben, dass ich nicht mitschreiben muss, wo es doch vielmehr darauf ankommt, was ich zum Mitschreiben für nötig und wichtig erachte?". Das wäre eine inhaltliche Klärung, aber das fällt mir erstens mündlich niemals ein und zweitens will das niemand hören, weil sich Menschen dann ertappt fühlen und die Gefahr groß ist, dass sie mich deswegen angreifen.

      Also muss man wohl diesen komischen Weg gehen und der Person subtil (!) klarmachen, was eigentlich ihr Problem (oder Bedürfnis?) ist, ohne die Person dabei auflaufen zu lassen. Ich frage mich, wie ich das kognitiv alles hinbekommen soll. Ich habe keine Ahnung, ob NT so etwas wirklich intuitiv machen und die dann einfach nicht drüber nachdenken müssen, wie sie reagieren. Für mich ist das so ein Kraftakt. Und nun habe ich das bei einem einzigen Sachverhalt im Nachhinein durch Nachdenken geschafft. Aber jahrelang regte ich mich darüber auf und wusste keine Handhabe.
      In meinem Leben gibt es aber fast jeden Tag solche Sachen, auf die ich reagieren muss und ich scheitere sehr oft kläglich daran, denn: Wenn ich den Bauch sprechen lasse, ist es unangemessen, da zu viele wütende oder traurige oder sonstwie unangemessene Gefühle. Wenn ich den Verstand sprechen lassen will, blockiere ich. Und dieses Dritte kriege ich eigentlich nie hin bzw. höchstens im Nachhinein. Denn dazu muss ich erstmal die ganze Situation und das Gegenüber analysieren und mir überlegen, was das alles soll. Mich macht das alles so müde und ich erkenne immer mehr, wie schwierig das alles ist.

      Dann wäre auch der Ansatz bzw. meine bisherigen Übungen wie "eigene Bedürfnisse ausdrücken" überhaupt nicht so zielführend, weil in der Situation das Gegenüber eben nicht hören will, dass es mein Bedürfnis ist, alles mitzuschreiben, was mir wichtig erscheint und wenn ich dieses Bedürfnis betone, fühlt die Person sich zurückgesetzt und es gibt eine Störung in der Kommunikation.

      Was soll man denn dann aber tun? Man soll die Bedürfnisse der Mitmenschen erraten bzw. intuitiv erkennen und darauf eingehen? Wie soll das denn gehen, wenn man nicht mal seine eigenen Bedürfnisse erkennen kann. :cry: Vor allem verstehe ich nicht, wie das gleichzeitig gehen soll, dass ich eigentlich meine Bedürfnisse verfolge, aber dann nach außen so toll soll und herumtricksen soll, so dass die andere Person sich so vorkommt, als würde ich deren Bedürfnisse berücksichtigen. Ich verliere wirklich bald den Verstand. Je mehr ich über meine Probleme nachdenke, desto bewusster wird mir das Ausmaß und die Schwere der Problematik.
    • FruchtigBunt wrote:

      @Matou
      Dich scheint das nicht so sehr zu stören wie mich, wenn diese "Ansprache" kommt. Ist es üblich, dass jemand dieses "Sie brauchen nicht alles mitschreiben" sagt oder wird das nur zu Menschen gesagt, die man ärgern mag oder nicht ernst nimmt?
      Ich seh die meisten Vorgänge dieser Art zunächst ohne Wertung: Jemand denkt mit, jemand möchte mir vermeintliche Mühe ersparen, jemand soll das nun lassen und gut. Ob mich das Gegenüber ärgern mag oder nicht ernst nimmt? - Für mich ziemlich irrelevant. Weiß das Gegenüber, ob ich es ernst nehme?

      Andersherum, wenn bei mir jemand mitschreibt, find ich das eher lobenswert. Endlich hört jemand genau zu...
    • Ich werde total nervös, wenn Leute sich Notizen machen, während ich rede. Wer weiß, was die da wirklich schreiben...
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • In Besprechungen oder beim Telefonieren kritzeln die Leute oft. Es scheint sie - je nach Situation - zu beruhigen oder wach zu halten. Das Schöne am Kritzeln ist, dass man jederzeit etwas Sinnvolles dazwischen schreiben kann.
    • Matou wrote:

      In Besprechungen oder beim Telefonieren kritzeln die Leute oft. Es scheint sie [...] zu beruhigen
      Genau, Mitkritzeln ist einfach nur eine der wenigen sozial akzeptierten Stimming-Formen :d
      Ich fülle nur die Werbepausen mit meinen Beiträgen. Gehen "Sie" ruhig "Ihr" Popcorn holen, "Sie" verpassen nichts.
    • FruchtigBunt wrote:

      Nun ist es so, dass meine Gegenüber mein Schreiben sehr häufig damit kommentieren, dass sie sagen "dass müssen Sie nicht alles mitschreiben!" Man sagte mir das auch schon in Vorträgen. "Das müssen Sie nicht alles mitschreiben, es gibt nachher ein Handout". Ich verlasse mich lieber auf die Informationen, die ich notiere, weil ich dabei Schwerpunkte setzen kann, auch was die Details anbelangt. Handouts sind oft gröber gehalten.
      Ich kann mir vorstellen, daß man dann "Nehmen Sie es als Kompliment!" ohne irgendwelche Entschuldigungen sagt.

      Dann sind beide glücklich und zufrieden ;)

      (ich hatte mal einen "Schlagfertigkeitstraining" gemacht)

      Freundliche Grüße

      infla
    • Lex wrote:

      Ich werde total nervös, wenn Leute sich Notizen machen, während ich rede. Wer weiß, was die da wirklich schreiben...
      Noch schlimmer: wenn du mit liest und dir lauter Rechtschreibfehler auffallen :lol:


      Um zu den unfairen Gesprächsmethoden zurück zu kommen: Dann kannst du anfangen, die Rechtschreibfehler zu kodrigieren, damit die Leute das Verhalten ganz schnell einstellen.
      Wird schon Kegeln ist eine umwerfende Sportart.
    • Meiner Erfahrung nach stören sich nur wenige daran, wenn man etwas mitschreibt- solange das Gespräch dadurch nicht leidet. Wie viel schreibst du denn wirklich mit? Wörtliche Zitate? Oder Stichpunkte?

      Ich könnte mir vorstellen, dass einige im Gespräch also weniger das Anfertigen von Notizen selbst stört, sondern, dass du von dem Notieren so eingenommen bist und dadurch persönlich weniger erreichbar bist. So wie es ja auch Leute gibt, die bei Veranstaltungen immer nur hinter der Fotokamera hängen, um Aufnahmen zu sichern, aber selbst kaum im Moment sich befinden.
      Soviel zum Thema "unfaire Gesprächsmethoden"- es kann nämlich für die anderen unfair rüberkommen.

      Hast du dich mal mit Stenografie auseinandergesetzt? Wenn man sehr viel aufzuschreiben hat, kann sich das lohnen.

      Ansonsten finde ich...

      FruchtigBunt wrote:

      Stört es Sie, wenn ich mitschreibe?
      das schon einen guten Ansatz, ich würde das aber noch relativieren mit "Stört es Sie, wenn ich ein wenig mitschreibe?" Um dem Anderen klar zu machen, dass es nicht auf jedes Wort ankommt.
    • Also wenn ich beim Kunden bin und mit denen Workshops mache oder Schulungen gebe, habe ich festgestellt das die meisten (vermutlich meist NT) die mitschreiben weniger mitbekommen.

      Die, die kritzeln bekommen meist am meisten mit und es bleibt am besten hängen.
      Die, die einfach zuhören/mitmachen sind quasi auf dem zweiten Platz des Mitkriegens.
      Die, die eifrig mitschreiben schreiben häufig einfach viel zu viel mit und meist auch nicht die wichtigen Dinge. Bei den meisten ist mir aufgefallen das die Konzentration auf das hier und jetzt sinkt wenn sie mitschreiben. Das ist für viele Termine dann einfach auch kontraproduktiv. Nicht selten ist es vorgekommen das ich deshalb ganze Termine wiederholen musste alle hatten zwar 10 Seiten vollgeschrieben aber das System konnte trotzdem niemand bedienen.

      Deshalb erwähne ich zu Anfang jedes Termins das niemand alles mitschreiben muss und ich die wichtigsten Punkte notiere und man sich bei Fragen immer an mich wenden kann. Wenn ich das sage meine ich das nie böse, sondern so ist einfach meine Erfahrung. Viele Leute schreiben auch häufig nur mit weil sie glauben dann engagierter zu wirken, die wissen dann auch dass dem nicht so ist. Und grade wenn ich Schulungen gebe, weiß ich ganz genau welche Fragen im Nachhinein gestellt werden und wo die Leute danach noch Unterstützung brauchen. Mein Handout bzw. meine Zusammenfassung ist genau darauf ausgelegt. Ausnahmen gibt es natürlich wobei mir da bis jetzt nur 1 Person von ca. 300 Leuten bekannt ist, die tatsächlich permanent mitgeschrieben hat und danach komplett fit war in dem was ich erzählt habe. Diese Leute halte ich aber auch nicht ab. Ich weise halt nur einmal zu Beginn daraufhin das niemand mitschreiben muss. Was die Leute machen ist ihnen überlassen.

      Das hat bei den unterschiedlichsten Kunden in unterschiedlichsten Branchen bis jetzt für mich am besten funktioniert. Auch meine Kollegen berichten von diesem Phänomen.