Zwänge

    • Ich leide leider unter einer starken Zwangsstörung (unter anderem) und diese macht mir viel zu schaffen.
      Leider erst Recht im finanziellen. Hat jemand eine Idee wie man gut gegen Zwänge angehen kann?
      Ich bin mit meinen Erfahrungen und Ideen leider am Ende. x(
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • LiltihEve schrieb:

      aktuell (03.03.2018 20:15) läuft auf VOX eine Doku über Zwängen. Vlt interessant.
      Danke, werde ich mal gleich einschalten.

      Satureja Antares schrieb:

      hast du einen Betreuer oder jemand, der dein Konto verwalten könnte und dir Taschengeld gibt? Treuhänder oder wie nennt man das?
      Und dann gehst du mit einem Therapeuten an die Arbeit?
      Therapie ist geplant. Das andere eher nicht da.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • DrCarsonBeckett schrieb:

      Was mir viel Probleme macht ist, dass ich immer alles auf Lager haben muss. Also wenn was leer ist oder leerer wird, muss ich es wieder haben.

      Ich bestelle zu viel Zeugs. :(
      das hatte ich auch mal. Ständig habe ich Zeug weggeworfen, weil ich zuviel hatte.

      Listen helfen hier sehr gut. Und gegen die Angst ankämpfen trotzdem zu wenig zu haben. Schritt für Schritt. Erst nur etwas weniger kaufen. Auch wenn es noch zuviel ist. Dann nochmal etwas weniger usw. Am Ende bleibt ein Art Minizwang. Die Listen aktualisieren und kontrollieren ob man es noch hat. Aber das is nicht soooo schlimm.

      Ist es die Angst, dass dir Zeug ausgeht oder ist es eher Kaufzwang. Bei letztrem ist ja das positive die Befriedigung bei der Anschaffung.
    • Hi, ich hatte früher richtig schlimm mit Zwängen zu kämpfen, hat einiges an therapeutisscher Arbeit gebraucht, um das auf ein funktionales Level zu bringen, unter dem ich nur noch minimal leide. Um finanziell Sicherheit und stabilität zu bekommen, würde ich an deiner Stelle dringend versuchen, eine Betreuung einzurichten, wobei du dir aussuchen kannst, ob es rechtliche Betreuung (mehr Vollmacht geht an den Betreuer, mehr Verantwortung wird abgenommen, mehr Kontroll- und rechtliche Hilfe ist möglich, aber weniger Zeit mit dem Klienten) oder ambulant betreutes Wohnen (Weniger Verantwortung wird übertragen, keine rechtliche Vertretung, dafür mehr direkte Unterstützung wie zb Begleitungzur Bank, zum Einkaufen, bei der Organisation zuhause), oder beides. Ich habe beides und ohne würden wir total untergehen, ehrlich gesagt. Dabei wirst du, selbst wenn du eine rechtliche Betreuung bekommst, nicht entmündigt. Es werden in Absprache mit dir nur die Bereiche in die Verantwortung der Betreuung gegeben, bei denen du wirklich Hilfe brauchst. Ein vorrübergehender Einwilligungsvorbehalt wäre evtl eine Idee. Auch das kann man einschränken, Zeitlich oder im Umfang. Wenn du zb. Hilfe mit Finanzen und Ämtern brauchst, Arztbesuche und Post aber allein schaffst, dann kümmer sich der Betreuer auch nur um die ersten zwei Dinge. Ich hoffe, das hilft dir etwas weiter...
      Therapie ist die andere Seite, freut mich, dass das in Aussicht ist. Mir hat es damals sehr geholfen (und tut es immernoch) Achtsamkeitsübungen zu machen und dadurch die Fähigkeit zu gewinnen, meine Impulse früh zu erkennen und zu reflektieren, welcher Reiz oder welches Bedürfnis der Auslöser war. Dann kann man alternative Lösungen entwickeln, die einem das geben, was man braucht, aber dabei nicht schaden. Wünsch dir ganz viel Erfolg!
      Multiple choice? Multiple, allright, but there was no choice.
      Draco dormiens nunquam titilliandus.
    • Neu

      Ich merke, dass ich dazu neige, wenn es mir nicht so gut geht, im Sinne von Liebeskummer oder anderen Enttäuschungen im zwischenmenschlichen Bereich, mir zum Trost etwas schönes zu kaufen. Nicht, dass ich dann extra losziehe, sondern nebenbei, wenn sich die Gelegenheit bietet. Wenn ich genug Geld hätte, wäre das ja auch gar nicht schlimm! Manchmal habe ich mich dann mit der Geheimzahl vertippt, und das war für mich dann eine Art Alarmsignal. Jetzt nutze ich andere Möglichkeiten, mich zu trösten, u. a. hilft mir dieses Forum. Wenn mich ein Problem hab, kann ich hier auch mal Rat suchen. Oder, ich lasse mir ein hübsches Kleidungsstück immer zurücklegen, so dass ich eine Nacht drüber schlafen und noch mal genau überlegen kann. Bei Nahrung hält mich der Gedanke an die Auswirkungen verdorbener Lebensmittelreste davon ab, zu viel zu kaufen, und ich zwinge mich regelmäßig, erstmal die Reste zu verbrauchen oder wegzuschmeißen. Da es mir aber schwerfällt, Nahrungsmittel, die man noch nutzen könnte, wegzutun, so, als ob ich im Krieg aufgewachsen wäre, hätte ich dann auch nicht genug Platz für zuviel Neues.

      Vielleicht kann der Wunsch nach Kontrolle, alles gut verwalten/gut wirtschaften zu können, den Drang nach stets und ständiger Vollständigkeit aufwiegen...☕️
    • Neu

      Ich weiß garnicht ob ich Zwänge habe.
      Es gibt zwar Dinge auf die ich nicht verzichten kann, aber die hab ich eher als meinem Charakter zugehörig betrachtet, wie meine gemalten Bilder die tapetenmäßig an Schränken kleben oder die ich auch meist mit mir herum trage wenn ich das haus verlasse, oder wenn ich im Internet ein Fuchsfell sehe was mir so gut gefällt, das ich es unbedingt haben will und dann versuche Geld zusammen zu bekommen, nur damit ich es mir kaufen kann.
      Oder das ich mich unwohl fühle, wenn ich Samstags nicht wie gewohnt einkaufen fahren kann, oder das Saubermachen beim Nachbarn nicht wie gewohnt um die gleiche Uhrzeit stattfinden kann, weil die Frau jemand anderes zu Besuch erwartet und ich es dann später oder an einem anderen Tag tun müsste.
      Kein Plan ob das Zwänge sind. Ich kann damit überleben, manche Dinge wie das mit den Bildern stört mich nicht, sie geben mir Sicherheit und ein gutes Gefühl weshalb ich nicht daran denke was dagegen zu tun.
      In dem Fall mit dem Kaufen von Dingen die man unbedingt will, sehe ich das so, wenn ich ein festes stetiges Einkommen hätte, wäre sowas leichter planbar und okay für mich, da ich generell sehr diszipliniert nie was kaufe was ich mir nicht leisten kann, aber es ist schwer abzuschätzen bei einem mal so mal so-einkommen das nie gleich ist und nie zur gleichen Zeit auf einmal kommt, wie ein gehalt, hier zu planen, das ist unmöglich, und daher kommen dann Ängste in mir auf, wo ich denke das wenn ich jetzt das Geld für den Fuchs habe, den kaufe, aber dann kein geld mehr kommt, für meine KV oder andere fixe Kosten die ich jeden Monat zahlen muss, habe ich ein problem, und diese Ängste stören mich sehr.
      Das mit den Planverschiebungen ist da ein viel größeres Problem, denn je mehr ich um die Ohren habe (RW), sich stark auf mein Verhalten auswirkt.
      Momentan wo ich wenig um die Ohren habe, kein Job, keine ständigen sozialen Dinge um mich herum, bin ich da gelassener, es belastet mich, man merkt es aber kaum, außer wenn ich mal darüber rede oder leicht genervt und unflexiebel antworte, aber aus zeiten wo ich noch Jobs hatte war ich ungehalten, aggressiv und verstört wenn sowas passierte.
      Das ist eigentlich kein Zustand, den ich anderen zumuten will, denn ich gebe ihnen nicht die Schuld daran.
    • Neu

      Multiple Choice schrieb:

      Hi, ich hatte früher richtig schlimm mit Zwängen zu kämpfen, hat einiges an therapeutisscher Arbeit gebraucht, um das auf ein funktionales Level zu bringen, unter dem ich nur noch minimal leide. Um finanziell Sicherheit und stabilität zu bekommen, würde ich an deiner Stelle dringend versuchen, eine Betreuung einzurichten, wobei du dir aussuchen kannst, ob es rechtliche Betreuung (mehr Vollmacht geht an den Betreuer, mehr Verantwortung wird abgenommen, mehr Kontroll- und rechtliche Hilfe ist möglich, aber weniger Zeit mit dem Klienten) oder ambulant betreutes Wohnen (Weniger Verantwortung wird übertragen, keine rechtliche Vertretung, dafür mehr direkte Unterstützung wie zb Begleitungzur Bank, zum Einkaufen, bei der Organisation zuhause), oder beides. Ich habe beides und ohne würden wir total untergehen, ehrlich gesagt. Dabei wirst du, selbst wenn du eine rechtliche Betreuung bekommst, nicht entmündigt. Es werden in Absprache mit dir nur die Bereiche in die Verantwortung der Betreuung gegeben, bei denen du wirklich Hilfe brauchst. Ein vorrübergehender Einwilligungsvorbehalt wäre evtl eine Idee. Auch das kann man einschränken, Zeitlich oder im Umfang. Wenn du zb. Hilfe mit Finanzen und Ämtern brauchst, Arztbesuche und Post aber allein schaffst, dann kümmer sich der Betreuer auch nur um die ersten zwei Dinge. Ich hoffe, das hilft dir etwas weiter...
      Therapie ist die andere Seite, freut mich, dass das in Aussicht ist. Mir hat es damals sehr geholfen (und tut es immernoch) Achtsamkeitsübungen zu machen und dadurch die Fähigkeit zu gewinnen, meine Impulse früh zu erkennen und zu reflektieren, welcher Reiz oder welches Bedürfnis der Auslöser war. Dann kann man alternative Lösungen entwickeln, die einem das geben, was man braucht, aber dabei nicht schaden. Wünsch dir ganz viel Erfolg!
      Sehr guter Beitrag.

      Ich hätte inhaltlich genau dasselbe antworten wollen. Gut aufgeschlüsselt.

      Offtopic: Wobei ich mich da nicht selbst loben wollte, sondern dich. :d


      Ansonsten könntest du noch überlegen deine Passwörter für die Bezahldienste im Netz an jemanden abzugeben, der sie für dich ändert, damit du nicht spontan bestellen kannst, sondern vielleicht eher in Absprache.
      Oder du besorgst dir ein zweites Bankkonto - da gibt es einige Direktbanken, die kostenlose Online-Girokonten anbieten - und überweist dir darauf immer die Menge, die du dir am Anfang des Monats für Bestellungen maximal leisten willst und meldest Paypal, Amazon etc. auf dieses Konto um. Dann könntest du nur den PIN für dein normales Konto an jemand anderen geben, der ihn ändert, und so verhindert, dass du dir nochmal Geld nachüberweist.

      Das alles hängt auch etwas davon ab, ob du es wirklich nicht mehr unter Kontrolle hast und ergo Hilfe von Außen brauchst, oder ob du fähig bist, dir selbst Grenzen zu setzen. Die Lösungsstrategie sollte von dieser Frage ausgehend ermittelt werden. Diese Frage ließe sich auch gut innerhalb einer Psychotherapie reflektieren.

    • Neu

      Kann es Zwänge auch in dem Sinne geben, dass man sich gar nichts gönnen kann? Statt, wie es einige hier schildern, besonders viel zu bestellen oder Lebensmittel einzulagern, aus Angst, nicht genug da zu haben, habe ich das Problem, dass ich mir aus einem Verhalten heraus, dass ich selbst als belastend empfinde, oft keine Lebensmittel einkaufen kann, weil ich es nicht ertragen kann, wenn zu viel im Schrank steht. Am liebsten wäre es mir, wenn ich jeden Tag nur genau so viel da hätte, wie ich essen kann, damit der Kühlschrank bzw. die Schränke nach dem Essen ordentlich aufgeräumt (sprich: leer) sind. Es fühlt sich für mich schrecklich an, wenn noch angebrochene Sachen im Kühlschrank oder Gefrierfach oder den Schränken stehen. Aber auch noch verschlossene Packungen machen mich unruhig. Manchmal gelingt es mir nicht, neue Lebenesmittel einzukaufen, weil dann die Schränke wieder voller wären und es müsste ja wieder leergegessen werden, damit der Zielzustand (leerer Schrank) erreicht ist.

      Ich buche das unter Zwängen ab und es belastet mich sehr. Ich möchte ja eigentlich essen und einkaufen, aber sehr oft geht das wegen dem oben Genannten nicht.
      Vielleicht könnten da auch Listen helfen. Einen Notfall-Essensplan habe ich schon, wo draufsteht, was ich kochen kann (Mittagessen). Aber die ganzen anderen Sachen (Obst, Joghurt, Brot etc.) kaufe ich manchmal dann trotzdem nicht.

      Würdet ihr sagen, dass das auch ein Zwang ist? Ich habe offiziell keine Zwänge (weiß den Fachbegriff gerade nicht) diagnostiziert bekommen, sondern eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung, die sich auf das ständige und zwanghafte Durchdenken von Dingen (ohne sinnvolles Ergebnis) erstreckt und das fast permanente Recherchieren von Fakten und Informationen, was für mich zwanghafte Züge angenommen hat. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das wirklich eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung ist oder die Auswirkungen meiner schweren Depressionen oder einfach nur ein Kompensationsmechanismus, um ertragen zu können, dass ich in meinem Leben vor drei Jahren alles (Wohnung, Wohnort, Arbeit, Partner) verloren habe.

      Habt ihr Ideen, wie man mit meiner Art von Zwängen umgehen könnte? Mir hilft körperliches Betätigen wie Sauna oder Klettern, aber oftmals komme ich nicht aus meinen Gedankenschleifen raus und schaffe das deshalb nicht. Das mit dem Essen kaufen bekomme ich ja nach Problemlage manchmal auch nicht mit Essensplan hin.

      Wie kann man herausfinden, was hinter den Zwängen für eine Ursache steckt? Ich vermute, dass es in meinem Fall die Angst vor dem Chaos ist oder die Angst, alles zu verlieren. Welche Ängste stecken bei euch hinter den Zwängen oder würdet ihr das so pauschal mit den Ängsten nicht sehen?
    • Neu

      Ich bekam immer wieder mit Jaaahren dazwischn eine extreme Zwangststörung. Momentan kann ich sie nur mit Medikamenten in Schach halten. Das klappt dafür ziemlich gut.

      Manchmal verwischt die Grenze zwischen Zwang und Tic.

      Ich hab mir oft beim Ausführen der Zwänge irgendwas gemerkt was nur in diesem Moment stattfinden kann. Wie das Hupen eines Autos. Wenn der Zwang dann in meinen Gedanken kommt, sag ich mir:" Denk an das Autohupen. Das ist der Beweis, das du das gemacht hast."


      zum beispiel, hatte mehrere strategien
      ADHS und Autismus.

      I'm an autist with an obsession to social interaction.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von rowdy ()