Probleme Dinge anzufangen

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    • Ich finde zwar viele Sachen langweilig aber ich habe auch einige Interessen so dass ich auch eher zu viel habe mit dem ich mich beschäftigen möchte. Mir fällt es eher schwer eine Sache zu Ende zu führen. Ich fange einiges an und bin dann überfordert. Langeweile kenne ich nur in sozialem Miteinander, alleine habe ich nie Langeweile.
    • Langeweile habe ich auch selten. Ich finde eigentlich immer etwas, das mich beschäftigt. Meist ist es eher so, das mir alles zu viel ist.

      Zum Thema "nichts anfangen können" fällt mir spontan der Begriff exekutive Dysfunktion ein.
      Ich hab lange gedacht (und auch gesagt bekommen) ich sei faul und deswegen schaffe ich nichts.
      Dann bin ich aber darauf gestossen, scheint ein weit verbreitetes Problem bei ASS und AD(H)S zu sein:
      Exekutive Dysfunktion
      :!: -dies ist nur ein Auszug meiner Gedanken und Meinungen, der Rest hängt noch in der Bearbeitungsschleife fest- :!:
    • Also mir tut es sogar gut, wenn mir manchmal langweilig ist. Einfach mal 5 Minuten sitzen und nix tun, außer sich auf sich selbst konzentrieren - das sollte man aushalten können. Das Leben besteht eben nicht immer aus Stimulation.
      Gutes Beispiel ist es im Wartezimmer bei einem Arzt. Klar gibt es da Zeitschriften, aber es ist nicht immer eine Interessante dabei und so sitze ich einfach da und warte, ohne was bestimmtes zu denken. Es ist anstrengend und stark einschläfernd, aber man muss ja irgendwie warten, bis man dran kommt.
      Hey, vielleicht machen das Ärzte absichtlich, damit diejenigen, die nicht wirklich krank sind, doch wieder gehen, weil ihnen zu langweilig ist? :d
    • Pyromella schrieb:

      Dann bin ich aber darauf gestossen, scheint ein weit verbreitetes Problem bei ASS und AD(H)S zu sein:
      Exekutive Dysfunktion
      Danke für den Link

      Der hat mich hierhin geführt:


      Das erklärt auch endlich, wieso ich mit Anleitungen Probleme habe.
      Gutes Beispiel mit "Mach die Küche sauber." -> nicht genug Details

      Omg, sie beschreibt genau wie ich bin. :o
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cloudactive ()

    • Cloudactive schrieb:

      Kennt ihr Langeweile?
      Ich las hier irgendwo mal, dass Autisten angeblich nie Langeweile haben.
      Kaum. Bei mir ist das wohl so, wie es anscheinend von Autisten allgemein behauptet wird. Ich habe eigentlich immer an irgendetwas Interesse und beschäftige mich dann gerne damit. Langweilig finde ich vor allem Tätigkeiten, die ich nicht selbst gewählt habe, aber eben tun muss. Da fällt es mir auch sehr schwer, "dranzubleiben".
      Das Problem, Dinge nicht anfangen zu können, kenne ich aber - auch bei Themen, die mich interessieren, etwa im Studium. Das liegt dann aber eher daran, dass es mir recht schwerfällt, Tätigkeiten zu organisieren, die Zeit einzuschätzen, die ich dafür brauche usw. Das hat dann teilweise auch dazu geführt, dass ich mich nicht "getraut" habe, mit einer Hausarbeit oder ähnlichem überhaupt anzufangen. Das ist natürlich völlig irrational und wenn ich erst gar nichts tue, dann bekomme ich am Ende mit Sicherheit mehr Probleme als wenn ich zu lange bräuchte.
      Wenn ich keinen Zeitdruck habe und alles in "Eigenregie" organisieren kann, fällt es mir aber nicht schwer mit etwas anzufangen.
    • Mir ist aufgefallen, dass ich Probleme habe zwischen verschiedenen Dingen zu wechseln. Nach Tätigkeit A fällt es mir schwer Tätigkeit B anzufangen. Am besten ist dann ein Arbeitstag, ein Haushaltstag, ein Hobbytag usw. Das ist natürlich in der Realität nicht umsetzbar. Auch wenn ich etwas angefangen habe, dann aufzuhören, um etwas anderes machen (zu müssen) bringt mich total durcheinander.

      Mittlerweile habe ich auch erkannt, dass es mir schwer fällt etwas anzufangen, bei dem ich noch nicht weiß, wohin das führt. Z.B. Ein schon bekanntes Lied üben oder etwas abmalen fällt mir leichter als wenn ich selbst versuche ein Lied zu interpretieren oder ein neues Kunstprojekt beginne.
    • neuroqueer.wordpress.com/2015/…um-kriege-ich-nichts-hin/

      ..den Artikel fand ich heute und finde mich wieder....und finde mich bestätigt,
      auf mich abgestimmte Strukturen finden zu müssen.
      ich bin ja schon oft überwältigt von der eigenen Ideenvielfalt zu einm Thema.....auch wenn ich alles aufschreibe.
      Oder ich verzettel und verheddere mich.
      Und bin dann ganz erschöpft.

      Ich stehe dann da wie "der Ochs vorm Berg"..und tue garnichts, statt einen Teil davon.
      Was viele andere überhaupt nicht verstehen können,
      ich bisher ja auch nicht.
      Wie eine Starre, trotz Energie oder Motivation.
      Das ist wirklich noch anders als die allgemeine Prokrastination.

      Ich gehe mal damit zu meiner Thera, weil ich das nun besser erklären kann..dass da Potential ist,
      aber dennoch Hemmschuhe aus gen. Gründen.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
    • shnoing schrieb:

      Langeweile finde ich total produktiv, weil ich dann Zusammenhänge zwischen erworbenem Wissen ("Wissensinseln"?) herstellen kann. Ich brauche dann einen Zettel, um mir meine "Geistesblitze" zu notieren. Oder ich schreibe mir eine Mail, seit ich ein Smartphone habe.
      Für mich hat das nichts mit Langeweile zu tun, sondern mit produktiven Pausen vom aktiven Tun. Und die mag ich auch. Ich mag es, einfach mal nichts zu tun und nur in die Gegend zu schauen und meine Gedanken fließen zu lassen - oder auch an nichts zu denken. Das finde ich aber absolut nicht langweilig.

      Langeweile kenne ich von mir nicht. Es gäbe ja immer etwas zu tun, oft habe ich nur keine Lust zu den, was jetzt zu tun wäre. Unter exekutiver Dysfunktion leide ich auch - bzw. habe ich gelitten. Mittlerweile habe ich akzeptiert, dass ich so bin.

      Und wenn ich mich dann doch aufraffe, etwas zu tun, was mir keinen Spaß macht (putzen, aufräumen usw), dann habe ich große Probleme, es zu beenden. Beim aufräumen ist es besonders schlimm, weil es da viele Ablenkungen gibt.
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~
    • Coocy schrieb:

      Mir ist nie langweilig. Irgendwas hat mein Kopf immer zu denken. Ein bisschen weniger Denken wäre mir lieber - dann würde ich wahrscheinlich öfter aufräumen.
      Genau so ist's bei mir. In der Birne ist immer was los.

      Dinge nicht anfangen können, das kenne ich auch. Da gibt es verschiedene Gründe:

      - keine Lust, daher aufschieben
      - "Angst" / sich der Sache nicht stellen wollen, daher aufschieben
      - sich nicht entscheiden können, wie man die Sache am besten ausführen wird
      - das Gefühl von Überforderung wegen des Umfangs - Bsp.: ganze Wohnung aufräumen
      - Unfähigkeit, Prioritäten zu setzen: was ist wichtiger? Wohnzimmer? Bad? Schlafzimmer?

      Gerade, wenn ich zwischen mehreren Möglichkeiten wählen muss, fühle ich mich ob dieses Entscheidungszwangs wie gelähmt. Eine Entscheidung FÜR etwas ist immer eine Entscheidung GEGEN anderes.
      ...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kleine ()