Probleme Dinge anzufangen

    • Probleme Dinge anzufangen

      Hattet ihr mal Langeweile? 30

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      studienscheiss.de/5-minuten-regel-lernen/

      Kennt jemand das auch, dass man sich so viele Sachen vornimmt, aber nicht dazu kommt?
      Ich kann mir eben auch nicht sagen, dass ich nur 5 Minuten etwas mache, weil ich genau weiß, dass ich dann Stunden damit verbringen würde.
      Austricksen kann ich mich nicht so wie in dem Link beschrieben.

      Ich hätte eigentlich viele Dinge zu tun, lebe aber eher vor mich her, indem ich mich mit irgendwas ablenke.
      Ohne Druck ist es so ein "Ich hab ja sooooo viel Zeit..."
      Mit MPH hatte ich das Problem nicht mehr, kommt aber nicht mehr in Frage.

      Kennt ihr Langeweile?
      Ich las hier irgendwo mal, dass Autisten angeblich nie Langeweile haben.
      >>Warte nicht auf das Jüngste Gericht. Du stehst jeden Tag vor deinem Richter.<<
      Albert Camus (1913-1960), frz. Erzähler u. Dramatiker
    • Cloudactive schrieb:

      Kennt ihr Langeweile?

      Ich las hier irgendwo mal, dass Autisten angeblich nie Langeweile haben.
      Klar. Warum sollten Autisten keine Langeweile haben. Ist zwar selten, da ich eigentlich immer weiß, was ich tun könnte.. Beider kommt ja dazu dass du ADS auch noch hast. Da ist Langeweile und Sprunghaftigkeit ja fast ein Leitsymptom ;)

      Die 5 min Regel kenne ich. Es gibt weitere ähnliche. Aber mir ist das häufige Wechseln der Tätigkeiten zuviel. Ich mache dann eine Sache und später das andere. Zu allem komme ich eh nie. Daher versuche ich mich nicht unter Druck zu setzen es zu können.
    • Bei mir ist es nicht viel, was ich mir vornehme. Ich habe oft nur 2-3 Dinge am Tag zu erledigen und mache mir selbst dafür einen Tagesplan, aber ich schaffe es trotzdem, es bis abends aufzuschieben, wenn es etwas ist, worauf ich keine Lust habe. Gestern zum Beispiel wären meine Aufgaben nur gewesen: 10 Minuten aufräumen und das Meeri-Zimmer saubermachen. Also nur zwei Dinge. Gemacht habe ich sie erst abends, nachdem ich es erfolgreich den ganzen Tag vor mir hergeschoben habe. Bevor ich den Tagesplan hatte, hätte ich es wahrscheinlich gar nicht gemacht und nochmal auf den nächsten oder übernächsten Tag verschoben. Aufschieberitis ist schlimm bei mir.
      Die 5-Minuten-Regel ist bei mir eine 10-Minuten-Regel, wobei ich aber weiß, dass ich sicher danach aufhöre und auch nicht länger brauche, weil in 10 Minuten wirklich viel aufgeräumt werden kann. Manchmal bin ich nach 5 Minuten schon fertig.

      Langeweile hatte ich schon, aber es war mehr ein Gefühl von Leere im Leben, weil ich Antriebsmangel hatte, keine Lust auf irgendwas und keine Idee für neue Aktivitäten. Also wahrscheinlich eher eine schlechte Phase. Wenn es mir gut geht, ist mir normalerweise nicht langweilig, weil ich dann genug Spaß an meinen Aktivitäten habe.
      Mein Thread zum Thema hier hieß "Tod durch Langeweile" (müsste ihn suchen).
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • in meinem ganzen leben war mir noch nie langweilig. Im Zusammenhang mit Autismus hab ich das aber noch nicht gehört. Gibts da eine quelle? Hat das evtl eher mit ADS zu tun? Kommt ja häufig zusammen vor.
      Um Sachen anzufangen, mache ich mir Pläne, es ist aber sehr schwer. Wenn irgendwas dazwischen kommt, kippt es.
    • Klar kenne ich Langeweile. Die ärgert mich besonders im Winter sehr gern. Dann ist nämlich keine Gartenarbeit zu erledigen. Dann besteht mein Tag aus Holz hacken, Holz, Öl und Brikett reinholen, Vögel füttern, meine Tiere versorgen, Haushalt machen und ab und zu mal zum Einkaufen oder zu irgendwelchen Terminen. Meistens bin ich damit mittags fertig und dann habe ich den Rest des Tages Zeit für meine Hobbys. Da ich aber nicht immer Lust auf meine Hobbys habe, kommt halt immer wieder mal Langeweile auf. Anders im Frühling, Sommer und Herbst. Da hab ich so viel im Garten zu tun, dass keine Langeweile aufkommt. Und ist das Wetter dann mal so schlecht, dass man draußen nichts machen kann, wartet drinnen garantiert genug darauf, erledigt zu werden. :yawn:

      Diese 5-Minutenregel finde ich nicht sehr hilfreich. Was nützen 5 Minuten, wenn man sich dann nicht mal zu eben diesen 5 Minuten aufraffen kann? Entweder ich lege los und dann auch richtig oder ich fange gar nicht erst damit an, sondern verschiebe es lieber gleich. Meistens (etwa in 85% der Fälle) ist aber ersteres der Fall. Und im zweiten Fall dauert es auch nie lange, bis ich dann damit anfange. Was nützt es auch, die Dinge auf die lange Bank zu schieben (RW), wenn sie doch erledigt werden müssen? Dann lieber gleich drangemacht und man hat es hinter sich. :nod:
    • Neu

      Satureja Antares schrieb:

      Im Zusammenhang mit Autismus hab ich das aber noch nicht gehört. Gibts da eine quelle?
      Das hat hier im Forum einer behauptet, mit den zusätzlichen Wörtern, dass Autisten immer irgendein Muster fänden und deswegen nie Langeweile hätten.
      Finden tue ich es leider nicht mehr, ich fand es unter dem Suchbegriff Langeweile...


      Satureja Antares schrieb:

      in meinem ganzen leben war mir noch nie langweilig.
      Du findest alles interessant?


      LiltihEve schrieb:

      Beider kommt ja dazu dass du ADS auch noch hast. Da ist Langeweile und Sprunghaftigkeit ja fast ein Leitsymptom
      Langeweile stellt für mich kein nennenswertes Problem dar, ich wollte nur wissen, ob es mindestens ein anderer Autist, am besten mehrere, auch kennen.
      Für mich ist vieles langweilig, aber dann beschäftige ich mich eben nicht damit.

      Mein Problem ist eher, dass ich so viele Dinge tun möchte (z.B. Buch 1, Buch 2, Buch 3 lesen) aber alles gleichzeitig geht nicht und letztendlich komme ich zu gar nichts, ich kann mich vielleicht nicht entscheiden?
      Kleine Dinge, wie sauber machen usw. gehen bei mir, meine Selbstdisziplin ist ziemlich gut. (Da scheitert es wenn, eher an mangelnder Energie.)
      Aber wenn es um mehrere äquivalente Sachen geht, fehlt mir der Zugang.
      Ich will alles auf einmal machen. :oops: (Ja, ok, das ist wegen ADS)
      Kennt das echt kein anderer? 8o
      Auch z.B. gleichzeitig Zähne putzen und auf die Toilette gehen. :d
      Mein Grundgedanke heißt immer Zeit sparen.
      >>Warte nicht auf das Jüngste Gericht. Du stehst jeden Tag vor deinem Richter.<<
      Albert Camus (1913-1960), frz. Erzähler u. Dramatiker
    • Neu

      Die 5-Minuten-Regel habe ich nicht verstanden. Wenn was zu machen ist, macht man es eben ... oder nicht.
      Die verlinkte Seite überfällt einen leider mit einem Popup.

      Langeweile finde ich total produktiv, weil ich dann Zusammenhänge zwischen erworbenem Wissen ("Wissensinseln"?) herstellen kann. Ich brauche dann einen Zettel, um mir meine "Geistesblitze" zu notieren. Oder ich schreibe mir eine Mail, seit ich ein Smartphone habe.
    • Neu

      Satureja Antares schrieb:

      verstehe den Zusammenhang zwischen "keine Langeweile haben" und "alles interessant finden" nicht.

      Naja, es gibt mehrere Bedeutungen von Langeweile und langweilig.
      Ich ziehe meist alle Bedeutungen in Betracht bevor ich das Zutreffen eines Begriffs komplett verleugne.
      Auf den bezog ich mich:

      1. Langeweile verursachend, bereitend; für jemanden uninteressant, nicht anregend, nicht unterhaltsam
      2. (umgangssprachlich) nicht schnell genug vorankommend
      duden.de/rechtschreibung/langweilig

      Ja, es gibt mehrere Bedeutungen, und ich habe mich anfangs auf keine Bedeutung beschränkt.
      Da du den Begriff aber komplett "verneint" hast, habe ich gedacht, du beziehst dich auf den entsprechenden Umfang.

      Meine Überlegung war:

      1. Es ist allgemein bekannt, welche Bedeutung der Satz "das Thema ist langweilig" hat.

      2. Da du sagtest, dir wäre nie langweilig gewesen, bedeutete das im Umkehrschluss eigentlich ->

      3. dass du kein Thema langweilig fandest/findest.

      Sonst wäre dir mal langweilig gewesen.

      Hoffentlich habe ich das Missverständnis klären können.


      Im Übrigen habe ich jetzt in der Forensuche genug Indizien sammeln können, die die Eingangsthese über Langeweile falsifizieren.
      (Ein anderes Ergebnis hätte mich auch gewundert.)

      Edit: Es hätte lauten müssen: "Du findest/fandest alles in deinem Leben interessant?"
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      Ich würde sagen, es gibt zwei verschiedene Auffassungen des Begriffes Langeweile:

      1) Man hat Zeit, aber keine interessante/stimulierende Tätigkeit mit der man sich gerade beschäftigen kann.

      2) Man muss sich notgedrungen mit etwas beschäftigen, dass einen aber nicht interessiert/stimuliert.

      Wie oben angedeutet, würde ich auch einen Unterschied zwischen Interesse und Stimulation machen, wobei ersteres ja eher etwas aktives und zweiteres eher etwas passives wäre.

      Vielleicht hilft diese Überlegeung weiter?
    • Neu

      shnoing schrieb:

      Die 5-Minuten-Regel habe ich nicht verstanden. Wenn was zu machen ist, macht man es eben ... oder nicht.
      Es hat einen psychologischen Effekt: wenn man keine Lust auf eine Tätigkeit hat, dann kann es sehr entmutigend sein wenn man daran denkt, dass man sich zwei Stunden damit beschäftigen muss. Wenn man sich dagegen sagt, es sind nur 5 Minuten, dann kann es sein, dass man sich eher überwinden kann. Wenn man sich dann überwunden hat, dann kann es passieren, dass man nach den 5 Minuten in Schwung ist und dann vielleicht doch die zwei Stunden dranbleibt. Die Anfangshürde ist ja manchmal am schwierigsten, wenn man erstmal angefangen hat, geht es einfacher.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
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      Ob ich alles in meinem Leben interessant finde/fand? Die Antwort ist ein klares "Nein!". Es gibt viele Dinge, die mich nicht die Bohne interessieren (RW) und die mich einfach nur tierisch langweilen. Dazu gehören Fußball, Promis, Mode und viele andere Themen. Wenn ich mich aber für ein Thema interessiere, dann kann ich mich daran auch richtig "festbeißen". Dann will ich mehr darüber wissen und will die Hintergründe kennenlernen. In der Hinsicht gibt es bei mir eigentlich nur ganz oder gar nicht. Die Grauzone zwischen interessant und uninteressant ist bei mir sehr klein (um nicht zu sagen winzig).
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      Shenya schrieb:

      Es hat einen psychologischen Effekt: wenn man keine Lust auf eine Tätigkeit hat, dann kann es sehr entmutigend sein wenn man daran denkt, dass man sich zwei Stunden damit beschäftigen muss. ...
      Oh. An sowas denke ich nie. Ich befürchte (?), das ist ein Nebeneffekt meiner beeinträchtigten Theory of Mind: ich kann mir nichtmal mich selber, zwei Stunden später, bei nervender Tätigkeit vorstellen.
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      Nein, es gibt schon auch Sachen, die ich gar nicht mache.
      Aber ich würde zwischen 5 Minuten und 2 Stunden (oder was war es) keinen großen Unterschied machen.
      Und ich weiß schon wie lange 2 Stunden sind: das ist mein Arbeitsweg.
      Der stört mich auch nicht, obwohl objektiv sinnlos.