Die Arbeitswelt überfordert mich. Euch auch ?

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • MangoMambo wrote:

      Such mal im Internet nach deiner Gegend und Betreutem Wohnen. Die meisten Anbieter beraten dich auch bzgl. Beantragung.
      Bin etwas überrascht, dass es da gar nicht mal so viel gibt. Habe auch auf autismus.de geschaut, da gibt es eine Karte, wo alles angezeigt wird, was es so gibt in DE.

      MangoMambo wrote:

      Sonst kann ich empfehlen sich zum Beispiel nach Anstellungen im öffentlichen Dienst umzusehen, da dort oft eine Anstellung als Behinderter bzw. mit besonderen Ansprüchen an Arbeit und Toleranz leichter ist. Bzw. Hilfen eher umgesetzt werden.
      Ja, daran hatte ich auch schon gedacht. Allerdings habe ich absolut keine Ahnung, welche Berufe es im öffentlichen Dienst gibt und ob man da wirklich so einfach reinkommt.

      MangoMambo wrote:

      Ein Gutachten zu Nachteilsausgleichen ist in manchen Fällen auch ohne konkrete Diagnose nur über eine Feststellung der Schwierigkeiten möglich.
      Wusste ich gar nicht. Ich dachte immer, dass man hierfür eine Diagnose benötigt.

      Shenya wrote:

      Ich hatte da mal versucht, Anbieter aufzulisten. Kann jetzt nicht garantieren, dass noch alle Links aktuell sind, außerdem könnte es weitere Anbieter geben, die nicht in der Liste sind.
      Danke!
      Soweit gibt es da tatsächlich auch nichts in meiner Gegend...
    • Ljos wrote:

      Soweit gibt es da tatsächlich auch nichts in meiner Gegend...
      Du könntest googeln nach ambulant betreutes Wohnen und dein Landkreis. Da müsste sich zumindest ein Anbieter für ambulant betreutes Wohnen für psychisch Kranke finden, und es kann sein, dass dieser auch Leute mit Asperger betreut. Der Nachteil ist nur, dass vielleicht dort noch nicht so viel Erfahrung mit Asperger vorhanden ist. Aber die Leute können ja auch lernen...
      Alles wird galaktisch gut.
    • Da sind nicht "alle" Anbieter verzeichnet.

      Es gibt fast jeden Beruf im öffentlichen Dienst und über eine Ausbildung oder eine Bewerbung ist es kein Problem reinzukommen solange du keine Vorstrafen hast. (es geht um eine Anstellung nicht Beamtentum). Ich bin zum Beispiel in der IT.

      Du kannst auch Anbieter für betreutes Wohnen anfragen die nicht speziell für Autismus zuständig sind. Auch Anbieter für Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischen Krankheiten bieten die Unterstützung.

      Außerdem lohnt es sich Listen bei den nächsten Zentren für Autismus anzufragen. Von Autismus Deutschland gibt es da viele Niederlassungen z.B. Autismus Berlin. Von denen kann man sonst teilweise geteilter Meinung sein aber Organisation und Übersicht über solche Angebote ist meiner Erfahrung nach super.
    • Ljos wrote:

      Aber genau das ist es, wo ich Feuer und Flamme für bin. Und wofür ich mich richtig interessiere. Ich habe 2016 nach meinem Abitur ein Jahr nichts anderes gemacht, als Leute auf dem Hof, wo ich immer noch mit meinem Pferd stehe, zu unterrichten oder die Pferde zu trainieren. Da hatte ich täglich zwar auch 6-8 Pferde und war platt am Ende, aber es war ein anderes erschöpft sein als jetzt und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Aber auch das benötigt einiges an Mut.
      Wenn dein momentaner Beruf eher ein Qual ist und dir Energie entzieht, du aber einen Beruf kennst, in dem du zwar erschöpft bist nach der Arbeit, aber der dir auch Energie gibt und dich glücklich macht, würde ich darüber nachdenken, die Ausbildung (sofern möglich) noch abzuschließen (weil es in Deutschland einfach schlecht kommt, wenn man Dinge abbricht) und dann zu überlegen, wie du den Beruf mit den Pferden ausüben kannst. Vielleicht könntest du ja dann immer noch nebenbei als Selbstständige im Bereich "Design" arbeiten und z. B. Homepages für Pferdehöfe entwerfen oder Werbung für diese Höfe, aber nicht unter diesem Druck, den du bei diesem Medienbetrieb hast.

      Der Zeitdruck scheint dort ja enorm zu sein. Wie soll man denn einen 6-seitigen Flyer in 2h entwerfen. Ich mache sowas zwar nur rein privat und habe ein Projekt, wo ich für mich einen zweiseitigen Flyer entwickeln soll. Ich brauchte allein da für die Gestaltung eigener Logos (7 Stück) mehrere Stunden. Ich habe das alles nicht gelernt und mir die Bearbeitung mit GIMP selbst beigebracht, aber ich könnte unter Zeitdruck überhaupt nicht kreativ arbeiten.
    • Shenya wrote:

      Du könntest googeln nach ambulant betreutes Wohnen und dein Landkreis.
      Werde ich mal machen. Ich denke mal, dass ich im Autismuszentrum wahrscheinlich auch ein paar Infos bekommen kann? Ich weiß, dass es in der Stadt, wo ich arbeite, eines gibt.

      MangoMambo wrote:

      Es gibt fast jeden Beruf im öffentlichen Dienst und über eine Ausbildung oder eine Bewerbung ist es kein Problem reinzukommen solange du keine Vorstrafen hast. (es geht um eine Anstellung nicht Beamtentum). Ich bin zum Beispiel in der IT.
      Ja, da muss ich mal schauen. Ich gehe aber mittlerweile tatsächlich davon aus, dass ich wahrscheinlich eine Umschulung machen müsste. Es gibt doch einiges, was den Beruf sehr erschwert und richtige Anpassungen zu machen ist halt tatsächlich eher schwierig... Mein Vater ist auch vom Streifenpolizist zur IT gewechselt, weil er chronisch erkrankt ist. Ob das was für mich wäre, weiß ich gar nicht.

      FruchtigBunt wrote:

      Wenn dein momentaner Beruf eher ein Qual ist und dir Energie entzieht, du aber einen Beruf kennst, in dem du zwar erschöpft bist nach der Arbeit, aber der dir auch Energie gibt und dich glücklich macht, würde ich darüber nachdenken, die Ausbildung (sofern möglich) noch abzuschließen (weil es in Deutschland einfach schlecht kommt, wenn man Dinge abbricht) und dann zu überlegen, wie du den Beruf mit den Pferden ausüben kannst.
      Ja, darüber denke ich schon seit geraumer Zeit nach. Es ist unglaublich schwierig in dem Bereich Fuß zu fassen, aber ich habe schon ein oder zwei Ideen, die man vielleicht umsetzen könnte. Ansonsten könnte ich mir tatsächlich auch eine Tätigkeit vorstellen, die relativ repetetiv ist - und definitiv nicht nur sitzen beinhaltet. Das Sitzen vorm Bildschirm für 8h macht mich auch ganz kirre und meine Konzentrationsfähigkeit bleibt einfach auf der Strecke.

      FruchtigBunt wrote:

      Der Zeitdruck scheint dort ja enorm zu sein. Wie soll man denn einen 6-seitigen Flyer in 2h entwerfen.
      Das geht schon... aber eines der Merkmale Zeit, Qualität oder Kosten bleibt dann halt vollkommen auf der Strecke... :thumbdown:
      So Zeitvorgaben haben wir desöfteren - und es kommt nie hin. Ich brauche ständig viel länger als geplant. Auch ein Grund, warum das wahrscheinlich auf Dauer nicht funktioniert. Ich kann nachvollziehen, das Chefs da sagen: du kostest mich nur Geld. :?
      Meine Eltern haben mir von Anfang an von dem Beruf abgeraten, weil sie dachten, ich würde sowieso nicht reinkommen. Aber wenn ich mir überlege, dass mich sogar die 0815 Bürojobs wegen meiner Dyskalkulie abgelehnt haben...

      Habe letztens erst ein sehr schönes "Plakat" gesehen, auf dem beschrieben war, dass zwar der größte Teil der Autisten in DE sehr gut gebildet oder ausgebildet ist, aber trotzdem mehr als 58% davon arbeitslos sind, einige unter ihrem Abschluss beschäftigt sind und nur wenige auf dem normalen Arbeitsmarkt fündig geworden sind. Das macht mir halt schon etwas Angst. Denn ich merke ja, dass mir das normale Arbeitsleben total zu schaffen macht.
    • Bzgl. Pferde: ich kenne jemanden der seit Jahrzehnten ständig die Arbeitstelle in genau deinem Wunschbereich wechseln muss, weil er soziale Probleme mit den Menschen auf den Höfen hat und sich ausnutzen lässt. (Du solltest darüber nachdenken ob du deine Bedürfnisse und Rechte durchsetzen kannst.

      In der IT haben wir auch repetitive und bewegte Arbeiten bei den Systemintegratoren, die beispielsweise neue Geräte anschließen und Kabel prüfen etc. Da gäbe es auch noch die IT- Systemelektroniker da gibt es eher auch bewegte Arbeit und auch Routine. Beides findest du auch im öffentlichen Dienst. Vielleicht könntest du da zum Beispiel Praktika machen.
    • ich würde auch in dem Bereich dann viel eher ins eigenständige gehen. Gerade als mobiler Trainer macht das anders gar keinen Sinn. Deshalb war ich am überlegen eine Art Gap Year zu machen, mehr darüber zu lernen und anschließend meine Lizenzen abzulegen - aber ich weiß nicht, wie gut das funktioniert. Schön wäre es jedenfalls, denn das ist einfach MEIN Interesse. Alles andere ist gar nicht so interessant für mich. Auch wenn das Grafikdesign etwas ist, was ich schon seit ich 12 war gemacht habe.

      Ja, könnte ich vielleicht. Mal sehen, was nach der Ausbildung passiert. Und wie es mit der Diagnose ausgeht.
    • Wenn du mit der Ausbildung fertig bist, dann könntest du z.B. im öffentlichen Dienst in Pressebereichen oder Unternehmenskommunikation arbeiten. Das geht z.B. an Unis oder Universitätskliniken. Vielleicht würde dir ja eine IT Abteilung Zusagen. Guck einfach mal bei deiner Stadt nach Stellenangeboten. Du kannst da ja auch Teilzeit arbeiten und dann zB als Hobby mit Pferden arbeiten.
      ...in der Diagnostik... :nod:
    • Ja das stimmt wohl. Ich denke mal es wird bestimmt eher auf Teilzeit mit Pferd als Hobby nebenbei rauslaufen.
      Ich hatte eine schreckliche Woche. Ich bin richtig depressiv und total fertig. 8h Schlaf sind momentan viel zu wenig für mich. 40h die Woche in einem Bürojob setzen mir so krass zu. Und dabei habe ich noch nicht mal die Verantwortung bei Jobs, die meine Kollegin hat... Manchmal nagt das schon etwas an mir. Das ich einfach nicht so viel Leistung wie die anderen erbringen kann. :(
    • Ljos wrote:

      Ja das stimmt wohl. Ich denke mal es wird bestimmt eher auf Teilzeit mit Pferd als Hobby nebenbei rauslaufen.
      Ich hatte eine schreckliche Woche. Ich bin richtig depressiv und total fertig. 8h Schlaf sind momentan viel zu wenig für mich. 40h die Woche in einem Bürojob setzen mir so krass zu. Und dabei habe ich noch nicht mal die Verantwortung bei Jobs, die meine Kollegin hat... Manchmal nagt das schon etwas an mir. Das ich einfach nicht so viel Leistung wie die anderen erbringen kann. :(
      Wenn du es gar nichts schaffst, ist vielleicht auch eine Erwerbsunfähigkeitsrente (sofern du da einen Anspruch drauf hast) eine Möglichkeit. So wärst du gegebenenfalls finanziell abgesichert und könntest dann in Teilzeit freiberuflich die Sache mit den Pferden machen und auch im Designbereich freiberuflich arbeiten.
    • Ljos wrote:

      8h Schlaf sind momentan viel zu wenig für mich. 40h die Woche in einem Bürojob setzen mir so krass zu. Und dabei habe ich noch nicht mal die Verantwortung bei Jobs, die meine Kollegin hat... Manchmal nagt das schon etwas an mir. Das ich einfach nicht so viel Leistung wie die anderen erbringen kann.
      Ich glaube ich verstehe dich. Ich kenne das auch, die Phasen, wo ich total fertig bin und viel Schlaf brauche. Seitdem eine Kollegin meinte, dass es doch eigentlich gut wäre, dass ich das so kompensiere und nicht stattdessen jeden Abend 5 Bier kippe oder ähnliches, kann ich das positiver sehen.

      Mit der Verantwortung: Als ich im FSJ war, war ich auch oft total fertig, weil ich das Gefühl hatte, ich mache im Prinzip nur so Hilfsleistungen und bin davon fertig. Jetzt im "richtigen" Berufsleben merke ich, dass das mit den Hilfstätigkeiten eigentlich viel schwerer war, weil ich jetzt an Tagen wo ich richtig was gerockt habe stolz auf mich bin und mir zugestehe erledigt zu sein, was ein gutes Gefühl ist. Im FSJ saß ich teilweise Stunden im Büro ab oder habe Zeugs kopiert und litt dann an einem Zwischending von BoreOut in Verbindung mit dem Gefühl irgendwie unfähig zu sein, wenn mich schon diese "banalen" Sachen so fertig machen. Ich will damit sagen vielleicht geht es dir auch besser, wenn du auch mal richtig Verantwortung hast.

      Und mit der Leistung erbringen: Das Gefühl kenne ich auch. Aber manchmal kann ich mich damit trösten, dass ich an kleinen Ecken richtig gute Leistung erbringe. Und du schriebst ja auch, dass du manchmal Dinge richtig gut hinbekommst. Bei mir habe ich manchmal das Gefühl des "bipolaren Arbeitens": Manchmal läuft es richtig gut und dann wieder richtig schlecht.
      Surprised by the joy of life.
    • Hinzu kommt das mit zunehmender Verantwortung nicht selten zunehmende Freiheit verbunden ist. Also die Möglichkeit selber die Arbeit zu organisieren und die Arbeitsbedingungen maßgeblch mitzubestimmen. Also je konzeptioneller und ich sage mal geistiger die Arbeit ist desto eher wird einem zugestanden, dass man möglichst wenig Vorgaben haben sollte, wie man die Arbeit erledigt und je höher man stegt desto mehr Entscheidungsbefugnis hat man. Platt gesagt der Abtelungsleiter bekommt eher Home office und kann selber entscheiden wann er arbeitet, als der Sachbearbeiter (in der Tendenz, im Einzelfall kann es auch umgedreht sein). Da muss man gucken was am ehesten passt, die einen werden selbstständig, die anderen gucken das sie sich fachlichs ehr spezialisieren und dadurch mehr Möglichkeiten bekommen und die dritten versuchen zumindest auf eine bestimmte Hierarchieebene zu kommen umd as zu erreichen.
    • Ich hole den Beitrag nochmal hoch, weil ich im Moment wieder so große Probleme habe.
      Ich mache ja nochmal eine Ausbildung, weil mein alter Job mir nicht gut getan hat. Nun habe ich aber in dieser Ausbildung so extreme Probleme wie noch nie zuvor.
      Meine Soziale Inkompetenz fiel früher nicht so oft auf, weil ich meist alleine gearbeitet habe oder sogar ein Einzelbüro hatte. Nun, im medizinischen Bereich, arbeite ich mit vielen verschiedenen Menschen zusammen. Meine Arbeit ist selbstständig total gut, aber sobald ich Sachen hinterfrage oder das Team zusammen mich überfordert, falle ich wieder auf. Nun ist es so, dass ich wirklich viele sehr schlechte Beurteilungen bekommen habe. Ich konnte es so schon immer nicht nachvollziehen, weil meine Arbeit wirklich gut ist und mein Auftreten jetzt nicht irgendwie daneben oder so ist. Es ist eher eine Mischung aus den Komponenten Alter, nicht so flexibel, hinterfragt, prangert an, frage viel, gucke die Leute nicht an, verstehe Sachen falsch.

      Nun ist es so, dass ich mich bald intern bewerben muss. Das alleine hat mir schon Angst gemacht, weil ich weiß, dass ich fachlich gut, aber sozial schlecht bin und ich befürchte, dass man daher Vorurteile haben wird und auf mich lieber verzichten möchte.

      Und nun wurde ich erneut zum Gespräch beim Chef geladen und habe wirklich Angst. Einerseits, weil mich diese Gesprächssituationen oft überfordern und ich immer weinen muss, was unpassend in der Situation ist, aber auch immer total falsch ankommt. Das andere ist, dass ich nicht weiß, wie ich meine Situation erklären soll. Ich bin nur VA und meine alten Diagnosen wurden bereits mehrfach vom Chef angezweifelt. Sozusagen 'ich glaube nicht, dass sie diese Diagnosen haben' (weil Verhalten dazu nicht passt) und 'sie haben aber offensichtlich Probleme" und "vielleicht ist das hier nicht der richtige Arbeitgeber für sie".
      Dabei mag ich meinen Arbeitgeber und ich mag meine Arbeit. Ich komme einfach nur nicht mit jedem klar und bin nicht sehr interessiert an anderer Leute Leben, grundsätzlich aber sogar eher zu kommunikativ.
      Ich weiß auch, dass es nach der Ausbildung besser werden wird, weil man mich nicht mehr als Ahnungsloser Azubi sieht. Aber ich weiß einfach nicht wie ich meine Situation erklären soll und was ich sagen soll oder lieber nicht.
      ...in der Diagnostik... :nod:
    • Sofern du eine Schwerbehinderung hast kannst du jemandem vom Betriebsrat dazubitten und mit ihm das vorbesprechen. Ob das auch ohne GdB geht weiß ich nicht.
      Grundsätzlich würde ich nicht mit meinem Chef über meine Diagnose sprechen.
      Wenn es dir Sicherheit gibt, könntest du ihn schon davor nach dem Thema des Gesprächs fragen.
      Und wenn dir das im Team arbeiten nicht so liegt: Hast du schonmal an Ambulanten Pflegedienst oder so gedacht? Da kann man viel alleine arbeiten.
      Surprised by the joy of life.
    • Ich habe keine Schwerbehinderung. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal in eine Situation kommen würde, wo ich mich durch das Gesetz schützen muss, weil man sonst keine Andersartigkeit akzeptieren will.
      Das ich meine Diagnose genannt habe, war die Hoffnung, dass Verhaltensabweichungen nicht als seltsam angesehen werden. Stattdessen habe ich mich damit selbst in eine Schublade gesteckt, in die ich einfach nicht rein gehöre. Mein Job beinhaltet zwar ein Team, meine Arbeit besteht aber trotzdem zu 90% aus selbständiger Arbeit. Und die 10% Teamarbeit überstehe ich problemlos, wenn man mich einfach akzeptieren würde. Aber man will das gar nicht.
      ...in der Diagnostik... :nod:
    • Surprised wrote:

      Ich will damit sagen vielleicht geht es dir auch besser, wenn du auch mal richtig Verantwortung hast.
      Meine Chef und meine Kollegin wollen mir aber genau diese eben nicht geben. Weil sie wissen, dass ich durch den Zeitdruck nicht gut, schnell, sauber und tolle Arbeit leisten kann...
      Mein Chef möchte, dass meine Kollegin ALLES kontrolliert, was ich mache, falls Fehler drin sind oder etwas nicht so ist wie es sein sollte. Ich bekomme viel Kritik. Auch an Sachen, die ich nach dem 100 Mal eigentlich wissen sollte - aber ich komme mit dem Zeitdruck einfach nicht klar. Würde ich zu dem Zeitpunkt aufhören, an dem meine Zeit vorbei ist, wäre ich nicht mal zur Hälfte fertig. Ich kann einfach nichts designen, was geil sein soll, aber eben innerhalb von 2h...
      Zum Zeitdruck kommen dann die Flüchtigkeitsfehler, die mir schon gar nicht mehr auffallen, weil ich ja eben keine Zeit habe um mir das wirklich nochmal anzusehen und vielleicht selber Fehler zu finden. :( :oops:

      Gerade heute... "Na, das mit den Abständen klappt bei dir ja immer noch nicht so gut, was?" :oops: :cry: Dabei war ich früher in der anderen Firma (habe ja den Ausbildungsplatz gewechselt zum 2. Lehrjahr) eine derjenigen, die alles mit Perfektion und im perfekten Abstand gemacht hat... Das frustriert mich natürlich auch unglaublich. Klar würde ich gerne auch mal was mit mehr Verantwortung machen. Aber dafür ist meine Arbeit "qualitativ zu instabil". Ich kann halt auch nicht schnipsen und hab plötzlich mega die tolle Idee für einen Flyer für einen Bautrockenleger oder einen Personaldienstleister. :?

      Surprised wrote:

      Bei mir habe ich manchmal das Gefühl des "bipolaren Arbeitens": Manchmal läuft es richtig gut und dann wieder richtig schlecht.
      Ja.. genau das ist es bei mir. Und deshalb bekomme ich auch nichts mit viel Verantwortung. Wenn das schiefgeht, kostet uns das im schlimmsten Fall den Vertragskunden, der uns eben Geld bringt.

      Momentan geht es mir auch nicht ganz so gut an der Arbeit.
    • @Pummelchen

      Als unbeteiligter ist es schwierig zu beurteilen, ob du zu unsozial bist oder deine Kollegen. Wenn du tatsächlich nicht akzeptiert wirst, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich das großartig ändert, wenn deine Ausbildung beendet ist.

      Mit Anfang 20 habe ich mal in einer Firma gearbeitet, in der ich nicht akzeptiert und von Kollegen und Chefs gemobbt wurde. Das hätte mich auf Dauer nur kaputt gemacht, daher habe ich dort gekündigt. In allen anderen Firmen habe ich bisher Glück gehabt und so ein Mobbing kein zweites Mal erlebt. Man kann sich nicht immer zu 100% mit allen Kollegen verstehen, aber ich finde es ist schon wichtig, dass man mit den meisten Kollegen gut klar kommt.
      Ist da wer?
    • Ja @kim, da könntest du recht haben. Es könnten auch die Kollegen sein, die unsozial sind. Eigentlich mache ich gar nichts. Ich frage halt einfach viel nach, warum und weshalb etwas gemacht wird. Das können einige halt nicht beantworten und fühlen sich dann kritisiert. Ansonsten wie gesagt, ist es eher unauffällig, solange ich selbst entscheiden kann, was ich mache. Ich kann auch gut mit jemandem arbeiten, wenn es einfach kollegial zugeht. Wenn ich aber spüre, dass es Hierarchisch wird, dann kann es seltsam werden, weil es Hierarchie unter Kollegen für mich nicht gibt. Bei mir geht es rein um Wissen. Wenn aber jemand mich als Azubi schlecht behandelt, nur weil ich mehr Wissen habe als er und er damit nicht klar kommt, dann kann ich damit wiederum nicht umgehen und es kann schon mal direkt und dominant von meiner Seite aus werden.
      Wenn ich kein Azubi mehr bin, können sie diese Karte nicht mehr ausspielen und ich kann sie mit ihren eigenen Waffen schlagen. Im Moment zeigen sie mir eben ihre Macht mit einer schlechten Beurteilung, die wiederum Schwierigkeiten bei einer zukünftigen Bewerbung macht. Und das ärgert mich, weil es mein Lebensplan kaputt macht, während die sich einen lachen.
      ...in der Diagnostik... :nod:
    • @Pummelchen

      Ich kann leider auch keinen sicher guten Rat geben, aber bei Deiner Schilderung habe ich mich stark an meinen eigenen beruflichen Werdegang erinnert gefühlt. Mir ist auch ständig vorgeworfen worden, ich sei zu unflexibel, fragte zuviel, sei zu laut (habe eben eine recht kräftige Stimme und werde tatsächlich schnell lauter, wenn ich mich über etwas aufrege), diskutierte zuviel etc.. Mir ist es auch nie gelungen, dauerhaft an all dies zu denken und es vielleicht sogar abzustellen; man kann eben nicht dauerhaft gegen seine "Natur" handeln. Ich denke auch immer, es wäre schön, wenn alle Menschen etwas toleranter wären, aber das ist wohl ein frommer Wunsch. :( Falls Du mit Anschuldigungen konfrontiert werden solltest (da muss man leider immer mit rechnen), könntest Du natürlich - wenn man sowieso nichts mehr "kaputtmachen" kann - sagen, dass Du Dich mit gewissen Dingen schwertust, vielleicht sogar, dass Du selbst eine Autismus-Spektrum-Störung vermutest, aber diesbezüglich gehen die Meinungen hier wohl weit auseinander. Ich persönlich könnte mir als ziemlich ehrlicher Mensch tatsächlich vorstellen, so etwas zu äußern, wobei ich aber gleichzeitig auch auf meine Stärken hinweisen würde.
      Ich habe nach vielen beruflichen Rückschlägen jetzt eine Stelle bei einer ehemaligen Kollegin angetreten. Da sie mich schon über 5 Jahre kennt, gehe ich mal davon aus, dass sie meine Schwächen toleriert, und darüber bin ich echt froh. Gleichzeitig schätzt sie meine Verlässlichkeit und Genauigkeit.
      Ich drücke Dir die Daumen, dass Du hoffentlich auch mal etwas Toleranz erlebst und Deine Stärken zur Geltung bringen kannst. :nod: