Die Arbeitswelt überfordert mich. Euch auch ?

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    • Chris36 wrote:

      Chris36 wrote:

      Es geht mir wieder viel besser. Ich erledige alles gefühlt wie in Zeitlupe. Vielleicht sollte ich das beibehalten. Ich bekomme nicht weniger Gehalt und für Lob kann ich mir nichts kaufen. Ich denke mein Tempo ist eher normal so.
      Tut ihr auch immer zuviel?
      Ich hab immer das gemacht was in den Augen anderer nicht nötig war :D Keine Ahnung wieso, aber gecheckt hab ichs bis heute nicht.
    • Werde immer im Beruf unterschätzt und kann deswegen meine Fähigkeiten und Kentnisse kaum umsetzen ,weil oft ehr einfache Aufgaben bekommt.
      Und Kollegen und Chefs finden unsere eigenarten ehr Merkwürdig oder kommisch...wird oft als angrietftpunkt zum Mobben genutzt.Bis dann irgentwann gekündigt wird,wo man Fehler zugeschrieben bekommt die nicht getan hat.Alles schon erlebt...war nie Länger als 6 bis 12Monate in einer firma.
      Das Do ist der Weg. :prof:
    • zaph wrote:

      Auch in kurz: Nein, tut es nicht. Und das seit 35 Jahren nicht.
      Wenn Du schreiben magst, warum das bei Dir so ist? In diesem Faden scheinst Du damit eine glückliche Ausnahme zu sein.

      Manchmal kommt es mir so vor, als ob diejenigen, die noch in den Sechziger Jahren geboren wurden, irgendwie besser mit beruflichen Belastungen zurechtkommen. Zumindest „funktionieren“ sie nach außen hin scheinbar eher. Mich würde interessieren, ob dieser Eindruck zutrifft und wenn ja, worauf sich das vermutlich zurückführen lässt?

      Immerhin möchten Eltern ihre Kinder ja stark machen (um den Anforderungen, die auf Sie zukommen werden, möglichst gerecht werden zu können). Vielleicht lassen sich mit Deiner Antwort ja Faktoren finden, wie diese Gratwanderung gelingen könnte?
    • @LydiaWohlzufrieden:

      Ich spekuliere einmal, dass es vielleicht damit zusammenhängt, welchen Beruf man für sich gewählt hat bzw. ob es ein 'passender' Beruf ist, der einem bei der Arbeit sozusagen 'entgegenkommt' oder ob es ein Beruf ist, der einem den letzten Nerv raubt (RW), weil er die eigenen Problematiken nur weiter verschärft.

      Ich habe noch keinen Zusammenhang zu den Geburtsjahren feststellen können, könnte mir aber vorstellen, dass Kinder je nach Generation bzw. Jahrzehnt anders erzogen wurden. In den 90ern Geborene wurden vermutlich viel stärker in Richtung Leistung erzogen oder in den 00ern mit Angst motiviert, weil der Kapitalismus da meiner Meinung nach so richtig zu boomen anfing und immer HartzIV als Schreckensszenario drohte und die Kluft zwischen den sozialen Schichten begann, zu wachsen. Irgendwann zählte es nichts mehr, wenn jemand 'nur' Kfz-Mechaniker war oder auf dem Bau arbeitete, da war es angesehen, Mechatroniker zu sein oder noch besser Programmierer oder BWL-Student.
      Viellleicht nimmt man durch solche eine Angstmotivation auch eher irgendeinen Beruf an oder durch die Leistungsmotivation einen 'gut bezahlten' Beruf und achtet dann weniger auf die eigenen Bedürfnisse?

      Bei mir ist es so, dass ich komplett auf Leistung und Funktionieren getrimmt wurde seitens des Elternhauses. Es musste immer 'besser', 'schneller', 'mehr' sein und ich habe halt einfach versucht, so hoch zu klettern wie möglich, dazu gehörte erfolgreich abgeschlossenes Studium und ehemals sichere und gut bezahlte Stellung, aber bin wegen permanenter Überforderung und auch nur bedingter Passung des Berufes ausgebrannt.

      Vielleicht sollte man sich auch die Frage stellen, in wie weit Menschen bereit sind, sinnlose Dinge zu tun bzw. welche Wertorientierung jemand hat?
      Man könnte sich auch überlegen, ob es geburtsjahrabhängig ist, welche Arbeitsplätze jemand besetzt. Wer heute beruflich anfängt, schlägt sich oft mit befristeten Jobs durch, wer seit 40 Jahren in der gleichen Firma arbeitet, wird wahrscheinlich ganz anders behandelt werden.

      Mich würde es auch interessieren, welche Faktoren unterstützend dabei sind, die Arbeitswelt nicht als überfordernd zu erleben.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • @FruchtigBunt

      Ältere Generationen sind sicherlich anders erzogen worden. Sehe ich ja allein schon bei meinem ältesten Sohn, der Ende der Neunziger geboren wurde :d

      Bei mir war es in Bezug auf die Leistungsanforderungen wohl anders als bei Dir (wurde eher ausgebremst und mir wurde nur Unverständnis für mein Studium entgegengebracht). Eine Festanstellung war das , was man anzustreben hatte, und zwar möglichst vom Beginn der Lehre bis zum Rentenalter in selbstverständlich dem gleichen Betrieb :m(:

      In meiner Jugend waren die eigenen Großeltern sehr präsent. 1905 geboren und durch zwei Weltkriege traumatisiert, ohne dass die jüngeren Generationen wirklich ein Interesse an den ganzen Gräueln hatte, die sie erlebt hatten und die sie vermutlich wohl auch mit ins Grab nahmen. „Erzähl nicht vom Krieg“ ist ein Spruch, der mich heute traurig macht.

      In den Sechzigern und wohl auch noch ein wenig in den Siebzigern wurde wenig Aufhebens um uns Kinder gemacht, was auch den Vorteil hatte, dass es weniger Leistungsdruck und mehr Freiraum gab. Irgendwie war mir immer klar, dass ich es gut habe (im Vergleich zu den Eltern, den Kriegskindern) und dass das erst recht kein Vergleich zu den Großeltern war. Jammern war nicht chic, und jeder war „seines Glückes Schmied“.

      Die Gedanken, die Du Dir machst finde ich interessant, sind sie doch ein Ausdruck eines anderen Blicks auf die eigenen Selbverständlichkeiten, mit denen „man“ so aufwächst. Allerdings gab es auch bei mir und meinen Altersgenossen eher keine Bereitschaft sinnlose Dinge zu tun

      The post was edited 1 time, last by LydiaWohlzufrieden ().

    • Das ist Schwachsinn von wegen ältere Generation und mehr Leistung.
      Bei uns dinds due Alten die larmarschig rumhocken und die Jungen schuften wie blöd.

      Das erklärt mit unter die Wirtschaftskrise. Schon was gehört? Nix Beamtenvertrag und befristete Befristung wenn man sich nicht fast todarbeitetet. DAS ist die Realität.
    • Im Job funktioniere ich rein von der Arbeit her besser wie im privaten Bereich ;)
      Ich arbeite seit September 1999 bei Krankenkassen. War seit dem ganze 6 Wochen arbeitslos bis heute *toitoitoi*
      Seit 2002 beim gleichen Brötchengeber, der Job ist interessant. War aber nicht meine erste Wahl.

      Meine Probleme lagen schon immer im Zwischenmenschlichen Bereich. Ich wurde/werde öfter mal als Gefühlskalt oder Interessenlos bezeichnet.
      Wer sich die Mühe macht mich näher kennen zu lernen, der weiss das dass so gar nicht zutrifft. Auf Betriebsfesten sieht man mich zu 99% auch
      nicht. Ausser ich interessiere mich für das was man geplant hat, wie z.B. Wilhelma hinter den Kulissen. Mit Tieren kann man mich fast immer locken :nod:

      Ich bin nicht "Everybodies Darling", versuche aber mit den Kollegen klar zu kommen, helfe gerne wenn ich merke das ich nicht ausgenutzt werde.
      Hat mir heute überraschend eine Butterbrezel zum Frühstück eingebracht :lol:

      Das ich eine ASS Diagnose habe wissen viele meiner Kollegen, und es wird bisher nicht gegen mich eingesetzt. Im Gegenteil, sehr zu meinem Erstaunen wird
      mir tatsächlich entgegen gekommen. Geht zwar in einem so großen Betrieb nur bedingt, aber immerhin eine gewisse Erleichterung für mich.
      LG Tasha
    • Tasha_77 wrote:

      Im Job funktioniere ich rein von der Arbeit her besser wie im privaten Bereich
      Das war bei mir ganz lange auch so und ist in mancher Hinsicht jetzt immer noch so. Im Beruf habe ich z.B. nie Rückstände, schiebe nichts auf. Zuhause ist Aufschieberitis ein ganz großes Problem und ich habe den Haushalt nicht wirklich im Griff.

      Tasha_77 wrote:

      Das ich eine ASS Diagnose habe wissen viele meiner Kollegen, und es wird bisher nicht gegen mich eingesetzt. Im Gegenteil, sehr zu meinem Erstaunen wird
      mir tatsächlich entgegen gekommen.
      Das klingt aber wirklich sehr gut.
      Hast du eigentlich auch viel erklärt zur AS-Diagnose, oder wussten die Kollegen auch so schon ausreichend Bescheid?
      Alles wird galaktisch gut.
    • Chris36 wrote:

      Das ist Schwachsinn von wegen ältere Generation und mehr Leistung.
      Bei uns dinds due Alten die larmarschig rumhocken und die Jungen schuften wie blöd.
      Du hast es nicht richtig verstanden, vielleicht nochmal GENAU lesen. Dann am besten auch die eigene Unfähigkeit, Dinge korrekt zu lesen, akzeptieren und nicht andere Aussagen des Schwachsinns bezichtigen. Aber damit gibts ja seit jeher bei dir Probleme:

      ! Es ging nicht darum, dass sich die Arbeitsleistung zwischen den Generationen unterscheidet, sondern darum
      dass die Arbeitsbedingungen, unter denen man arbeitet, sich teilweise unterscheiden, je nachdem, aus welcher Generation man stammt.

      Das ist ein Unterschied. Wenn man lesen und denken kann, kann man den auch erkennen.
    • LydiaWohlzufrieden wrote:

      Wenn Du schreiben magst, warum das bei Dir so ist? In diesem Faden scheinst Du damit eine glückliche Ausnahme zu sein.
      Das hat sicherlich mehrere Ursachen.
      Ich hatte das Glück, genau den Berufsweg gehen zu können, den ich gehen wollte (IT).
      Auch hatte ich schon immer eine "Fail is no option" Mentalität, obwohl manche Dinge wirklich schwierig waren und ich mich immer wieder aufs Neue motivieren musste nach dem Motto "Augen zu und durch, was andere schaffen, das schaffe ich erst recht!".
      Dann kam hinzu, dass ich in dem, was ich tat, anderen immer voraus war und meine Arbeitgeber deshalb bereit waren, mir grosse Freiheiten zu lassen.
      Auch war ich schon mit 28 in leitender Position.
      Heute habe ich eine Abteilung mit 40 Mitarbeitern (für die ich disziplinarischer Vorgesetzter bin, darüber hinaus bin ich gegenüber allen Mitarbeitern im Unternehmen weisungsbefugt)
      und bin spezialisiert in einem Bereich, der für das Unternehmen überlebenswichtig ist. Und das bringt eben die Freiheiten für mich mit, die ich brauche.
      Ich trage eine Riesenverantwortung, muss meinen Mitarbeitern möglichst gerecht werden, muss auch immer wieder "Da musst Du durch!" skandieren, aber bei mir funktioniert das und hat letztlich auch bewirkt, dass ich mir nie finanzielle Sorgen machen musste.

      Alles in allem eben eine Mischung aus Willen und ganz viel Glück.
      Und natürlich bin ich ein Spitzentyp :lol: ;)

      The post was edited 1 time, last by zaph ().

    • Ich glaube das es auch ganz viel damit zu tun hat wie viel man für diesen Job geben möchte an Kraft. Kann und will ich mich immer verstellen jeden Tag, mich jeden Tag anpassen und so gut wie möglich durch den Tag kommen. Oder möchte oder kann ich das nicht.
      Jedes menschliche Wesen hat unterschiedlich viel Kraft zur Verfügung. Ich denke es gibt nicht die eine richtige Aussage warum das bei dem einen klappt und bei einem anderen nicht.
      Man muss sich anpassen um in der Gesellschft akzeptiert zu werden und ich muss auch selbst abstriche im Beruf machen. Irgendwann ist der Akku leer dann muss ich auch schon mal 3 Tage krank machen. Aber grundsätzlich gelingt es mir ganz gut. Wobei ich das drumherum viel schlimmer finde wie den eigentlichen Beruf. Der Smaltalk mit den Kollegen strengt mehr an, oder die manches Mal mäßige Organisation etc. als der Job an sich. Bei dem Job bin ich mir absolut sicher, dass ist das was ich will, was mich glücklich macht. Alles andere muss ich so nehmen! Dann verkrieche ich mich eben nach einem langen Arbeitstag zu Hause aber das bedeutet nicht das alles schlecht war. Ich kann trotzdem an dem Tag erfolgreich gewesen sein.
      Ich muss gucken das ich mir die Kraft gut einteile und keine Dinge machen muss die ich nicht kann oder die mich zu sehr stressen. Irgendwie habe ich es bis jetzt immer geschafft.
      @zaph hat das schon richtig geschrieben, eine Mischung aus Willen und Glück.
      Ich möchte aber allen anderen jetzt nicht den Willen absprechen, weil es nicht bei jedem gleich ist!
    • LydiaWohlzufrieden wrote:

      In den Sechzigern und wohl auch noch ein wenig in den Siebzigern wurde wenig Aufhebens um uns Kinder gemacht,
      Klar: das war vor dem Pillenknick. "Kinder kriegen die Leute sowieso." (Adenauer)
      Jetzt, d.h. ca. seit 1972, muss man sich dafür rechtfertigen, wenn man überhaupt eines in die Welt setzt. Also muss auch der Erfolg her!
    • Tasha_77 wrote:

      Im Job funktioniere ich rein von der Arbeit her besser wie im privaten Bereich ;)
      Ich arbeite seit September 1999 bei Krankenkassen. War seit dem ganze 6 Wochen arbeitslos bis heute *toitoitoi*
      Seit 2002 beim gleichen Brötchengeber, der Job ist interessant. War aber nicht meine erste Wahl.

      Meine Probleme lagen schon immer im Zwischenmenschlichen Bereich. Ich wurde/werde öfter mal als Gefühlskalt oder Interessenlos bezeichnet.
      Wer sich die Mühe macht mich näher kennen zu lernen, der weiss das dass so gar nicht zutrifft. Auf Betriebsfesten sieht man mich zu 99% auch
      nicht. Ausser ich interessiere mich für das was man geplant hat, wie z.B. Wilhelma hinter den Kulissen. Mit Tieren kann man mich fast immer locken :nod:

      Ich bin nicht "Everybodies Darling", versuche aber mit den Kollegen klar zu kommen, helfe gerne wenn ich merke das ich nicht ausgenutzt werde.
      Hat mir heute überraschend eine Butterbrezel zum Frühstück eingebracht :lol:

      Das ich eine ASS Diagnose habe wissen viele meiner Kollegen, und es wird bisher nicht gegen mich eingesetzt. Im Gegenteil, sehr zu meinem Erstaunen wird
      mir tatsächlich entgegen gekommen. Geht zwar in einem so großen Betrieb nur bedingt, aber immerhin eine gewisse Erleichterung für mich.
      Du hast eine ASS Diagnose, jedoch ist Dein Status VA. - Wenn Du eine Diagnose hast, dann solltest Du vielleicht Deinen Status anpassen ;)
      Stolzer Papa von Autinaut (HFA) :nod: - und einander irgendwie ähnlich... und doch anders...
    • Ich empfinde es so, dass früher weniger auf die Befindlichkeiten geachtet wurde. Es gab Schule, da musste man durch, dann gab es Ausbildung, da musste man durch, und dann 8-Stunden-Job, da musste man auch durch.
      "Das gefällt mir nicht" gab es nicht. Es war alles weniger individuell, man musste funktionieren.
      Alles wird galaktisch gut.