Autismus und Hänseleien/Mobbing

    • Kleines Licht schrieb:

      also bei mir weiß niemand von meinem Autismus und trotzdem hab ich über zehn Jahre Mobbing, teilweise auch Cybermobbing hinter mir. Sogar meine Eltern - wir wurden aus unserem Heimatdorf rausgemobbt :roll: die Leute haben uns die Scheiben eingeschmissen und so.

      Mein Autismus ist mein größtes Geheimnis um ehrlich zu sein.
      Wie bitte? Die Scheiben eingeschmissen?

      Mochten sie deine Eltern nicht oder war es rein wegen dir?
    • FruchtigBunt schrieb:

      RegenbogenWusli schrieb:

      In allen Fällen wo eine Sache unbeabsichtigt und auch ohne eigene Kontrolle provuziert wurde (sexy kleidung gehört nicht unbedingt dazu, aber das Tragen einer Brille schon)...
      8o 8o 8o
      Das Tragen einer Brille soll eine Provokation sein? Eine Brille ist ein medizinisches Hilfsmittel, wenn sich dadurch jemand provoziert fühlt..... NEIN.
      Sag das den Kindern in grundschule und Kindergarten, vermutlich wird das heute nicht besser sein, dass Kinder nur wegen einer Brille gemobbt werden.
      Ich hab früher keine getragen, erinner mich aber an Kinder die eine hatten und deswegen gemobbt wurden.
      Als ich 12 war, bekam ich meine erste Brille und der erste Tag mit brille in der Schule war dann natürlich ein grund gleich als Brillenschlange, Blindschleiche etc betitelt zu werden, es war mir aber egal weil die auf der Schule eh nicht gerade nett waren :nerved:
      Diese Wörter waren da harmlos zu dem was ich sonst gesagt bekam.


      Kleines Licht schrieb:

      Heimatdorf rausgemobbt die Leute haben uns die Scheiben eingeschmissen und so.
      Ich kann mir nur vorstellen, das sowas passiert, wenn man wirklich scheiße innerhalb einer Dorfcommunity gebaut hat, oder ein sehr unerwünschter Mensch ist (bei Fremdenhass oder ähnlichem).
      Du musst nicht sagen warum die das bei euch gemacht haben, ich will es auch garnicht wissen, ich finde die Reaktion der Leute nur heftig und wundere mich wiso Leute sowas tun, außer den gründen die ich bereits kenne. Bei uns im Stadtteil haben das auch mal welche gemacht mit einem Gold-ankauf-verkauf-billigladen. Da hier ein eher teures Wohnviertel ist, war solche art von Laden den leuten wohl dubios und suspekt, dabei leben bei uns auch Ausländer, wir haben sehr viele italienische Restaurants die teils fast alle von Türken und Moslems gehalten werden, obwohl es italienische Küche ist O.o XD
      Ist schon komisch wenn ein Stadtteil 10 Pizzerien hat und nur 2 Dönerbuden, jedoch von den 10 Pizzerien 6 oder so von Muslimen sind und nicht tradizionell italienisch.
      Mir ist das egal, solange es schmeckt, auch wenn das essen hier im vergleich zu Nürnberg teuer und schlechter ist.
      Ich bekomme in Nürnberg bessere Qualität (Lebensmittel, Zubereitungsweise) für den gleichen Preis wie hier.
    • Androidler schrieb:

      Kleines Licht schrieb:

      also bei mir weiß niemand von meinem Autismus und trotzdem hab ich über zehn Jahre Mobbing, teilweise auch Cybermobbing hinter mir. Sogar meine Eltern - wir wurden aus unserem Heimatdorf rausgemobbt :roll: die Leute haben uns die Scheiben eingeschmissen und so.

      Mein Autismus ist mein größtes Geheimnis um ehrlich zu sein.
      Wie bitte? Die Scheiben eingeschmissen?
      Mochten sie deine Eltern nicht oder war es rein wegen dir?

      Beides. Meine Eltern nahmen nicht an den Dorffesten oder irgendwelchen anderen gesellschaftlichen Sachen teil und das hassten die Dorfbewohner. Und meine Andersartigkeit hat sie nur noch misstrauischer gemacht. Am Ende wurde meinen Klassenkameraden verboten, mit mir zu spielen oder irgendwas mit mir zu unternehmen. Und wenn ich gehänselt wurde und meine Eltern sich darüber aufregten hieß es von Elternseite und Lehrerseite, dass ich die Schuld seie mit meinem komischen Verhalten. Am Ende haben mich meine Eltern nicht mehr aus dem Haus gelassen, weil mir jedes Mal irgendwas passiert war. Wir sind auch nur noch selten zu Hause gewesen, sind nur noch zum Schlafen heimgekommen, am Tag waren wir bei meiner Oma in der nächstgelegenen Stadt.

      Wir sind eben eine Autistenfamilie :? und das war eben ein kleines Bergdorf.
      Dieser Weg wird kein leichter sein/ Dieser Weg wird steinig und schwer
      Nicht mit vielen wirst du dir einig sein / Doch dieses Leben bietet so viel mehr.
      Profilbild von David Gaillet

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    • LiltihEve schrieb:

      @RegenbogenWusli erst Recht wenn du ähnliches selbst erlebt hast, verstehe ich deine Aussage nicht. Mit einer Brille provoziert kein Kind.
      Ich glaube du hast mich in meinen ganzen vorherigen Aussagen falsch verstanden.
      ICH selber sehe das auch nicht als richtig an, sowas als Anlass zu nehmen, andere anzugreifen.
      Für manch andere Kinder ist es aber dennoch ein trigger, sie sehen das und nehmen es zum Anlass andere zu mobben, es ist wie ein user hier bereits sagte eine Provukation/ein trigger um die Person zu ärgern, aber wie ich schon in irgendeinem der vorherigen Threads gesagt HABE finde ich das nicht rechtfertigend andere zu ärgern, nur weil was DA IST was ins Auge fällt und zum Ärgern anstiftet.
      Bitte interpretiere nicht Dinge in meine Sätze rein die da nicht stehen oder die ich garnicht aussage.
      Es klingt so als denkst du das ich den Mobbern recht gebe mit ihrem Verhalten, das tue ich aber garnicht!
    • LiltihEve schrieb:

      Mobbing ist keine Kleinigkeit, die man akzeptieren kann weil Kinder Kinder sind. Dem Opfer Schuld zu geben, weil es sich komisch / anders verhält, wäre falsch.
      Es geht mir nicht um "Schuld", wobei dieser Begriff gerade bei Kindern nicht so angebracht ist, wie gesagt befinden sich die anderen ja auch noch in der Entwicklung und deshalb ist von ihnen weniger zu erwarten als von Erwachsenen (insofern hinkt auch der Vergewaltigungsvergleich, denn da geht es ja um Erwachsene).
      Ich weiß auch nicht, wie du Mobbing definierst. Jeder wird mal wegen etwas ausgelacht bzw. gegängelt, z.B. wegen einer Brille (ich auch) - und wer sich rasch ärgern läßt, wird natürlich häufiger geärgert. Für mich ist es erst dann Mobbing, wenn jemand immer wieder ausgegrenzt bzw. geärgert wird und wenn der Rest der Klasse sozusagen wie eine "Front" gegen ihn wirkt.

      Was ich sagen wollte (ich versuche es noch mal): Es geht nicht nur darum, daß ein Kind anders ist. Das wäre den Kindern auch zu vermitteln, z.B. wenn jemand Lernschwierigkeiten hat oder im Rollstuhl sitzt. Aber gerade Kinder mit Asperger (ich zumindest) und anderen psychiatrischen Störungsbildern sind auffällig im negativen Sinne, d.h. sie wirken auf die anderen Kinder nicht nur komisch, sondern stören. Und auch auf die Erwachsenen. Sie stören die Gruppen und das normale Unterrichtsgeschehen, weil sie sich nicht anpassen und einfügen können. Den Vorwurf würde ich eher den Erwachsenen als den Mitschülern machen. Ich galt immer als "superschlau" und deshalb gingen natürlich alle davon aus, daß ich mit Absicht aus der Reihe tanze, und deshalb wurde ich als provozierend empfunden und deshalb wurde ich irgendwann auch gemobbt. Es war nicht so, daß die Klasse beratschlagt hat, daß ich ein gutes Opfer wäre, das man mobben sollte. Es hat sich mit der Zeit aufgeschaukelt. Und das war überall so, in Sportvereinen auch, also kann es nicht daran gelegen haben, daß die anderen alle so unsozial und fies gewesen wären. Sie haben nur nicht verstanden, daß ich nicht mit Absicht "daneben" bin. Sie dachten, wer so intelligent sei, der könne nicht anderweitig so blöd sein. Ich würde sagen, sie waren einfach überfordert mit mir. Und da hätten die Erwachsenen den Kindern erklären müssen, daß ich nichts dafür kann, wie ich bin. Aber wie soll ich von den Kindern Verständnis erwarten, wenn sogar die Erwachsenen meist gegen mich waren?! Ich meine, das schlimmste Mobbing an der Schule ging ja vom Direktor höchstpersönlich aus, der mich wegen angeblich mangelnder charakterlicher Eignung nicht zum Stipendium vorschlug, sondern die Zweitbeste. Und das, obwohl gegen mich weder ein Tadel noch irgend welche Ermittlungen im Gange waren...einfach nur, weil ich mich oft unpassend benahm. Also, WENN ich jemandem einen Vorwurf mache, dann den Erwachsenen, nicht den Kindern. Ich meine, die waren ja größtenteils auch dümmer als ich, wie hätte ich von denen die Einsicht und Urteilsfähigkeit erwarten sollen, die nicht mal die Erwachsenen hatten?!?
    • Kleines Licht schrieb:

      Am Ende wurde meinen Klassenkameraden verboten, mit mir zu spielen oder irgendwas mit mir zu unternehmen
      Sowas finde ich richtig schlimm. Mir tut es weh, wenn ich mitkriege, daß andere Eltern ihre Kinder nicht mit meinen spielen lassen wollen, und zwar um meinetwillen, selbst dann, wenn der Kontakt den Kindern wirklich gut tut. Sowas ist leider häufiger, als man denkt. Meine Freundin wird mit ihren Kindern manchmal nur deshalb ausgegrenzt, weil sie ALGII bezieht und die anderen Eltern denken, ihre Familien wären was Besseres. Zum Glück wohnen wir nicht in so einem kleinen Dorf wie ihr, das muß wirklich hart gewesen sein. Wenn ich recht darüber nachdenke, wurde ich vielleicht auch ein bißchen wegen meiner verrückten Mutter ausgegrenzt und nicht nur um meinetwillen.
    • Kleines Licht schrieb:

      Androidler schrieb:

      Kleines Licht schrieb:

      also bei mir weiß niemand von meinem Autismus und trotzdem hab ich über zehn Jahre Mobbing, teilweise auch Cybermobbing hinter mir. Sogar meine Eltern - wir wurden aus unserem Heimatdorf rausgemobbt :roll: die Leute haben uns die Scheiben eingeschmissen und so.

      Mein Autismus ist mein größtes Geheimnis um ehrlich zu sein.
      Wie bitte? Die Scheiben eingeschmissen?Mochten sie deine Eltern nicht oder war es rein wegen dir?
      Beides. Meine Eltern nahmen nicht an den Dorffesten oder irgendwelchen anderen gesellschaftlichen Sachen teil und das hassten die Dorfbewohner. Und meine Andersartigkeit hat sie nur noch misstrauischer gemacht. Am Ende wurde meinen Klassenkameraden verboten, mit mir zu spielen oder irgendwas mit mir zu unternehmen. Und wenn ich gehänselt wurde und meine Eltern sich darüber aufregten hieß es von Elternseite und Lehrerseite, dass ich die Schuld seie mit meinem komischen Verhalten. Am Ende haben mich meine Eltern nicht mehr aus dem Haus gelassen, weil mir jedes Mal irgendwas passiert war. Wir sind auch nur noch selten zu Hause gewesen, sind nur noch zum Schlafen heimgekommen, am Tag waren wir bei meiner Oma in der nächstgelegenen Stadt.

      Wir sind eben eine Autistenfamilie :? und das war eben ein kleines Bergdorf.
      Da fragt man sich doch schon wer denn jetzt wirklich "behindert" ist, bei solchen Aktionen. Was in den Köpfen solcher Menschen wohl vorgehen muss? "Hmm, die kommen nie zu unserem Dorffest, da werf ich denen doch mal die Scheibe ein - Dann kommen die bestimmt", oder was? :d Verstehe generell nicht warum Leute ein derartiges Interesse daran haben wenn jemand einfach nur seine Ruhe haben will. Aber ich kenn das (Ohne die Sachbeschädigung) auch. Meine Mutter hat auch nie wert auf dieses "Dorfleben" gelegt und wurde bei jeder Gelegenheit angefeindet und diffamiert. Kindern wurde verboten zu mir Kontakt zu haben und die Elternschaft meiner damaligen Grundschulklasse hat sogar in einer Art primitiver Lobbyarbeit durchgesetzt dass ich ohne triftigen Grund von der Klassenfahrt in der 3. Klasse ausgeschlossen wurde. Menschen sind ja an sich schon oft recht merkwürdig, aber Menschen in kleinen Dörfern sind nochmal ne ganz besonders merkwürdige Unterart...

      Peace
      TK
      Nicht so ganz meine Welt...
    • Tiankay schrieb:

      aber Menschen in kleinen Dörfern sind nochmal ne ganz besonders merkwürdige Unterart...
      Vielleicht sind sie so, weil sie sich unendlich langweilen und da die passende Gelegenheit kommt sich selber wichtig, besser und gemeinschaftlicher zu machen als das sonst nur gehen würde, zum leidtragenden ein paar weniger Leute die eh keiner haben will.
      So ein verhalten ist vorsteinzeitlich.
      Ich weiß das sowas in Familien vorkommt (hab das ja selber erlebt bei der Frau meines Vaters) aber das ein ganzes Dorf, also sagen wir mal 50+ menschen so sind, das ist abartig, vielleicht ist da ja inzucht mit im spiel...
    • Ich würde nicht behaupten, dass die Ausgrenzung durch ein ganzes Dorf die Regel ist. Bei uns im Kaff (219 Leute) sind nicht nur Autisten dabei (von denen es die Leute bei einem NFA wissen), sondern auch Leute mit anderen Behinderungen. Das ist ganz selbstverständlich, die auch dabei zu haben, die helfen genauso bei irgendwelchen Festen und sind integriert. Klar ist es auf dem Land eben alles persönlicher als in einer Stadt, man kennt sich eben. Aber dumme Leute gibt's überall, das kann man nicht an der Bevölkerungsdichte festmachen.
      feels like I've just never been taught how to people
    • Ich denke auch, das es sehr selten ist. Man sieht sowas schonmal gern thematisiert im fernsehen (Krimis und so), wobei es da vermutlich generell die Horrorvorstellung schlechthin ist, wenn man so wohnt und sowas passiert. Das kann einem auch in einer Großsstadt passieren, nur ist es dann vermutlich in der Straße oder im Block und nicht gleich die ganze Stadt, die einen eh nicht kennt.
    • RegenbogenWusli schrieb:

      Ich denke auch, das es sehr selten ist.

      Den Eindruck habe ich nicht. Wir waren vier Kinder mit einer überforderten, alleinerziehenden Mutter. Wir galten schon allein wegen der Kinderzahl als assozial, Uns wurde Hundedreck ans Auto geschmiert, wir wurden gemieden, beim Einkaufen angespuckt etc. Wir sind gut jährlich umgezogen - und die Probleme wiederholten sich im nächsten Kaff.

      Und in der Schule war es nicht besser - in einer Schule wurde ich zu meinem Schutz in den Pausen mit ins Lehrerzimmer genommen. Durfte früher gehen, um Überfälle und Auflauern nach Schulschluss zu verhindern. Das war allerdings nicht in jeder Schule so - leider, denn fast immer waren auch manche Lehrkräfte mein Problem.

      Das waren übrigens überwiegend Dorfschulen - man kannte sich untereinander. Was die Qualität des Mobbens und Quälens betrifft, kann ich zwischen Dorfschulen und Stadtteilschulen aus heutiger Sicht keinen Unterschied feststellen. Allerdings war es so, dass in den Dorfschulen fast immer die Eltern meiner Mitschüler ihnen den Kontakt mit mir verboten, ihnen 'einbleuten', was für eine Bekloppte ich doch sei. Ich habe erlebt, wie ein Mädchen vor meinen Augen eine Ohrfeige von ihrer Mutter bekam, weil sie es gewagt hatte, mit mir Gummitwist zu spielen, obwohl ihre Mutter es ihr verboten hatte.

      Irgendwann habe ich die Schule total verweigert, und wurde übers Jugendamt 1 Jahr zu Hause beschult, dann kam ich im Nachbarbundesland in ein Projekt für Schulverweigerer und Schulversager - ab da wurde das Hänseln, Ausgrenzen und Stänkern gegen mich etwas besser - hat aber bis zum Schluss nie ganz aufgehört.

      Dieses Muster, was ich während der ganzen Schulzeit erlebt habe, zeigt sich auch heute noch mehr oder weniger deutlich im Berufsalltag - bin froh, wenn das alles endlich vorbei ist und ich meine Ruhe habe.

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    • Coocy schrieb:

      RegenbogenWusli schrieb:

      Ich denke auch, das es sehr selten ist.
      Den Eindruck habe ich nicht. Wir waren vier Kinder mit einer überforderten, alleinerziehenden Mutter. Wir galten schon allein wegen der Kinderzahl als assozial, Uns wurde Hundedreck ans Auto geschmiert, wir wurden gemieden, beim Einkaufen angespuckt etc. Wir sind gut jährlich umgezogen - und die Probleme wiederholten sich im nächsten Kaff.

      Und in der Schule war es nicht besser - in einer Schule wurde ich zu meinem Schutz in den Pausen mit ins Lehrerzimmer genommen. Durfte früher gehen, um Überfälle und Auflauern nach Schulschluss zu verhindern. Das war allerdings nicht in jeder Schule so - leider, denn fast immer waren auch manche Lehrkräfte mein Problem.

      Das waren übrigens überwiegend Dorfschulen - man kannte sich untereinander. Was die Qualität des Mobbens und Quälens betrifft, kann ich zwischen Dorfschulen und Stadtteilschulen aus heutiger Sicht keinen Unterschied feststellen. Allerdings war es so, dass in den Dorfschulen fast immer die Eltern meiner Mitschüler ihnen den Kontakt mit mir verboten, ihnen 'einbleuten', was für eine Bekloppte ich doch sei. Ich habe erlebt, wie ein Mädchen vor meinen Augen eine Ohrfeige von ihrer Mutter bekam, weil sie es gewagt hatte, mit mir Gummitwist zu spielen, obwohl ihre Mutter es ihr verboten hatte.

      Irgendwann habe ich die Schule total verweigert, und wurde übers Jugendamt 1 Jahr zu Hause beschult, dann kam ich im Nachbarbundesland in ein Projekt für Schulverweigerer und Schulversager - ab da wurde das Hänseln, Ausgrenzen und Stänkern gegen mich etwas besser - hat aber bis zum Schluss nie ganz aufgehört.

      Dieses Muster, was ich während der ganzen Schulzeit erlebt habe, zeigt sich auch heute noch mehr oder weniger deutlich im Berufsalltag - bin froh, wenn das alles endlich vorbei ist und ich meine Ruhe habe.
      Das klingt furchtbar und diese Leute die da diese ganzen Schikanen betreiben sind echt hinterwäldlerisch.
      Ich weiß das meine Eltern auch ihre Bedenken hatten, das ich eine Freundin hatte wo die Großeltern sehr unkonsequent waren und mich nie nachhause schickten obwohl sie es sollten, oder mich nicht mehr bei ihr zuhause (bei den Eltern) übernachten lassen wollten, weil die Wohnung eine Räucherhöhle war, also in den Augen meiner Eltern war das Mädchen in die Familie asozial wegen dieser Dinge.
      Als ich wieder hier her zog, hieß es das Mädchen sei drogen abhängig geworden.
      Das Kinder eine Ohrfeige kriegen weil sie mit anderen Kindern spielen die für sie tabu sind erinnert mich sowas von an die Frau meines vaters, die schon für weniger geohrfeigt hat, aber das Schema von Verständnis, was gegen Null geht ist das gleiche.
      Bisher kannte ich dörfliche Intoleranz eher so, als ich im Heim war und mit ein paar anderen Heimkindern den öffentlichen Bus nehmen musste um zur Klinikschule zu fahren.
      Da waren halt auch immer Kinder der anderen "normalen" öffentlichen Schulen und die haben uns oft geärgert und beleidigt und manchmal auch körperlich angegangen.
      Aber in der Psychiatrieschule gab es das gleiche auch, da haben die aus der Tagesklinik die anderen auch gemobbt.
      Ich glaube manchmal Menschn sind so dumm und suchen regelrecht etwas an anderen was anders ist, um ihren Frust daran aus diesem schwachsinnigen Grund dann abzulassen.
    • Das klingt wie das was mein vater hier über die Asylanten geredet hat als ich Kind war. Da meinte er auch ich solle nicht zu denen ihre Häuser gehen.
      Er ist Polizist, daher kann ich nicht sagen was damals in den 90ern dran gewesen kein könnte wegen Drogen, oder sowas.
      Drogen findet man allerdings überall.
      Auf dem Brehm, einer Insel in der Ruhr, wo auch ein Kinderspielplatz ist wo ich früher oft war, sollen auch oft Drogenabhängige gewesen sein, allerdings in den Büschen, nicht auf dem Spielplatz, und in der Realschule war es auch mal für eine Zeit lang "in" mit Joints herumzurennen. ich hab einmal eine Schulfreundin (die nie eine richtige Freundin war) dabei erwischt, naja sie hatte vor mir regelrecht damit herumgepraalt als wenn sie sonst wie cool sei, und ich hab ihr dann mit Polizei gedroht, da ist sie kleinlaut geworden.
    • Naja, ich denke es kann auch heikel sein für spielende Kinder, wenn da potentiell psychisch kranke, unter Drogeneinfluss stehende Menschen in den Büschen "lauern"...
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • RegenbogenWusli schrieb:

      Ich glaube manchmal Menschen sind so dumm und suchen regelrecht etwas an anderen was anders ist, um ihren Frust daran aus diesem schwachsinnigen Grund dann abzulassen.
      Das habe ich früher auch gedacht - ist wohl auch richtig - wenn ich mir dann mal genau ansehe, wer konkret seinen Frust ablässt, fällt mir auf, dass das Leute sind, die sich aus irgend einem Grund selbst minderwertig, defizitär oder irgendwie 'klein' fühlten - also Leute mit offensichtlich schlechtem Selbstwertgefühl. Diese Leute brauchten es wohl, jemanden zu mobben und ihren Frust an ihm auszulassen, damit sie sich besser fühlten, und um damit ihr Selbstwertgefühl zu verbessern.

      'Anders sein' wird wohl häufig mit 'schlechter sein' assoziiert und bekämpft - egal, ob es sich um eine andere Gruppe, AS, bunte Haare, über/unterdurschnittliche Intelligenz. 'ne Brille, abstehende Ohren, viele Geschwister oder sonst was handelt.
    • Lex schrieb:

      Naja, ich denke es kann auch heikel sein für spielende Kinder, wenn da potentiell psychisch kranke, unter Drogeneinfluss stehende Menschen in den Büschen "lauern"...
      Das stimmt wohl. Tagsüber waren die nur nie da XD
      Ich habe aber schonmal diese Spritzen da herumliegen sehen und andere Kinder die dort auch spielten davor gewahrnt die anzufassen.


      Coocy schrieb:

      fällt mir auf, dass das Leute sind, die sich aus irgend einem Grund selbst minderwertig, defizitär oder irgendwie 'klein' fühlten - also Leute mit offensichtlich schlechtem Selbstwertgefühl.
      Das kann sein, aber ich glaube nicht das das der tatsächliche Grund ist, dann wäre ich selber auch so.
      Ich hatte und habe vermutlich auch immernoch eine instabile Selbstsicherheit, frühle mich auch selber sehr oft ungerecht behandelt oder übersehen, habe nicht den Mut mit ich jeder Situation lautstark dagegen zu wehren und so, aber ich denke nicht so über andere.
      Ich denke das liegt schon an anderen Dingen.
      Klar verursacht das alles ersmal Wut, Druck, Ungleichgewicht und so, aber um dann zu denken, das es richtig ist, andere die im grunde ja im selben Bot sitzen, genauso zu behandeln, dazu gehört denke ich noch mehr.
      Vielleicht soziale Dummheit oder fehlende Logik auf dem gebiet... wenn es sowas tatsächlich gibt und nicht nur eine Theorie ist.
      Ich mag vielleicht viele Verhaltensweise von Menschen als unlogisch verstehen und manche andere Reaktion verstehe ich garnicht, weil die Emotionale Ebene fehlt und ich nur das Sachliche sehe.