Diagnosekriterien: männliche vs. weibliche Aspies

    • Es wäre vielleicht interessant, die gängigen Diagnosekriterien, die sich auf die Symptomatik bei Männern stützen, um die Diagnosekriterien zu ergänzen, die ich oben gepostet habe.

      Viele Menschen sind weder 100% Mann noch 100% Frau. Jeder Mann hat auch weibliche Anteile, jede Frau hat auch männliche Anteile und die Verteilung der Anteile ist unterschiedlich. (auch wenn das sicherlich einige Menschen bestreiten wollen)

      Meiner Meinung nach müsste man dann diese Anteile bei der Diagnostik berücksichtigen.

      Wobei es besser wäre, nicht von "männlichen" und "weiblichen" Anteilen sondern meinetwegen von Yin und Yang zu sprechen. Vielleicht versteht irgendwer was ich meine. Nicht umsonst ordnen sind Menschen mit ASS ja auch oft dem androgynen Bild zu bzw. stufen sich als bisexuell ein.

      Ich finde, dass dieser Aspekt bei der Diagnostik noch überhaupt nicht beachtet wurde.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von FruchtigBunt ()

    • FruchtigBunt schrieb:

      Es wäre vielleicht interessant, die gängigen Diagnosekriterien, die sich auf die Symptomatik bei Männern stützen, um die Diagnosekriterien zu ergänzen, die ich oben gepostet habe.

      Viele Menschen sind weder 100% Mann noch 100% Frau. Jeder Mann hat auch weibliche Anteile, jede Frau hat auch männliche Anteile und die Verteilung der Anteile ist unterschiedlich. (auch wenn das sicherlich einige Menschen bestreiten wollen)

      Meiner Meinung nach müsste man dann diese Anteile bei der Diagnostik berücksichtigen.

      Wobei es besser wäre, nicht von "männlichen" und "weiblichen" Anteilen sondern meinetwegen von Yin und Yang zu sprechen. Vielleicht versteht irgendwer was ich meine. Nicht umsonst ordnen sind Menschen mit ASS ja auch oft dem androgynen Bild zu bzw. stufen sich als bisexuell ein.

      Ich finde, dass dieser Aspekt bei der Diagnostik noch überhaupt nicht beachtet wurde.
      Das sehe ich auch so.
      Finde das mit Yin und Yang vergleichen aber etwas wieder wie wieder zurück in männlich und weiblich, nur das man da die Wörter ausgetauscht hat.
      Man sollte es einfach dabei belassen und akzeptieren das jeder mensch generell männliche sowie weibliche Dinge an sich hat egal ob das verhalten oder Aussehen oder sonst was ist.
      Das ist bei jedem verschieden-
      Wegen der geschlechterrollen, mögen sehr viele menschen (wenn nicht sogar die meisten) eh die für sich nicht geschlechtlich passende Seite sowiso eher unterdrücken und verstecken um in diesem klicheedenken von anderen besser akzeptiert zu werden :m(:
      Viele mit Autismus machen das auch, aber die die es nicht machen finde ich, machen es richtig so weil sie genau das zeigen was und wie sie sind.
      Warum soll ich mich für was schämen, was nicht schämenswert ist?
      Ich tue niemandem weh wenn ich als Frau eher männlich bin oder als Mann eher weiblich und gefühlvoll?
      Ich bin keiner, der andere durch mein verhalten verletzt oder gefährdet, also hab ich keinen grund mir da ein schlechtes Gewissen andichten/einreden zu lassen.

      Ich finde aber auch, das wenn das stimmt, und die Psychologen bei der Diagnostik größtenteils Menschen egal welchen Geschlechts mit den bisher als tüpisch männlichen Autismussymptomen vergleichen, und andere Dinge außer acht lassen, obwohl sie inzwischen sogar nachweislich zum Spektrum dazugehören, sollten diese Psychologen sich entweder schleunigst weiterbilden, das aufholen was sie in den vergangenen Jahren nicht mitbekommen haben, oder sich auf einem anderen feld der Psychologie niederlassen, weil Leuten die Hilfe zu unterlassen, die offensichtlich ein Problem haben ist grob fahrlässig.
    • FruchtigBunt schrieb:

      Es wäre vielleicht interessant, die gängigen Diagnosekriterien, die sich auf die Symptomatik bei Männern stützen, um die Diagnosekriterien zu ergänzen, die ich oben gepostet habe.

      Viele Menschen sind weder 100% Mann noch 100% Frau. Jeder Mann hat auch weibliche Anteile, jede Frau hat auch männliche Anteile und die Verteilung der Anteile ist unterschiedlich. (auch wenn das sicherlich einige Menschen bestreiten wollen)

      Meiner Meinung nach müsste man dann diese Anteile bei der Diagnostik berücksichtigen.

      Wobei es besser wäre, nicht von "männlichen" und "weiblichen" Anteilen sondern meinetwegen von Yin und Yang zu sprechen. Vielleicht versteht irgendwer was ich meine. Nicht umsonst ordnen sind Menschen mit ASS ja auch oft dem androgynen Bild zu bzw. stufen sich als bisexuell ein.

      Ich finde, dass dieser Aspekt bei der Diagnostik noch überhaupt nicht beachtet wurde.

      RegenbogenWusli schrieb:

      Man sollte es einfach dabei belassen und akzeptieren das jeder mensch generell männliche sowie weibliche Dinge an sich hat egal ob das verhalten oder Aussehen oder sonst was ist.
      Das ist bei jedem verschieden-

      Ja, das finde ich auch.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
    • FruchtigBunt schrieb:

      Zusammenfassung der wichtigsten Unterschiede zwischen Frauen und Männern mit Asperger:



      Mimik und Gestik bei Frauen mit AS sind besser ausgeprägt als bei Männern mit AS

      Frauen können zwischen unterschiedlichen Persönlichkeitstypen hin- und herspringen und spiegeln eher das wider, was sie woanders abgeschaut haben

      Frauen haben Spezialinteressen, die aber weniger ungewöhnlich und abstrus sind und denken dabei praktischer (sie sind seltener Trainspotter, die zwanghaft Informationsbrückstücke ohne praktischen Nutzen sammeln)

      Sie sprechen offener über Gefühle und emotionale Probleme als Männer mit AS

      Frauen mit AS verhalten sich oft sozial kompetenter als Männer mit AS


      Da wundert es nicht, dass Frauen mit ASS weitaus weniger häufiger diagnostiziert werden als Männer mit ASS

      Das hat alles mit Hochfunktionalität zu tun, nicht mit dem Geschlecht. Bei nahezu jedem "Frauen mit AS" könnte hier auch stattdessen "NT" stehen. Gibt es überhaupt ein besonderes Merkmal des vermeintlich "weiblichen Autismus", was sie gegenüber ihren männlichen Kollegen funktional benachteiligt? Ein absoluter Nachteil der weiblichen Ausprägung? (also nicht die Schwierigkeiten in der Diagnostik). Wer einen hat, möge ihn doch bitte schreiben. Ich sehe bei den Auflistungen immer nur, was Frauen alles besser können bzw. wo sie näher an der Normbevölkerung dran sind.


      Nochmal: Das Problem, dass Autismus im (sehr) hochfunktionalen Bereich oft übersehen und schwer erkannt wird, haben beide Geschlechter. Das können doch hier im Forum viele bezeugen. Bei mir wurde es auch erstmal angezweifelt, auch von Leuten, die beruflich oder privat immer wieder mit Autismus zu tun haben. Ich weise auch ein paar Charakteristika auf, die etwas funktionaler einzustufen sind. Und deswegen wurde auch kritisch nachgefragt in der Diagnostik. Da hat mich mein biologisches Geschlecht überhaupt nicht "geschützt".


      Ich habe den Eindruck, dass einige sich in diese Geschlechtersache hereinsteigern und glauben, als Mann würde ihnen bei gleicher Funktionalität die Diagnose stattdessen "hinterhergeschmissen". Das halte ich aber für eine gewagte Annahme.
    • Willowtree schrieb:

      Nochmal: Das Problem, dass Autismus im (sehr) hochfunktionalen Bereich oft übersehen und schwer erkannt wird, haben beide Geschlechter. Das können doch hier im Forum viele bezeugen. Bei mir wurde es auch erstmal angezweifelt, auch von Leuten, die beruflich oder privat immer wieder mit Autismus zu tun haben. Ich weise auch ein paar Charakteristika auf, die etwas funktionaler einzustufen sind. Und deswegen wurde auch kritisch nachgefragt in der Diagnostik. Da hat mich mein biologisches Geschlecht überhaupt nicht "geschützt".
      Das glaube ich auch.
      Nichtsdesdowenigertrotz sind bisher vorwiegend Frauen durchs Raster gefallen..so sehr, dass man lange dachte, es gäbe fast nur männliche Autisten.
      Da rührt das noch her, denke ich.


      Willowtree schrieb:

      Ich habe den Eindruck, dass einige sich in diese Geschlechtersache hereinsteigern und glauben, als Mann würde ihnen bei gleicher Funktionalität die Diagnose stattdessen "hinterhergeschmissen". Das halte ich aber für eine gewagte Annahme
      Ich zumindest glaube das nicht, dass es hinterher geschmissen wird.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
    • Linnea schrieb:

      LiltihEve schrieb:

      suchst du einen?
      ehrlich gesagt..weiss ich es gerade nicht.Es soll sich ergeben...aber passen sollte es schon auch.
      Sonst bleibe ich lieber weiter solo.
      Is eh das beste. Mit Suchen geht man oft Kompromisse ein die einem nicht gut tun, weil man unbedingt jemanden will.

      Willowtree schrieb:

      Nochmal: Das Problem, dass Autismus im (sehr) hochfunktionalen Bereich oft übersehen und schwer erkannt wird, haben beide Geschlechter. Das können doch hier im Forum viele bezeugen. Bei mir wurde es auch erstmal angezweifelt, auch von Leuten, die beruflich oder privat immer wieder mit Autismus zu tun haben. Ich weise auch ein paar Charakteristika auf, die etwas funktionaler einzustufen sind. Und deswegen wurde auch kritisch nachgefragt in der Diagnostik. Da hat mich mein biologisches Geschlecht überhaupt nicht "geschützt".
      Ich denke schon, dass es Unterschiede in der Art gibt, wie männliche und weibliche Autisten IM DURCHSCHNITT sind. Es gibt das typisch weibliche und männliche. Egal ob bei Autisten oder NT. Manche Eigenschaften finden sich bei Frauen / Männer häufiger. Nicht ausschließlich, die Sozialisierung spielt da zudem eine große Rolle. Es macht also schon einen Unterschied ob Ärzte nur auf Eigenschaften achten, die eher weiblich sind.

      Das was du schreibst ist ein anderer Punkt. Der wohl genauso oder sogar noch mehr zu falsch Diagnosen (oder besser nicht Diagnosen) führt. Die Berichte hier zeigen, dass immer wieder eine Funktionalität dazu führt, dass Probleme nicht ernst genommen werden. Unabhängig vom Geschlecht. Bei mir wurde Funktionalität auch hinterfragt.

      Es ist wichtig, dass die Vielseitigkeit (ein besseres Wort fällt mir nicht ein) von ASS bekannt wird. Bei Ärzten, Therapeuten und (Achtung Utopie) Laien. Werder ein bestimmtes Geschlecht verhindert eine ASS genauso wie ein hohes Funktionsniveau einem vor Problemen an anderer Stelle schützt.
    • Das Video ist sehr interessant. In der Strategie, soziale Situationen durchzuanalysieren und dann erfolgversprechendes Verhalten auszuprobieren und zu optimieren, erkenne ich mich wieder, aber erst so ab dem 17. Lebensjahr, als Pädagogik und Psychologie meine SI wurden.
      Mit Barbies konnte ich nie was anfangen, und hatte auch fast immer mit Jungs zu tun.
      Ebenfalls waren meine Phantasen eher "männlich". In der Phantasie hab ich Winnetou gerettet (nicht umgekehrt), natürlich mit meinem tollen Pferd zusammen :m(: :d
      Wenn es damals schon einen "Aspie-Radar" gegeben hätte, bei dem auch Mädchen beachtet werdenn, wäre ich sicher sehr auffällig geewesen.
      Dann wechselte ich die Strategie, und wurde eine weibliche Aspie, die unterhalb des "Radars" fliegt. Incl mühsam antrainierter Körppersprache und Mimik, die zu großen Teilen reflexhaft ablaufen wie gut eintrainierte Bewegungen beim Tanzen oder Kampfsport (die ich ja auch dazu nutzte).
      Fake it, `til you make it. Nur dass das unter Extembelastung doch alles in sich zusammenbrach.

      Weiterentwickung von einem eher "männlich"-introvertierten Aspie-Stil über Tomb-Boy zu einem "weilbich"-extrovertierten Aspie-Stil, in dem aber dieses "männlich" immer noch drin steckt.

      Schon hammerhart, diese Erkenntnis. Sie erklärt gerade einiges.......

      wobeimich nur stört, dass es dafür noch keine anderen Worte gibt als männlich" und "weblich", denn das hat ja mit dem Biologischen Mann-Frau eher weniger zu tun. Nur insoweit, dass sich bestimmte Stile und Strategien halt bei Männern und Frauen statisisch ein bisschen unterscihiedlich verteilt zegen und dementsorechend auch aufgrund der gesellschaftlichen Normierungen zu mann und Frau unterschiedlich kommentert bis geahndet werden.
      Sachlichkeit ist meine Ausdrucksweise von Liebe
      Warnung allgemein: Ohne Subtext! Versuche von Subtext werden gesondert kenntlich gemacht.
    • Pyromella schrieb:

      Nun hat er neulich mal, eher aus Neugierde, das Aspie-Quiz gemacht und hatte viel weniger "Aspie-Punkte" im Ergebnis als ich vermutet hatte. Das hat uns beide verwundert.
      Das war bei meinem Partner genau dasselbe. Er hatte ein viel besseres Ergebnis als ich, war im Grenzbereich oder "bestand". Das betrifft aber nicht nur ihn sondern auch seine beiden Brüder, ausgehend vom Vater.
      Eine Diagnostik bestätigte schlussendlich den AS Verdacht.

      Pyromella schrieb:

      Es gibt ja viele Frauen, die durch die Asperger-Diagnostik fallen und nicht erkannt oder fehldiagnostiziert werden, weil die Tests meist auf Männer
      ausgelegt sind und die Symptome bei Frauen oft anders gelagert sind.
      Das habe ich wiederum noch nie gehört. Ich hatte vorher auch viele andere Diagnosen aber war beim AS Test eindeutig.
      Ich glaube auch nicht, dass es zwischen Männern und Frauen solche eklatanten Unterschiede gibt.
    • Neu

      Willowtree schrieb:

      Ein absoluter Nachteil der weiblichen Ausprägung?
      Ich empfinde die Anpassungsfähigkeit als Nachteil. Ich habe deshalb zeitweise völlig den Bezug zu mir selbst verloren und konnte nicht mehr zwischen meinen Bedürfnissen/Wünschen und denen anderer unterscheiden was wirklich ein sehr unangenehmer Zustand ist, vor allem wenn er Jahrzehnte andauert. Das schlimme daran ist, wenn man sich dessen nicht bewusst ist (da keine Diagnose) und nur versucht irgendwie in diesem Chaos zu überleben und dieses undeutliche Gefühl hat, irgendetwas stimmt ganz und gar nicht mit mir. Jetzt im Nachhinein fühl es sich an, als hätte ich mein bisheriges Leben damit verschwendet, neben mir zu stehen.
      Nach außen hin mag diese Anpassungsfähigkeit für alle anderen toll sein, aber für mich selbst ist es das ganz und gar nicht. Ich versuche es grade abzulegen und muss mich ständig rechtfertigen warum ich so komisch sei, denn früher ging ja auch alles.

      Davon abgesehen habe ich die selben Probleme wie viele männliche Asperger auch, nur dass ich deren Auswirkungen seltener nach außen hin zeige sondern mit mir selbst ausmache. Zum Beispiel habe ich eher selten Wutausbrüche oder Meltdowns, dafür richte ich alle Überforderung nach innen (ich kann es grade nicht besser beschreiben) und werde dann oft krank, muss Unmengen an Kalorien zu mir nehmen um keinen Kreislaufkollaps zu bekommen und übermäßig viel schlafen. Ich esse und schlafe bestimmt 1/3 bis 1/2 mal mehr als in Medien so empfohlen wird, wenn ich in überlastenden Situationen war. Ich habe oft Magenerkrankungen und Hautprobleme durch den unterschwelligen Stress.
      Ob es manchen männlichen Autisten ähnlich geht weiß ich natürlich nicht, ich denke, da reagiert sowieso jeder anders. Meinem Therapeut ist lediglich aufgefallen, dass ich eigentlich fast nie eine Gefühlsregung nach außen zeige und Wutausbrüche (laut ihm) wohl häufiger bei Menschen mit Autismus auftreten, nur eben bei mir eher nicht (vielleicht ab und an in der Kindheit).
    • Neu

      Ginkgo schrieb:

      Ich empfinde die Anpassungsfähigkeit als Nachteil. Ich habe deshalb zeitweise völlig den Bezug zu mir selbst verloren und konnte nicht mehr zwischen meinen Bedürfnissen/Wünschen und denen anderer unterscheiden was wirklich ein sehr unangenehmer Zustand ist, vor allem wenn er Jahrzehnte andauert. Das schlimme daran ist, wenn man sich dessen nicht bewusst ist (da keine Diagnose) und nur versucht irgendwie in diesem Chaos zu überleben und dieses undeutliche Gefühl hat, irgendetwas stimmt ganz und gar nicht mit mir. Jetzt im Nachhinein fühl es sich an, als hätte ich mein bisheriges Leben damit verschwendet, neben mir zu stehen.
      Nach außen hin mag diese Anpassungsfähigkeit für alle anderen toll sein, aber für mich selbst ist es das ganz und gar nicht. Ich versuche es grade abzulegen und muss mich ständig rechtfertigen warum ich so komisch sei, denn früher ging ja auch alles.
      Ich gebe dir da absolut recht. Ich habe mich auch mein Leben lang angepasst und habe jetzt das Problem, dass ich nicht wirklich weiß, wer und wie ich eigentlich wirklich bin. Als Vorteil empfinde ich das absolut nicht.

      WelleErdball schrieb:

      Pyromella schrieb:

      Es gibt ja viele Frauen, die durch die Asperger-Diagnostik fallen und nicht erkannt oder fehldiagnostiziert werden, weil die Tests meist auf Männer
      ausgelegt sind und die Symptome bei Frauen oft anders gelagert sind.
      Das habe ich wiederum noch nie gehört. Ich hatte vorher auch viele andere Diagnosen aber war beim AS Test eindeutig.Ich glaube auch nicht, dass es zwischen Männern und Frauen solche eklatanten Unterschiede gibt.

      Dass Frauen öfter nicht erkannt werden, wurde bisher von allen Experten, deren Werke ich gelesen habe oder die ich im Vortrag gehört habe, bestätigt. Und es gibt immer noch Ärzte und Therapeuten, die abstreiten, dass Autismus bei Frauen überhaupt vorkommt. Ehrlich gesagt, kann ich bei so etwas nur den Kopf schütteln.

      Und obwohl ich diese Zuschreibungen von typisch männlich und typisch weiblich hasse, finde ich es hier doch sinnvoll auch das Verhalten und die Vorlieben von Asperger-Frauen genauer zu beschreiben - besonders, wenn sie sich von den typischen Erscheinungsformen bei männlichen Aspies unterscheiden.
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      Tallyn schrieb:

      Dass Frauen öfter nicht erkannt werden, wurde bisher von allen Experten, deren Werke ich gelesen habe oder die ich im Vortrag gehört habe, bestätigt. Und es gibt immer noch Ärzte und Therapeuten, die abstreiten, dass Autismus bei Frauen überhaupt vorkommt. Ehrlich gesagt, kann ich bei so etwas nur den Kopf schütteln.

      Und obwohl ich diese Zuschreibungen von typisch männlich und typisch weiblich hasse, finde ich es hier doch sinnvoll auch das Verhalten und die Vorlieben von Asperger-Frauen genauer zu beschreiben - besonders, wenn sie sich von den typischen Erscheinungsformen bei männlichen Aspies unterscheiden.
      Das finde ich auch.
      Insbesondere durch das Buch von Rudy Simone fand ich überhaupt mehr einen Fundus von Verhaltensweisen,
      die Rückschlüsse auf As bei Frauen und Mädchen schliessen lassen.
      Diese blöde, teils eingeprügelte Anpassung darf sich nun allmählich auflösen. :roll: :nod:
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
    • Neu

      Auf der Homepage der Autismus-Spezialambulanz einer Uniklinik steht u. A. folgender Satz:

      "Bei dem Asperger-Syndrom, welches vorwiegend bei Jungen auftritt, fehlt die Entwicklungsverzögerung bzw. Entwicklungsrückstand in Sprache und kognitiver Entwicklung. [...]"

      Ein Psychiater der PIA dieser Uniklinik sagt zwar, er "habe keine Ahnung von Autismus" aber erklärte dann, dass überwiegend Jungen betroffen seien.

      Ich kann nur spekulieren, wie hoch die Dunkelziffer der Frauen und Mädchen ist, die sich nach solchen Informationen NICHT mehr in der Spezialambulanz melden und somit evtl. undiagnostiziert bleiben.

      Hinzu kommen dann noch evtl. maskuline diagnostische Ergonomien, die das wahrscheinliche Output entsprechend weiter einschränken. (ich spreche hier ausdrücklich von Wahrscheinlichkeiten !)

      Es würde mich also defakto nicht wundern, wenn wesentlich mehr Frauen als Männer unerkannt blieben.
    • Neu

      Meine Fragebögen waren auch explizit für Jungen geschrieben.

      "Name des Jungen: ..."
      "Mein Sohn...(...) Er..."

      Es sei ja aber inhaltlich nicht relevant....
      Ne. Aber es lässt darauf schließen, wie die Einstellung zu Geschlechtern aussieht....
      >>Warte nicht auf das Jüngste Gericht. Du stehst jeden Tag vor deinem Richter.<<
      Albert Camus (1913-1960), frz. Erzähler u. Dramatiker
    • Neu

      Ginkgo schrieb:

      Ich esse und schlafe bestimmt 1/3 bis 1/2 mal mehr als in Medien so empfohlen wird, wenn ich in überlastenden Situationen war. Ich habe oft Magenerkrankungen und Hautprobleme durch den unterschwelligen Stress.
      Kenne ich auch von mir, und ich bin weit weniger angepasst als viele hier, hatte damit auch immer Probleme weil anpassen irgendwie nicht mein Ding ist. Manche Psychologen, die sich mit dem Thema ASS bei Mädchen und Frauen beschäftigen, meinen ja Frauen seien genetisch besser gestellt wenn es um das Thema anpassen geht. Autistische Frauen brauchen dabei mehr Energie als Nichtautisten, aber sie können es wohl trotzdem besser als Männer.
      Ich habe aber auch das Gefühl das lieht einfach daran das Frauen und Mädchen seit Jahrhunderten dahin erzogen wurden sich anzupassen, nicht unangenehm aufzufallen und so.
      Jungs oder Männer dürfen das scheinbar ständig, außer heulen, das dürfen sie wieder nicht. Was für eine kranke Welt...

      Was ich eigentlich fragen wollte war- wenn du dir aussuchen könntest wieviel Schlaf du brauchst, also täglich um genug Kraft für den tag und zum Wohlfühlen zu haben, wieviel wäre das?
      Ich habe mal neulich im fernsehen gesehen das ein gesunder Mensch ca 7-8 Stunden schlaf pro Nacht benötigt. Also plus-minus, weil man ja mal mehr arbeitet und mal weniger etc, aber das soll der Durchschnitt sein.
      Ich schlafe schon seit Jahrzehnten immer 10 Stunden.
      Wenn ich früher aufstehen muss, gehe ich eher ins Bett, fertig, weil ich sonst keine Energie habe und nachmittags den rest aufholen muss, weil ich da dann sehr müde werde, einfach erschöpft.
      Darum sind Parties und so auch nie was für mich gewesen. besoffen sein am Wochenende und nächsten tag in die Schule? Ne danke, mit dem Stress den ich eh schon immer irgendwie habe, kann ich das zusätzlich nicht mehr verpacken (RW).
      Ich habe auch Hautprobleme, und ich versuche Stress aus dem Weg zu gehen.
      Ich arbeite momentan nicht, seit 8 Jahren keine Arbeit mehr in einem Betrieb, sondern nur noch zuhause, trotzdem bin ich gestresst, weiß auch nicht wiso.
    • Neu

      Cloudactive schrieb:

      Meine Fragebögen waren auch explizit für Jungen geschrieben.

      "Name des Jungen: ..."
      "Mein Sohn...(...) Er..."

      Es sei ja aber inhaltlich nicht relevant....
      Ne. Aber es lässt darauf schließen, wie die Einstellung zu Geschlechtern aussieht....

      Na ja, man kann es mt dem gendern ja auch übertreiben.
      Der Autismus, der Autist, Autisten, Asperger...wieso sollte man dann auf solchen Fragebögen damit anfangen?

      Frauen und Mädchen sind doch in der ungegenderten Sprache mitgemeint, weriß doch jeder, außerdem erschwert das den Lesefluss, und unlogisch wäre es auch noch, überall nur die männliche Form zu verwenden und dann plötzlich wieder anders....

      und inhaltlich ist ja wirklich nicht so relevant ob da "er" und "Sohn" steht oder noch was anderes.

      I"mmer diese Aspie-Emanzen, die ein Etra-Wurst gebraten bekommen wollen....... "

      Ja, an der Sprache kann man auch erkennen, wie die Einstellung zu den Geschlechtern ist, auch wenn eine gegenderte Sprache allein keine Einstellungsänderung schafft, und ds schon gar ncht schnell.

      Hier wird nur konsequent das gemacht, was fast überall stattfindet.
      Sachlichkeit ist meine Ausdrucksweise von Liebe
      Warnung allgemein: Ohne Subtext! Versuche von Subtext werden gesondert kenntlich gemacht.
    • Neu

      RegenbogenWusli schrieb:

      Was ich eigentlich fragen wollte war- wenn du dir aussuchen könntest wieviel Schlaf du brauchst, also täglich um genug Kraft für den tag und zum Wohlfühlen zu haben, wieviel wäre das?
      Einfach um mehr Zeit am Tag zu haben würde ich mir wünschen, dass mir 8 Stunden Schlaf ausreichen. Damit mein Alltag nicht nur aus Arbeiten und Schlafen besteht, konnte ich jetzt meine tägliche Arbeitszeit auf 7 Stunden reduzieren und zusätzlich von Zuhause arbeiten, so dass 2 Stunden Wegzeit wegfallen. Dadurch habe ich 3 Stunden mehr "Freizeit" & weniger Stress. Die 3 Stunden mehr kann ich jetzt in meinen Schlaf investieren, so dass ich den Tag über mehr Kraft habe. Früh aufstehen geht bei mir leider gar nicht, ich kann auch nicht so früh einschlafen. Mein natürlicher Biorhythmus liegt bei ca. +/- etwas 00:00 Uhr bis 10:00 Uhr schlafen. Wenn ich ein stressiges Erlebnis hatte (zum Beispiel Arzttermin oder Familiengeburtstag) schlafe ich den ganzen Tag über immer mal wieder und muss mich dadurch oft krank melden.

      Man muss sich schon echt anstrengen und Glück haben, dass man die "Umweltbedingungen" irgendwie an seine Bedürfnisse anpassen kann.


      RegenbogenWusli schrieb:

      Jungs oder Männer dürfen das scheinbar ständig, außer heulen, das dürfen sie wieder nicht. Was für eine kranke Welt...
      Jap, das verstehe ich auch überhaupt nicht. In anderen Kulturen dürfen Männer zwar weinen, aber dafür ist dann wieder etwas anderes seltsames Pflicht oder verboten.
    • Neu

      Ginkgo schrieb:

      RegenbogenWusli schrieb:

      Was ich eigentlich fragen wollte war- wenn du dir aussuchen könntest wieviel Schlaf du brauchst, also täglich um genug Kraft für den tag und zum Wohlfühlen zu haben, wieviel wäre das?
      Einfach um mehr Zeit am Tag zu haben würde ich mir wünschen, dass mir 8 Stunden Schlaf ausreichen. Damit mein Alltag nicht nur aus Arbeiten und Schlafen besteht, konnte ich jetzt meine tägliche Arbeitszeit auf 7 Stunden reduzieren und zusätzlich von Zuhause arbeiten, so dass 2 Stunden Wegzeit wegfallen. Dadurch habe ich 3 Stunden mehr "Freizeit" & weniger Stress. Die 3 Stunden mehr kann ich jetzt in meinen Schlaf investieren, so dass ich den Tag über mehr Kraft habe. Früh aufstehen geht bei mir leider gar nicht, ich kann auch nicht so früh einschlafen. Mein natürlicher Biorhythmus liegt bei ca. +/- etwas 00:00 Uhr bis 10:00 Uhr schlafen. Wenn ich ein stressiges Erlebnis hatte (zum Beispiel Arzttermin oder Familiengeburtstag) schlafe ich den ganzen Tag über immer mal wieder und muss mich dadurch oft krank melden.
      Man muss sich schon echt anstrengen und Glück haben, dass man die "Umweltbedingungen" irgendwie an seine Bedürfnisse anpassen kann.


      RegenbogenWusli schrieb:

      Jungs oder Männer dürfen das scheinbar ständig, außer heulen, das dürfen sie wieder nicht. Was für eine kranke Welt...
      Jap, das verstehe ich auch überhaupt nicht. In anderen Kulturen dürfen Männer zwar weinen, aber dafür ist dann wieder etwas anderes seltsames Pflicht oder verboten.
      Ja total bescheuert sowas. Das ist mir in gesprächen mit anderen Leuten aus anderen Ländern auch schon aufgefallen.

      Ich weiß garnicht wie ich sowas leisten könnte neben Arbeitsalltag noch haushalt und alles und dann noch arzt-termine und so, das würde mich auch extrem stressen.
      Ich schlafe genau wie du auch, so von 00:00 - 10 oder 00:30 - 10:30
      Wenn meine Mutter nicht arbeiten muss, steht sie oft etwas früher auf, so gegen 9:30 was mich oft stört weil mir dann eine Stunde fehlt, aber ich kann nicht wie sie abens vor dem Fernseher einschlafen, das würde mich dann glatt 2 Stunden durchschlafen lassen und dann bin ich nachts bis 3 Uhr wach, was auch nicht geht D:
      Ich komme morgens aber auch schlecht aus dem Bett.
      Ich bin früher um 21uhr ins Bett gegagen nur damit ich die Power habe morgens um 6:30 oder 7uhr aufzustehen weil ich echt nicht lang brauche um mich fertig zu machen und aus dem haus zu kommen. Ich fühl mich so das ich es nicht mag so früh aufzustehen, aber es fällt mir nicht schwer es trotzdem zu tun, eben weil ich lang genug schlafen konnte.
      Dafür habe ich eine gute innere Uhr. Ich wache meist (wenn ich es gewohnt bin) jeden Tag 10-5 Minuten vor der geplanten Uhrzeit von alleine auf XD
    • Neu

      Coocy schrieb:

      Ich kann mir schwer vorstellen, dass Männer und Frauen ganz genau gleich sind ;) . Das innere Erleben, Reaktionen auf die Umwelt, emotionale Reaktionen auf sozialen Kontext und Kompensationsverhalten - da gibt es doch bestimmt Unterschiede.
      Klar müssen Fragebögen und andere Testverfahren genormt sein zum Zwecke der Vergleichbarkeit und um diagnostische Verlässlichkeit herstellen zu können - aber wäre das nicht auch genderspezifisch möglich ?

      Was macht das mit einer weiblichen Probandin, die sich in entsprechenden Fragebögen nicht wiederfindet, weil nur Jungens und Männer angesprochen sind?
      Ich sehe das kritisch.
      Ist genau die gleiche Frage, wie im Political-Correctness-Thread, in dem das Gendern so vehement abgelehnt wird.
      Wer sich nicht angesprochen fühlt. hat eben ein persönliches Problem und soll sich nicht so anstellen, weil er doch weiß, dass er mitgemeint iist.

      gegecdert:
      Ist genau die gleiche Frage, wie im Political-Correctness-Thread, in dem das Gendern so vehement abgelehnt wird.
      Wer sich nicht angesprochen fühlt, hat eben ein persönliches Problem und soll sich nicht so anstellen, weil er/sie doch weiß, dass er/sie mitgemeint iist.
      Sachlichkeit ist meine Ausdrucksweise von Liebe
      Warnung allgemein: Ohne Subtext! Versuche von Subtext werden gesondert kenntlich gemacht.