Hyperakusis

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    • kann man mit der diagnose vom HNO was machen oder ist es nur, um es halt zu wissen?

      ich wurde früher sehr oft gefragt, ob ich schwerhörig sei. ein test bei einem laden, wo man hörgeräte kaufen kann, ergab dann, ich würde besonders gut hören. wenn ich überreizt bin, höre ich auch in meiner wohnung so eine pumpe (oder ähnliches), die ich im entspannten zustand ausblenden kann. andere menschen hören es leider nicht. manchmal bin ich deswegen auch heulend zusammengebrochen (wenn ich eh schon überfordert nach hause kam)
    • Hyperakusis gehört wenn mich nicht alles täuscht nicht zu den Dingen, die in einem der gängigen Diagnosemanuals aufgeführt sind. Dementsprechend hätte ein solches Schriftstück wohl eher wenig Wert bei Behörden. Aber schaden kann es wohl nicht, wenn man z. B. der Schule oder dem Arbeitgeber was unter die Nase halten will.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • kastenfrosch wrote:


      wenn ich überreizt bin, höre ich auch in meiner wohnung so eine pumpe (oder ähnliches), die ich im entspannten zustand ausblenden kann. andere menschen hören es leider nicht.
      Geht mir sehr ähnlich. Ich höre auch so ein ständiges Dröhnen in der Wohnung, mal fällt es mir stärker, mal weniger stark auf. Ob es objektiv immer gleichlaut ist oder an mir liegt (eine Art "Klopfen" im Kopf, vielleicht aufgrund von Blutdruckschwankungen oder was auch immer es sein mag...), kann ich bis heute nicht sicher sagen. Andere nehmen es nicht einmal wahr.

      Hinzu kommt dann noch (objektiv vorhandenes) Heizungsrauschen, ohne daß meine eigenen Heizungen überhaupt aufgedreht sind.

      Ohropax sind aber auch nicht für jeden die Lösung, denn ich bekomme davon schnell Schmerzen und Entzündungen in den Ohren.
    • Das Wort kannte ich bisher gar nicht. Ist aber sehr interessant. So wie ich das jetzt verstehe ist Hyperakusis dann alleine auf den Defekt im Gehirn zurückzuführen. Ich kann mir vorstellen, dass sich bei Autisten ganz schnell Traumata zur Reizempfindlichkeit gesellen (Konditionierung).
      de.wikipedia.org/wiki/Misophonie
      Das ist bei mir auch der Fall.
      When nothing goes right ... go left.

      The post was edited 1 time, last by Teddy1 ().

    • Ann-Diana wrote:

      Gibt es unter euch jemanden mit Misophonie (= Hass auf Geräusche, z. B. Essgeräusche)?
      Ja, ganz eindeutig. Jedoch geht es weiter als nur bis zu den Geräuschen, auch schon alleine Kaubewegungen, Verziehen des Mundes dabei, Ablecken der Finger können mich immens nerven. Ferner kann ich es bis heute nur schwer ertragen, wenn z.B. in Bussen manche Menschen essen oder aus einer Flasche trinken, sosehr es ja dafür Gründe gibt und sowenig ich auch die Ursachen meiner Abneigung erklären kann.
    • Ich finde das Video total interessant und auch diese Idee von der seelischen Fokussierung auf ein Geräusch macht viel Sinn für mich. Ich bin gedanklich bei seinem Beispiel hängengeblieben mit dem Autisten, der fast wahnsinnig wird (oder glaubt wahnsinnig zu werden) wegen eines relativ leisen Geräusches, sich dann aber ein paar Minuten später mit zb lauter Musik volldröhnen kann. Genau diese Situation hatte ich letztens, draußen waren am frühen Morgen die Laubbläser im Einsatz und es hat mich so sehr gestört, dass ich richtig angespannt wurde und mitbekam, wie es mir mit jeder Sekunde einfach zu viel wurde, bis ich schließlich vor lauter Frust einfach nur noch am Heulen war. Ich wusste nicht mehr, was ich tun sollte bis mir der Gedanke kam, mich mit Musik abzulenken. Also habe ich Kopfhörer aufgesetzt, meine Lieblingsmusik angestellt und zwar so laut, dass die Bläser nicht mehr zu hören waren (um einiges lauter als die Dinger je sein können denk ich) und es hat mich langsam beruhigt und schließlich vollkommen entspannt. Irgendwann ist mir der Gedanke gekommen, dass es gar nicht um das Geräusch selbst ging, wahrscheinlich noch nicht einmal um die Lautstärke, sondern darum, dass es außerhalb meiner Kontrolle war. Ich konnte diese Situation in keinster Weise beeinflussen, ich wollte einfach nur meine Ruhe haben, aber das war halt in dem Moment unmöglich und ich musste es aushalten, ob ich es wollte oder nicht. Mit meiner Musik habe ich mir diese Kontrolle wiedergeholt und konnte wieder selbst bestimmen, was ich höre.
    • Cael wrote:

      Irgendwann ist mir der Gedanke gekommen, dass es gar nicht um das Geräusch selbst ging, wahrscheinlich noch nicht einmal um die Lautstärke, sondern darum, dass es außerhalb meiner Kontrolle war. Ich konnte diese Situation in keinster Weise beeinflussen, ich wollte einfach nur meine Ruhe haben, aber das war halt in dem Moment unmöglich und ich musste es aushalten, ob ich es wollte oder nicht. Mit meiner Musik habe ich mir diese Kontrolle wiedergeholt und konnte wieder selbst bestimmen, was ich höre.
      Ich glaube, dass genau das schon bei vielen auch ein enormer faktor ist, dem sich viele nicht so wirklich bewusst sind.
      Die "alten" Laubbläser hasse ich auch ziemlich und muss dann immer sofort meine Fenster schließen usw., häufig gehe ich dann auch aus der Wohnung raus weil ich es kaum aushalte, wenn es länger dauert. Laute Musik ist für mich nicht wirklich ein Gegenstück, das ist mir zu unangenehm.

      sempron wrote:

      Ich höre auch so ein ständiges Dröhnen in der Wohnung, mal fällt es mir stärker, mal weniger stark auf. Ob es objektiv immer gleichlaut ist oder an mir liegt (eine Art "Klopfen" im Kopf, vielleicht aufgrund von Blutdruckschwankungen oder was auch immer es sein mag...), kann ich bis heute nicht sicher sagen.
      Meinst du, dass das Geräusch vielleicht am Blutdruck liegen könnte und dann doch aus dem eigenen Kopf kommt? Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich verstanden habe. Zuerst schriebst du Dröhnen, dann Klopfen. Das sind ja zwei Dinge.
      Manchmal habe ich auch sowas wie leichten Tinnitus (der aber auch immer wieder weggeht). Das hört sich aber ganz anders an (lauter Piepton)

      Manchmal hilft es, wenn ich dem ein anderes Geräusch entgegensetze (aber eigentlich will ich in dem Moment nur Ruhe, weil ich eh zu viel hab)

      Wenn ich dran denke, könnte ich mal versuchen, dann den Blutdruck zu messen. Vielleicht bringt das Erkenntnisse.
    • Ich denke, daß es wohl tatsächlich grundsätzlich das Geräusch einer Art Pumpe(?) gibt, daß ich dieses Geräusch (Dröhnen) eigentlich rund um die Uhr wahrnehmen kann. Zu bestimmten Zeiten erscheint mir das Dröhnen aber noch stärker zu sein, dann könnte es aus meinem Kopf (jedenfalls von der Wahrnehmung her) kommen und liegt es irgendwo zwischen Dröhnen und Klopfen.

      In der Regel ist das so, wenn es bereits sehr spät nachts bzw. früh am Morgen ist, ich also auch recht müde bin. Da ich Quetiapin vorher eingenommen habe, könnte es theoretisch auch dadurch (mit)bedingt sein. Außerdem besteht die Möglichkeit, daß es am Zeitpunkt liegt, zu dem die Heizungsanlage stärker aktiviert wird (im Morgengrauen) - oder eben irgendeine Pumpe.

      Was den Störcharakter *leiser* Geräusche anbelangt, so kann ich dies auch für mich bestätigen. Jedoch finde ich Laubbläser nicht leise, die sind doch extrem laut! Natürlich hängt es auch davon ab, wie groß die Entfernung ist.

      Aber ja, ganz leise, kaum wahrnehmbare Geräusche können mich "auf die Palme bringen". Und sicher hängt das ganz maßgeblich am Gefühl fehlender Kontrolle, z.B. bei Geräuschemissionen von Nachbarn her.

      Weder will ich Ohropax in meiner Wohnung tragen, noch will ich mich per Kopfhörer beschallen - zumal dann ggf. wichtige Informationsquellen (wie etwa die Wohnungsklingel oder auch mal das Klingeln des Telefons) außer Kraft gesetzt sind.

      Viele hier scheinen ja draußen oder in Bussen, Zügen usw. mit Kopfhörern und Musik unterwegs zu sein - das käme für mich nicht in Frage, da bedeutsame Gefahrensignale damit verlorengehen oder nur noch eingeschränkt erfaßt werden! Diese Form der Abschottung von der Umwelt erlebe ich als bedrohlich, mindestens aber als sehr unangenehm.
    • @Teddy1: Danke. Diesen Kanal kannte ich noch gar nicht. Ja, ich vermute auch sehr stark, dass es bei mir nur psychisch ist und nicht anatomisch. Da ich viel mit Musik zu tun habe kann es gut sein, dass ich mich gerade in akustische Reize reinsteigere. In seltenen Fällen merke ich sogar überrascht, dass mich Lärm gar nicht stresst. Bei mir gibt es eine Abneigung gegen Lärm an sich, aber auch gegen viele Geräusche: Geschrei, Klatschen, Hundegebell. Und vieles davon stört mich schon bei niedrigem Lärmpegel.
      "Igitt, die Muse hat mich geküsst." ~ ein autistischer Künstler
    • sempron wrote:

      Ann-Diana wrote:

      Gibt es unter euch jemanden mit Misophonie (= Hass auf Geräusche, z. B. Essgeräusche)?
      Ja, ganz eindeutig. Jedoch geht es weiter als nur bis zu den Geräuschen, auch schon alleine Kaubewegungen, Verziehen des Mundes dabei, Ablecken der Finger können mich immens nerven. Ferner kann ich es bis heute nur schwer ertragen, wenn z.B. in Bussen manche Menschen essen oder aus einer Flasche trinken, sosehr es ja dafür Gründe gibt und sowenig ich auch die Ursachen meiner Abneigung erklären kann.
      Das kommt mir nur zu bekannt vor. Allein Essszenen in Filmen von weiter weg machen mich wahnsinnig (da würde ich am liebsten den Fernseher aus dem Fenster werfen), oder bei Theaterstücken (die kann man leider nur schlecht aus dem Fenster werfen :lol: ). Ich hab selbst mal in einem Stück mitgespielt - in einer Phase, als ich das Unmögliche möglich machen wollte - bei dem der Regisseur eine Speiseszene einbauen wollte (und es auch tat), weil er das "so schön" fand, es "so eine schöne Stimmung" rüberbringen würde . Dabei sollte ich als Nonne still beten, aber ich zischte immer nur tourettemäßig "Nein, das ist NICHT schön!" *Tränenlach!* Ganz toll ist es auch, wenn jemand was sagen will, und sich schnell noch einen Bissen in den Mund schiebt. Ich könnte mich hier stundenlang über dieses Thema auslassen, aber das würde dieses Forum sprengen :lol:
    • sepia wrote:

      Ich habe irgendeine starke Lärmempfindlichkeit, aber bisher konnte mir niemand erklären, woran das genau liegt.
      Keine Sorge, das geht einigen Autisten so.
      Mich eingeschlossen. Ich bin da gefühlt auch etwas stärker betroffen, als die meisten anderen, die ich bisher kennengelernt habe.
      Mir verursachen bestimmte Frequenzen regelrecht Schmerzen. (Wesentlich stärker als die meiner mehrfach teil-augekugelten Hüfte damals, habe aber auch ein gestörtes Schmerzemfpinden.)
    • Teddy1 wrote:

      Ab Minute 4 gehts los. Er nennt es seelische Fokusierung. Ich sehe es auch so wie er.
      Sehe ich nicht so.
      Ich ärgere mich nicht über Geräusche oder Licht. Sie tun mir einfach ab einer gewissen Intensität weh. Ich kann sie nicht filtern. Das ist bei mir eine neurologische Ursache, würde ich vermuten.
      Auch nicht über kleines Surren oder was auch immer. Und "allermeiste Fälle" halte ich für eine Meinung des Videoerstellers.
      Meine erhöhte Lichtempfindlichkeit wurde mir durch meine Augenärztin auch bestätigt.

      Generell finde ich einige Videos des Herren schwierig für mich. Ich fühle mich durch einiges in ihnen regelrecht unangenehm berührt, weil es so gar nicht auf mich zutrifft, aber ich damit direkt angesprochen werde, wenn ich zuhöre.
    • Cael wrote:

      Ich bin gedanklich bei seinem Beispiel hängengeblieben mit dem Autisten, der fast wahnsinnig wird (oder glaubt wahnsinnig zu werden) wegen eines relativ leisen Geräusches, sich dann aber ein paar Minuten später mit zb lauter Musik volldröhnen kann.
      Das beides kann man nur schwer miteinander vergleichen. Dem leisen Geräusch ist er in den meisten Fällen hilflos ausgeliefert, oftmals langanhaltend und / oder während er sich auf etwas anderes zu konzentrieren versucht. Wenn er sich hingegen selbst mit Musik "volldröhnt", so bestimmt er selbst welche Musik, wie laut sie gespielt wird, wann er sie leiser dreht oder lauter oder zum nächsten Lied schneller übergeht oder sie ganz ausmacht. Er ist am Steuer, sozusagen. Daher ist es nicht etwas, was er still leidend ertragen muss, sondern er wählt die Musik nach seinem Geschmack und seiner Stimmung aus, oftmals auch gerade als Methode, um dem unfreiwilligen Geräsuchcocktail, den er zuvor erlebt hat, etwas entgegenzusetzen bzw. sich davon zu erholen.

      Ich muss allerdings sagen ich hatte schon Tage, wo ich so dermaßen lange einer schier unerträglichen Lärmkulisse (z. B. durch Tuscheln und Straßenlärm während langer Unterrichtsstunden) ausgesetzt war, dass ich danach so hyperempfindlich war, dass ich fast nur noch völlige Stille ertragen konnte und mir schon das Gequassel im Fernseher zu viel war, selbst wenn er nicht so laut war.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • youtube.com/watch?v=s-ZiGVJI6m8

      Was haltet ihr von diesem Video.
      Stimmt ihr dem zu? Ich fühle da irgendwie meine realen Probleme mit Reizfilterschwäche und Reizverarbeitungsstörung und damit verbundenen Überempfindlichkeit seit dem Säuglingsalter abgewertet.
      Ich kenne es auch mich in Dinge hineinzusteigern, kenne neurotische Verhaltensweisen bei mir, aber nicht in diesem Zusammenhang.
      Jemand der das so hört könnte allerdings annehmen, dass alle Autisten sich nur in etwas hineinsteigern, wenn sie einen Reiz nicht ertragen?
    • Ich finde das Video bzw. den Sprecher und seine Haltung sehr unangenehm.

      Von "Sensibelchen", "charakterschwach", "sich ausruhen auf...", "sich drücken vor..." zu sprechen, wertet die von entsprechenden Eigenheiten und mutmaßlichen Schwächen betroffenen Menschen massiv ab.

      Zudem geht mir seine Art der Intonation in höchstem Maße auf die Nerven (auch wenn sie durchaus autismusbedingt sein mag); er betont ja quasi jedes einzelne Wort und erzeugt dadurch eine sehr monotone und keine Nuancen belassende Sprechweise, die mir eine Nachrichtensprecherin (zumindest aus den frühen Zeiten) namens Gundula Gause in Erinnerung ruft (da ich so gut wie nicht mehr fernsehe, weiß ich gar nicht, ob sie noch aktuell ist oder ihre Art zu reden mittlerweile moduliert hat...). Wichtige Infos oder als bedeutsam erachtete gehen im Brei dieser ständig betonten Worte unter, verlieren ihren "Alarmwert". Auch könnte man das alles wesentlich kürzer fassen, anstatt es so weitschweifig und langatmig darzustellen - aber das ist für mich noch das geringere Problem.

      The post was edited 2 times, last by sempron ().