Asperger und Traumatisierung

    • Das waren zum beispiel Duschen, sich nackt im Kindergarten ausziehen müssen, allein im Auto in einer Waschanlage, Impfungen, die Tage kriegen, ein Mordversuch, Ohrfeigen, gezwungen werden Tampons zu benutzen obwohl die nicht in einen rein passen, Mädchenkleidung tragen müssen, meine Sachen weggenommen bekommen, ins Kinderheim abgeschoben werden
      Ähh... Mordversuch? Wer wen?


      Ins Kinderheim abgeschoben werden zählt übrigens in Fachkreisen zu den klassischen Auslösern von Traumata. Führt wohl nicht zu PTBS aber kann ein Einflussfaktor sein für andere Traumafolgestörungen wie zum Beispiel Borderline.

      Und ja, sowas wie Schizophrenie und Borderline mag auch teils in den Genen veranlagt sein abereits dann braucht es noch immer einen Auslöser, damit es wirklich auftritt.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex schrieb:

      Ins Kinderheim abgeschoben werden zählt übrigens in Fachkreisen zu den klassischen Auslösern von Traumata. Führt wohl nicht zu PTBS aber kann ein Einflussfaktor sein für andere Traumafolgestörungen [...]
      Was als Trauma erlebt wird, ist individuell unterschiedlich. Und ebenso unterschiedlich ist, welche Folgen das Trauma gegebenenfalls hat.

      Jedenfalls hat ein Trauma nicht zwangsläufig eine Posttraumatische Belastungsstörung zur Folge. (Das schreibe ich nicht deinerwegen, Lex, sondern weil die Begriffe Trauma und PTBS hier auch schon mal synonym verwendet worden zu sein scheinen.)

      Ich denke schon, dass Menschen, die "anders" sind, leichter ausgegrenzt und auch misshandelt werden als andere Menschen. Auf der anderen Seite denke ich aber, im Vergleich zu meinen Geschwistern zumindest zu Kinderzeiten vergleichsweise glimpflich davongekommen zu sein, weil ich das Verhalten meiner vernachlässigenden und oft auch gewalttätigen Eltern als nicht in mir oder meinem Verhalten begründet, sondern als Fehlverhalten, das nichts mit mir zu tun hat, verstanden habe. Denn ich war dank meiner Asperger-Eigenschaften schon sehr früh zu rationalem Betrachten und zu Abgrenzung fähig. (Ich meine mich zu erinnern, dass Happy to be das aus ihrer Kindheit hier im Forum schon mal so ähnlich beschrieben hat.)
      „Erst die Selbsterkenntnis und Anerkennung des eigenen Strukturiert- und Gefangen-Seins in den psychobiologischen Gesetzmäßigkeiten der eigenen Persönlichkeit ermöglicht es, die Begrenzungen der anderen zu erkennen und sie zu akzeptieren – und sie nicht als intentionale Angriffe auf die eigene Welt zu deuten, gegen die es sich zu wehren gilt.“
      (Ludger Tebartz-van Elst: Autismus und ADHS. Zwischen Normvariante, Persönlichkeitsstörung und neuropsychiatrischer Krankheit. S. 19.)
    • Chris36 schrieb:

      Und nein ich glaube nicht, das häufige Schulwechsel o.ä. gleich traumatisieren. Für Traumata muss m.E. schlimeres vorfallen.
      Ich denke, dass es abhängig ist von der Person und der Art und Weise wie ein Schulwechsel abläuft (stehen die Eltern einfühlsam zur Seite oder wird das Kind ins kalte Wasser geworfen und sich alleine überlassen, darf es trauern oder werden die Gefühle von den Eltern unterdrückt?) und durchaus als traumatisierend erlebt werden kann.
      Das gilt m. M. n. für alle Arten von Traumatisierungen. Für den einen mag es wie eine Lappalie erscheinen, ein anderer kann schon traumatisiert durch kleinste Vorfälle und Äußerungen werden. Emotionale Traumatisierung ist für Außenstehende oft auch gar nicht erkennbar und nachvollziehbar, für ein Kind (und auch einen Erwachsenen) kann es die Hölle sein.
    • FruchtigBunt schrieb:

      Ich denke, dass es abhängig ist von der Person und der Art und Weise wie ein Schulwechsel abläuft (stehen die Eltern einfühlsam zur Seite oder wird das Kind ins kalte Wasser geworfen und sich alleine überlassen, darf es trauern oder werden die Gefühle von den Eltern unterdrückt?) und durchaus als traumatisierend erlebt werden kann.
      Stimmt. Ich musste die Grundschule viermal wechseln wegen Umzug der Familie und wurde nicht traumatisiert dadurch (weil die Familie da war). Dann wurde ich weggeschickt allein in eine andere Schule am anderen Ende der Welt und alles ging schief. Danach war ich traumatisiert und bin es immer noch Jahrzehnte später, trotz Therapie. Aber ich kann mir vorstellen dass für manche autistisch eingeschränkte Person sogar die erste Situation (Umzug mit den Eltern) ein grosses Problem wäre und nicht zu bewältigen.
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      FruchtigBunt schrieb:

      Deshalb bin ich auch überkritisch, was das Aufsuchen eines Diagnostikers/Diagnostikerin betrifft. Ich habe eine unglaubliche Angst, dass man mich dort nicht ernst nimmt und mir einreden will, dass ich keine ASS hätte sondern nur die Folgen der traumatsierenden Erfahrungen.
      Diese Angst kenne ich sehr gut, denn ich habe sehr lange mit diesen Fehldiagnosen leben müssen. Daher war es mir auch wichtig, von kompetenten Fachleuten die Diagnose zu bekommen. Natürlich können sich auch die Diagnostiker in den Autismus Ambulanzen sich irren, aber ich halte die Wahrscheinlichkeit dort für sehr viel geringer.
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~
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      AS erkennsr Du spätestens daran, dass sich da nix wegtherapirren lässt. An die Umwelt abpassen ja, aber nicht der Symptome läßt sich beseitigen.

      Und von vorne:
      Wenn Du ein Trauma durch lange Gewalt, Missbrauch o.ä. hast. M.E. am schlimmsten wenn dies kontinuierlich und in der Kindheit erfolgte. Und von der Bezugsperson so schlimm, dass mir Worte fehlen. Warum? Weil das Kind abhängig ist und der Bezugsperson vertraut. Es ist erschütternd.

      Und nur ein Schulwechsel allein kann ein Mini Trauma ergeben . Wir reden hier von anderen Dimensionen. Da sind wir uns einig?

      Mit schwerem Trauma gehst Du zum Arzt. Du hast keine Chance das allein zu bewältigen. Symptome von AS und SPS sind teils identisch. Aber mit Therapie verschwindet SPS und AS wird eher mehr, weil es hinter den anderen Beschwerden ausgegraben wird. Und das merkt man dann schon selbst.
    • Neu

      Chris36 schrieb:

      AS erkennsr Du spätestens daran, dass sich da nix wegtherapirren lässt. An die Umwelt abpassen ja, aber nicht der Symptome läßt sich beseitigen.
      Sehe ich genauso. Ich denke auch AS wird sich nicht so wirklich therapieren lassen. Ich habe im laufe der Zeit zwar gelernt mich der Umwelt irgendwie anzupassen, aber alle Therapien die ich bisher gemacht haben, waren eher erfolglos.
      Bin ja im Moment noch VA, aber ich denke daher schon AS zu haben, gerade weil die Therapien über Jahre alle fehlgeschlagen sind. Und natürlich auch, weil ich schon diverse Onlinetests gemacht habe. Ich denke, ich habe einfach
      die falschen Diagnosen bekommen und wurde daher auch nicht entsprechend behandelt.
    • Neu

      Chris36 schrieb:

      AS erkennsr Du spätestens daran, dass sich da nix wegtherapirren lässt. An die Umwelt abpassen ja, aber nicht der Symptome läßt sich
      beseitigen.


      Und von vorne: Wenn Du ein Trauma durch lange Gewalt, Missbrauch o.ä. hast. M.E. am schlimmsten wenn dies kontinuierlich und in der Kindheit erfolgte. Und von der Bezugsperson so schlimm, dass mir Worte fehlen. Warum? Weil das Kind abhängig ist und der Bezugsperson vertraut. Es ist erschütternd.


      Und nur ein Schulwechsel allein kann ein Mini Trauma ergeben . Wir reden hier von anderen Dimensionen. Da sind wir uns einig?


      Mit schwerem Trauma gehst Du zum Arzt. Du hast keine Chance das allein zu bewältigen. Symptome von AS und SPS sind teils identisch. Aber mit Therapie verschwindet SPS und AS wird eher mehr, weil es hinter den anderen Beschwerden ausgegraben wird. Und das merkt man dann schon selbst.
      @Chris36
      Nur als kurze Rückmeldung, damit dir bewusst wird, wie dein Kommunikationsstil auf andere wirkt: Auf mich wirken deine Aussagen herablassend und arrogant und es wimmelt von Verallgemeinerungen deiner eigenen Vermutungen. Ich werde den Beitrag deshalb nicht ernst nehmen.
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      FruchtigBunt schrieb:

      Vulkan schrieb:

      Geht mir am A... vorbei.
      Ich hätte von dir auch nichts anderes erwartet. Umso besser, dass ich inhaltlich nicht auf deinen Text eingegangen bin. Du hast übrigens einen Punkt vergessen. :d :lol: :lol: :lol:
      Bist du nächstes Jahr dann eigentlich Chris38?
      Ich weiß ja nicht, wo du das Zitat her hast, ich habe es jedenfalls nicht geschrieben, um das mal klarzustellen. Vielleicht solltest du mal richtig lesen und so viele Texte habe ich hier auch noch nicht geschrieben. Du hast einfach das Zitat von Chris 36
      übernommen und meinen Namen reingeschrieben. Weitere Diskussionen mit dir haben sich für mich hiermit erledigt.
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      @Chris36

      Wenn man sagt, dass auch etwas auf AS traumatisch wirken kann, was im allgemeinen nicht als so schwerwiegend betrachtet wird, möchte man damit nicht herabwürdigen, dass konkreter Missbrauch durch eine nächste Bezugsperson oder andere Katastrophen o.Ä. vielleicht zu dem Schlimmsten gehören, was passieren kann und natürlich sich traumatisch auswirken können. Aber wenn du sagst, bei so eine 'Lappalie' (z.B. Schulwechsel) darf nicht von traumatischen Auswirkungen gesprochen werden, vergisst du AS und dass damit eine andere Konstitution und eine andere Art Sensibilität verbunden ist. Es macht doch keinen Sinn, dass sich Benachteiligte untereinander angreifen, nach dem Motto, ich bin benachteiligter als du (auch wenn es leider häufig vorzukommen scheint und evtl in dieser Welt sogar verstehbar ist).
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      Jeder kann sich in seine Riiiesenprobleme reinsteigern. Verarscht darf ich mich aber schon fühlen.

      Mir gungs auch mehr darum zu erklären, dass bei einem massiven Trauma das AS erst (!) nach Therapie des Trauma zum Vorschein kommen kann.
      Ein Schulwechsel wird denke ich nicht so eschüttern, dass sich andere Probleme so in den Hintergrund schieben. Aber man weiß ja nie :sarcasm: ..Adieu.
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      Es gibt Therapieangebote für Menschen die so gestört sind durch Wechsel in ein Internat dass sie nicht mehr richtig funktionieren im Leben nachher ( Drogen, Obdachlosigkeit, Prostitution). Ich denke schon dass ein Schulwechsel in ein Internat jemand kaputtmachen kann. Im Internet (mit "e") spezialisiert sich Nick Duffel darauf ( siehe seine Webseite zum Thema). Wechsel in ein Internat kann selbstverständlich kein AS auslösen aber es gleicht manchmal Ablieferung in ein Kinderheim und Leute die in Kinderheimen aufwachsen sind oft schwer traumatisiert.