Fragen wie man an einen Diagnosetermin kommt

    • Fragen wie man an einen Diagnosetermin kommt

      Hallo,
      ich spiele mit dem Gedanken mich diagnostizieren zu lassen. Dazu wäre es denke ich am besten, in eine der Ambulanzen zu gehen (in meinem Fall Leipzig, Dresden oder Berlin). In eurer Liste für Fachkräfte gibt es hier in der Nähe alles nur für Jugendliche/Kinder Diagnosestellen.

      Ich habe keine Erfahrung mit ambulanter Therapie. Ich habe auch extrem Schwierigkeiten, diese Menschen schon allein mal ans Telefon zu bekommen. Ich stand auf 2 Wartelisten aber als ich jetzt mal nachfragen wollte hatte die eine auf ihrem Anrufbeantworter plötzlich die Ansage, sie sei erst ab 08.08.2018 wieder besetzt. Also bin ich nur noch auf einer Warteliste. Und mich auf eine andere zu setzen kostet wieder ein halbes Jahr oder so. Ich bleibe natürlich dran, aber wer weiß, wann sich da mal was tut. Das wäre ja aber auch eine Therapie und keine Diagnose o.ä. Dürfen Psychotherapeuten Überweisungen ausstellen?

      Ich habe mal die pdf mit den Diagnosestellen angehängt die ich habe (weiß leider nicht mehr, wo die her ist). Und braucht man da überall eine Überweisung? Ich kriege wahrscheinlich keine. Es ist ein eigener Verdacht und ich hab keine Ahnung, wo und wie ich eine bekomme. Ich bin wirklich schlecht darin, so etwas rüberzubringen, weiß nicht ob sich alle damit auskennen und man muss ja wahrscheinlich zum Psychiater, da war ich einmal und habe eher die Erfahrung gemacht, dass die sich gedanklich gar nicht so sehr mit einem beschäftigen, sondern eher den Rezeptblock zücken.

      Dann haben 3 von den 4 möglichen Stellen eine Mailadresse und ich dachte, ich schreibe erstmal dahin, da ich dann den ersten Schritt getan habe und vielleicht nicht mehr so mega nervös bin, falls es zu einem Telefonat kommt. Hat jemand Erfahrung damit, so eine Mail aufzubauen? Ich meine, gibt es Dinge die man Fragen sollte oder angeben, um da voranzukommen?
      Ich dachte ich sage dass ich eine Diagnose anstrebe, und frage ob sie ein Attest wollen (sofern ich es nicht weiß). Und ob sie sonst etwas von mir brauchen. Dann, dass ich mich auf die Warteliste setzen möchte. Und dass, da die meisten ja erstmal Fragebögen senden offenbar, sie mir so etwas zusenden können plus Adresse und auch meine Telefonnummer.
      Oder bin ich da gedanklich schon zu weit, und sollte lieber etwas anderes in diesen Erstkontakt schreiben? Oder fehlt etwas? Generell: Von wem sollte ein solcher Verdacht kommen? Ich habe hier schon oft gelesen: "Xy hat gesagt, ich erinnere ihn an Autist soundso, und da habe ich mich diagnostizieren lassen". Ich Endeffekt mit den ganzen Überweisungen und Anlaufstellen vorher kommt mir das leider überhaupt nicht einfach vor. Es gibt ja sehr viel, was da differenziert werden muss.

      Ich habe auch manchmal das Gefühl, die schmeißen mit Diagnosen um sich. Da ich eine Phase habe, in der ich zur Zeit wenig Stress aushalten kann (wer weiß woher), hat meine junge und sehr kompetente Hausärztin gleich total viele Vermutungen. Sie ist wirklich nett und hört zu. Natürlich sagt sie aber auch, sie sieht mich zu wenig, um da mehr zu sagen. Meint ihr, ich könnte da das Wort Asperger mal fallen lassen? Ich bin meistens schon mit dem Ziel hingegangen, war dann aber zu nervös, um das wirklich zu sagen. Auf meinem Krankenschein stehen daher zur Zeit eine leichte Depression, eine Anpassungsstörung (es gab kein Ereignis in meinem Leben, evtl. trifft der Rest zu) und der Verdacht auf eine Sozialphobie... dafür hab ich meiner Meinung nach aber zu wenig Angst(Symptome).


      Ich freue mich über Tipps :)
      Grüße
      Wolle&Sand
      Dateien
    • Hallo @Wolle&Sand,

      ich bin schon einen Schritt weiter und kann dir vielleicht ein paar Antworten geben:
      Ich habe die für mich in Frage kommenden Autismus Ambulanzen angeschrieben und unterschiedliche Antworten bekommen, je nach Verfahrensweise der Anlaufstelle.
      Eine Anlaufstelle setzte mich gleich auf die Warteliste, obwohl ich in meiner Mail erst einmal nur mein Interesse kund getan habe. Sie wollten anschließend nur noch eine
      Telefonnummer und haben alle meine Fragen beantwortet (z.B. auch, dass man bei ihnen gar keine Überweisung benötigt). Die zweite Anlaufstelle hat ebenfalls meine
      Fragen beantwortet, bat mich jedoch bei ihnen anzurufen. Beim Telefonat erfuhr ich, dass ich die Fragebögen per Post zugesendet bekomme und die Überweisung erst
      zu den persönlichen Gesprächen vor Ort benötigt wird.
      Die dritte Anlaufstelle hatte zum Zeitpunkt meiner Nachfrage ihre Warteliste vorläufig "dicht gemacht".

      Ich habe das Glück, vor ein paar Jahren bei einer sehr guten Psychiaterin gelandet zu sein, die nicht nur Medikamente verschreibt, sondern sich auch verhältnismäßig viel
      Zeit für ihre Patienten nimmt (leider hat das lange Wartezeiten trotz Termin zur Folge). Bei dieser habe ich wieder einen Termin vereinbart, um mit ihr den Verdacht zu
      besprechen.

      In den Mails an die Autismus Ambulanzen hatte ich knapp formuliert, dass ich mich für ihre Sprechstunde interessiere, ob sie mir etwas zum Ablauf sagen könnten und
      von wem ich die Überweisung benötige bzw. wann diese bei denen benötigt wird.
    • Wolle&Sand schrieb:

      Dazu wäre es denke ich am besten, in eine der Ambulanzen zu gehen
      -----
      Ich habe keine Erfahrung mit ambulanter Therapie.

      -----

      Das wäre ja aber auch eine Therapie und keine Diagnose o.ä.

      Kann es sein, dass hier bei dir ein Missverständnis vorliegt? Oder verstehe ich grad etwas falsch?

      In der Autismus Ambulanz wird in erster Linie die Diagnose gemacht, nicht Therapie.

      Wegen des Ortes kommt es bei vielen Ambulanzen darauf an, ob du im Einzugsgebiet wohnst. Also am besten da zuerst nachfragen, wo du wohnst.
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~
    • Hallo,
      ich habe das schon richtig verstanden :) Aber ich hätte dazu sagen sollen: Ich hatte den Gedanken, erst einmal zu dieser Therapie zu gehen und zu "lernen", wie ich wirklich über mich sprechen kann und eventuell einige Dinge vorab zu klären, da ich mich in manchen Dingen selbst schlecht einschätzen kann.
      Ein bestes Beispiel ist dieser Abschnitt mit der Psychotherapie: In Gedanken war ich schon 5 Schritte weiter und beginne da, wo bei mir im Kopf dann das Problem auftaucht. Andere wissen gar nicht, dass ich oben genannte Vorgedanken hatte. Oder ich formuliere seltsam und wenn dann jemand nachhakt denke ich, er hat es nicht richtig verstanden. Um solche Missverständnisse etwas zu mindern wollte ich das vorher... "üben".

      Aber, wenn man ehrlich ist, braucht man letztendlich wahrscheinlich doch eine Überweisung bei den meisten. Die Frage ist: Lasse ich mich auf eine Warteliste setzen und kann nachträglich zum Psychiater gehen, oder sollte ich diesen Termin erst abwarten? Die Warteliste der Ambulanz ist wahrscheinlich länger als die Terminvergabe beim Psychiater und den Platz auf der Warteliste kann man immer noch absagen, ohne eine fachliche Meinung sich auf eine Warteliste zu setzen fühlt sich aber auch irgendwie merkwürdig an.

      Dann ist bei mir im Kopf nicht so ganz klar, was ich beim Psychiater machen soll. Denn der wurde mir immer nur als zweite Seite der Therapie vorgestellt, also im Grunde der Mensch, der Tabletten verschreiben darf. Reden und diagnostizieren tun die Therapeuten. Also, wie fange ich beim Psychiater an: Einfach nur meine 2 Probleme schildern, oder soll ich direkt alles mitbringen, was ich mir gedacht habe? Fragt der ähnliche Dinge wie in der Ambulanz, also mit Kindheit und Details? Brauchen die nur einen einzigen Termin während ihrer Sprechzeiten? Die meisten sind ja noch Neurologen nebenher und haben normale Patienten, ich kann mir da gar nicht vorstellen, dass die das so schnell abschätzen können.
    • Wolle&Sand schrieb:

      Andere wissen gar nicht, dass ich oben genannte Vorgedanken hatte. Oder ich formuliere seltsam und wenn dann jemand nachhakt denke ich, er hat es nicht richtig verstanden. Um solche Missverständnisse etwas zu mindern wollte ich das vorher... "üben".

      :lol:
      Oh je. Damit habe ich auch massive Probleme. Immer wieder aufs Neue. Ich glaube, das bekommt keine Therapie aus mir raus. Da müsste ich ja JEDEN Satz gründlich vorher überlegen. Da dauerte ein Gespräch ja Stunden.
      What doesn't kill me makes me stranger.
    • Eismensch schrieb:

      Wolle&Sand schrieb:

      Andere wissen gar nicht, dass ich oben genannte Vorgedanken hatte. Oder ich formuliere seltsam und wenn dann jemand nachhakt denke ich, er hat es nicht richtig verstanden. Um solche Missverständnisse etwas zu mindern wollte ich das vorher... "üben".
      :lol:
      Oh je. Damit habe ich auch massive Probleme. Immer wieder aufs Neue. Ich glaube, das bekommt keine Therapie aus mir raus. Da müsste ich ja JEDEN Satz gründlich vorher überlegen. Da dauerte ein Gespräch ja Stunden.
      :d Ja, hihi.
      Das Ding ist, ich habe damit schlechte Erfahrungen gemacht. Mich hat der eine Therapeut, den ich hatte, mit den Worten "Sie haben nichts, gehen Sie nach Hause" weggeschickt. Weil ich das Problem nicht formulieren konnte. Ich hab ein bisschen Sorge, dass man mir nicht glaubt oder mich nicht ernst nimmt - und damit scheine ich geboren worden zu sein - ich dann weggeschickt werde und dann erst recht nicht weiß, ob nun was ernsthaftes vorliegt oder nicht.
    • Wolle&Sand schrieb:

      Die Warteliste der Ambulanz ist wahrscheinlich länger als die Terminvergabe beim Psychiater und den Platz auf der Warteliste kann man immer noch absagen, ohne eine fachliche Meinung sich auf eine Warteliste zu setzen fühlt sich aber auch irgendwie merkwürdig an.
      Um eine fachlich fundierte Meinung zu bekommen, musst du das Glück haben, an einen Psychisater zu geraten, der sich mit Autismus auskennt - was leider sehr selten ist.
      Und wenn du den Psychiater dann hast, kann er die Diagnose stellen und du brauchst die Autismus Ambulanz eh nicht mehr.
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~
    • Sehe es genauso wie meine Vorschreiberin.

      Ich selbst habe ja auch noch keine Diagnose stehe aber auf der Warteliste von einer Autismus-Ambulanz in meiner Wohnortnähe.

      Vielleicht solltest du einfach mal schauen, wo es in deiner Wohnortnähe solche Ambulanzen gibt und diese dann anschreiben oder du rufst dort an. Denke mal Wartelisten wird es wohl überall geben. So habe ich es hier im Forum auch schon gelesen.
      Einen Psychiater zu finden, der sich mit Autismus auskennt, wird sicher nicht so einfach sein und ob der gerade in deiner Wohnortnähe ist, ist auch fraglich.

      Eine Psychotherapie ist ja unabhängig und da suchst du dir einfach einen Therapeuten oder Therapeutin in deiner Wohnortnähe aus. Die meisten und wirklich guten haben aber auch Warteliste. Da musst du halt rumtelefonieren.

      Drücke Dir die Daumen.
    • Nun vielleicht kann ich dir ja etwas helfen. Ich bin gerade mittendrin in der Diagnostik an der Autismusambulanz in Dresden.

      Um dort einen Termin zu bekommen war es erforderlich eine Überweisung von einem Psychiater oder Psychologen vorzulegen. Dann wird man auf eine Warteliste gesetzt. Das hat bei mir etwa ein knappes Jahr gedauert bis es zum Erstgespräch im September kam. Dort wurde nach einer kurzen Anamnese entschieden, ob es ausreichend Anhaltspunkte gibt eine Diagnostik durchführen zu lassen. Bei mir war das wie immer mal wieder nicht eindeutig, so daß mein Psychologe dazu befragt wurde. In meinem Fall war das relativ einfach, de dieser als freier Mitarbeiter für die Autismusambulanz tätig ist. Zuletzt wurde entschieden die Diagnostik durchführen zu lassen. Das hat dann nochmals bis zum Montag dieser Woche gedauert, da hatte ich meinen ersten von 5 Terminen.

      Für die Durchführung der Diagnostik, nachdem ich auf die Warteliste gesetzt wurde, reichte dann auch die Überweisung meiner Hausärztin, da ich zu der Psychiaterin mein Vertrauen verloren hatte und dort nicht mehr vorstellig werden wollte.

      Den ersten Kontakt zur Dresdner Ambulanz habe ich telefonisch hergestellt. Dort wirst du natürlich auch kurz nach deinen Gründen gefragt. Allerdings ist das nicht unbedingt erforderlich, es reicht auch aus, wenn du mit einer entsprechenden Überweisung vom Facharzt dort erscheinst. Sinnvoll wäre es trotzdem vorher das terminlich am Telefon zu vereinbaren, damit du dort nicht umsonst erscheinst.

      Ansonsten kann ich trotz vorher nicht so guter Empfehlungen nur sagen, daß ich mich dort sehr gut an- und vor allem ernstgenommen fühle und den Eindruck habe, daß die Diagnostik sehr gründlich durchgeführt wird.
    • Wolle&Sand schrieb:

      Aber, wenn man ehrlich ist, braucht man letztendlich wahrscheinlich doch eine Überweisung bei den meisten.
      Nein. Eine Diagnose dient dazu herauszufinden was Du hast.
      Ich habe keine Überweisung gehabt, von wem auch, war ja noch nie in Therapie und bin auch nicht in Behandlung ausser beim Zahnarzt. Es ist auch nicht zwingend notwendig als Aspie in Therapie zu sein. Wenn man keine Komorbiditäten hat und ansonsten gesund ist muss man das nicht.
      Schau einfach nach welche Diagnosestellen es bei Dir in der Gegend gibt und schreib denen. So habe ich das gemacht.

      Leseratte schrieb:

      Wegen des Ortes kommt es bei vielen Ambulanzen darauf an, ob du im Einzugsgebiet wohnst. Also am besten da zuerst nachfragen, wo du wohnst.
      So ist das. Die Stelle wo ich war nimmt für die ambulante Diagnose nur Menschen die hier im Landkreis wohnen. Solche gibt es vielleicht auch bei DIr in der Nähe.

      Wolle&Sand schrieb:

      ohne eine fachliche Meinung sich auf eine Warteliste zu setzen fühlt sich aber auch irgendwie merkwürdig an.
      Ohne Diagnose sich bei irgendwem wegen irgendwas (was denn dann?) behandeln zu lassen ist auch merkwürdig. Und wenn Du dann bei jemandem landest der keine Ahnung von Autismus hat dann sagt der auf einmal Du hast irgendetwas anderes und Du bekommst die falsche Behandlung und womöglich auch von dem ein falsche Diagnose.
      Das ist ein Risiko.

      Wenn Du der Meinung bist AS Symptome zu haben dann kann ich Dir nur empfehlen eine qualifizierte Diagnosestelle aufzusuchen um herauszufinden
      ob Deine Selbsteinschätzung stimmt.