DSDS-Kandidat Amadeus Soszka - autistisch oder nicht

    • RegenbogenWusli schrieb:

      Das ist meines Erachtens das Problem.
      Die Würde eines menschen scheint nichts wert zu sein, wenn es ums Fernsehen geht.
      Eigentlich müsste sowas illegal sein, weil es fast schon Rufmord ist was die da mit den Leuten machen. Es wird aber einfach geduldet.
      Wenn die Leute dazu gezwungen würden, dann wäre das natürlich so. Aber ich habe doch wohl das Recht, mich demütigen zu lassen, wenn ich das tun will. Auch eine Übertragung dieser Demütigungen im Fernsehen ist vor diesem Hintergrund legitim, finde ich. (Womit ich nicht sagen will, dass ich persönlich kein Problem damit habe - es geht mir nur darum, dass ich niemandem vorschreiben möchte, das zu unterlassen, wenn die Teilnahme und das Zuschauen auf Freiwilligkeit beruht).
    • Kendra schrieb:

      Das Ganze überrascht nicht, weil bei «DSDS» und ähnlichen Formaten die Verspottung von Kandidaten zum Konzept gehört.
      Aber das ist doch schon seit Jahren bekannt. Selbst ich, der ich mich für solche TV-Konzepte gar nicht interessiere und solche Geschichten nur irgendwie nebenbei aufgeschnappt habe, weiß das. Wenn jemand, der bei einer solchen Show mitmachen will, sich vorher nicht ein bisschen informiert (da hätte man ganz schnell entsprechende Berichte gefunden), dann finde ich eben wirklich, dass er "selbst schuld" ist, wenn am Ende so etwas herauskommt.
    • Wirrwolf schrieb:

      Aber das ist doch schon seit Jahren bekannt. Selbst ich, der ich mich für solche TV-Konzepte gar nicht interessiere und solche Geschichten nur irgendwie nebenbei aufgeschnappt habe, weiß das. Wenn jemand, der bei einer solchen Show mitmachen will, sich vorher nicht ein bisschen informiert (da hätte man ganz schnell entsprechende Berichte gefunden), dann finde ich eben wirklich, dass er "selbst schuld" ist, wenn am Ende so etwas herauskommt.
      Ja.
    • Tomai schrieb:

      durch andere Wortwahl in der Reaktion der Jury.
      Welche :question:
      Ich fand, der Bohlen hat schon logisch erklärt, wieso er ihn nicht weiterlässt.
      Meinst du, er hat einfach nicht verstanden, dass ihnen sein Gesang nicht gefallen hat?
      Sie haben ja gesagt "dein Blick, das Gesamtpaket, dein ausdrucksloses Gesicht, keine Gefühle kommen rüber.."
      Das waren ja Gründe.
      Hat er ihnen jetzt schlicht nicht glauben können?
      Oder war er in einer Ausnahmesituation und konnte das alles gar nicht hören, geschweige denn verstehen (Stressbedingt)?

      Tomai schrieb:

      Das denke ich vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen mit RTL und dass sich auch niemand über den Autisten lustig gemacht hat, der beim zweiten Hindernis von Ninja Warrior ins Wasser fiel, sondern man ihn bewunderte für seinen Mut, da anzutreten.
      Das beweist ja mal wieder, dass es doch einen Unterschied machen kann, wenn man zugibt, Autist zu sein.

      Andererseits ist es fraglich, ob man eben "Autismus" quasi als Entschuldigung dafür anführen sollte, dass man nun mal so ist und mit "Samthandschuhen" in der Folge behandelt wird.
      Was ja hier im Forum nicht selten dementiert wird.
      Es fallen gehäuft Sätze wie "Man kann seinen Autismus nicht als Entschuldigung benutzen/ ... oder als Grund, zu bekommen was man will / ... oder behandelt zu werden, wie man will."

      Es wurde ja jetzt schon ein Video gezeigt, was eine Autistin betrifft, die er geliket hat - Vielleicht weiß er, dass er Autist ist, will aber eben nicht, dass darauf Rücksicht genommen wird.
      Wäre das jetzt Bewunderung wert, oder ein Facepalm ( :m(: )?
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • Schreibe andermal wohl mehr, aber kurz gesagt:

      1. Wenn man nicht will, dass sein Kind zum Gespött wird, gibt man ihm nicht den Namen Amadeus.

      2. Man kann auch eine Witzfigur sein, die nicht singen kann, und trotzdem ganz lange weiterkommen in einer Fernsehshow. Ich erinnere an Daniel Kübelböck!
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.

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    • Cloudactive schrieb:

      Das beweist ja mal wieder, dass es doch einen Unterschied machen kann, wenn man zugibt, Autist zu sein.

      Andererseits ist es fraglich, ob man eben "Autismus" quasi als Entschuldigung dafür anführen sollte, dass man nun mal so ist und mit "Samthandschuhen" in der Folge behandelt wird.
      Auf "Samthandschuhe" bestehen möchte ich persönlich nicht, aber ich spekuliere schon darauf, dass die Leute, wenn ich ihnen denn entzählt hätte, dass ich Autist bin, bestimmte Eigentümlichkeiten dann eher hinnehmen würden. Wenn ich z.B. in der Pause lieber für mich sein will, statt Smalltalk mit der Gruppe zu führen. Wobei ich ja eigentlich finde, dass solche Abweichungen vom üblichen Verhalten sowieso akzeptiert oder zumindest toleriert werden sollten, nur ist das halt oft genug einfach nicht der Fall.
      Ich bin mir aber alles andere als sicher, ob ich etwa bei meiner nächsten Arbeitsstelle die Diagnose erwähnen will. Ich denke, das könnte auch gut darauf hinauslaufen, dass ich am Ende nicht mehr "für voll genommen" werde oder dass die Leute so verunsichert wären, was den Umgang mit mir angeht, dass die Situation eher schlimmer würde als besser. (Hat eigentlich jemand hier Erfahrungen damit machen können? Bzw. gibt es einen Thread zu dem Thema?)
    • Lex schrieb:

      Wenn man nicht will, dass sein Kind zum Gespött wird, gibt man ihm nicht den Namen Amadeus.
      Ich finde den Namen bzw. überhaupt unüblichere Namen nicht besonders schlimm (von solchen wie "Justin" oder "Schaklien" mal abgesehen, wobei die ja mittlerweile auch, leider, nicht mehr wirklich unüblich sind...). Auch in der Sendung wurde sich ja auch nur darüber lustig gemacht, weil es eben um Musik und Talent ging. Jedenfalls habe ich das so aufgefasst.
    • Lex schrieb:

      2. Man kann auch eine Witzfigur sein, die nicht singen kann, und trotzdem ganz lange weiterkommen in einer Fernsehshow. Ich erinnere an Daniel Kübelböck!
      Daniel Küblböck war der damalige Unterhaltungskandidat und ist ein ganz anderer Typ Mensch als Amadeus Soszka.
      Kübelböck konnte gut und zudem bewußt entertainen, da war eben nicht diese krasse Diskrepanz von Selbstwahrnehmung/Aussenwahrnehmung.
      In Min. 3:50ff sieht man kurz Ausschnitte seines ersten Auftritts.
    • Ich denke, dass manche da etwas naiv sind, wenn sie meinen, dass man erkennen kann, was Medien aus etwas, dass sie aufnehmen, am Ende zusammenschneiden. Bzw was dann so rausgeschnitten wird, dass ein ganz anderer Zusammenhang dargestellt wird. Selbst wenn man noch so aufpasst.....
      Ein Grund, warum ich, als ich mit denen zu tun hatte, dazu übergegangen bin NIE MEHR eine Genehmigung zur Veröffentlichung zu geben, wenn ich nicht vorher den ganzen Beitrag sehen/lesen konnte. Was dazu führte, dass es nur noch sehr wenige JournalistInnen gab, mit denen man arbeiten konnte - und da ging es gar nicht um mich, sondern "um die Sache".

      Ebenfalls halte ich die Schuldfrage hier nicht für geeignet. Meiner Meinung nach sind da "Welten" aufeinander geprallt, und diie "bildungsfernere" hat halt "gesiegt". Wie so oft. Weil die andere den "Subtext" und die "Subintentionen" und vor allem die Methoden nicht kannte. Muss man jden Subbtext kennen? Dann wären ja auch Aspies "schuld", wenn sie bestimmte Subtexte, Rituale, Höflichkeitsformen nicht erkennen (die ja auch nch, je nach Umfeld, ganz unterschiedlich sein können).

      Man darf sein Kind heute sogar Pfefferminza nennen, oder n-tv.de/panorama/Eltern-duerfe…nnen-article12089121.html
      stuttgarter-zeitung.de/inhalt.…72-a62f-23e65c2f296a.html

      da ist der Name Amadeus richtig nornal.
      Sachlichkeit ist meine Ausdrucksweise von Liebe. Ohne Subtext! Versuche von Subtext werden gesondert kenntlich gemacht.
    • Sie hat jedenfalls gesanglich brilliert obwohl ihr auftreten davor hölzern wirkte.

      Und ja es wird gerne aus dem Zusammenhang gerissen. Ich gebe mal ein Beispiel.

      Erinnert ihr euch noch an die Sendung: "Deutschland sucht den Superhund"?

      Da gab es ein Riesen Casting wo etliche Hunde mit ihren Besitzern Stunden um Stunden in der Hitze rumstehen und warten mussten. Da mag es wohl wundern, dass die Hunde, die am Ende ausgewählt wurden, so gut wie gar nichts konnten und dann in einer Art Crashkurs alles mögliche lernen sollten. Das war aber Absicht. Da gab es auch viele Hunde, die mehr konnten, die wurden aber nicht genommen und den Fernsehzuschauern gegenüber wurde das kaschiert.

      Da gab es zum Beispiel eine Frau, die ist beruflich Hundetrinerin und Hundetrainerausbilderin. Die kam mit ihren Hunden, die alle möglichen Tricks konnten, darunter auch sehr spektakuläre Tricks. Die von der Jury haben sich das alles angesehen, immer noch mehr und noch mehr wollten sie sehen und haben dabei die Kamera immer mitlaufen lassen.

      Irgendwann sagten sie dann sie soll ihren Hund einmal in die Luft springen lassen, was ja ein vergleichsweise simpler Trick ist. Das hat der Hund dann auch noch brav abgeleistet und schließlich meinte die Hundetrainerin schon recht genervt: "Reicht das?!" Darauf Antwort der Jury: "Nein, für Deutschland sucht den Superhund reicht das nicht!"
      Später in der Sendung haben sie natürlich nur den Sprung, die Frage und die Antwort darauf gezeigt und nichts von dem, was davor war. Dadurch wirkte es so als sei in die Luft hüpfen das einzige, was der Hund kann. Letztlich haben sie aber auch Hunde genommen, die gar nichts konnten.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex schrieb:

      Dadurch wirkte es so als sei in die Luft hüpfen das einzige, was der Hund kann.
      Ich erinner mich das in der Werbung gesehen zu haben, hab die Sendung aber nie geschaut.
      Heute bin ich froh darüber, weil das so dermaßen unerlich ist.
      Ich bin froh das ich sowas nicht sehen MUSS weil ich zwangsläufig erstmal denke das das so ist wie es da gezeigt wird, weil es eben kein offensichtlicher Film ist sonder so dargestellt wird, als wäre das alles so passiert und als wären die Leute so wie es da gezeigt wird. Das es aber geschnitten oder völlig Kontextfremd ist, zeigt, das alles in diesen Sendungen einfach nur unecht ist.
      Ich finde die sollten das auch sagen oder zumindest dann die Sendung so gestalten, das man es merkt, und nicht nur Leute, die von vorn herein schon denken "Ja das ist eh alles fake" weil sie generell nie irgendwehm irgendwas glauben, aber die Sender machen das nicht.
      Ich finde das nicht richtig.
    • Ich kenne die besagte Hundetrainerin persönlich (und habe auch selbst gesehen, was ihre Hunde alles können), das ist auch der einzige Grund, wieso ich die Hintergrundstory kenne. Sie hat es mir erzählt.

      Die Sendung wurde nur einmal gemacht und danach nie wieder. War auch besser so. Sie haben wie gesagt Hunde genommen, die fast nichts konnten, die sich dann aber für jede Folge mal eben schnell was komplett anderes komplett neu aneignen mussten und das alles halt innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums. Das war viel zu viel Stress für die Hunde. Aber okay, das ist jetzt Offtopic. Wenn ich wieder mehr Zeit habe, schreibe ich noch was zu Amadeus.
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