Redet ihr wirklich fast nur über Euch?

    • NTs oder NT's ist der gleiche Unsinn wie die Mehrzahl von LKW oder PKW. Der Lastkraftwagen - Die Lastkraftwagen. Es wird ja keine Mehrzahl draus, weil man random ein "s" ranhängt.
      Meine Frau, die Germanistik und Linguistik studiert hat, würde jetzt wieder etwas von "umgangssprachlich und deswegen geht das klar" erzählen, aber das stößt bei mir dennoch auf Unverständnis. Ich finde es furchtbar, dass die Allgemeinheit so lange etwas falsch sagen darf, bis es irgendwann deswegen als richtig anerkannt wird. :roll:
      What doesn't kill me makes me stranger.
    • FruchtigBunt schrieb:

      Ich find es nur seltsam, dass es in den Diagnosekriterien so steht,
      In den wortwörtlichen Diagnosekriterien finde ich mich auch viel weniger wieder als in den Beschreibungen "typischer" Alltagsschwierigkeiten und Macken.

      Wirrwolf schrieb:

      "Ich auch. War es ein Erfolg?"
      Ja, und ich wette, es waren mindestens 50g mehr als bei dir. :lol: Schade nur, daß solche Antworten nur bei Kindern gut ankommen...

      FruchtigBunt schrieb:

      , dass die Frage "was machst du so?",
      Ich finde eher nervig, daß bei vielen Fragenden, die man weniger gut kennt, unklar ist, ob und was der andere als Antwort erwartet, da die Frage sehr unpräzise ist. Es ist nicht klar, auf welchen Lebensbereich sie sich bezieht und auf welchen Zeitraum. Außerdem weiß ich nicht, wie ausführlich derjenige sie beantwortet haben will.

      FruchtigBunt schrieb:

      so heuchelt, als ob einem das arme Kind leid tun würde
      Also, das wäre bei mir eher Hilfsbereitschaft, weil ich erwarten würde, daß mir auch jemand Hilfe anbietet, falls ich mich verletze. Also selbst wenn mir das Kind nicht leidtut, sehe ich mich in der Pflicht, ihm Hilfe anzubieten, wenn es allein und offensichtlich überfordert ist, zumal es weniger Ressourcen (intellektuell, körperlich, emotional) hat als ein Erwachsener. Bei echten Unfällen ist es sogar rechtlich verpflichtend, nicht einfach teilnahmslos vorbeizugehen, man macht sich damit strafbar.

      FruchtigBunt schrieb:

      Man selbst drückt sich doch eigentlich schon unmissverständlich aus, wieso missverstehen NTs es dann so oft???
      Das habe ich heute wieder gemerkt, es liegt nicht am sprachlichen Ausdruck, sondern daran, daß das Gegenüber das Gesagte nicht wortwörtlich nimmt. Z.B. sage ich: "Das und das fällt mir sehr schwer" - solange ich aber nicht ausraste, wird einfach weiterhin davon ausgegangen, daß es für mich selbstverständlich sei und ich bloß meine, daß ich es nicht besonders gern mache. Ein "normaler" Mensch würde dieselbe Aussage so rüberbringen, daß sie gleich ernst genommen wird und darauf eingegangen wird. Manchmal frage ich mich auch, ob ich manches erst aufschreiben muß, damit es wahrgenommen wird.
    • Grübler1988 schrieb:

      Der NT (Substantiv, Singular, männlich) = der Neurotypische,
      die NT (Substantiv, Singular, weiblich) = die Neurotypische und
      die NT (Substantiv, Plural) = die Neurotypischen.
      Der NT im Sinne von "der Neurotyp" gibt es auch. Demnach ist die
      Bezeichnung "der NT-Mensch" = "der Neurotyp-Mensch" korrekt.
      Ja, das leuchtet ein.
      Aber beim Substantiv Plural, wieso stand dann hier irgendwo im Forum NTs und nicht NT? Kommt dann beim Plural doch immer noch ein 's' dahinter?


      Eismensch schrieb:

      NTs oder NT's ist der gleiche Unsinn wie die Mehrzahl von LKW oder PKW. Der Lastkraftwagen - Die Lastkraftwagen. Es wird ja keine Mehrzahl draus, weil man random ein "s" ranhängt. Meine Frau, die Germanistik und Linguistik studiert hat, würde jetzt
      wieder etwas von "umgangssprachlich und deswegen geht das klar" erzählen, aber das stößt bei mir dennoch auf Unverständnis. Ich finde es furchtbar, dass die Allgemeinheit so lange etwas falsch sagen darf, bis es irgendwann deswegen als richtig anerkannt wird.
      @Eismensch: Halleluja, du hast mein Problem verstanden, das ich selbst nicht genau formulieren konnte 8-)
      Okay, jetzt verstehe ich, dass es hier umgangssprachlich, so wie PKWs gebraucht wird, aber richtig wäre PKW bzw. NT (statt NTs). Habs jetzt kapiert, danke :) :)

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    • Necroghoul7 schrieb:

      Also, das wäre bei mir eher Hilfsbereitschaft, weil ich erwarten würde, daß mir auch jemand Hilfe anbietet, falls ich mich verletze. Also selbst wenn mir das Kind nicht leidtut, sehe ich mich in der Pflicht, ihm Hilfe anzubieten, wenn es allein und offensichtlich überfordert ist, zumal es weniger Ressourcen (intellektuell, körperlich, emotional) hat als ein Erwachsener. Bei echten Unfällen ist es sogar rechtlich verpflichtend, nicht einfach teilnahmslos vorbeizugehen, man macht sich damit strafbar.
      Ja klar. Aber es war doch die Rede davon, dass eine Mutter (ihr Kind ist nicht anwesend) darüber berichtet, wie krank ihr Kind sei oder hab ich jetzt was durcheinandergeworfen?


      Necroghoul7 schrieb:

      Das habe ich heute wieder gemerkt, es liegt nicht am sprachlichen Ausdruck, sondern daran, daß das Gegenüber das Gesagte nicht wortwörtlich nimmt. Z.B. sage ich: "Das und das fällt mir sehr schwer" - solange ich aber nicht ausraste, wird einfach weiterhin davon ausgegangen, daß es für mich selbstverständlich sei und ich bloß meine, daß ich es nicht besonders gern mache. Ein "normaler" Mensch würde dieselbe Aussage so rüberbringen, daß sie gleich ernst genommen wird und darauf eingegangen wird. Manchmal frage ich mich auch, ob ich manches erst aufschreiben muß, damit es wahrgenommen wird.
      Das könnte sein. So etwas kam bei mir auch schon öfters vor. Wenn ich auf der Arbeit z. B. sagte "das ist nicht machbar", dann hieß es so in etwa "ja, probier es mal, das kriegst du schon hin". Genau, so als würde man sich nur vor etwas drücken wollen und nicht die Wahrheit gesagt haben bzw. sich nicht reiflich überlegt haben, was man sagt.

      Aber das ist auf jeden Fall für mich ein interessanter Hinweis. Ich nehme andere nicht nur wortwörtlich, sondern NT nehmen mich dazu noch NICHT wortwörtlich! Das ist die andere Medaillenseite. Dass etwas, was wortwörtlich so ausgedrückt war, von anderen nicht wortwörtlich verstanden wird sondern anders ausgelegt wird. Das ist doch dann eigentlich nicht mein Problem oder? Oder soll man die Sachen so 'falsch' formulieren, dass es Menschen, die unlogisch denken, richtig verstehen? :nerved: Da weigere ich mich :shake: Wahrscheinlich würde man schneller verstanden bzw. ernster genommen, wenn man auch in diesen Floskeln redet, die andere verwenden. Ich denke, mit Aufschreiben hat das nichts zu tun. Ich war auf meiner Arbeitsstelle zuletzt übergegangen, ziemlich vieles schriftlich festzuhalten, z. B. Informationen an den Chef, was gerade rechtlich schief läuft und so nicht tragbar ist. Da stand dann von mir schriftlich klipp und klar aufgeführt, gegen welche Paragraphen wir als Behörde verstoßen. Das hat den trotzdem nicht interessiert. Ich weiß nicht, welche Floskel man hätte da verwenden sollen. Aber vielleicht ist das auch ein unpassendes Beispiel.
    • FruchtigBunt schrieb:

      oder hab ich jetzt was durcheinandergeworfen?
      Nein, ich. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht zu sagen, daß ich mich dem Thema (z.B. Kinderkrankheiten) nicht so beschäftigt habe, dann kriegt das Gegenüber meist mit, daß es nicht mit viel Resonanz zu rechnen hat. Wenn es dann doch weiterredet, erwartet es nur Nicken und keine gescheiten Antworten.

      FruchtigBunt schrieb:

      Das ist doch dann eigentlich nicht mein Problem oder? Oder soll man die Sachen so 'falsch' formulieren, dass es Menschen, die unlogisch denken, richtig verstehen
      Wenn du dadurch negative Folgen erleidest (z.B. nicht für voll genommen wirst oder deine Grenzen trotz Hinweis weiter mißachtet werden), kann es aber dein Problem werden. Ich glaube nicht, daß es am Formulieren liegt, es geht eher um den Gesamtzusammenhang: Normale Leute gehen davon aus, daß man z.B. über Wichtiges anders redet als über Einkaufszettel, was ich nicht unbedingt mache. Oder vielleicht fehlen zusätzliche Signale im richtigen Moment, soll ich mal beim Coaching nachfragen?
      Dein Beispiel ist schon passend, aber vielleicht hat das mit deiner Behörde zu tun und nicht mit Asperger, also daß solche Hinweise dort vielleicht nicht so gefragt sind. :frown:
    • Ich kann nicht objektiv sagen ob ich mehr von mir selbst rede als andere leute. Ich meine, über wen sollte ich denn sonst reden? Ich kenn doch bloss mich selbst. Und ich kenn auch nur meine eigenen interessen. Bei themen von denen ich nichts weiss oder die ich öde finde, natürlich kann ich da nicht mitreden. Wie denn auch.

      Ani schrieb:

      Ich bin immer eher die, die zuhört und die auf eine Art und Weise und so viel fragt, dass der andere möglichst redet. Ich wüsste gar nicht, was ich so alles von mir erzählen sollte. Auch über meine SI rede ich nicht viel. Wenn mich jemand etwas dazu fragt, bekommt er eine Antwort, die möglichst auf den Punkt ist und gut ist. Ich gehe nicht davon aus, dass jeder Mensch wissen will, womit ich mich so beschäftige.
      Ja geht mir ähnlich. Ich bin viel besser im zuhören. Und bin absolut grauenhaft darin gespräche am leben zu erhalten. Im zweifelsfall sprech ich dann immer mein lieblingsthema an, Das Wetter™. Da kann jeder seinen senf dazu geben und es ist sehr unwahrscheinlich dass jemandem das thema unangenehm ist.

      TalkativeP schrieb:

      Mit nur einem Gesprächspartner ist mein Redeanteil tatsächlich sehr hoch. Und meist geht es dabei um ein Thema, was mich sehr interessiert.
      Sobald eine weitere Person dazukommt, rutsche ich schnell in eine Zuhörerrolle.
      Über mein Privatleben rede ich aber eher wenig, weil es viele Besonderheiten gibt, die ich nicht erklären möchte.

      Ebenso. Mit nur einer person im raum ist es leicht die aufmerksamkeit fokussiert zu halten. Bei zweien bin ich dann meist schon überfordert, zumindest wenn es leute sind die ich nicht gut kenne. Wem soll man ins gesicht schauen? Wann ist es okay das gespräch an sich zu reissen? Was ist überhaupt angemessen zu besprechen? Viel zu viele faktoren die man beachten muss. Hirnüberladung.
    • Necroghoul7 schrieb:



      FruchtigBunt schrieb:

      Dass etwas, was wortwörtlich so ausgedrückt war, von anderen nicht wortwörtlich verstanden wird sondern anders ausgelegt wird. Das ist doch dann eigentlich nicht mein Problem oder? Oder soll man die Sachen so 'falsch' formulieren, dass es Menschen, die unlogisch denken, richtig verstehen
      Wenn du dadurch negative Folgen erleidest (z.B. nicht für voll genommen wirst oder deine Grenzen trotz Hinweis weiter mißachtet werden), kann es aber dein Problem werden. Ich glaube nicht, daß es am Formulieren liegt, es geht eher um den Gesamtzusammenhang: Normale Leute gehen davon aus, daß man z.B. über Wichtiges anders redet als über Einkaufszettel, was ich nicht unbedingt mache. Oder vielleicht fehlen zusätzliche Signale im richtigen Moment, soll ich mal beim Coaching nachfragen?Dein Beispiel ist schon passend, aber vielleicht hat das mit deiner Behörde zu tun und nicht mit Asperger, also daß solche Hinweise dort vielleicht nicht so gefragt sind. :frown:
      Hm, ich bin ratlos. Ja, es wäre toll, wenn du bei deinem Coaching mal nachfragen könntest, wie man damit umgehen soll, dass andere Menschen das, was man wortwörtlich sagt, nicht richtig verstehen? Selbst wenn ich darauf achte, keine Fehler zu machen, alles korrekt und möglichst eindeutig zu formulieren, verstehen es NT trotzdem oft falsch. Gut, vielleicht liegt es dann tatsächlich nicht an der Formulierung. Aber WIE und welche Signale kann man zusätzlich noch mitsenden, damit die anderen Menschen mich besser verstehen?
    • Über mich persönlich rede ich so gut wie nie, dafür bin ich viel zu mißtrauisch.
      Wenn überhaupt, dann rede ich über mein Interesse, die Schönen Künste.
      Ich finde generell keine Freude am Reden und bin dankbar, wenn ich meine Klappe halten darf und niemand eine Reaktion von mir verlangt.
      Wenn ich doch mal etwas sage, habe ich ebenfalls nicht selten das Problem, dass Andere mich nicht verstehen und umgekehrt. Oder sie sind beleidigt, weil ich wieder zu direkt war.
      Eine gute Zuhörerin bin ich nur dann, wenn mich das Thema wirklich interessiert.
      Wenn nicht, dann versinke ich in meiner eigenen Gedankenwelt und bekomme gar nichts mit von dem Gesagten, auch nicht, wenn es an mich gerichtet ist.
      Mit zu viel Emotion habe ich ebenfalls ein Problem, dann wende ich mich ab, auch wenn es unhöflich ist.
      Zum Glück komme ich als Renterin nicht mehr oft in unangenehme Gesprächs-Situationen. Die Kommunikation mit meinen wenigen noch bestehenden Kontakten ist okay für mich.
    • TalkativeP schrieb:

      Mit nur einem Gesprächspartner ist mein Redeanteil tatsächlich sehr hoch. Und meist geht es dabei um ein Thema, was mich sehr interessiert.
      Sobald eine weitere Person dazukommt, rutsche ich schnell in eine Zuhörerrolle.
      Genau, das ist auch meine Schwierigkeit bei der Konversationen.
      Gespräche 1:1 sind kein Problem, wenn es jedoch mehrere Leute werden mutiere ich dazu, gar nichts zu sagen, weil ich nicht falsch verstanden werden möchte. Da fehlt mir wieder die Fähigkeit zum Smaltalk, um mit mehreren Leuten "klar" zu kommen.
    • Ich rede tatsächlich ziemlich viel von mir selbst...
      Ich kann mir aber auch vorstellen woran das bei mir liegt.
      Es fällt mir relativ schwer nachzuvollziehen wie sich jemand anders fühlt wenn er von einer Situation spricht. Ich suche dann immer nach Beispielen in mir selbst, die ich erlebt habe, um mir das vorstellen zu können.
      Mir wurde schon ab und zu gesagt dass ich immer wenn jemand von sich redet irgendwann von mir selber anfange, aber das tue ich um den anderen verstehen zu können.
      :!: -dies ist nur ein Auszug meiner Gedanken und Meinungen, der Rest hängt noch in der Bearbeitungsschleife fest- :!:
    • Ich komme mir manchmal vor wie ein Narzisst weil mir selber schon aufgefallen ist, dass ich dauernd über mich rede. Immer nur ich ich ich :oops: Wenn mir das auffällt frage ich den andern was oder schwenke mein egozentrisches Geplapper auf ein "Kennst du das auch?"

      Bis jetzt scheint sich noch keiner dran gestört zu haben (besonders meine Eltern hätten mir das direkt ins Gesicht gesagt) aber mich störts gewaltig, man gibt so viel von sich preis dabei und das ist nicht immer gut... :?
      Dieser Weg wird kein leichter sein/ Dieser Weg wird steinig und schwer
      Nicht mit vielen wirst du dir einig sein / Doch dieses Leben bietet so viel mehr.
      Profilbild von David Gaillet