Wie kann mein Sohn sich gen Lärm in der Schule schützen

    • Denkst du echt, dass die die Kosten übernehmen werden? Zum selber kaufen sind die Dinger doch etwas zu teuer, denke ich. Das geht schon in die Hunderte. Bin gespannt, wie es ausgeht!


      Bin im Übrigen noch immer erschüttert wie viel Lärm während des Unterrichts Lehrer heutzutage durchgehen lassen. Und teils sogar während des Unterrichts ausgeführtes Mobbing stur ignorieren.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • @Felidae

      Habe die FM- Anlage gerade gegoogelt.
      Ich bin sehr an Deinem Thema interessiert, weil mein großer Sohn ebenfalls stark durch die Lautstärke der Mitschüler eingeschränkt ist.

      Er hat schon bei der Klassenleitung um einen Einzeltisch in der 1. Reihe gebeten und auch bekommen, aber er findet auch die Geräusche hinter sich zu laut, um sich gut auf den Lehrer konzentrieren zu können.

      Kann denn das Dir empfohlene Gerät auch die Umgebungsgeräusche reduzieren?

      Bei Wikipedia habe ich nur die verstärkende Funktion gefunden. Und darf ich fragen, mit welcher Diagnose der Arzt die Verordnung vorgenommen hat?
      Es ist nicht Dein Job mich zu mögen - sondern meiner...
    • Also ich finde es sehr befremdlich, dass fehlende Disziplin und Lehrer, die nicht für Ordnung sorgen können, durch teure Technik ausgeglichen werden soll.
      Meine Schulzeit ist ja nun noch nicht so lange her. Aber es war unvorstellbar, auch nur ein paar Worte im Unterricht mit einem Mitschüler wechseln zu können. Die Schüler haben da komplett still zu sein. Sowas wie Lärm war bei mir zum Glück völlig unbekannt.
      Wenn die Schule nicht in der Lage dazu ist, soll sie halt 2 Klassen einrichten: Eine wo normaler Unterricht herrscht, incl. Ruhe und Disziplinarmassnehmen bei Verstößen. Und eine, wo gelärmt werden darf, wenn die Eltern der verwöhnten AHDS-Kinder das unbedingt haben wollen.
      Gerade bei einer Privatschule kann man sowas doch bestimmt direkt in die AGB schreiben, dann sind raffgierige Anwälte von elitären Eltern außen vor.
    • Habe gerade ein Beispiel aus Südafrika gehört. Da wird bei der Einschulung ein Kind mit Autismus so viel wie 7 Kinder gewertet. Soll heißen, wenn ein Kind mit Autismus eingeschult wird, gibt es dadurch 6 Kinder weniger in der Klasse als sonst vorgesehen (also z. B. Klassenstärke 14 Kinder statt 20 Kinder). Gilt für andere Kinder mit Besonderheiten vermutlich auch, dass es dann teils weniger Kinder in der Schule gibt wenn die in der Klasse sind. So kann Inklusion eventuell gelingen ohne dass irgendein Kind der Klasse zu kurz kommt.

      Bei mir in der Grundschule waren wir tatsächlich anfangs nur 14 (später bis zu 17) Kinder in der Klasse, allerdings waren die meisten Jungen der Klasse extreme Unruhestifter und gewalttätige Mobber (und haben sich auch im Unterricht hyperaktiv verhalten, wenn auch ohne Diagnose sondern einfach undiszipliniert und unerzogen) und dann haben sie als 17. noch einen dazugeholt, der dafür schon berüchtigt war und von mehreren anderen Schulen geflogen war. So kann es natürlich nicht funktionieren! Geringe Klassenstärke alleine genügt nicht. Zumindest nicht, wenn die Lehrerin die Klasse nicht gehändelt kriegt.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Felidae schrieb:

      Dieser Lärm führt dazu dass mein Sohn schon oft nach der zweiten Stunde fertig ist und Kopfschmerzen hat.

      Felidae schrieb:

      Bei ihm ist inzwischen aufgrund der Lärmbelastung auch eine agreesive Grundstimmung entstanden.
      Kommt mir beides sehr bekannt vor. Das ist genau der Grund, wieso ich es immer nur ca. 2 Stunden in der Schule ausgehalten habe und danach nachhause gegangen bin oder geschwänzt habe. Selbst bis ins Abi habe ich mir die 2 Stunden pro Tag so ausgesucht, dass ich das wichtigste Unterrichtsfach besuchen kann bzw. das wo ich dann am längsten gefehlt hatte.

      Hätte ich damals Noise Cancelling KH gehabt, hätte ich die auf jeden Fall immer getragen (die von Bose sind momentan noch die besten). Dazu noch leichte Ohrstöpsel in den Ohren. Damit er die Lehrerin noch gut versteht, muss er ganz vorne sitzen, am besten direkt vor der Lehrerin. Außerdem musst du tatsächlich mal mit der Lehrerin und dem Rektor zusammen ein Gespräch führen, wie in seiner Klasse für mehr Ruhe gesorgt werden kann. Vielleicht lohnt es sich auch das bei einem Elternabend anzusprechen, falls den überhaupt noch jemand heutzutage besucht.

      Vielleicht solltest du auch über eine (ggf. andere) Privatschule mit kleineren Klassen nachdenken. Was sich natürlich nicht jeder leisten kann, das weiß ich.

      Eine wirklich einfache Lösung gibt es m.E. bei diesem Problem nicht. Ich habe mein ganzes Schülerleben im Frust und Leid der Reizüberflutung gefristet, und ich kann nur für dich hoffen, dass er nicht mit der gleichen Rebellion, Schulverweigerung oder antisozialem Verhalten reagiert, wie ich in meiner Jugend.

      ...Ich hatte allerdings keine Mutter, die für mich gekämpft hat. Gib niemals auf.

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    • Wahnsinn, was heute abgeht in den Schulen. Deutschland wird richtig kaputtgemacht, von dieser anti-intelektuellen, hedonistischen Konsumkultur. Ich würde Petitionen erstellen oder mit meinen Anliegen bei Facebook schreiben und eine Gemeinschaft bilden, die Druck auf die Schule ausübt und denen die Hölle heiss machen :d Sind diese Eltern dieser Kinder, etwa nur noch ohne Ende dumm und verantwortungslos? Kommt keiner Mehr zu Elternabenden und Beratungen? wie kann man seine Verantwortung so sehr an andere abgeben?
      Wahrscheinlich hängt es eh mehr von der Hingabe ab, als von Intelligenz, ob man die Natur des Geistes erkennt.
    • Yono schrieb:

      Sind diese Eltern dieser Kinder, etwa nur noch ohne Ende dumm und verantwortungslos? Kommt keiner Mehr zu Elternabenden und Beratungen? wie kann man seine Verantwortung so sehr an andere abgeben?
      Alleine die Eltern verantwortlich zu machen halte ich auch nicht für richtig. In so einer Klassengemeinschaft entwickelt sich schon eine Eigendynamik, da reichen Erziehungsmaßnahmen seitens der Eltern nicht, um eine Änderung zu bewirken.
      Zu Elterngesprächen bin ich gegangen, die waren aber bei einigen Lehrern absolut sinnlos. Eine Lehrerin meinte ich solle dafür sorgen, dass sich mein Kind nicht so leicht ablenken lässt und immer alles mitschreibt. Klar habe ich mein Kind gefragt, woran es liegt, dass das nicht so gut funktioniert. In Erfahrung gebracht habe ich dann, dass es eben in der Klasse zu unruhig ist. Als ich dieses der Lehrerein rückgemeldet habe meinte sie nur, ich solle als Mutter das Problem lösen. :m(: Da wäre sie wohl eher gefragt,
      im Unterricht mal individuell auf die Kinder einzugehen.

    • Danke Euphrasia, für deine guten Wünsche. Ein Schulwechsel bringt nichts, da es an staatlichen Schulen nicht viel besser ist und dort noch andere Probleme hinzukommen würden. An der Schule ist die Diziplin und der Umgang der Kinder miteinander das größte Problem. Ich glaube, das sind schon luxuriöse Bedingungen. Ausserdem ist die Schule in Bezug auf Integration die beste in der Stadt. Und sie liegt zu unserer Wohnung strategisch sehr günstig. Die Autismusambulanz ist auf der anderen Straßenseite und die Tic-Sprechstunde eigentlich auch, aber im Moment müssen wir wieder auf Station, da die Ärztin dort ist, aber die Uniklinik ist auch auf der anderen Straßenseite. Das ist vom Organisatorischen her ideal.

      Eine Sitzplatzänderung habe ich mal angesprochen, aber alle sind der Meinung, hinten (gleich neben der Tür) ist am besten. Morgen ist Elternabend, da geht es auch um die Diziplin. Was ich nicht kapiere, warum entscheiden sich "normale" Kinder dafür, den Unterrricht so massiv zu stören? Und warum tun die Eltern nichts dagegen? Der Schulleiter hat wohl schon gedroht, dass ein paar von der Schule fliegen. Ich verstehe es einfach nicht.
    • zaph schrieb:

      Wir waren 42.
      Warum hat das früher funktioniert und heute nicht mehr?
      Weil erstens wir von zu Hause noch eine andere Disziplin mitbekommen haben (was aber nur ging, weil die Gesellschaft insgesamt strenger war) und zweitens den Lehrern noch andere Disziplinierungsmaßnahmen zur Verfügung standen. Meine alte Lehrerin in der 1.Klasse hat beharrlichen Störern ein Pflaster über den Mund geklebt, und Ruhe war. Und da wurde dann auf Einzelschicksale keine Rücksicht genommen - als ich in der 5.Klasse brutal gemobbt wurde (regelmäßig den Zirkel des Hintermanns in den Allerwertesten gerammt zu kriegen ist kein Spaß), gab es sofort einen Anpfiff des Lehrers - für mich, wegen des leichten Schmerzensausrufs (schreien wär gar nicht gegangen). Heutzutage marschieren ja manchmal die Anwälte schon auf, wenn Arbeitsverweigerung mit einer 6 quittiert wird.

      Gluon schrieb:

      Zu Elterngesprächen bin ich gegangen, die waren aber bei einigen Lehrern absolut sinnlos.
      Ja, das kann selbst an einer diesbezüglich sehr guten Schule passieren. Eigentlich haben wir da keinen Grund zur Klage, außer bei dem Physiklehrer unserer Tochter. Der hat das Stichwort "Asperger" und den Hinweis, sie doch nach vorn und an den Rand zu setzen, dann würde das mit der Mitarbeit im Unterricht wohl besser, komplett ignoriert, das ging rechts rein und links raus, ohne eine Reaktion auszulösen.
    • HCS schrieb:

      Der hat das Stichwort "Asperger" und den Hinweis, sie doch nach vorn und an den Rand zu setzen, dann würde das mit der Mitarbeit im Unterricht wohl besser, komplett ignoriert, das ging rechts rein und links raus, ohne eine Reaktion auszulösen.
      Physiker halt :fun:
      Vielleicht war ihm nicht bewusst, dass er dafür zuständig ist, die Sache mit dem Sitzplatz zu steuern?
      Notfalls könnte man ja auch noch mit der Schulleitung sprechen, wenn der Lehrer Hilfe bei der Umsetzung des Plans benötigt.

    • Gluon schrieb:

      Vielleicht war ihm nicht bewusst, dass er dafür zuständig ist, die Sache mit dem Sitzplatz zu steuern?
      Doch, das wohl schon (Physik findet ja sowieso in einem anderen Raum statt). Aber wir haben seit dem Gespräch den Verdacht, dass er selbst im Spektrum sein könnte und das nicht wahrhaben will, weshalb er das Thema gleich ganz ignoriert
    • HCS schrieb:

      Meine alte Lehrerin in der 1.Klasse hat beharrlichen Störern ein Pflaster über den Mund geklebt, und Ruhe war.
      Okay, dann scheinst Du älter zu sein als ich, denn sowas war bei uns erstens gar nicht nötig und zweitens war sowas zu meiner Zeit schon nicht mehr erlaubt.

      Ich denke, dass wir damals einfach anders "getaktet" waren.

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    • Shenya schrieb:

      Ich denke, dass sich an Privatschulen besonders die Schüler sammeln, die anderswo Probleme haben.
      Da fällt mir eine Begebenheit ein:
      Ein Mitschüler in der Jahrgangsstufe 12 verließ die Schule mit den Worten "Hier werde ich es nicht schaffen und deshalb kauft mir mein Vater für 10.000 Mark das Abi an einer Privatschule.".
    • Von solchen Fällen hört man eben öfters. Das sind dann oft die teuren Internate.
      Aber viele Eltern denken auch, auf der freien ev. Schule oder der Waldorfschule wäre alles besser, vor allem, wenn die Kinder ein bisschen schwierig sind.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Yono schrieb:

      wie kann man seine Verantwortung so sehr an andere abgeben?
      Wenn sie es denn auch wirklich 100% täten.
      Früher war es selbstverständlich, dass die Lehrer auch die Schüler erziehen dürfen, mit allen Konsequenzen.
      Nein, sie geben allenfalls die Aufsichtspflicht ab.

      Die heutige Tatortfolge hat mich sehr an diesen Thread erinnert. Und obwohl die bisherigen Folgen der Frankfurter Ermittler an Absurditäten kaum zu überbieten waren, war das Thema dieses mal verdammt real: psychopatischer Schüler, der mit seinem Lehrer so lange herumdiskutiert und ihn mit Anwälten bedroht, bis dieser seine Note verbessert - genau so erzogen von einem nicht minder psychopatisch auffälligem Vater).
    • Neu

      Letzte Woche habe ich von der Krankenkasse ein Schreiben bekommen, dass sie die FM-Anlage bezahlen. Ich muss nichts dazubezahlen!. Sie kostet einen mittleren 4-stelligen Betrag! Ich habe gleich beim Akustiker angerufen, und wenn die Anlage pünktlich kommt, können wir sie nächsten Donnerstag bekommen!

      Beim Elternabend waren auch Eltern dabei, die wollen dass einfach nicht wahrhaben, dass die Diziplin so schlecht ist. Andere kotzt die Situation genauso an wie mich. Einige verstehen auch nicht, dass die Kinder, welche so massiv stören, keine Konsequenzen von ihren Eltern erfahren.

      Um auf einen älteren Beitrag zu antworten: Warum kämpfe ich für einen Gehörschutz? Der ist leichter zu bekommen, als die Diziplin in der Klasse zu verbessern, und ich kann nicht so lange warten, bis die anderen sich endlich mal normal benehmen.

      @Ellewoods2017

      Das Gerät soll die Umgebungsgeräusche reduzieren, er würde dann vor allem den Lehrer und den Schulbegleiter hören. Mal sehen, wie das in der Praxis funktioniert.

      Die HNO-Ärztin, sie muss auf Phoniatrie u. Pädaudiologie spezialisiert sein, machte einen Hörtest und diagnostizierte dann Hyperakusis, also besondere Empfindlichkeit gegen Schall. Damit gab es dann auch keine Probleme bei der Krankenkasse.