Berufe für Menschen mit ASS (geeignet?)

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    • Beim Thema Beruf hat sich meine Therapeutin mal als nützlich erwiesen... ich war etwas unschlüssig bezüglich meiner Zukunft und hatte nur ganz seltsame Berufsvorstellungen, sowas wie geldfrei leben, Gemeinschaftsgarten gründen, Katzen züchten oder so. Da meinte sie: "Welchen normalen Beruf können Sie sich denn vorstellen?" Und ich erwiderte: "Dozentin."
      Verrückte Professorin ist seitdem ein Ziel von mir, das ich tatsächlich verfolge, aber natürlich ein sehr hochgestecktes und vermessenes Ziel :d Wobei, dozieren kann mensch ja auch in anderen Kontexten... ich erkläre einfach so gerne Dinge.

      In der Forschung und unter Wissenschaftlern habe ich auch sehr gerne gearbeitet (als studentische Hilfskraft). Da sitzt mensch dann mal den ganzen Tag allein im Labor (stundenlanges monotones Pipettieren) oder vor einer Menge Tabellen und Daten. Ich fand das toll, ich brauche definitiv eine Arbeit, die intellektuell anregend ist, und wo nicht allzu viele unvorhergesehene Dinge passieren.

      Das hier bereits beschriebene "Haifischbecken" des Wissenschaftsbetriebes macht mir zugegebenermaßen auch Angst. Ich bin einfach kein Mensch, der sich durchkämpft und konkurriert. Aber die Richtung, die mir vorschwebt, ist da vielleicht nicht ganz so schlimm. Ich hätte im Moment (mit meiner begrenzten Erfahrung als Erstsemester) große Lust auf Umwelt(schutz)psychologie. Dafür gibt es sogar einen Master an meiner Uni (einzigartig!). Die Umweltpsychologen, die ich kenne, meinen auch, dass mensch in dieser Forschungsrichtung durchaus idealistisch sein darf (und mit idealistischen Menschen komme ich besser zurecht). Also, mal schauen... oder an irgendeinem tollen Institut arbeiten, das wäre auch ein Zukunftstraum.

      Ansonsten hätte ich mich mal fast für eine Ausbildung zur Gärtnerin beworben... Und sowas wie Schutzgebietsbetreuung/Ranger empfinde ich auch als tendenziell ASS-geeignet, vor allem mit SI Richtung Pflanzen/Tiere.
      je länger ihr sie anseht, desto absurder erscheint die Welt... und jetzt erst... undjetzterst!
      neurodivers & glücklich
    • Ich könnte mir vorstellen, das manche Menschen mit ASS die sich für Biologie interessieren in Laboren gut arbeiten könnten.
      Mein Lieblingsfach neben Kunst war immer Biologie und in Gymnasien hatte ich die Möglichkeit auch mit Labormaterial umzugehen und auch sowas wie Zellen und Kleinslebewesen zu "erforschen" was ich überaus interesannt fand. Leider gab es sowas dann auf folgenden Schulen wo ich war nie wieder, daher hab ich daran danach nicht mehr gedacht.
      Das es sowas wie Laborassistent gibt, hab ich damals nicht gewusst aber ich würde sowas heute durchaus gerne als Job machen wenn man das irgendwo oder irgendwie werden kann.
    • julai wrote:

      Das hier bereits beschriebene "Haifischbecken" des Wissenschaftsbetriebes macht mir zugegebenermaßen auch Angst. Ich bin einfach kein Mensch, der sich durchkämpft und konkurriert.
      Wobei es auch genug Haifische außerhalb es Wissenschaftsbetriebes gibt bzw. ich der Meinung bin, das zwar der Wissenschaftsbetrieb auch kein Paradies ist, er aber immer noch besser als die meisten Alternativen ist. Vor allem ist je nach Fach der Toleranzspielraum was merkwürdiges Verhalten betrifft größer, auch weil man in einigen Bereichen schön alleine vor sich hin forschen kann und darstellen und repräsentieren nicht ganz so wichtig ist.
    • RegenbogenWusli wrote:

      aber ich würde sowas heute durchaus gerne als Job machen wenn man das irgendwo oder irgendwie werden kann.
      @RegenbogenWusli
      Das wird als schulische Ausbildung angeboten. Medizinisch-technischer-Laboratoriumsassistent oder auch biologisch-technische Laboratoriumsassistenten (in der chemischen Richtung glaube ich auch).

      Eine "Anforderungsstufe höher" gibt es das wohl auch noch, dann ist man z. B. Chemielaborant oder Physiklaborant oder Biologielaborant. Dafür braucht man meines Wissens nach aber einen Ausbildungsvertrag mit einer Firma.
    • @RegenbogenWusli

      Hier kann man nach Umschulungen suchen:
      KursNET-Datenbank der Arbeitsagentur bzgl. Umschulungen etc

      Aber kannst du nicht zum Arbeitsamt zur Reha-Abteilung gehen und sagen, dass du eine Umschulung zur Laborantin machen willst? Die müssten das doch fördern, wenn du geeignet für den Beruf bist.

      In Essen gibt es eine Schule, wo man eine MTLA-Ausbildung (medizinisch-technishcer Laboratoriumsassistent) machen kann:
      contilia.de/gesundheit.dienste…sen/mta-schule-essen.html

      oder auch am Uniklinikum in Essen
      uk-essen.de/bildungsakademie


      In Dortmund soll es bald eine Umschulung zum Biologisch-technischen Assistenten geben

      ludwig-fresenius.de

      Das sind wohl teilweise staatliche Schulen und keine Berufskollegs, aber es sind wohl dennoch schulische Ausbildungsabschlüsse. Da müsste man vorher rausfinden, wie anerkannt die sind. Als MTLA kommt man aber glaube ich gut unter in Laboren.

      Vielleicht ist etwas für dich dabei.

      Man kann auch noch Umschulungen als Werkstoffprüfer machen, da ist NRW (insbesondere Ruhrgebiet) eine Hochburg für. Da arbeitet man auch in Firmenlaboren, aber auch teilweise auf Baustellen.

      The post was edited 6 times, last by FruchtigBunt ().

    • FruchtigBunt wrote:

      Das sind wohl teilweise staatliche Schulen und keine Berufskollegs, aber es sind wohl dennoch schulische Ausbildungsabschlüsse. Da müsste man vorher rausfinden, wie anerkannt die sind. Als MTLA kommt man aber glaube ich gut unter in Laboren.
      Das was ich gemacht habe ist ja auch ein staatlich geprüfter Abschluss aber einen Job findet man damit nicht, man kann nur studieren oder eine Ausbildung anfangen aber Mediengestalter möchte ich nicht werden und studieren kann ich wohl nicht.
      Ich möchte auch nicht hier in NRW bleiben, ich weiß nicht ob es um Nürnberg etwas in der art gibt, Kliniken gibt es dort ja auch reichlich und Uni Nürnberg-Erlangen hat auch Forschungsinstitute diverser art, ich glaube das ich da besser an etwas komme als hier, denn das mit Dortmund hört sich zwar gut an, ist aber zu weit weg, vermutlich müsste ich da hier in der gegend umziehen aber das will ich ja garnicht.
      Ich spare ja mein ganzes Geld damit ich nicht hier bleiben muss sondern endlich wieder nach Bayern ziehen kann :C

      FruchtigBunt wrote:

      Aber kannst du nicht zum Arbeitsamt zur Reha-Abteilung gehen und sagen, dass du eine Umschulung zur Laborantin machen willst? Die müssten das doch fördern, wenn du geeignet für den Beruf bist.
      Ich bin nicht beim Arbeitsamt gemeldet.
      Jetzt wo ich eine Diagnose habe, könnte ich zum Arbeitsamt gehen und denen das vorlegen und sagen ich will diese Rehamaßnahmen beantragen, was mir das bringt oder was die dann mit mir machen weiß ich aber nicht.
    • Ich bin Zahnärtin. Ich mag diese Behandlungsroutinen und das Basteln und das man meist für sich im kleinen 2er Team arbeitet.
      Aber manchmal wird es mir auch zu viel, wenn ich zu viel reden soll oder irgendwas im Team knatscht.
      Bei den Patienten sage ich meist meine Standardsätze auf und ab und zu noch was mit aktuellen Bezug um die Stimmung auf zu lockern (kalt heute, nicht wahr? / Haben sie schon Weihnachtsgeschenke gekauft? Etc.)
      Das genügt eigentlich. Manchmal hören Patienten nicht auf zu reden. Dann lächel ich einfach nur und nicke. Funktioniert ganz gut. Das „basteln“ an den Zähnen macht mir Spaß.
    • Lykana wrote:

      Das „basteln“ an den Zähnen macht mir Spaß.
      Tut irgendwie gut, das zu lesen. Ich denke oft, dass Zahnärzte bestimmt keinen Spaß an ihrer Arbeit haben, weil ich selber nicht in anderer Leute Mund herummachen wollen würde. Schließe dann von mir auf andere. Aber für mich als Patient ist es ja auch schöner wenn der Zahnarzt Freude an der Arbeit hat. Die Arbeit wird dann auch sicher besser.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Lykana wrote:

      Das „basteln“ an den Zähnen macht mir Spaß.
      Tut irgendwie gut, das zu lesen. Ich denke oft, dass Zahnärzte bestimmt keinen Spaß an ihrer Arbeit haben, weil ich selber nicht in anderer Leute Mund herummachen wollen würde. Schließe dann von mir auf andere. Aber für mich als Patient ist es ja auch schöner wenn der Zahnarzt Freude an der Arbeit hat. Die Arbeit wird dann auch sicher besser.
      Och, ich mach das wirklich gern. Eklig wird es nur hin und wieder bei Patienten, die vermutlich Zuhause gar keine Zahnbürste besitzen. Aber das ist vielleicht einer in der Woche.
    • FruchtigBunt wrote:

      Könnt ihr mir eine Einschätzung darüber abgeben, welchen Beruf ihr für einen Menschen mit ASS und sozialen Ängsten für besser geeignet haltet?Für mich ist wichtig,- dass der Beruf in Teilzeit ausübbar ist (da mich eine Vollzeittätigkeit bislang immer komplett erschöpfte),- dass man möglichst klare Vorgaben hat, was zu tun ist und diese nicht erst mit anderen Menschen ausdiskutieren muss- dass die Arbeit auf logischen Grundsätzen basiert, also bei gleicher Sachlage soll der Vorgang auch gleich bearbeitet werden und nicht jedesmal total unlogische und unklare Vorgaben, die sich auch noch aus nicht nachvollziehbaren Gründen ändern- dass man eine gewisse Stabilität und Routine hat, aber die Aufgaben auch nicht so langweilig und anspruchslos sind, dass man intellektuell gar nicht gefordert ist- dass man Aufgaben möglichst der Reihe nach durchführt, also erst ein Projekt abschließt, dann folgt das nächste und man nicht zwischen einzelnen Aufgaben hin- und herspringt- dass man die Aufgabenstellungen irgendwie schriftlich bekommt und sich in Ruhe überlegen kann, wie man das Problem angeht und einem nicht jemand total wirre mündliche Anweisungen gibt, denen ich oft nicht folgen kann- dass es möglichst wenige Situationen gibt, bei denen ich mehr als einen Gesprächspartner habe (je mehr Gesprächspartner, desto eher verstehe ich gar nichts mehr, da ich die Infos nicht mehr strukturieren und sortieren kann)Ich werde Praktika zu beiden Berufen machen. Habt ihr trotzdem spontan Ideen, welcher Beruf besser für mich geeignet sein könnte und warum?
      Vorweg, ich habe diesen Thread erst jetzt gesehen, möchte aber trotzdem gern noch eine Einschätzung abgeben, da sich ja hier vieles mehr oder weniger nur um bestimmte Berufe dreht, aber ich das eigentliche Problem woanders sehe.
      All diese als wichtig genannten Dinge sind selten bis gar nicht Eigenschaften bestimmter Berufe, sondern eher bestimmter Arbeitgeber.
      Ich würde den Focus darum eher auf die Arbeitgeber lenken.
      In einem Betrieb kann für einen bestimmten Beruf Teilzeit völlig normal sein, im nächsten ist das ausgeschlossen.
      Klare Vorgaben, möglichst schriftlich, sollten in jedem Beruf normal sein, auch wenn es oft nicht so ist. Das sollte man schlicht und ergreifend so einfordern, ggf. mit Hinweis auf potentielle Fehlproduktion etc.
      Je einfacher die Vorgaben und je einfacher sie einzuhalten sind, desto geringer ist die nötige Qualifikation und damit das Gehalt für den jeweiligen Beruf. Wenn alles klar ist und man es nur nachlesen muss, ist man im Bereich "Hilfsarbeit". Fachkräfte macht aber gerade die Fähigkeit besonders, auch mit unklaren oder wechselnden Vorgaben (je nach Mondphase oder sonstwas) die nötigen Entscheidungen treffen zu können. Da hilft dann nur viel Erfahrung.
      Die serielle Abarbeitung von Vorgängen ist oft nicht möglich, weil es gern mal Probleme gibt, die von anderen erst gelöst werden müssen. Da sollte man sich selbst Vorgaben machen, Zeipläne etc. - und das auch klar so kommunizieren: "Sorry, ich muss erst XY fertig machen, dann kann ich Deinen Auftrag machen, sende mir am besten alles Wichtige per Email, ich merke mir das jetzt sowieso nicht, wenn Du es mir erzählst..." Der eine oder andere Kollege mag dann sauer sein, aber das ist mir egal.
      Auch was die Ansprechpartner angeht gilt: Je niedriger der Job angesiedelt ist, desto weniger Leute haben Dir was zu sagen. Aber auch da kann und sollte man klären, wer Dir konkret Aufträge geben darf und alle anderen schickt man zum Chef, damit der das vorher absegnet - dann hat er auch den Überblick, in wie viel Arbeit man gerade erstickt und schickt die Leute ebenfalls weg.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • @Garfield

      Ja, aber bei Hilfstätigkeiten fehlt mir dann vermutlich auch bald schnell der Anspruch. Ich war z. B. während meines Studiums als Nebenjob im Regalservice tätig oder an der Kasse und hätte am liebsten das ganze System dort revolutioniert. Ich sitze dann nicht einfach da und tippe die PLUs ein, sondern hinterfrage, wie die vergeben werde oder beim Einräumen, dass die Sachen unklug platziert sind etc. Ich kann meinen Kopf kaum abschalten und würde eigentlich lieber selbst solche Dinge bestimmen. :d So lange ich mich damit mit niemandem abstimmen muss, wäre das vermutlich auch nicht so das große Problem, weil ich glaube, dass ich in dem Bereich ganz gute Entscheidungen treffen würde.

      Momentan bin ich aber wirklich am überlegen, ob ich irgendeinen Hilfsjob in der Drogerie oder sonstwo im Einzelhandel annehme, nur damit ich nichts mehr mit Menschen über meine Arbeit diskutieren muss. Dort müsste ich mir dann was suchen, wo man frühmorgens einräumt, bevor die Kunden kommen. Zwischen den Kunden umherspringen kann ich nämlich nicht. Aber damit wäre ich heillos überqualifiziert. Ich hatte mich vor einer Weile auch schonmal beworben (die Bewerbung war meiner Meinung nach sehr gut), aber ohne weitere Begründung eine Absage erhalten.
      Und irgendwie ist das vergeudetes Potential. Ich bin auch sehr kreativ, das würde dabei alles brachliegen.

      Ich weiß einfach nicht, wie ich etwas (intellektuell) Anspruchsvolles mit "möglichst klare Vorgaben" und "möglichst alleine arbeiten" kombinieren soll. Ich glaube, das mit der Verantwortung ist nicht das Hauptproblem. Wenn ich weiß, ob man Entscheidungen nach irgendwelchen Normen trifft, kann ich die ja rausfinden, wenn man Risiko eingehen muss beim Entscheidungen treffen, kann ich das auch. Was ich nicht kann, ist, wenn man Entscheidungen anhand von Normen treffen soll, die unklar sind bzw. widersprüchlich (das musste ich früher machen).

      Die Berufe im Handwerk interessieren mich z. B. auch, weil ich die durchaus sehr anspruchsvoll finde, die Vorgaben meiner Meinung nach recht klar sind, aber da ist das Problem, dass ich mich in den Männerdomänen nicht durchsetzen kann und dann während Praktika öfters unterschätzt wurde. Im Handwerk kann man aber Teilzeit vergessen, so dass das ausscheidet.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • FruchtigBunt wrote:

      Handwerk interessieren mich... dann während Praktika öfters unterschätzt wurde.
      Im Handwerk ist der Praktikant traditionell derjenige ohne Ahnung. Das ist ja auch gut so, denn du sollst ja lernen. Wichtig ist sich lernwillig zu zeigen, den Handwerker teilen ihre Erfahrungen oft gerne mit einem. Auch während der Lehre machst du eher die uninteressanten Jobs und hast wenig eigene Entscheidungsfreiheit. Da musst du durch. Nach der Lehre kannst du dir dann deutlich freier aussuchen was du machst und wie du es machst.

      FruchtigBunt wrote:

      Im Handwerk kann man aber Teilzeit vergessen, so dass das ausscheidet.
      Ich kenne viele Handwerker die das machen.
      Wird schon ein Wrack ist ein Ort, an dem ein Schatz schlummert. - Alligatoah
    • hundefreund wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Handwerk interessieren mich... dann während Praktika öfters unterschätzt wurde.
      Im Handwerk ist der Praktikant traditionell derjenige ohne Ahnung. Das ist ja auch gut so, denn du sollst ja lernen. Wichtig ist sich lernwillig zu zeigen, den Handwerker teilen ihre Erfahrungen oft gerne mit einem. Auch während der Lehre machst du eher die uninteressanten Jobs und hast wenig eigene Entscheidungsfreiheit. Da musst du durch. Nach der Lehre kannst du dir dann deutlich freier aussuchen was du machst und wie du es machst.

      FruchtigBunt wrote:

      Im Handwerk kann man aber Teilzeit vergessen, so dass das ausscheidet.
      Ich kenne viele Handwerker die das machen.
      @hundefreund

      Ja, diese herablassende Art im Handwerk (gegenüber Frauen meiner Meinung nach noch eine Nummer schlimmer) hat mir gar nicht gepasst. Nur weil ich der Azubi bin, möchte ich nicht wie der letzte Depp behandelt werden. Natürlich bin ich bereit, eine Werkstatt zu kehren, Handlangertätigkeiten zu machen und Dinge zu lernen, aber als Idiot für alles benutzt zu werden, das ist mir in meinem Alter einfach zu dumm. Das lässt man vielleicht mit 15 mit sich machen, aber mit 35 fällt das dann schon wesentlich schwieriger (mir zumindest).

      Hm, sind die Handwerker dann bei einer Firma angestellt oder machen die das schwarz oder selbständig? Ich habe z. B. mal nach Stellenausschreibungen für Tischler gesucht. Da gab es eigentlich gar nichts in Teilzeit. Höchstens dann schon eher als Holzbeabeitungsmechaniker, aber da steht man nur in der Fabrik und muss teilweise auch noch Schicht arbeiten, deshalb hatte ich mir Tischler ausgesucht, weil das noch richtiges Handwerk ist. Aber mit Teilzeit hatte ich da nichts gefunden.
      In welchen Bereichen im Handwerk gibt es denn viele Teilzeitstellen? Das nächste Problem ist, dass man davon ja auch noch leben können muss. :|
    • FruchtigBunt wrote:

      Das lässt man vielleicht mit 15 mit sich machen, aber mit 35 fällt das dann schon wesentlich schwieriger (mir zumindest).
      Dann such dir einen Betrieb der dich mit Respekt behandelt. Das ist nicht einfach, denn oft sind Azubis nur billige Aushilfskräfte. Du darfst dir aber nicht zu schade sein die unbeliebten Aufgaben zu machen. Die wirst du später auch noch machen müssen (nicht mehr ganz so oft). Wenn sie dir in der Azubi-Zeit zu viel werden ist dieser Handwerksbereich nicht das richtige für dich.

      FruchtigBunt wrote:

      Hm, sind die Handwerker dann bei einer Firma angestellt oder machen die das schwarz oder selbständig?
      Fest angestellt.

      Als Selbstständiger arbeitest du ständig (deshalb der Name), da kannst du Teilzeit vergessen.

      FruchtigBunt wrote:

      Ich habe z. B. mal nach Stellenausschreibungen für Tischler gesucht. Da gab es eigentlich gar nichts in Teilzeit.
      Such mal nach "Informatiker". Da gibts auch nix in Teilzeit. Aber so viel Bedarf dass sie dich auch in Teilzeit nehmen - immer noch besser als nichts.


      FruchtigBunt wrote:

      In welchen Bereichen im Handwerk gibt es denn viele Teilzeitstellen?
      Das ist die falsche Herangehensweise. Du musst dich fragen: In welchem Bereich des Handwerks bin ich so talentiert, dass ich auch in Teilzeit dem Betrieb viel Wert bin? Dann sind es viele Bereiche.

      Es gibt verschiedene Teilzeit-Modelle. Zum einen klassisch einfach nur weniger pro Woche arbeiten (Elektriker, Maler, ...). Für den Arbeitgeber ist das sehr vorteilhaft, wenn er dafür mehr Flexibilität hat (Hausmeister, Notdienst, ...). Du kannst aber auch als Monteur Teilzeit machen indem du einfach mehr Urlaub pro Jahr bekommst (dafür natürlich weniger Geld).
      Wird schon ein Wrack ist ein Ort, an dem ein Schatz schlummert. - Alligatoah
    • hundefreund wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Ich habe z. B. mal nach Stellenausschreibungen für Tischler gesucht. Da gab es eigentlich gar nichts in Teilzeit.
      Such mal nach "Informatiker". Da gibts auch nix in Teilzeit. Aber so viel Bedarf dass sie dich auch in Teilzeit nehmen - immer noch besser als nichts.

      FruchtigBunt wrote:

      In welchen Bereichen im Handwerk gibt es denn viele Teilzeitstellen?
      Das ist die falsche Herangehensweise. Du musst dich fragen: In welchem Bereich des Handwerks bin ich so talentiert, dass ich auch in Teilzeit dem Betrieb viel Wert bin? Dann sind es viele Bereiche.
      Es gibt verschiedene Teilzeit-Modelle. Zum einen klassisch einfach nur weniger pro Woche arbeiten (Elektriker, Maler, ...). Für den Arbeitgeber ist das sehr vorteilhaft, wenn er dafür mehr Flexibilität hat (Hausmeister, Notdienst, ...). Du kannst aber auch als Monteur Teilzeit machen indem du einfach mehr Urlaub pro Jahr bekommst (dafür natürlich weniger Geld).
      @hundefreund

      Aber bei Tischlern gibts nicht so viel Bedarf, also eher zu viele Bewerber und zu wenige Stellen.

      Ich wäre jedem Betrieb sehr viel wert (ich bin handwerklich sehr geschickt, denke beim Arbeiten mit, kann anpacken), aber wenn ich von vornerein mit der Forderung komme, dass ich Teilzeit arbeiten will (bzw. muss), dann bin ich mir ziemlich sicher, dass die eher jemanden einstellen, der Vollzeit arbeitet. Als Frau werde ich eh schon Probleme bekommen, überhaupt eine Stelle zu bekommen. Ich glaube, die Branchen für die ich mich interessiere, haben nicht unbedingt so einen eklatanten Bewerbermangel. Monteurstätigkeiten scheiden für mich eher aus, das mir das zu viel Stress bedeuten würde. Es müsste vermutlich schon eine relativ große Firma sein, damit man da z. B. zwei Tage weniger pro Woche arbeiten dürfte. Wenn ich z. B. in einer Tischlerei mit 3 - 5 Mann arbeiten würde, dann wird das Möbelstück später fertig, wenn ich immer zwei Tage die Woche fehle. Ich bin mir nicht sicher, ob das so einfach funktioniert, wie du das dargestellt hast.

      Hast du damit selbst Erfahrung, also in welchen Bereichen des Handwerks funktioniert das zu sagen "ich bin so talentiert, dass ich dem Betrieb auch in Teilzeit viel wert bin?" Denn die Kosten bzw. der Aufwand ist doch für den AG für eine Teilzeitperson viel höher und der Betrieb kann es sich vielleicht auch nicht unbedingt leisten, dass dann zwischendurch immer Arbeitspausen entstehen (bei Dingen, an denen man alleine arbeitet, wie Unikate in der Tischlerei) oder auf einer Baustelle kann man dann ja am 3. Tag nicht auch einfach nen anderen Mann schicken, der dann da weitermachen soll, wo ich aufgehört habe. :? (wobei ich ja Baustelle ausschließe).

      The post was edited 2 times, last by FruchtigBunt ().

    • Das Funktioniert in Bereichen gut, in denen du kleine Aufgaben individuell für Kunden erledigst.

      Der Klassiker ist der Kundendienst. Du kannst Küchen aufbauen (=> Tischler), Lampen montieren, Umzüge machen. Je nach Tätigkeitsfeld hast du feste Tage die Woche, weniger Stunden pro Tag oder je nach Auftragslage. Gerade bei Umzugsfirmen häuft sich die Arbeit gerne, die sind froh wenn sie Leute haben die dann zu den Tagen unterstützen. Trotzdem ist so ein Umzug lange im Voraus geplant, du wüsstest also frühzeitig wann du arbeiten musst.

      FruchtigBunt wrote:

      Als Frau werde ich eh schon Probleme bekommen, überhaupt eine Stelle zu bekommen.
      Das kommt darauf an, wie hoch die Gefahr einer Schwangerschaft ist. Hört sich recht hart an (ist es auch), aber so rechnen viele Unternehmen.

      Wenn es jedoch ins klassische Rollenbild passen soll wäre Büro sicher noch eine passende Tätigkeit. Da musst du viel Fachwissen haben (um Kunden beraten zu können was geht, um die Rechnungen richtig zu schreiben, passende Teile zu bestellen u.s.w.). Viele Kleine Betriebe brauchen dort sogar nur eine Teilzeitkraft, da ginge dann mehrere Stunden pro Tag.


      FruchtigBunt wrote:

      Ich wäre jedem Betrieb sehr viel wert
      Dann sollte es dir als Universalgenie nicht schwer fallen, eine Arbeit zu finden.
      Im Ernst, wenn ich Bewerbungen sichte und jemand arbeitsloses so etwas von sich behauptet ist er direkt durchgefallen. Denn entweder lügt er oder er hätte schon längst einen Job.

      Am liebsten sind mir Leute die klar Schreiben was ihre Stärken und ihre Schwächen sind und unter welchen Umständen man von ihnen am besten profitiert. Die wenn man nach der schlechten Note im Zeugnis fragt klar sagen: "Das hab ich nicht kapiert", "Das liegt mir nicht", "Da war ich zu faul zum lernen". Die wenn man nach einer bestimmten Fähigkeit fragt klar sagen: "Das will ich lernen", "Da bin ich untalentiert", "Da hab ich keine Lust zu". Jeder Mensch hat seine Schwächen und wenn ich jemanden in ein Team/Unternehmen integrieren muss dann muss ich schauen, ob das Team diese Schwächen ausgleichen kann. Jemand ohne Schwächen würde oft gar nicht in das Team passen, denn ein Team funktioniert meist dann gut wenn es ein Gleichgewicht von Geben und Nehmen gibt.
      Wird schon ein Wrack ist ein Ort, an dem ein Schatz schlummert. - Alligatoah