(Schwer)behinderten Ausweis

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • @Fidoline

      ich konnte das hier finden:

      3.2. Wenn Sie eingestellt werden
      Ob bei der Einstellung nach der Schwerbehinderteneigenschaft gefragt werden darf, ist noch nicht höchstrichterlich geklärt. Es ist aber wohl davon auszugehen, dass die Frage auch dann zulässig ist, wenn die Behinderung keinen Einfluss auf die konkrete Tätigkeit hat.
      Wer hier falsche Angaben macht, muss damit rechnen, dass der Arbeitgeber den Vertrag wegen arglistiger Täuschung rückgängig macht. Unter Umständen machen Sie sich sogar schadensersatzpflichtig.
      Verschweigen Sie dem Arbeitgeber gegenüber Ihre Schwerbehinderung, zahlt dieser womöglich eine Ausgleichsabgabe, ohne dazu verpflichtet zu sein. Ihm entsteht folglich ein Schaden, den Sie dann zu ersetzen hätten.Der künftige Arbeitgeber darf auch fragen, ob eine Behinderung besteht, ob zum Beispiel ein Antrag auf Anerkennung der Behinderung gestellt worden ist. Das geht aber nur, wenn die Behinderung die Arbeit tatsächlich beeinträchtigen würde. Werden Sie nicht gefragt, trifft Sie nur dann eine Offenbarungspflicht, wenn sich Ihre Behinderung auf die geforderte Arbeitsleistung auswirken könnte.
      3.3. Wenn Ihnen gekündigt wird
      Behinderte haben einen besonderen Kündigungsschutz – und zwar unabhängig von der Betriebsgröße. Jeder Auflösung oder Änderung des Arbeitsverhältnisses muss vorher das Integrationsamt zustimmen.
      Wollen Sie sich auf den besonderen Kündigungsschutz berufen, müssen Sie im Fall einer Kündigung gegenüber dem Arbeitgeber innerhalb einer Frist von drei Wochen (Frist der Kündigungsschutzklage) die Schwerbehinderteneigenschaft offenbaren. Beachten Sie diese Frist nicht, verlieren Sie den Schutz.
      Wichtig: Der besondere Kündigungsschutz steht Ihnen auch zu, wenn Ihr Arbeitgeber von der Schwerbehinderteneigenschaft oder dem Antrag beim Versorgungsamt nichts weiß.
      [/quote]
      Quelle: smartlaw.de/rechtstipps/arzt-p…-vorteile-bei-behinderung
      An Unmögliches verschwendet Hamish keine Gedanken. Vielleicht ist das auch ganz gut, denn wer nur wenige hat, darf keine verschwenden.
      Alice im Wunderland (2010), Hörspiel
    • Vielen Dank! Das heißt bezüglich meiner zukünftigen Arbeit wäre es kein Problem, da ich es nicht offenbaren muss und
      ich bin mir sicher, dass mich niemand auf eine Behinderung anspricht, da sie ja nicht so offensichtlich ist.
      Zumindest nicht im Beruflichen, ich bin eher im privaten behindert.
    • FruchtigBunt wrote:

      Vielen Dank! Seltsam, dass man das in anderen Bundesländern im Antrag nicht angeben kann. Ich fände es gut, wenn zumindest die Ärzte das vorher angeben würden (dort wo der Antrag das nicht erfragt).
      Bei mir stand es im Diagnoseschreiben drin.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Ich hatte denen ja zurückgeschrieben, habe um genauere Informationen zur Entscheidung gebeten (Begründung, Aufschlüsselung etc.). Auch hatte ich gefragt, ob sie vielleicht noch eine neue ärztliche Stellungnahme benötigen, die sich direkter mit dem Thema Schwerbehinderung befasst. Und paar Tage später habe ich nochmal nen besonders kurz gehaltenen Kurzbrief hinterhergeschrieben (da ich hörte Beamte seien damit überfordert nen Brief zu lesen, der eine ganze Seite lang ist). In dem neuen Brief habe ich nur ganz gezielt um Akteneinsicht gebeten. Beide Briefe erfolgten mit dem Zweck, meinen Widerspruch begründen zu können, was ich auch dazuschrieb.

      Was zurückkam paar Wochen später war lediglich die Eingangsbestätigung des Widerspruchs und die Ankündigung, dass sie mich zur Abklärung zu einer ärztlichen Begutachtung einladen wollen.

      Ich komme mir jetzt reichlich verarscht vor. Die lassen sich kein Stück in die Karten gucken und wollen mich ins offene Messer laufen lassen... Woher soll ich da wissen, wie ich mich geben soll oder worauf ich eingehen soll, was sie noch nicht richtig verstanden haben etc.? Und so ganz spontan Adhoc erfahren worum es geht und darauf dann passend reagieren ohne Hilfe ist noch schwerer. Oder vielleicht wird bei dem Termin auch gar nicht groß geredet und weiter alles hinterm Berg gehalten, wer weiß das schon?

      Ich schreibe jetzt nochmal zurück in der Hoffnung dass ich doch noch Akteneinsicht bekomme. Ich frage nur nach Akteneinsicht. Zu fragen wie der Termin ablaufen soll und wo und so weiter wage ich gar nicht, obwohl das für Autisten ja schon wichtig zu wissen wäre.

      Ich finde es gruselig, da ich noch immer keine Ahnung habe, wie solch ein Arzttermin abläuft aber denke, dass das reichlich unsinnig ablaufen kann und wäre doch blöd wenn davon alleine alles abhängen soll.

      Schreibt gerne nochmal von euren Erfahrungen mit solchen Terminen... Und seid ihr da alleine hingegangen oder mit ner Begleitperson?
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.

      The post was edited 1 time, last by Lex ().

    • sovd-sh.de/2019/04/16/grosse-r…menschen-mit-behinderung/

      (Vorzugsweise mit Scriptblocker anklicken. Die haben viele unnötige Gifs benutzt... :thumbdown: )
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • ... dass ich verwirrt darüber bin, dass ich jetzt offiziell schwerbehindert bin.

      Irgendwie ist es komisch, weil ich einerseits erleichtert bin, dass das Verfahren durch ist (vermutlich, es sei denn, ich lege Akteneinsicht ein und kriege raus, dass die meine Unterlagen nicht vollständig berücksichtigt haben, wobei ich auch dann besser keinen Widerspruch einlegen sollte, um meine Nerven zu schonen),

      mir zweitens etwas Last von den Schultern fällt, weil ich nun das Gefühl habe, dass man mir eher glaubt, welche Tortur mein Alltag oft für mich ist und wie schlimm es für mich in meinem Berufsleben war (und ich nun auch ein weniger schlechtes Gewissen habe, dass ich nicht mehr arbeiten kann),

      aber ich auch denke, dass das irgendwie richtig krass ist. Vor fünf Jahren wäre ich im Leben nicht auf die Idee gekommen, dass ich schwerbehindert
      sein könnte. Damals dachte ich, dass Rollstuhlfahrer vielleicht einen Schwerbehindertenausweis erhalten oder Menschen mit anderen körperlichen
      Erkrankungen. Damals wusste ich noch überhaupt nicht, dass man den auch für psychische Beeinträchtigungen erhalten kann. Und damals wusste ich
      auch nicht, warum mein Leben so unsäglich anstrengend ist und ich immer wieder gegen Wände lief. Dass das nicht an meiner eigenen Dummheit oder
      sonstwas liegt, sondern an einer Erkrankung, ist schon irgendwo eine Erleichterung. Andererseits ist es auch erstmal etwas, dass ich
      "verdauen" muss, wobei ich glaube, dass ich im Verlauf des Antragverfahrens bzw. insbesondere davor (als ich mich fragte, ob ich
      den Ausweis überhaupt beantragen soll) mich ja auch schon stark damit auseinandergesetzt habe.

      Komischerweise erlebe ich den Schwerbehindertenausweis nicht als Makel oder stigmatisierend. Darüber bin ich froh, aber es liegt wohl an einer inneren Einstellung. Viele Menschen beantragen den ja nicht, weil sie nichts darüber hören wollen, dass sie auf dem Papier "schwerbehindert" sind. Ich denke mir, ja, ich habe extreme Einschränkungen durch meine Erkrankungen und wieso sollte ich mir diese Einschränkungen nicht bescheinigen lassen. Das Wort "schwerbehindert" finde ich dämlich, aber irgendwie ist es mir egal, weil ich das als Fachterminus sehe und weniger als Diskriminierung. Ich fühle mich davon nicht wirklich diskriminiert, wäre aber auch für ein anderes Wort, nur fällt mir das nichts Besseres ein. Ich würde vielleicht eher sagen, dass man einen Nachteilsausgleich anerkannt bekommt wegen einer Erkrankung (bzw. Entwicklungsstörung), aber das Wort "Nachteilsausgleich" ist ja schon anderweitig belegt (für Prüfungen an Hochschulen und Schulen). Bei "Nachteilsausgleich" finde ich die Formulierung besser, weil da betont wird, dass diese Personen (durch ihre Erkrankung) einen Nachteil erleiden und der durch den Ausweis sozusagen ausgeglichen werden soll. "Schwerbehindert" klingt dagegen so "dem Menschen fehlt etwas bzw. er ist schwer behindert (obwohl man natürlich auch sagen könnte "er wird schwer behindert", aber da "behindert" ein Schimpfwort ist, denken die meisten wohl eher "der/die ist behindert" und das hat dann sowas von Makel oder eigener Unfähigkeit, weil es leider ein Schimpfwort ist).

      Na ja, gut, jetzt hab ich diesen Schutzstatus. Ich bin ja trotzdem der gleiche Mensch. Ich bin gespannt, ob ich von Menschen anders bewertet werde, falls die das mit der Schwerbehinderung erfahren sollten (ich werde den Ausweis ja auch vorzeigen, falls es Rabatt gibt und z. B. nicht so wie manche Menschen, die, wenn andere dabei sind, den nicht vorzeigen).
      Dann wird vielleicht mal irgendjemand fragen "wieso hast du denn einen Schwerbehindertenausweis?" Wenn ich dann sage, dass das wegen psychischer Erkrankungen ist, bin ich sehr gespannt, ob der/den Person/en dann die Kinnlade runterfällt oder was die dann antworten werden. :o Das würde micih wirklich extrem interessieren. Ob de dann sagen "das hätte ich ja gar nicht gedacht?" oder ob die dann sagen würden, dass man mir das schon anmerkt, dass ich Probleme habe.
      Vielleicht sollte ich das sogar bewusst so machen. Vielleicht habe ich weniger Angst, wenn die Menschen wissen, dass ich offiziell Probleme habe und vielleicht hilft mir das, offener zu meinen Problemen zu stehen? :roll:
      Da ich aber kaum Menschen kenne, erübrigt sich das Problem erstmal. Die wenigen die ich kenne, haben entweder auch einen Schwerbehindertenausweis oder sind auch psychisch krank bzw. haben auch eine ASS.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • FruchtigBunt wrote:

      Und damals wusste ich
      auch nicht, warum mein Leben so unsäglich anstrengend ist und ich immer wieder gegen Wände lief. Dass das nicht an meiner eigenen Dummheit oder
      sonstwas liegt, sondern an einer Erkrankung
      Geht mir auch so. Nur dass ich keine Erkrankung habe sondern das Asperger-Syndrom.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Pummelchen wrote:

      Sobald es aber erste Schwierigkeiten auf Arbeit geben sollte, würde ich den einreichen.
      Das kann krass nach hinten losgehen. Du musst den SBA angeben, wenn du Einschränkungen im Beruf durch deine Behinderung habe könntest oder zu erwarten sind.

      Abgesehen davon: Im Nachhinein das zu machen halte ich für keinen fairen Zug dem AG gegenüber. Im Zweifelsfall schützt dich dein SBA nicht vor einer Kündigung. Das ist auch so ein Märchen, was immer noch viele glauben.
      「人上人不造」 All Men Are Created Equal

      It's simple. There are no guarantees. I have to trust in luck. That is all.

      The post was edited 1 time, last by Joker ().

    • Das sehe ich anders. Je nach Art und Ausmass der Schwierigkeiten kann ein Outing ein Versuch sein, doch noch für Verständnis zu sorgen. Da könnte man auch ehrlich angeben, weshalb man bisher dazu geschwiegen hat. Eben weil man glaubte, dass es auch so geht. Wenn sich das als falsch herausstellt, hat man den Arbeitgeber doch nicht hintergangen.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.

      The post was edited 1 time, last by Leonora ().

    • Joker wrote:

      Abgesehen davon: Im Nachhinein das zu machen halte ich für keinen fairen Zug dem AG gegenüber. Im Zweifelsfall schützt dich dein SBA nicht vor einer Kündigung. Das ist auch so ein Märchen, was immer noch viele glauben.
      Ich finde das nicht unfair, jeder sollte selbst entscheiden in welchem Umfang er seine Schwerbehinderung bekannt gibt. Man kann seinen SBA oder die Gleichstellung innerhalb von drei Wochen nach Kündigungserhalt dem AG bekannt geben. Der besondere Kündigungsschutz gilt dann. Die Entscheidung über die Kündigung liegt dann beim Integrationsamt. Ich weiß das, weil ich das schon erlebt habe.
      Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen.
      Voltaire
    • kim wrote:

      Der besondere Kündigungsschutz gilt dann. Die Entscheidung über die Kündigung liegt dann beim Integrationsamt. Ich weiß das, weil ich das schon erlebt habe.
      Bei einer betriebsbedingten Kündigung hilft der Kündigungsschutz auch nicht mehr viel. Das Kündigen wird für den AG etwas schwerer, aber unmöglich noch lange nicht. Wenn man dich "loshaben" will dann wird man dich los.

      Wer den Weg der Wahrheit geht, stolpert nicht. Das kann einem meiner Meinung nach viel Ärger ersparen.
      「人上人不造」 All Men Are Created Equal

      It's simple. There are no guarantees. I have to trust in luck. That is all.

      The post was edited 2 times, last by Joker ().

    • Joker wrote:

      Und? Hat es dir geholfen?
      Nein, hat es nicht, weil meine Firma zu winzig ist um mir irgendwelche Alternativen bieten zu können. Ich wollte auch nur mitteilen, dass man sich auf den besondere Kündigungsschutz auch dann noch berufen kann, wenn man bereits das Kündigungsschreiben erhalten hat. Wenn das Integrationsamt der Kündigung zustimmt, dann tut es das unabhängig davon, wann man seinem AG die Schwerbehinderung bekannt gegeben hat.
      Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen.
      Voltaire
    • Sofern die Behinderung einen nicht eindeutig am sicheren Ausüben des Berufes hindert, kann man einen Schwerbehindertenstatus verschweigen, ohne die Unwahrheit zu sagen. Ist eine persönliche Entscheidung.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora wrote:

      Sofern die Behinderung einen nicht eindeutig am sicheren Ausüben des Berufes hindert, kann man einen Schwerbehindertenstatus verschweigen, ohne die Unwahrheit zu sagen.
      Korrekt. Aber wenn es dich daran hindert, und du es erst im Nachhinein sagst, dann kostet es dich deinen Job.
      「人上人不造」 All Men Are Created Equal

      It's simple. There are no guarantees. I have to trust in luck. That is all.
    • Joker wrote:

      Pummelchen wrote:

      Sobald es aber erste Schwierigkeiten auf Arbeit geben sollte, würde ich den einreichen.
      Das kann krass nach hinten losgehen. Du musst den SBA angeben, wenn du Einschränkungen im Beruf durch deine Behinderung habe könntest oder zu erwarten sind.
      Abgesehen davon: Im Nachhinein das zu machen halte ich für keinen fairen Zug dem AG gegenüber. Im Zweifelsfall schützt dich dein SBA nicht vor einer Kündigung. Das ist auch so ein Märchen, was immer noch viele glauben.
      Die Einschränkungen müssen aber im Zusammenhang mit der Behinderung stehen. Und bei Asperger wird es im Normalfall eher ein Problem im sozialen Miteinander geben. Und da würde ich sehr wohl erst den Ausweis vorzeigen, wenn es aufgrund dessen eine Abmahnung gibt. Denn die ist vor Kündigung meist nötig. Und das Integrationsamt ist in manchen Städten ziemlich auf Zack. Natürlich kann das nicht immer eine Kündigung verhindern. Aber manchmal war es dann auch einfach nicht der richtige Arbeitgeber

      Leonora wrote:

      Das sehe ich anders. Je nach Art und Ausmass der Schwierigkeiten kann ein Outing ein Versuch sein, doch noch für Verständnis zu sorgen. Da könnte man auch ehrlich angeben, weshalb man bisher dazu geschwiegen hat. Eben weil man glaubte, dass es auch so geht. Wenn sich das als falsch herausstellt, hat man den Arbeitgeber doch nicht hintergangen.
      Genau so sehe ich das auch.