(Schwer)behinderten Ausweis

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    • Das hier ist nicht die Spielecke. Ansonsten würde ich mich langsam fragen, wie viele Autisten man braucht, um die Weltbevölkerung zu impfen...
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Muss mich kurz Mal aufregen: habe gerade online meinen GdB Antrag ausgefüllt und abgeschickt. Dort suchte ich Autismus verzweifelt im dem Auswahlmenüfeld: "Entwicklungsverzögerungen". Gefunden hab ich es letztendlich unter "Psychische Erkrankungen" :nerved: .
      Hab gleich einen Kommentar dazu hinterlassen, hoffe das wirkt sich nicht nachteilig auf meine Beurteilung aus.
    • Such am besten ab Januar 2022 unter "neurologische Störung" oder Ähnliches...

      Und nein, Autismus ist keine Entwicklungsverzögerung sondern laut altem Standard eine Entwicklungsstörung, das ist ein Unterschied!
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Danke. Tatsächlich bin ich mir gerade nichg mehr sicher, ob da Entwicklungsverzögerung oder -störung stand. Ich glaube Verzögerung.
      Entspricht diese Einteilung beim GdB dem ICD-10?
      Wollte jetzt eigentlich nicht bis Januar 2020 warten :)
    • Die haben halt nur Hauptkategorien. Entwicklungsverzögerung steht quasi für angeborene geistige Behinderung und was nicht geistig ist, ist körperlich oder psychisch. Was anderes kennen die halt nicht... Was im ICD steht, ist denen zu kompliziert...
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Auch ich bin gerade am überlegen, ob eine Erweiterung meines bereits vorhandenen Schwerbehindertenausweises um die Asperger-Diagnose sinnvoll und erfolgreich sein könnte.
      Wie ihr bereits berichtet habt, scheint es relativ schwierig zu sein für den Asperger einen Gdb über 50 zu bekommen.
      Nun bin ich bei der Recherche zu dem Thema über eine interne Weisung eines Versorgungsamts in hohen Norden gestoßen.
      Dort heißt es bei der Erläuterung zur Begutachtung von Menschen im Autismus-Spektrum und im Zusammenhang mit sozialen Anpassungsschwierigkeiten:
      „Ab dem Alter von 25 Jahren beträgt der GdB regelhaft nicht mehr als 50.(….) Nach Vollendung des 25. Lebensjahres erfolgt eine automatische Überprüfung bei GdB-Werten der Gesundheitsstörungen ab 60, da mit Vollendung des 25. Lebensjahres der GdB maximal mit 50 festzusetzen ist.„

      Es scheint also interne Vorgaben zu geben, die den Gdb nach oben hin begrenzen.
    • Ich denke nicht, dass diese Vorgaben haltbar oder zulässig sind. Weiß das hier jemand?
      Der GdB sollte sich nach den Einschränkungen im Alltag richten und wenn nötig muss man dann halt in Wiederspruch oder ggf. Gerichtsverfahren darauf hinweisen.

      Asperger kann von einem relativ selbstständigen Alltag bis Pflegegrad und 24/7 Betreuung gehen. (Ja, auch Asperger, sprechen können und normale Intelligenz sagt nur bedingt etwas über die Einschränkungen aus.)

      Die Infos aus Versorgungsmedizin Verordnung und Bundesteilhabegesetz zum Thema SBA und Autismus: "ohne soziale Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 10 – 20,
      mit leichten sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 30 – 40,
      mit mittleren sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 50 – 70,
      mit schweren sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 80 – 100."
      "Soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integrationsfähigkeit in Lebensbereiche (wie zum Beispiel Regel-Kindergarten, Regelschule, allgemeiner Arbeitsmarkt, öffentliches Leben, häusliches Leben) nicht ohne besondere Förderung oder Unterstützung (zum Beispiel durch Eingliederungshilfe) gegeben ist oder wenn die Betroffenen einer über das dem jeweiligen Alter entsprechende Maß hinausgehenden Beaufsichtigung bedürfen.

      Mittlere soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integration in Lebensbereiche nicht ohne umfassende Unterstützung (zum Beispiel einen Integrationshelfer als Eingliederungshilfe) möglich ist.

      Schwere soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integration in Lebensbereiche auch mit umfassender Unterstützung nicht möglich ist."
      Die 9 Lebensbereiche, um die es hier nach Bundesteilhabegesetz geht, sind: 1. Lernen und Wissensanwendung,

      2. Allgemeine Aufgaben und Anforderungen,

      3. Kommunikation,

      4. Mobilität,

      5. Selbstversorgung,

      6. häusliches Leben,

      7. interpersonelle Interaktionen und Beziehungen,

      8. bedeutende Lebensbereiche und

      9. Gemeinschafts-, soziales und staatsbürgerliches Leben.
      Beratung)
    • Bei mir war das Problem, dass das Versorgungsamt sich sehr auf die Probleme im Beruf konzentriert, was mit dir Anwältin vom VdK auch bestätigt hat. Meine größten Probleme liegen aber im außerberuflichen. Das lässt sich aber als Erwachsener schwer messen. Ich empfinde meine sozialen Anpassungsschwierigkeiten als sehr schwer freue mich aber über einen GdB von 50 und wüsste nicht wie ich was anderes nachweisen soll und mein Beruf ist mein Spezialinteresse, deshalb klappt es dort so einigermaßen.
      Nicht jeder Antifaschist ist ein aufrechter Demokrat, aber jeder aufrechte Demokrat ist auch ein Antifaschist.
    • So ähnlich ist es bei mir auch, ich bin Vollzeit berufstätig, aber da mein Job sehr gute Bedingungen hat für mich, habe ich dort kaum Probleme. Meine Probleme liegen auch im privaten Bereich und ich habe sie als mittelgradig eingestuft. Das Landesamt sah das allerdings anders und hat mich nur bei leicht eingestuft. Letztendlich hat das Gericht entschieden und mir einen GdB von 50 zugesprochen.
      Glaub nicht alles, was du denkst.
    • DanDuran wrote:

      Dort heißt es bei der Erläuterung zur Begutachtung von Menschen im Autismus-Spektrum und im Zusammenhang mit sozialen Anpassungsschwierigkeiten:
      „Ab dem Alter von 25 Jahren beträgt der GdB regelhaft nicht mehr als 50.(….) Nach Vollendung des 25. Lebensjahres erfolgt eine automatische Überprüfung bei GdB-Werten der Gesundheitsstörungen ab 60, da mit Vollendung des 25. Lebensjahres der GdB maximal mit 50 festzusetzen ist.„

      Es scheint also interne Vorgaben zu geben, die den Gdb nach oben hin begrenzen.

      MangoMambo wrote:

      Ich denke nicht, dass diese Vorgaben haltbar oder zulässig sind. Weiß das hier jemand?
      Das Zitat von DanDuran steht so nicht in der VersMedV; es ist bezogen auf ADHS - und nur der erste zitierte Teil steht in der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV).

      Von internen Vorgaben zur Begrenzung des GdB nach oben ist mir nichts bekannt.

      Im Gegenteil, bislang hat sich meine Abteilung immer erfolgreich gegen Einflussnahmen der Verwaltung gegen ärztliche Empfehlungen gewehrt. Aber die letzte Entscheidung trifft im Schwerbehindertenrecht die Verwaltung/Sachbearbeitung.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • MangoMambo wrote:

      Schwere soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integration in Lebensbereiche auch mit umfassender Unterstützung nicht möglich ist."
      Die 9 Lebensbereiche, um die es hier nach Bundesteilhabegesetz geht, sind:
      1. Lernen und Wissensanwendung,

      2. Allgemeine Aufgaben und Anforderungen,

      3. Kommunikation,

      4. Mobilität,

      5. Selbstversorgung,

      6. häusliches Leben,

      7. interpersonelle Interaktionen und Beziehungen,

      8. bedeutende Lebensbereiche und

      9. Gemeinschafts-, soziales und staatsbürgerliches Leben.
      Vielen Dank, MamboMango, ich finde das anschaulich . Obwohl ich "häusliches Leben" und die Punkte 7 und 9 kaum mit Inhalten füllen könnte.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • Lex wrote:

      Es grht ja um Teilhabe. Fehlende Teilhabe am z. B. Gemeinschaftsleben sehen sie somit auch als Hinweis.
      Vor Gericht würde das bestimmt berücksichtigt, aber die Entscheider im Versorgungsamt machen sich nicht die Mühe, das zu bewerten. Zumindest scheint das hier so zu sein.
      Nicht jeder Antifaschist ist ein aufrechter Demokrat, aber jeder aufrechte Demokrat ist auch ein Antifaschist.
    • LeuChris wrote:

      aber die Entscheider im Versorgungsamt machen sich nicht die Mühe, das zu bewerten
      In meinem Antrag habe ich deutlich geschrieben welche Einschränkungen ich in diesen Bereichen habe und wo ich auf Hilfe angewiesen bin.
      Ob das berücksichtigt wurde weiß ich natürlich nicht, aber ich bin davon ausgegangen.
    • Capricorn wrote:

      Das Zitat von DanDuran steht so nicht in der VersMedV; es ist bezogen auf ADHS - und nur der erste zitierte Teil steht in der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV).
      Siehe Seite 18 des angepinnten Links zum Unterforum
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • Ich hab beim Erstantrag jetzt GdB 50 bekommen. Soweit reicht mir das als Nachteilsausgleich auch. Jetzt steht im Schreiben aber drin:
      "Nachprüfung: ... für August 2024..., da unser ärztlicher Dienst eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes für möglich hält."

      Ich dachte, der Ausweis wäre wenigstens 5 Jahre zunächst gültig? Muss ich da zu einem speziellen Arzt zwecks Nachprüfung oder wie läuft das?

      Ich habe mehrere seelische Erkrankungen angeben. Autismus wird da als 3. Erkrankung von 4 genannt. Dabei hatte ich Autismus als 1. Punkt im Antrag eingetragen. Bedeutet dass, dass Autismus nicht der Hauptgrund für den GdB ist und sie daher eine Änderung erwarten?

      Konkret:
      1. Seelische Störung, somatoforme Schmerzstörung mit funktionellen Organbeschwerden und fibromyalgischem Schmerzsyndrom, Autismus, Psychovegetative Störungen mit Hypakusis (Einzel-GdB: 50)
      2. ...
      3. ...
    • Bei Autismus können sich gegebenenfalls durch Verhaltenstherapien Verbesserungen in der Alltagsteilhabe ergeben.

      Von daher ist es durchaus nachvollziehbar, dass man - je nachdem wie alt Du bist - abwarten möchte, ob Besserungen eintreten. Leider ist nicht sicher, dass so starke Besserungen erreicht werden, die ein Absenken des GdB auch für Dich als Betroffenem rechtfertigen würde, aber die Chance besteht. Daher diese - vermutlich einmalige - Nachprüfung.
    • MangoMambo wrote:

      Auch bei Austismus kann sich ja ändern wie sehr man im Alltag an der Teilhabe eingeschränkt ist.

      Der Autismus geht nicht weg, die Auswirkungen auf die Teilhabe sind aber meist nicht das ganze Leben gleich.
      Ja aber wenn mir der SBA erst ein bessere Teilhabe ermöglicht durch angepassteren Arbeitsplatz etc. und sich dadurch meine somatoformen Symptome bessern, dann könnte mir der SBA wieder anerkannt werden und ich fange wieder von vorne an. Da beißt sich doch die Katz' in den Schwanz (RW). Es ist so als würde man jemandem im Rollstuhl in einer barrierefreien Wohnung sagen, dass er ja genauso gut wie jemand "Normaler" zurecht kommen würde und daher wohl nicht mehr eingeschränkt sei.
      Und da diskutiert doch auch keiner.
      Und der Argumentation folgen dürften da keine autistischen Personen einen unbefristet SBA haben... Der Logik kann ich einfach nicht folgen.

      Anakin_1 wrote:

      Bei Autismus können sich gegebenenfalls durch Verhaltenstherapien Verbesserungen in der Alltagsteilhabe ergeben.

      Von daher ist es durchaus nachvollziehbar, dass man - je nachdem wie alt Du bist - abwarten möchte, ob Besserungen eintreten. Leider ist nicht sicher, dass so starke Besserungen erreicht werden, die ein Absenken des GdB auch für Dich als Betroffenem rechtfertigen würde, aber die Chance besteht. Daher diese - vermutlich einmalige - Nachprüfung.
      Mein Hauptproblem ist Überforderung und Stress auf der Arbeit und wenig soziale Kontakte. Ich arbeite schon freiwillig in Teilzeit. Sozialtraining brauche ich nicht. Habe meinen lebenlang sehr heftig maskiert und bin jetzt seit 3 Jahren deswegen völlig ausgebrannt. Und ich sehe nicht, wie sich das auf magische Weise ändern soll. Therapie mache ich seit knapp 2 Jahren. Bin 36 Jahre.

      Es geht mir gar nicht um die Befristung des SBA an sich, sondern ich möchte die Begründung dahinter verstehen. Und wie ich das Schreiben verstehe, geben sie mir die 50GdB nicht wegen Autismus, sondern wegen somatoformen Störungen. Ich hatte meine Einschränkungen auf 5 Seiten dargelegt, mit Fokus auf die durch Autismus bedingten Einschränkungen. Somatoforme Störungen können sich ändern, aber meine mangelnde Flexibilität, kein Multitasking, wortwörtliches Verständnis und starke Detailfokussierung nicht. Und diese schränken mich im Beruf ein.