(Schwer)behinderten Ausweis

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    • @FruchtigBunt

      Danke!
      Das war sehr hilfreich.

      Im Grunde geht es um ein und dieselbe Sache, alle drei Artikel/Interviews behandeln das gleiche Thema. Vor ebenfalls etwa vier Jahren habe ich einen WDR-TV-Beitrag zu eben diesem Problem gesehen, der ins gleiche Horn tutete (Redewendung!). Ich fand es sehr erschreckend, weil dieser Beitrag im TV recht nüchtern und unspektakulär daher kam und daher umso glaubwürdiger die unfassbaren Gutachten-Aufträge abhandelte.

      Bis vor ca. 11 Jahren habe ich oft Gerichtsurteile gelesen. Zuerst habe ich die Sorgfalt der Richter bei der Sachverhaltsaufklärung und in der Urteilsbegründung bewundert. Das hat sich langsam gewandelt....leider: Quantität geht oft vor Qualität. Keine gute Entwicklung, wenn man mich fragt. Aber man fragt mich ja nicht..... :cry:
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Entschuldigt, dass ich womöglich etwas vom Thema abkomme, aber ich vermute, bei 55 Seiten wird das Thema SB-Ausweis hier allgemein diskutiert - mein Anwalt hat Anfang Juni Klage vor dem Sozialgericht erhoben, um für mich die Schwerbehinderteneigenschaft durchzusetzen. Er meinte letzte Woche, als die Klagebegründung eingereicht wurde (die ich tatsächlich sehr gut fand), ich müsse mit einer Dauer von mindestens sechs Monaten rechnen. Da ich als Prozesskostenhilfeempfängerin wohl nur wenig Geld einbringe, möchte ich nicht jede Frage gleich meinem Anwalt schicken... Sechs Monate von nun an? Wie stehen die Chancen, dass ein Gutachten eingefordert wird? Wie läuft die Erstellungen dessen ab? Wie lange dauert eine solche Klage allgemein? Hat da vielleicht jemand Erfahrungswerte? x( Danke :d
    • Capricorn wrote:

      @FruchtigBunt

      Danke!
      Das war sehr hilfreich.

      Im Grunde geht es um ein und dieselbe Sache, alle drei Artikel/Interviews behandeln das gleiche Thema. Vor ebenfalls etwa vier Jahren habe ich einen WDR-TV-Beitrag zu eben diesem Problem gesehen, der ins gleiche Horn tutete (Redewendung!). Ich fand es sehr erschreckend, weil dieser Beitrag im TV recht nüchtern und unspektakulär daher kam und daher umso glaubwürdiger die unfassbaren Gutachten-Aufträge abhandelte.

      Bis vor ca. 11 Jahren habe ich oft Gerichtsurteile gelesen. Zuerst habe ich die Sorgfalt der Richter bei der Sachverhaltsaufklärung und in der Urteilsbegründung bewundert. Das hat sich langsam gewandelt....leider: Quantität geht oft vor Qualität. Keine gute Entwicklung, wenn man mich fragt. Aber man fragt mich ja nicht..... :cry:
      Gerne. Aber helfen dir diese Informationen weiter? Eigentlich ist das ja nur eine Bestätigung, dass man auch Gutachtern und Gerichten nicht mehr trauen kann. Für einen Rechtsstaat ist das ein dürftiges Zeugnis, finde ich. Vor allem ist es ja nun seit ein paar Jahren bekannt, aber geändert hat sich wohl nichts, weil es den Gesetzgeber nicht interessiert. Ich habe auch keinen Aufschrei durch Deutschland gehen hören, als herauskam, was sich die Richter und Gutachter in Bayern haben zu Schulden kommen lassen, wo dieser Mann, der in dem Artiikel erwähnt wird, mehrere Jahre als "Verrückter" tituliert, in der Psychiatrie festgehalten wurde. Das ist ein Skandal unglaublichen Ausmaßes. Aber wen interessiert's? ...
    • Lissy kannst du bitte mal erklären wie es zu dem jetzigen Punkt kam? Du hast nen Antrag gestellt, er wurde abgelehnt, du hast Widerspruch gestellt, er wurde abgelehnt, und dann hast du mittels deines Anwalts Klage beim Sozialgericht eingereicht? Wäre das nicht auch ohne Anwalt gegangen? Oder war der Fall schon eher an das Sozialgericht weitergeleitet worden und sie haben da was abgelehnt und deshalb wird jetzt die Sache nochmal intensiver angegangen? Also was genau ging dem, was jetzt der Fall ist, direkt voraus? Wäre für mich interessant, auch wenn es dir bei deiner Frage nicht weiterhilft.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Ersteres, der normale Gang über Antrag, Widerspruch und Klageerhebung. Den Anwalt hatte ich bereits wegen des Streits mit der Familienkasse, und weil ich sichergehen wollte, meine Chancen zu optimieren, da ja mein Studium davon abhängt, übernahm er auch die Schwerbehinderungsangelegenheit. Die Anwaltskosten werden auch via Prozesskostenhilfe übernommen. Hätte aber keinen Anwalt benötigt.
    • Wie hängt das mit dem Studium zusammen? Geht es darum, dass du einen Studienplatz haben möchtest und den alleine über den Notendurchschnitt nicht bekommen kannst sondern nur mit SB ne Chance hast? Oder geht es um Nachteilsausgleiche im Studium? Oder geht es um bestimmte Stipendien / Gelder während des Studiums, die du nur mit Schwerbehinderung bekommen kannst und zur Finanzierung benötigst?
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    • Es geht nur um die Finanzierung, ich will wieder Kindergeld erhalten.

      Laut Anwalt lässt das Verfahren sich nicht beschleunigen. Ich verstehe es einfach nicht. Das Studium ist gefährdet, sogar die Suizidgedanken haben zugenommen, weil ich den Job nicht ertrage. Das ist alles irrelevant?
    • Familienkasse weigert sich aber, weil ich mein Studium voll selbst finanzieren muss... ich arbeite wöchentlich gut drei Stunden "zu viel" (18). Psychiater bescheinigte mir, dass ich eingeschränkt erwerbs- und ausbildungsfähig sei und ich aufgrund meiner Behinderung außerstande zum Selbstunterhalt sei und dieser Zustand bereits seit vielen Jahren und auf unbestimmte Zeit bestehe. Ich wies der FK nach, dass ich die Schule abbrach und nur mithilfe einer Sondergenehmigung der Bezirksregierung wieder in die Oberstufe übergehen durfte, ich war alleine sieben (7!) Jahre in der Oberstufe. Ebenso, dass ich 0 Unterstützung durch meine Familie erhalte(n kann), weder finanzieller noch immaterieller Natur. FK ist weiterhin der Meinung, dass meine Behinderung nicht (erheblich mit-)ursächlich für das Fortdauern meiner Ausbildung bzw. die Unfähigkeit zum Selbstunterhalt ist.

      Noch eine andere Frage: mein Anwalt scheint wohl guter Dinge zu sein, dass ich die Schwerbehinderung "erhalte". Anders kann ich mir nicht erklären, weshalb er implizit davon abriet, auch gegen die Familienkasse zu klagen. Macht es nicht doch Sinn, FK und Versorgungsamt gleichzeitig zu verklagen, auf dass ich durch eine der Klagen dann Kindergeld erhalte? Ich habe keine fünf Jahre, um auf das Kindergeld zu erwarten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich in nicht zu ferner Zukunft, so weh mir der Gedanke tut, Vollwaise werde und den Anspruch (da ich das Erbe ausschlagen müsste, vermutlich sogar rückwirkend) gleich wieder verliere, ist recht groß, befürchte ich, mein Vater ist bereits 71 und hat sehr wahrscheinlich Hautkrebs, mit dem er seit Jahren nicht zum Arzt geht.
    • Lissy wrote:

      Familienkasse weigert sich aber, weil ich mein Studium voll selbst finanzieren muss... ich arbeite wöchentlich gut drei Stunden "zu viel" (18).
      Kannst du nicht mit dem Arbeitgeber aushandeln, dass die Stunden so verteilt werden, dass du auf dem Papier nicht mehr "zu viel" arbeitest?
    • Für den Kindergeldanspruch als Behinderte (ich bin 28) erwartet die Familienkasse, wenn man den Anspruch ohne Klage, bei der sich das Gericht die Gesamtsituation anguckt, "volle Erwerbsminderung", d.h. du musst außerstande sein, 15 oder mehr Stunden pro Woche zu arbeiten. Oder du hast einen GdB von mindestens 50 und studierst noch das Fach, für das du an deinem 25. Geburtstag immatrikuliert warst. Es interessiert nicht, welche Folgen der Job bzw. das Arbeitspensum hat, es interessiert nicht, dass ich von 14 Stunden nicht leben kann, weil ich keinen Unterhalt erhalte. In dem Fall muss die Angelegenheit (angeblich) vor Gericht. Die Streitereien ziehen sich nun schon anderthalb Jahre hin.
    • Gibt nen ganzen Katalog an positiven Vermutungen wann die Ursächlichkeit erfüllt ist. Und ebenso welche, wann nicht. Diese Vermutungen sind auch nochmal jeweils widerlegbar.
      Dann ist da noch das Problem, dass manche Behinderten halt rechtlich Exoten sind. Dafür ist ein Massenverfahren wie das Kindergeld nicht gemacht. Deshalb dürfte das bei denen wohl wenigstens in den Widerspruch gehen, einfach weil erst da genauer hingesehen werden wird.
    • Waspie wrote:

      Deshalb dürfte das bei denen wohl wenigstens in den Widerspruch gehen, einfach weil erst da genauer hingesehen werden wird.
      Na hoffentlich!

      Aber ein kompetenter Rechtsanwalt oder Berater wäre da ganz praktisch.
      Sonst vergisst man noch ein entscheidendes Wort oder eine wichtige Frist.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Puh hier ist es ganz schön weiter gegangen. Mein Widerspruchsverfahren läuft nach wie vor. Mein Arbeitgeber hat tatsächlich ein Schreiben aufgesetzt, aus dem hervorgeht, dass meine Schwächen in sozialer Interaktion Auswirkungen auf meine Arbeitsleistung haben und der Arbeitgeber immer wieder gemeinsam mit mir Wege finden muss(te), damit ich meine Leistung weiterhin erbringen kann. Meine Therapeutin hat auch nochmal einen langen Bericht geschrieben, in dem Sie darauf eingeht, dass ich umfangreiche Hilfe benötige und habe (allerdings durch Sie und Angehörige). Um mehr oder bessere oder sonstwiewas an Dokumenten zusammen zu sammeln fehlt mir ehrlich gesagt die Energie. Das ganze ist schon eine Zumutung und ich werde auch die Anwältin nochmal bitten, darzulegen, dass das für mich an sich schon an der Grenze des Machbaren war. Alles andere liegt dann nicht mehr in meiner Hand und mittlerweile ist es mir fast egal, weil es letztlich vermutlich sowieso unfair ist.
    • Wenn ich mir so ne Reihe Abläufe bei einzelnen Anträgen anschaue bzw. anhöre, dann scheinen diejenigen, die Sozialkontakte wie Chefs, Freunde oder Partner und allgemein bessere Alltagsfähigkeiten haben weitaus höhere GdB und auch Hilfen einfacher bekommen als diejenigen, die so beeinträchtigt sind, dass ihnen dies fehlt, aber noch nicht den Grad offensichtlicher Behinderung erreicht haben. :nerved: