Schizophrenie

    • Shenya schrieb:

      Kommt darauf an, wie realistisch die Annahme ist, dass die Medikamente mehr Nebenwirkungen als Wirkung mit sich bringen würden, insgesamt also schlechter wirken als Placebo. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist nicht so besonders hoch, zumal es meist mehrere Medikamente zur Auswahl gibt, sodass man wechseln kann, wenn man mit den Nebenwirkungen nicht klar kommt.
      Ich habe leider das Pech das viele Medikamente bei mehr Nebenwirkungen als Wirkung zeigen. Vor allem Schmerzmittel. Homöopathische Mittel haben vielleicht keinen Wirkstoff, aber mir geht es besser ohne Nebenwirkungen.


      Shenya schrieb:

      Was die Kosten angeht: Homöopathie ist nicht günstiger als richtige Medikamente, wenn man mal Forschungsaufwand und Herstellungsaufwand gegenrechnet. Zucker und Wasser für 5 EUR zu verkaufen, ist nicht günstig.
      Doch Homöopathie ist sicher günstiger. Eben genau wegen dem Forschungsauswand und allem was dran hängt. Du meinst wohl Preis - Leistungsverhältnis.

      Der Preis für klassische Medikamente ist vielleicht gerechtfertigt, aber die Ausgaben dafür sind teils enorm. Nicht alle Medikamente helfen auch in dem Ausmaß das es gerechtfertigt ist. Warum muss man gegen einen einfachen grippalen Infekt zwei - drei teure Medikamente verschreiben? Der heilt eh ab. Eine schnellere Heilung durch die Medikamente ist oft nicht gegeben. Da kann ich auch billigere Homöopathie nehmen und gut ist es.

      Es gibt viele Fälle in denen es wichtig und gut ist Medikamente zu verschreiben. Aber in vielen Fällen dienen die Pillen nur der Psyche des Kranken. Er hat das Gefühl so etwas aktiv gegen einen Schnupfen oder seine Prellung tun zu können. In solchen Fällen tun es Globuli auch.

      Ein kleines persönliches Beispiel. Als ich schwanger war durfte ich meine Allergiemedikamente nicht mehr nehmen. Hab mir dann Globuli gekauft. "Zwiebel" lateinisch klingt es viiiiiieeellll cooler ;) . Die Dinger hallen besser als meine Medikamente mit Wirkstoff. Wie viel Geld ich vorher für das Zeug rausgeworfen habe... Das Placebo kostet mich einen Bruchteil und mir geht es besser.
    • LiltihEve schrieb:

      Warum muss man gegen einen einfachen grippalen Infekt zwei - drei teure Medikamente verschreiben?
      Bei Erkältungen werden keine Medikamente verschrieben. Die werden schon ewig nicht mehr von der Kasse bezahlt. Wer Nasenspray und Co möchte muss das aus eigener Tasche bezahlen.

      LiltihEve schrieb:

      Ein kleines persönliches Beispiel. Als ich schwanger war durfte ich meine Allergiemedikamente nicht mehr nehmen. Hab mir dann Globuli gekauft. "Zwiebel" lateinisch klingt es viiiiiieeellll cooler . Die Dinger hallen besser als meine Medikamente mit Wirkstoff. Wie viel Geld ich vorher für das Zeug rausgeworfen habe... Das Placebo kostet mich einen Bruchteil und mir geht es besser.
      Da halte ich die Hormonumstellung eher für ursächlich. Zuckerkügelchen können Allergien nicht verschwinden lassen. Wenn das ginge wären Liebesperlen DER Renner.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Ginome schrieb:

      LiltihEve schrieb:

      Warum muss man gegen einen einfachen grippalen Infekt zwei - drei teure Medikamente verschreiben?
      Bei Erkältungen werden keine Medikamente verschrieben. Die werden schon ewig nicht mehr von der Kasse bezahlt. Wer Nasenspray und Co möchte muss das aus eigener Tasche bezahlen.
      Wenn es das on Deutschland nicht als kassenleistung gibt ist es gut. Ist nämlich unnötig.

      Was meine Allergie angeht. Weg ist sie nicht. Aber ich bin damals drauf gekommen, wie paradox ich auf die Medikamente reagiere. Das die nicht wirklich wirken sondern nur die Nebenwirkungen verursachen. Das die Globuli wirklich helfen sagte ich nicht. Es ist der Placeboeffekt. Datum ging es mir. Zu zeigen, dass es Fälle gibt, bei denen Homöopathie gleich gut oder besser sein kann. Ich bin da sicher ein untypischer Fall. Ich reagiere auf viele Medikamente nicht wie vorgesehen. Damit ist es sehr schwer was zu finden das wirkt.
    • Es gibt auch den Nocebo-Effekt, das ist, wenn man befürchtet, man könnte Nebenwirkungen bekommen und sie dann auch bekommt, nur weil man daran glaubt.
      Sich zu sorgen ist das Gleiche, als wenn man seinen Kopf gegen die Wand schlägt. Es fühlt sich nur gut an, wenn man damit aufhört. (John Powers)
    • Shenya schrieb:

      Es gibt auch den Nocebo-Effekt, das ist, wenn man befürchtet, man könnte Nebenwirkungen bekommen und sie dann auch bekommt, nur weil man daran glaubt.
      hmmm. Vielleicht hat es sich bei mir wirklich etwas verselbständigt. Ich hatte immer seltsame Reaktionen (zt laut Ärzten aus nachvollziehbaren Grund - Stiffwechselanomalie). Das ist verdammt schwer zu trennen.
      Ist aber interessant, kannte ich noch nicht.
    • Neu

      Shenya schrieb:

      Aber wenn man etwas erfährt und seine Wahrnehmung hinterfragt, dann bedeutet das nicht, dass das Erfahrene nicht relevant ist, oder weniger wert als die Skepsis. Das Erfahrene bleibt nur nicht unkommentiert stehen.
      Das Erfahrene nutze ich , so es für mich relevant ist, für weiteres Forschen.
      Ohne Erfahren kein weiterforschen, ohne Hinterfragen auch nicht.
      Und wenn dann was für mich funktioniert nutze ich es gerne, tauchen weitere Fragen auf gehe ich diesen nach.
    • Neu

      Koralle schrieb:

      kann ich dir sagen, was eine Verdachtsautistin und ein Schizophrener für Kinder hervorbringen...
      Keine Sorge, du kannst aus dem psychiatrischen Erscheinungsbild der Eltern nicht auf das ihrer Kinder schließen, da es einfach zu komplex ist und der Einfluß der Umweltbedingungen zu groß dazu ist. Meine Tante z.B. ist ohne jede Diagnose und hatte ein sehr erfolgreiches und erfülltes Leben, während ihre Tochter wiederum von schweren Depressionen betroffen ist. Begabungen sind ja auch nicht 1:1 vererbbar.
      Ich glaube, daß die Diagnosestellung, zumindest die Schwere, stark umweltabhängig ist, ich habe meine ja auch nur, weil mein Leben nach dem Tod meines Vaters "instabil" wurde, und meine Mutter wäre vielleicht auch nicht chronisch schizophren geworden, wenn die Kriegs-/Nachkriegserlebnisse nicht so drastisch gewesen wären.
    • Neu

      Falter schrieb:

      Die Sache ist jene, dass Psychologie eine sehr komplexe und ungenau Wissenschaft ist und Asperger nicht selten in Schizophrenie übergeht. Es wurde schon sehr viel fehldiagnostiziert.

      Eine Bekannte meinerseits wurde zuerst als Schizophren anschließend als Bipolar fehldiagnostiziert. Dabei nahm sie lediglich zu wenig Fett zu sich und erlitt Hormonschäden, die zu spät entdeckt wurden. Sie saß sehr oft beim Seelenarzt, alles umsonst.

      Mein bester Freund durchläuft bald auch die Autismusdiagnostik. Zur Zeit steht die Diagnose „paranoide Schizophrenie“, woran ich nicht glaube.

      Bitte lese diesen Artikel aufmerksam und denke darüber nach ob du nicht das hier hast:

      broadly.vice.com/de/article/d3…chischen-krankheit-werden

      Ich habe das sehr stark. So stark, dass es mich krank macht, richtig heftig krank. Nun möchte ich Medikamente dagegen nehmen.
      Sehr interessant.

      Ich hatte eine Freundin, bei der das diesen Lauf genommen hat. Intensive Tagträume, um der Realität als ungeliebte Tochter und Außenseiterin zu entkommen.
      Die entwickelten irgendwann ein Eigenleben, und wurden dann zur paranoiden Schizophrenie.

      Das Mädchen auf dem Bild, das sich im Kreis dreht, hätte ich für eine Autistin gehalten.
      Mein autistischer Sohn rennt hin und her (früher auch im Kreis) und denkt sich perfekte Fußballspiele, neue Sportarten aus - er nennt das "bin in meiner Welt". Er weiß aber, was Welt ist und was Realität.
      LG Heavyload

      Es gibt zwei Arten von Menschen:
      Die einen kennen mich...
      Die anderen können mich...
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      Necroghoul7 schrieb:

      Koralle schrieb:

      kann ich dir sagen, was eine Verdachtsautistin und ein Schizophrener für Kinder hervorbringen...
      Keine Sorge, du kannst aus dem psychiatrischen Erscheinungsbild der Eltern nicht auf das ihrer Kinder schließen, da es einfach zu komplex ist und der Einfluß der Umweltbedingungen zu groß dazu ist. Meine Tante z.B. ist ohne jede Diagnose und hatte ein sehr erfolgreiches und erfülltes Leben, während ihre Tochter wiederum von schweren Depressionen betroffen ist. Begabungen sind ja auch nicht 1:1 vererbbar.Ich glaube, daß die Diagnosestellung, zumindest die Schwere, stark umweltabhängig ist, ich habe meine ja auch nur, weil mein Leben nach dem Tod meines Vaters "instabil" wurde, und meine Mutter wäre vielleicht auch nicht chronisch schizophren geworden, wenn die Kriegs-/Nachkriegserlebnisse nicht so drastisch gewesen wären.
      Schizophrenie ist genetisch. Autismus auch.
      Da gibt es sehr wohl einen direkten Zusammenhang.
      Und ist halt einer von vielen Gründen, warum wir keine Kinder bekommen werden.
      Das ist aber der gravierendste (abgesehen davon, dass ich Kinder nicht leiden kann).
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      Auch ich habe mir als Kind einen imaginären besten Freund erschaffen. Ob das irgendetwas mit Schizophrenie zu tun hat, kann und will ich nicht beurteilen.Es gibt eine Geschichte dazu:
      Mein inzwischen verstorbener Onkel besaß eine riesige Schallplatten-Sammlung. Schon als Kleinkind hing ich ständig an seinem Plattenregal und er ließ mich immer eine Schallplatte aussuchen, die er dann für mich auflegte. Ich konnte zwar schon vor dem Schul-Alter lesen und schreiben, verstand aber noch kein Englisch und so wählte ich die Platten immer nach dem Cover aus. Am besten gefiel mir das Cover von David Bowie's Ziggy Stardust.
      Ich konnte noch lange nicht verstehen, dass dieser Ziggy ein Alter Ego von David Bowie war. Ich hielt Ziggy für real und dachte, er würde diese Lieder singen. Von David Bowie wusste ich gar nichts. Und mein Onkel erzählte mir zudem die Geschichte von dem Rockstar Ziggy aus dem Weltall. So wurde dieses Wesen auf dem Plattencover zu meinem besten Freund.
      In meiner Fantasie hatte ich eine eigene Vorstellung von Ziggy. Ich redete mit ihm und er antwortete mir. In der Schule wurde ich wegen meiner Introvertiertheit, weil ich mich nicht anpassen konnte und wegen meiner Synästhesie gehänselt und gemobbt, aber was machte das schon, da doch mein imaginärer Ziggy mir beihielt. Obwohl mir bewusst war, dass er nur in meiner Fantasie existierte, war er mir tausendmal lieber als meine Klassenkameraden aus Fleisch und Blut.
      Während meiner gesamten Schulzeit war Ziggy ununterbrochen in meinem Kopf. Als Teenager versuchte ich sogar, mein Äußeres dem seinen anzupassen. Ich wurde optisch zu einer weiblichen Variante von ihm, färbte meine Haare rot, schminkte mich entsprechend und trug silberfarbene Schlaghosen. Dies machte mich natürlich noch mehr zur Zielscheibe für Hänseleien und Spott, aber ich mir selber gefiel meine Aufmachung sehr.
      Früher hatten meine Klassenkameraden mich noch einschüchtern können, so dass ich mir vor Angst sogar mal in die Hose pinkelte. Aber zu dem Zeitpunkt, als ich bereits selber musizierte und als weiblicher Ziggy herumlief, lernte ich, dass man ein Musikinstrument durchaus mal zweckentfremden und als Schläger benutzen konnte, wenn man zu sehr in die Enge getrieben wurde. Natürlich bekam ich dann genau deswegen noch mehr Schwierigkeiten, aber Ziggy war weiterhin für mich da. Meine realen Mitmenschen waren mir gleichgültig, so lange sie mich in Ruhe ließen und wurden mir lästig oder gar zur Bedrohung, wenn sie mir zu nahe traten. Freunde hatte ich keine, außer Fantasie-Ziggy. Und das war für mich okay so.
      Inzwischen hatte ich den Zusammenhang zwischen Ziggy Stardust und David Bowie längst begriffen. Mir war klar geworden, dass all diese Lieder, Gemälde und Bücher, die mich viel mehr interessierten als meine Mitmenschen, doch irgendwann mal von Menschen aus Fleisch und Blut erschaffen worden sind. Deshalb fragte ich mich, ob ich vielleicht doch zu realen Freundschaften fähig sei, wenn mir die richtigen Leute begegnen würden. Und solche Leute begegneten mir an der Kunsthochschule, wo ich studierte. Die Kunsthochschule war eine Zuflucht für Außenseiter und Verrückte und dort durfte jeder so sein wie er ist. Ich hatte zum ersten Mal im Leben echte Kontakte zu realen Menschen und mein imaginärer Ziggy trat in den Hintergrund. Nichtsdestotrotz ließ ich ihn durch meine Gemälde geistern und er lieferte mir Inspiration für den einen oder anderen Entwurf. Zum ersten Mal konnte ich auch über ihn sprechen.
      Nach dem Studium war die schöne Zeit vorbei und weil ich nicht kontaktfreudig und teamfähig bin, tat ich mir im Berufsleben extrem schwer. Wenn ich überhaupt mal einen Job gefunden hatte, hielt ich ihn wegen meiner Psyche nicht lange durch und mit meinen Arbeitskollegen konnte ich nichts anfangen. Es fiel mir leicht, freundlich zu allen zu sein, aber mir war niemand wichtig genug, um Nähe zuzulassen. Ziggy war wieder voll da, obwohl ich - zumindest laut Geburtsdatum - längst erwachsen war und er war mit mir älter geworden.
      Nachdem ich in Maßnahmen reingezwungen wurde, in denen ich zu einem kontaktfreudigen, kommunikativen Menschen umerzogen werden sollte, landete ich auf Dauer in der Psychiatrie. Den Ärzten und Therapeuten konnte ich mich nicht öffnen. Ich erzählte ihnen genau das, von dem ich glaubte, dass sie es hören wollten, um sie möglichst schnell wieder loszuwerden. Ich bekam eine Reihe von Verlegenheits-Diagnosen, was mein Vertrauen noch mehr verringerte. Doch was wirklich in mir vorging, wusste allein mein imaginärer Ziggy. Weil ich alles mit mir alleine ausmachte, schrieb ich in Tagebüchern Briefe an ihn und er antwortete mir in meinem Kopf und lieferte mir weiterhin die Inspiration für meine Gemälde. Nun war ich ja ohnehin als 'psychisch krank' oder 'verrückt' stigmatisiert, da spielte es keine Rolle mehr, dass ich mich mir meinen Ziggy einbildete. Also hatte ich keinerlei Hemmungen mehr, mich sogar in Gegenwart anderer mit ihm zu unterhalten. Mir war das jetzt alles egal. Von Schizophrenie war erstaunlicherweise trotzdem nie die Rede, ich wurde auf einer anderen Diagnose festgenagelt, die ich jedoch als nicht zutreffend empfand.
      Erst mit 38 Jahren bekam ich die Asperger-Diagnose. Zu diesem Zeitpunkt lebte ich immernoch bei meiner Mutter, war auf Dauer krank geschrieben und hatte keinerlei sozialen Kontakte mehr, außer per E-Mail zu zwei Künstlern, die ich noch aus meiner Studien-Zeit kannte. Und um meinen Ziggy hatte ich inzwischen ein ganzes imaginäres Universum erschaffen - meinen Heimatplaneten? Davon zeugten meine Gemälde und ich schrieb Lieder darüber.
      Umso mehr gebe ich mich mittels meiner Malerei und Musik meiner Fantasie-Welt hin, seit ich in Rente bin. Für die meisten meiner Mitmenschen bin ich eine Verrückte. Auch als Schizo wurde ich schon bezeichnet, doch das war nicht sachlich, sondern als Anfeindung zu verstehen. Solche Leute, die sich einbilden, mich wegen meiner Parallel-Welt kritisieren oder schulmeistern zu müssen, lasse ich gar nicht erst an mich heran. Aber es gibt auch ganz wenige Leute, die sich genau von dieser Macke fasziniert sind, an der die anderen sich stören.
      Heute bin ich mit einem Mann verheiratet, der mein Parallel-Universum, meine Macken, meinen Autismus und meine Spezialinteressen mit mir teilt - ein reales Wesen aus Fleisch und Blut, der auch von anderen wahrgenommen wird ;-). Ich habe zwar mein ganzes Leben lang selber musiziert, war aber nie in der Lage gewesen, dies mit anderen Musikern gemeinsam zu machen. Heute spiele ich in einer - realen - Rock-Band. Alles, was ich früher allein meinem imaginären Ziggy erzählt hatte, kann ich heute meinem Mann erzählen. Aber Ziggy ist immer noch da, gehört aber nicht mehr mir alleine und liefert weiterhin Inspiration für unsere Bilder und Musik. Die drei Enkel meines Mannes kennen Ziggy, den Rockstar aus dem Weltall, jetzt als Märchen-Figur, denn ich habe für sie ein Kinderbuch geschrieben und illustriert. Und David Bowie hat in unserem Universum so etwas wie einen Götter-Status, aus höchstem Respekt vor diesem Ausnahme-Künstler und aus Dankbarkeit für seine Inspiration.
      Für mich waren eher die realen Menschen eine gefährliche Bedrohung, nicht aber mein imaginärer Ziggy. Depressionen bekam ich, wenn ich mich für die kalte Realität über die Schmerzgrenze hinaus verbiegen sollte oder wenn ich wegen meiner Eigenarten Gewalt erleben musste. Mein Ziggy dagegen hat mich getröstet und mir geholfen, meinen Schmerz in Kreativität umzuwandeln. Wenn das etwas Krankhaftes ist, sich ein imaginäres Wesen einzubilden und diese Art von Realitätsflucht zu betreiben, dann sei's drum. Ich hatte nie das geringste Bedürfnis, es zu ändern. Mir hat mein Ziggy jedenfalls immer gut getan und ich hatte - und habe noch immer - jede Menge Spass mit ihm.
      Wenn man so etwas mündlich erzählt, wird man als verrückt abgestempelt. Wenn man es niederschreibt, zeichnet, malt oder Songs darüber schreibt, gilt man als kreativ. Ich glaube, Schizophrenie ist etwas ganz anderes, aber ich bin kein Experte. So lange man sich von seiner Fantasie nicht bedroht fühlt - so etwas gibt es gewiss auch -, kann man sie doch durchaus für etwas Positives nutzen, oder?
    • Neu

      Die Ziggy Geschichte ist doch wirklich schön und positiv. Ich wüsste nicht, warum man sowas als krank einstufen sollte.
      Ich habe eine schizoaffektive (bipolare) Störung und kenne Paranoia. Das war bedrohlich, beängstigend und gefährlich. So ähnlich stelle ich mir auch Schizophrenie vor.
      Bitte verlassen sie die Welt so, wie sie sie vorfinden möchten.
    • Neu

      Ja das mit dem Kreislaufen hatte ich als Kind auch stark ausgeprägt gehabt, schon im Kindergarten und in der Vorschule...
      Ich kam übrigens in die Vorschule weil ich Farben nicht richtig bestimmen konnte.
      Ich war da völlig unterfordert, hab mir ja Rechnen und Lesen selber beigebracht.
      Bin dort auch nie zu sozialen Kontakten gekommen, außer manchmal bei älteren Schülern, sonst bin ich immer in den Pausen im Kreis gelaufen und hab mir Filme ausgedacht.
      Ich hatte aber auch schon damals eine Stimme gehört, bzw. mit ihr gesprochen, sie war Reptiloid und Außerirdisch.
      Heute stehe ich immer noch mit ihm, sogar mehreren Reptiloiden im Kontakt und fühle mich auch selbst wie einer.
      Ich glaube das Autismus eventuell auch der Übergang zur Schizophrenie sein kann, da ich als Kind viel Stress und Veränderungen mitmachen musste.
      Gewalt, Misshandlung, viele Umzüge, viele Schulwechsel usw.
      Dann ist ja klar das man sich irgendwann von der Realität abspaltet.
      Aber ehrlich gesagt bin ich trotzdem Zufrieden, bin zurzeit auch sehr ausgeglichen und kann mich so akzeptieren wie ich bin, egal was ich durchgemacht habe, ich mach einfach das beste aus dem Jetzt.
      Ich würde auch nicht gegen die Schizophrenie ankämpfen wollen, würde eh keinen Sinn machen, ich muss halt nur lernen es irgendwie zu integrieren, sodass es äußerlich und innerlich irgendwie passt.
      Jeder ist halt individuell, wieso denn alles als Krankheit bezeichnen, nur weil es nicht der Norm entspricht und man in dieser Leistungsgesellschaft nicht mithalten kann, deswegen einen das Leben schwer machen.
      Jeder soll seinen Platz hier auf der Welt finden, ohne sich verstellen zu müssen oder sich unter Tabletten setzen zu lassen.
      Einfach so sein wie man ist! :)
    • Neu

      Morpheus schrieb:

      Gewalt, Misshandlung, viele Umzüge, viele Schulwechsel usw.
      Da würde ich auch in Betracht ziehen, dass das Ganze überhaupt nichts mit Asperger zu tun hat, sondern nur mit diesen Ursachen plus Schizophrenie.
      Sich zu sorgen ist das Gleiche, als wenn man seinen Kopf gegen die Wand schlägt. Es fühlt sich nur gut an, wenn man damit aufhört. (John Powers)
    • Neu

      Wobei man Schizophrenie auch nicht verharmlosen sollte oder einfach als besondere Art des Seins (wie hier im Thread irgendwie teilweise anklingend) uminterpretieren sollte!

      Ich habe Verläufe mitbekommen (ehemaliger Kumpel; aktuell jemand anderes noch, von dem ich es aber nur gehört habe), die "jeder Beschreibung spotten" und sich absolut desaströs für den betreffenden wie auch für sein Umfeld ausgewirkt haben. Einen weiteren, der mir noch einfällt, hat es sogar in die Forensik gebracht.

      Also, wenn jemand davon erzählt, daß er mal Stimmen gehört hat oder Dinge oder Personen gesehen hat, die nicht dawaren, werde ich schon sehr hellhörig.


      Aber es gibt wohl auch leichtere Verläufe, die wenig bis kaum Auswirkungen haben mögen.
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      Shenya schrieb:

      Morpheus schrieb:

      Gewalt, Misshandlung, viele Umzüge, viele Schulwechsel usw.
      Da würde ich auch in Betracht ziehen, dass das Ganze überhaupt nichts mit Asperger zu tun hat, sondern nur mit diesen Ursachen plus Schizophrenie.
      Nein, das sehe ich nicht so.

      Zum einen glaube ich, dass das Asperger Syndrom eine Schizophrenie begünstigt, bewiesen anhand der hier beschriebenen Geschichten.
      Zum anderen bin ich übereugt, dass sehr viele diagnostizierte Schizophrene nicht wirklich daran erkrankt ist.
      Und drittens glaube ich, dass es Schizophrenie, wie in den meisten Formen von psychiatern diagnostiziert, nicht gibt.

      (Ich weiß was diese "Krankheit" ist, da ich sehr anstrengende Kontakte zu betroffenen hatte und durchaus begreife, dass es ganz klare Fälle gibt. Wenn man einen Ball aus dem Fernseher fliegen sieht, der auf dich zurollt, was dich vollkommen panisch dazu bringt, aus dem Fenster zu springen. Ja, damit ist nicht zu spaßen.)

      Wo zieht man die Grenze? Die meisten weltbewegenden Geschichten basieren doch auf genau dem, was man heute verschiedenen Krankheitsbildern zuordnet. Gottes - und oder Engelsstimmen hören. Gott oder innere Kräfte die sagen, dass man dies oder jenes tun muss. Dafür wurde man früher bewundert, heute wird man eingewiesen.
      Wenn ich wie Luther irgendwelche Zettel an Gebäude nageln würde, würde man mich wegsperren. Aber die Frage ist, warum?

      Mir stößt es auf, wie du @Shenya hier versuchst jedem fünften den Autismus abzuerkennen.
      Ich kenne Menschen die durch Trauma autistische Eigenschaften erworben haben, sich aber grundlegend von wirklichen Autisten unterschieden, das zeigt spätestens die Zeit, die diese Menschen in eine traumafreie Phase bringen, wodurch sie sich verändern und bessern, Asperge tun das nicht!
      Ich fühl mich wie ein Alien.
      Doch vielleicht bin ich der letzte Mensch.
    • Neu

      Falter, ich finde, du widersprichst dir sehr offensichtlich.

      Einerseits behauptest du, es gebe sehr klare Fälle, andererseits, daß es Schizophrenie gar nicht gebe, dann wieder (wie anfangs), daß Asperger und Schizophrenie zusammenhängen (was ich durchaus für plausibel erachte).


      /edit
      Vielleicht verstehe ich auch nicht recht den Kern deiner Aussage.
      Findest du, Schizophrenie existiert, aber viele derartige Diagnosen sind falsch? (trifft bestimmt öfter zu, und es ist dann vielleicht "bipolar" usw.)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sempron ()

    • Neu

      sempron schrieb:


      /edit
      Vielleicht verstehe ich auch nicht recht den Kern deiner Aussage.
      Findest du, Schizophrenie existiert, aber viele derartige Diagnosen sind falsch? (trifft bestimmt öfter zu, und es ist dann vielleicht "bipolar" usw.)
      Ja so sehe ich das. Entschuldige, ich weiß dass ich mich oft sehr schwer ausdrücke und man mir schnelcht folgen kann.



      Es gibt sicher eine MRT - Auffälligkeit für Schizophrenie. Und Menschen die EINDEUTIG betroffen sind und darunter leiden.

      Aber was ist wenn manche wirklich übersinnliche Fähigkeiten haben? Sowas muss es geben, ich bin überzeugt.
      Ich fühl mich wie ein Alien.
      Doch vielleicht bin ich der letzte Mensch.
    • Neu

      Ein Psychiater hat mir mal erklärt, dass sich die Diagnose nur schwer stellen lässt und meinte, gesichert sei nur: "Schizophrenie ist, wenn Neuroleptika wirken. Wirken sie nicht, ist es nicht Schizophrenie, sondern was anderes".
      Sachlichkeit ist meine Ausdrucksweise von Liebe
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