möglicher Autist mit Nähebedürfnis

    • möglicher Autist mit Nähebedürfnis

      Hi, ich bin männlich und jetzt 18 Jahre alt. Ich weiss nicht, ob ich Autist bin. Es spricht verdammt viel dafür und auch sehr viel dagegen. :roll: Die Pros und Cons will ich hier jetzt natürlich nicht ausführlich behandeln, da müsste ich eine Romanserie schreiben...
      Jedenfalls sind mir einige komische Dinge davon aufgefallen. Ich komme aus der Metropolregion von Hamburg und verhalte mich zwar weiterhin in meinen Augen sehr komisch, aber wenn ich alleine in Hamburg unterwegs bin, bin ich extrovertierter und selbstbewusster. Außer wenn ich in Begleitung von irgendwem bin. Dann bin ich wieder schüchtern und co.
      Ich habe keine Freunde und bin momentan faktisch arbeitslos(was ich in der Realität natürlich versuche, nicht zu sagen).
      Was mich vor allem stutzig macht, ist dass ich seit einem Jahr plötzlich ein Bedürfnis nach Nähe habe. Damals habe ich es bei meinem Beziehungsglück :nerved: irgendwie geschafft, eine Borderlinerin kennenzulernen und NICHT misstrauisch zu werden, warum sich plötzlich jemand total für mich interessiert, obwohl ich nichtmal Freunde habe. :m(:
      Mit ihr habe ich einmal (wir haben uns genau einmal getroffen, der Rest war online) auf einer Parkbank gesessen, wo sie ihren Kopf an meine Schulter gelegt hat. Und das hat sich für mich nicht angefühlt wie Nadeln oder so, sondern wie das Schönste auf Erden. Seitdem habe ich plötzlich ein Bedürfnis nach Nähe.
      Aber das ist jetzt natürlich unerfüllt, denn wie das mit Borderlinern so ist kommt irgendwann die Hassphase. :( Und jetzt bin ich einsam. Ich habe festgestellt, dass ich natürlich begrenzt auch selber mir Nähe geben kann(durch streicheln), aber das ist irgendwie nicht dasselbe wie echte Nähe, weil es eben nicht echt ist. Genauso, wie ich die Nähe meiner Mutter nicht so schön wahrnehme(zumal die auch an ihre Zufriedenheit mit mir gekoppelt ist, und sie meistens unzufrieden ist).
      Ich habe einfach das Bedürfnis, mal für das was ich bin gewertschätzt und mit Nähe versorgt zu werden, nicht was ich getan habe. Das sind so Gedanken, die normale Autisten glaube ich nicht haben, und ich frage mich langsam, ob ich überhaupt einer bin. Irgendwo in den Weiten dieses Forums bin ich auf "Hospitalismus" gestoßen.
      Das wäre für mich paradiesisch, wenn ich wüsste, das zu haben: Ich wäre okay, hätte eine Erklärung für mein Verhalten(die mich nicht stigmatisiert) und ICH KÖNNTE MICH ÄNDERN.
      Nun wurde in diesem Forum und im WWW schon mehrfach gesagt, dass das mit der Autismusdiagnose beim Arzt oft son bisschen Glücksspiel ist, und ich habe auch festgestellt, dass die Online-Tests von vor zwei Jahren(Selbstdiagnose) heute häufig andere Ergebnisse auswerfen. :|
      Auf keinen Fall will ich jetzt mit einer falschen Diagnose rumlaufen, und mein ganzes Leben mit 18 Jahren quasi aufgeben, indem ich Dinge nicht lerne, weil es nicht geht. Andererseits belastet mich das Ganze auch sehr, weil ich eben immer anders bin und das nicht gerne.
      Wie kann ich jetzt rausfinden, ob ich Asperger, Hospitalismus oder ... habe?
      Der einfachste Weg wäre bestimmt, eine andere Person zu finden, die sich nach Nähe sehnt, nur woher krieg ich die? Ich möchte ja nicht als schwul dastehen und Frauen wollen ja meistens nicht kuscheln, wenn man sie auf der Straße darauf anspricht :d
      Ich weiß halt nicht, wie ich da raus komm.
      Bevor ich mit nicht geisteskranken Frauen mehr Kontakt als Small Talk haben kann, bräuchte ich wohl erstmal Freunde, bevor ich Freunde bekomme, bräuchte ich dieses unsichtbare Etwas, was alle anderen scheinbar haben, nur ich nicht. :nerved:
      Nun sehe ich nach dutzenden Online-Ratgebern immer noch keine wirkliche Besserung, und die Tipps wiederholen sich inzwischen.
      Wäre alles nicht so schlimm, wenn ich nicht wüsste, dass ich im Frühling wie jedes Jahr Probleme bekommen werde, weil ich Winterdepressionen habe(verrückt, oder-Winterdepressionen im Frühling ;) ). Nachdem ich die letzten Jahre überstanden habe, weil ich mir vorher gute Strategien zurückgelegt hatte und ermutigende Kontakte hatte, wird das dieses Jahr nicht funktionieren: Meine Kontakte werden gerade weniger, halbwegs stabil ist keiner davon-jetzt schon. In den letzten Tagen hatte ich sehr oft Gedanken darüber, warum ich eigentlich noch lebe. Meine Ziele werden blasser und dann habe ich noch vor kurzem mit der Fahrschule angefangen, was natürlich wieder eine klassenähnliche Situation ist, wo ich Herzrasen und Stimmversagen bekomme. Wenn das jetzt schon anfängt, wie soll ich dann mit weniger Bewältigungssstrategien den Winter überstehen? :shake:
      Also, Fakt ist: Ich brauche dringend irgendeine Idee, wie ich Nähe oder einen wirklich belastbaren Kontakt bekommen kann. Kann mir da jemand eine von seinen abgeben? ;)
    • Grundsätzlich ist Nähebedürftigkeit kein Ausschluss Kriterium für AS. Ich habe auch ein Bedürfnis nach Nähe. Ich kann Nähe aber trotzdem schwer aushalten. Es muss zu jemanden sein, den ich sehr mag. Oder eine neutrale Art von Nähe, wie z.b. Massage. Ich gehe zur Massage, wenn mir nach berührt werden ist und grad keiner da ist für eine Umarmung- wie meistens.
    • Ich denke, es wäre sehr wichtig, wenn du eine diagnostische Abklärung machen würdest, egal ob dabei Autismus oder was anderes rauskommt, es ist wichtig, dass du weißt, was los ist. Klar kann es mal passieren, dass man eine falsche Diagnose bekommt, aber wenn du zu einem niedergelassenen Psychiater gehst, und der sich ein wenig Zeit nimmt, dann ist die Chance heutzutage nicht so schlecht, dass es auch passt. Und wenn er sich mit Autismus nicht auskennt, dann kann er dich an eine Stelle schicken, wo man sich auskennt (zB. Autismusambulanz).

      Für Hospitalismus/Bindungsstörung bräuchte es entsprechende Erlebnisse in der Kindheit (starke Vernachlässigung, liebloses Aufwachsen). In einer normalen Familie passiert das eigentlich nicht. Gab es denn derartige schlechte Erfahrungen bei dir?
      Sich zu sorgen ist das Gleiche, als wenn man seinen Kopf gegen die Wand schlägt. Es fühlt sich nur gut an, wenn man damit aufhört. (John Powers)
    • Ani schrieb:

      Grundsätzlich ist Nähebedürftigkeit kein Ausschluss Kriterium für AS. Ich habe auch ein Bedürfnis nach Nähe. Ich kann Nähe aber trotzdem schwer aushalten. Es muss zu jemanden sein, den ich sehr mag. Oder eine neutrale Art von Nähe, wie z.b. Massage. Ich gehe zur Massage, wenn mir nach berührt werden ist und grad keiner da ist für eine Umarmung- wie meistens.
      Ich wollte auch nicht irgendjemandem das Nähebedürfnis absprechen. Ich habe momentan einfach ein Bedürfnis nach Nähe, egal von wem. Auch von Fremden. Gut, von denen vielleicht nicht sofort auf-dem-Sofa-Kuscheln ;)

      Shenya schrieb:

      Ich denke, es wäre sehr wichtig, wenn du eine diagnostische Abklärung machen würdest, egal ob dabei Autismus oder was anderes rauskommt, es ist wichtig, dass du weißt, was los ist. Klar kann es mal passieren, dass man eine falsche Diagnose bekommt, aber wenn du zu einem niedergelassenen Psychiater gehst, und der sich ein wenig Zeit nimmt, dann ist die Chance heutzutage nicht so schlecht, dass es auch passt. Und wenn er sich mit Autismus nicht auskennt, dann kann er dich an eine Stelle schicken, wo man sich auskennt (zB. Autismusambulanz).
      Das ist mir klar, dass das sinnvoll wäre. Nur erstens kann ich da wohl noch tausend Jahre warten, bis ich einen Platz bekomme(ich bin seit vier Monaten in der Warteliste für ein Sozialkompetenztraining, ich weiss, wovon ich spreche :nerved: )
      Und zweitens würde mir die "Diagnose Autismus" überhaupt nichts bringen, weil es mir dadurch auch nicht besser gehen würde und ich im Gegenteil immer mit einem Stigma rumlaufen würde. Wie ich mich kenne, würde ich das sehr schnell als Begründung verwenden, weil ich mich dann endlich nicht mehr rechtfertigen muss und dann würde ich immer mit einem Stigma "Autist" rumlaufen. Würde die Integration bestimmt nicht erleichtern...

      Shenya schrieb:

      Für Hospitalismus/Bindungsstörung bräuchte es entsprechende Erlebnisse in der Kindheit (starke Vernachlässigung, liebloses Aufwachsen). In einer normalen Familie passiert das eigentlich nicht. Gab es denn derartige schlechte Erfahrungen bei dir?
      Also erstmal muss ich mich korrigieren: Ich denke nur, dass ich psychischen Hospitalismus habe. Ich bin nicht am ganzen Körper mit Wunden übersät...
      Ich kann das leider nicht sagen, ich erinnere mich nicht mehr so an meine frühe Kindheit. Und danach kann vieles sowohl vom Autismus kommen, als auch die Ursache für Hospitalismus sein :?
      Was ich mit Sicherheit sagen kann:
      -mein Vater war quasi nie anwesend, musste immer arbeiten(ist denke ich ziemlich normal)
      -meine Mutter ist extrem unsicher und ängstlich und geht sehr nach Meinungen anderer. Nach der Trennung hat sie sämtliche paar Freunde verloren.(Ich habe also sowas wie Mut oder so nie wirklich erlebt und bin mit genügend Ängsten für eine Armee ausgerüstet. Ich wurde immer irgendwie behütet, und irgendwie verwaltet(natürlich nur meine Wahrnehmung))
      -Lob von Zuhause bekomme ich vor allem für Was ich tue, so gut wie nie was ich bin(da fehlen mir jetzt Vergleichswerte :] )
      -mit 8 Jahren ist die Ehe zerbrochen, weil mein Vater fremdgegangen ist
      -vor einem halben Jahr hat eine Psychologin, die ich über FB angeschrieben habe, mir gesagt, dass meine Eltern mit mir reden wie mit einem zwölfjährigen und ich fühle mich auch verdammt oft nicht meinem Entwicklungsstand entsprechend behandelt(wobei da natürlich wieder Ursache und Wirkung vertauscht sein könnten :roll: )
      -meine Mutter findet es grauenhaft, wie viele Eltern mit ihren Kleinkindern reden(3. statt 2. Person, etc.) und hat von Anfang an "normal" mit mir geredet
      -meine Mutter fühlt sich schon seit langem als Verliererin ggü. anderen Familienteilen und hat ne ziemliche Opferhaltung drauf.
      Ja, soweit dazu. Ich sollte wohl in Zukunft etwas an der Länge meiner Nachrichten arbeiten :d
    • Alexander.m schrieb:

      Das ist mir klar, dass das sinnvoll wäre. Nur erstens kann ich da wohl noch tausend Jahre warten, bis ich einen Platz bekomme

      Bei einem normalen Psychiater sollte das nicht ganz so lange dauern... in einer Autismusambulanz hat man dagegen schon ca. 1 Jahr Wartezeit, kommt aber auch drauf an, wo man hingeht.

      Alexander.m schrieb:

      Und zweitens würde mir die "Diagnose Autismus" überhaupt nichts bringen, weil es mir dadurch auch nicht besser gehen würde und ich im Gegenteil immer mit einem Stigma rumlaufen würde.
      Hm, tja. Das hängt wahrscheinlich auch davon ab, wie stark deine Schwierigkeiten sind. Wenn du ohne Diagnose gut klarkommst, dann geht es auch ohne. Manchmal unterschätzt man aber auch die Schwierigkeiten und merkt vielleicht erst nach Jahren, dass es ständig zu viel ist. Kann man so oder so sehen.

      Alexander.m schrieb:

      Also, Fakt ist: Ich brauche dringend irgendeine Idee, wie ich Nähe oder einen wirklich belastbaren Kontakt bekommen kann.
      Bei mir hat das, wenn überhaupt, dann am ehesten da geklappt, wo ich Leute automatisch regelmäßig getroffen habe, ohne etwas dafür tun zu müssen. In meinem Fall war das am Arbeitsplatz.
      Andere Möglichkeiten wären: Vereinsmitgliedschaft (Verein mit einem Thema, das interessant ist), regelmäßige Sportgruppe... viel mehr fällt mir nicht ein.
      Falls du mal näher in das Thema Asperger reinschnuppern wolltest, wäre auch der Besuch einer Selbsthilfegruppe eine Möglichkeit. Da könntest du zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, nämlich dich über Asperger informieren und Leute kennenlernen. Soviel ich weiß, sind Interessierte ohne Diagnose da auch willkommen. (allerdings werden die Leute da auch nicht gleich kuscheln wollen ;) , doch du wolltest ja mit Freundschaft anfangen)
      Sich zu sorgen ist das Gleiche, als wenn man seinen Kopf gegen die Wand schlägt. Es fühlt sich nur gut an, wenn man damit aufhört. (John Powers)
    • Alexander.m schrieb:

      Ich habe keine Freunde und bin momentan faktisch arbeitslos(was ich in der Realität natürlich versuche, nicht zu sagen).

      Alexander.m schrieb:

      Was mich vor allem stutzig macht, ist dass ich seit einem Jahr plötzlich ein Bedürfnis nach Nähe habe. Damals habe ich es bei meinem Beziehungsglück irgendwie geschafft, eine Borderlinerin kennenzulernen und NICHT misstrauisch zu werden, warum sich plötzlich jemand total für mich interessiert, obwohl ich nichtmal Freunde habe.
      Ich sehe hier kein Indiz für AS. Mich würde eher wundern wie man mit AS eine Partnerin mit Borderline aushält. Der eine braucht Beständigkeit der andere ist das lebende Chaos. Einer braucht Sicherheit der andere ist instabil und bricht von jetzt auf gleich Beziehungen ab. Einer neigt zur Risikobereitschaft der andere nicht. Auch bei einem Kontakt der vorwiegend online stattfindet zeigen sich entsprechende Verhaltensmuster.
      Mit Nähe nicht umgehen können kann ein Indiz für AS sein. Genauso können Kopfschmerzen ein Indiz auf einen Gehirntumor sein. Beides muss aber nicht sein und es können viele andere Auslöser und mögliche Erklärungen dahinterstecken.

      Alexander.m schrieb:

      Auf keinen Fall will ich jetzt mit einer falschen Diagnose rumlaufen
      Du kannst mit keiner falschen Diagnose rumlaufen weil du keine hast.

      Alexander.m schrieb:

      Wie kann ich jetzt rausfinden, ob ich Asperger, Hospitalismus oder ... habe?
      In dem du dich an eine Autismusambulanz wendest oder einem niedergelassenen Facharzt mit Schwerpunkt ASS.
    • Ich kann dir auch nur, wie schon meine Vorschreiber empfehlen dich an eine Autismusambulanz oder einen entsprechend spezialisierten Fach zu wenden, um es abklären zu lassen.
      Die Wartezeit bei den Ambulanzen ist meistens recht lang, aber du kannst dich da auf eine Warteliste setzen lassen.
      Hoffe, dass du bald Gewissheit bekommst.
    • Guten Tag der Herr,

      ein Ausschlusskriterium ist das gewiss nicht.

      Meine ersten deutschen Worte waren „Du stinkst“, „Geh weg“ und „blöde Kuh“. Dadurch beschrieb sich meine Geruchs - und Berührungsempfindlichkeit und mein Unvermögen andere Kinder/Menschen an mich ran zu lassen.

      Ich konnte und wollte nicht geküsst werden, berühren sollten mich meine Erzeuger nicht. Diese haben dann eine Art ABA – Therapie mit mir durchgeführt, was sehr schlimm war. (Nicht „professionell“ sondern aus der Konsequenz heraus von selbst).

      Dennoch habe ich ein Betrübnis nach Nähe und auch einen Menschen kennen gelernt, dessen Anwesenheit mein Wesen enthemmte. Ich liebte seinen Geruch und die Wärme, in meinem Bauch kribbelte es wenn ich ihn sah. Das ist mir noch nie passiert und was ich gefühlt und erlebt habe ist „normal“.
      Manchmal wäre ich gerne lieber hypersensibel und dafür weniger Verhaltensauffällig.

      Auch als Kleines Kind wünschte ich mit einen ganz besonderen Menschen für mich selbst. Ich habe nie daran gezweifelt ihn zu finden und jemanden an meiner Seite zu wissen, dessen Berührungen nicht schmerzen.

      Du bist nun erwachsen und mögliche Berührungsempfindlichkeiten desensibilisieren sich ohnehin bis dato.

      Da es dir in verschiedenen Hinsichten schlecht zu gehen scheint, wäre eine professionelle Abklärung sinnvoll. - Welche Antwort hast du denn erwartet?
      Ich fühl mich wie ein Alien.
      Doch vielleicht bin ich der letzte Mensch.
    • Ani schrieb:

      Grundsätzlich ist Nähebedürftigkeit kein Ausschluss Kriterium für AS. Ich habe auch ein Bedürfnis nach Nähe. Ich kann Nähe aber trotzdem schwer aushalten. Es muss zu jemanden sein, den ich sehr mag. Oder eine neutrale Art von Nähe, wie z.b. Massage.
      :nod: Allerdings kann selbst diese auch mal für mich grenzwertig sein.

      Und auch, wenn ich jemanden sehr mag, gibt es da distanzierte Tage.

      Und leider auch welche..wo ich eigentlich will und/oder brauche..und doch nicht kann. Das sind ganz doofe Tage.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
    • Wow, mit so vielen Antworten in so kurzer Zeit habe ich nicht gerechnet! Ich bin beeindruckt! :)

      Shenya schrieb:

      Alexander.m schrieb:

      Also, Fakt ist: Ich brauche dringend irgendeine Idee, wie ich Nähe oder einen wirklich belastbaren Kontakt bekommen kann.
      Bei mir hat das, wenn überhaupt, dann am ehesten da geklappt, wo ich Leute automatisch regelmäßig getroffen habe, ohne etwas dafür tun zu müssen. In meinem Fall war das am Arbeitsplatz.Andere Möglichkeiten wären: Vereinsmitgliedschaft (Verein mit einem Thema, das interessant ist), regelmäßige Sportgruppe... viel mehr fällt mir nicht ein.
      Falls du mal näher in das Thema Asperger reinschnuppern wolltest, wäre auch der Besuch einer Selbsthilfegruppe eine Möglichkeit. Da könntest du zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, nämlich dich über Asperger informieren und Leute kennenlernen. Soviel ich weiß, sind Interessierte ohne Diagnose da auch willkommen.
      Ja, Arbeitsplatz fällt ja leider vorerst weg, wenn ich nicht irgendwelche "Nebenjobs" annehmen will, für die ich Null geeignet bin(ich bin für vieles zu ungeschickt(Kellnern z.B.) und anderes zu langsam(>Abwaschen))...
      Vereinsmitgliedschaft hört sich gut an, das muss ich mir noch mal überlegen :thumbup: . Selbsthilfegruppe habe ich leider in ganz Hamburg nur eine gefunden, die sich auch erst im Januar wieder trifft :nerved:

      Shenya schrieb:

      (allerdings werden die Leute da auch nicht gleich kuscheln wollen , doch du wolltest ja mit Freundschaft anfangen)
      Waaaas?! Das hatte ich jetzt erwartet ;)

      LiltihEve schrieb:

      @Alexander.m
      Wie du deine Kindheit beschreibst ist jetzt zwar nicht super toll. Aber sooooo schlimm liest es sich auch nicht. Ob das reicht um ein Trauma oder Hospitalismus auszulösen, kann ich nicht beurteilen.
      Ja, ich auch nicht. Das Ding ist nur, dass ich wenn dann nur leichten Autismus habe-ich bin mir wie gesagt auch nicht sicher, ob ich Autist bin. Sicher ist nur, dass ich anders bin und immer war und das auch von vielen so wahrgenommen wird. Und dass ich viele Symptome zeige.
      Daher kommt ja meine Angst, jetzt mit einer falschen (Selbst-/Fremd-)-Diagnose mein Leben an die Wand zu fahren.

      WelleErdball schrieb:

      Alexander.m schrieb:

      Ich habe keine Freunde und bin momentan faktisch arbeitslos(was ich in der Realität natürlich versuche, nicht zu sagen).

      Alexander.m schrieb:

      Was mich vor allem stutzig macht, ist dass ich seit einem Jahr plötzlich ein Bedürfnis nach Nähe habe. Damals habe ich es bei meinem Beziehungsglück irgendwie geschafft, eine Borderlinerin kennenzulernen und NICHT misstrauisch zu werden, warum sich plötzlich jemand total für mich interessiert, obwohl ich nichtmal Freunde habe.
      Ich sehe hier kein Indiz für AS. Mich würde eher wundern wie man mit AS eine Partnerin mit Borderline aushält. Der eine braucht Beständigkeit der andere ist das lebende Chaos. Einer braucht Sicherheit der andere ist instabil und bricht von jetzt auf gleich Beziehungen ab. Einer neigt zur Risikobereitschaft der andere nicht. Auch bei einem Kontakt der vorwiegend online stattfindet zeigen sich entsprechende Verhaltensmuster.
      Partnerin wäre schön gewesen, aber war leider nicht drin ;) (Edit: Ich fand es auch unheimlich anstrengend, aber ich wusste damals nicht so recht was Borderline ist und sie hat sich natürlich nicht vorgestellt mit "Hallo, ich lobe dich erst in den Himmel, und dann mache ich dir extreme Schuldgefühle und Sorgen, dann weise ich dich ab, nur um dann wieder anzukommen und dich wieder abzuweisen, und am Ende alles zu vergessen und abzustreiten". Wäre praktisch gewesen :D Ein weiterer Punkt war auch, dass ich mich sehr schnell daran gewöhnt habe, mit ihr zu schreiben. So sehr, dass das wie eine Sucht war.)In der Hinsicht bin ich vielleicht gar nicht so autistisch, meine Beziehungen sind auch Recht instabil. Ich habe aber definitiv kein Borderline :roll: . Wie gesagt, bin ich mir nicht sicher, ob ich Autist bin. Sicher ist nur, dass ich viele Anzeichen zeige(ich wiederhole mich, ich weiss...). Um mal eines dieser Anzeichen zu nennen: Ich "flattere" seit früher Kindheit mit den Händen, meist nur wenn niemand zuschaut, aber manchmal, wenn ich positiv aufgeregt bin, leider auch anderweitig, was mich immer wieder in unangenehme Situationen bringt :nerved:

      WelleErdball schrieb:

      Du kannst mit keiner falschen Diagnose rumlaufen weil du keine hast.
      Das stimmt, aber ich denke da an die Zukunft ;)

      Vulkan schrieb:

      Ich kann dir auch nur, wie schon meine Vorschreiber empfehlen dich an eine Autismusambulanz oder einen entsprechend spezialisierten Fach zu wenden, um es abklären zu lassen.
      Die Wartezeit bei den Ambulanzen ist meistens recht lang, aber du kannst dich da auf eine Warteliste setzen lassen.
      Hoffe, dass du bald Gewissheit bekommst.
      Okay, langsam denke ich darüber nach :d Gewissheit gibt es eben nicht, weil Ärzte auch nur Menschen sind. Menschen, die auch mal einen schlechten Tag haben oder eine Aufgabe schlecht machen. Und wenn ich das Pech habe, so einen zu erwischen, wäre das ziemlich blöde :roll:

      Falter schrieb:

      Guten Tag der Herr,

      ein Ausschlusskriterium ist das gewiss nicht.

      Meine ersten deutschen Worte waren „Du stinkst“, „Geh weg“ und „blöde Kuh“. Dadurch beschrieb sich meine Geruchs - und Berührungsempfindlichkeit und mein Unvermögen andere Kinder/Menschen an mich ran zu lassen.

      Ich konnte und wollte nicht geküsst werden, berühren sollten mich meine Erzeuger nicht. Diese haben dann eine Art ABA – Therapie mit mir durchgeführt, was sehr schlimm war. (Nicht „professionell“ sondern aus der Konsequenz heraus von selbst).

      Dennoch habe ich ein Betrübnis nach Nähe und auch einen Menschen kennen gelernt, dessen Anwesenheit mein Wesen enthemmte. Ich liebte seinen Geruch und die Wärme, in meinem Bauch kribbelte es wenn ich ihn sah. Das ist mir noch nie passiert und was ich gefühlt und erlebt habe ist „normal“.
      Manchmal wäre ich gerne lieber hypersensibel und dafür weniger Verhaltensauffällig.

      Auch als Kleines Kind wünschte ich mit einen ganz besonderen Menschen für mich selbst. Ich habe nie daran gezweifelt ihn zu finden und jemanden an meiner Seite zu wissen, dessen Berührungen nicht schmerzen.
      Das ist eine interessante Lebensgeschichte. Macht Mut und erzeugt Kopfkino. Danke :)

      Falter schrieb:

      Du bist nun erwachsen und mögliche Berührungsempfindlichkeiten desensibilisieren sich ohnehin bis dato.
      Echt? Warum?

      Falter schrieb:

      Welche Antwort hast du denn erwartet?
      Äh, keine Ahnung :? Eine hilfreiche, ich bin nicht hierher gekommen, um zu lesen, was ich hören will. Das hilft ja niemandem weiter ;)

      Linnea schrieb:

      Und auch, wenn ich jemanden sehr mag, gibt es da distanzierte Tage.
      Ist das nicht normal?

      Linnea schrieb:

      Und leider auch welche..wo ich eigentlich will und/oder brauche..und doch nicht kann. Das sind ganz doofe Tage.
      Oh, shit. Das muss auch doof sein! Ist das oft? Hatte ich glaube ich auch schon mal, dass ich mich total auf die Nähe von jemandem gefreut habe und dann als die Person da war gings nicht :(
      Ich stelle schon fest, dass es wieder länger ist, ich wollte nur gerne auf alle eingehen :oops:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Alexander.m ()

    • Ich verstehe dein Posting so, daß dein bewußtes Wollen (ich will ja mit anderen in Kontakt sein) nicht mit deinen körperlichen Bedürfnissen (z.B. mehr als zwei oder drei Leute schaffe ich einfach nicht) übereinstimmt.

      Genau das ist das Anstrengende am Autismus.

      Irgendwie mußt du aus beiden Teilen ein Kompromiß machen:

      Mir fällt "Bewegung" ein - und zwar bitte nicht mit zuvielen Leuten -> Badminton, Laufen, Radfahren (evtl. sogar Fitneßstudio?)
      Hast du einen Garten oder könntest du ein Stück Land regelrecht "beackern"? Du zeigst dann eine Schnitstelle "Gemüsepflanzen, Natur" zum Nachtbarn - und die reagieren von sich aus darauf.

      Freundliche Grüße

      infla
    • Da hab ich jetzt aber auch gelacht.

      Ich weiß nicht, ob es das noch gibt, hatte das aber mal im TV gesehen und mir taten diese Menschen, die sich in der Gruppe mit fremden treffen um mal umarmt zu werden, unglaublich leid.

      Wenn man nichtmal wen hat der einen mal drückt :cry:

      Ich könnte das nicht.
      Es würde mich nur dran erinnern, dass da sonst keiner ist.

      Aber ohne Nachfrage kein Angebot also muss es ja für viele schön sein.

      Ich stelle mir es nämlich schwer rvor zB in eine Annonce zu schreiben "Ich bin Aspie und such jemanden, der mich mal umarmt weil ich seit 1 Jahr Nähe möchte und eventuell zulassen kann".

      Die meisten Leute hielten einen wohl dann für völlig bekloppt. :shake:
      Schwarzer Humor ist wie Essen. Hat nicht jeder.
    • Alexander.m schrieb:

      Nachdem ich die letzten Jahre überstanden habe
      Dies lässt mich vermuten, dass du mit deinen jungen 18 Jahren schon länger 'strategiebedürftige' Probleme hast, die du, wie ich deine Beschreibungen verstanden habe, zunächst ja nicht unbedingt im AS gesehen hast.

      Mich interessiert, welche Schritte evtl. unternommen wurden hinsichtlich früherer diagnostischer Klärung und /oder therapeutischer Intervention? Wie ist es dir in der Schule ergangen?

      Alexander.m schrieb:

      In den letzten Tagen hatte ich sehr oft Gedanken darüber, warum ich eigentlich noch lebe.

      Siehst du eine Möglichkeit, umgehend in einer psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) des nächstgelegenen Krankenhauses vorzusprechen und zu klären, ob eine Akutaufnahme mit evtl. anschließender Differenzial-Diagnostik möglich ist?
      Nur zu vermuten ohne zu wissen kann m.E. ganz schön belastend sein.
    • infla schrieb:

      Ich verstehe dein Posting so, daß dein bewußtes Wollen (ich will ja mit anderen in Kontakt sein) nicht mit deinen körperlichen Bedürfnissen (z.B. mehr als zwei oder drei Leute schaffe ich einfach nicht) übereinstimmt.

      Genau das ist das Anstrengende am Autismus.

      Irgendwie mußt du aus beiden Teilen ein Kompromiß machen:

      Mir fällt "Bewegung" ein - und zwar bitte nicht mit zuvielen Leuten -> Badminton, Laufen, Radfahren (evtl. sogar Fitneßstudio?)
      Hast du einen Garten oder könntest du ein Stück Land regelrecht "beackern"? Du zeigst dann eine Schnitstelle "Gemüsepflanzen, Natur" zum Nachtbarn - und die reagieren von sich aus darauf.
      Also, das kommt bei mir auch sehr auf die "anderen" an: Sind es Jugendliche, hast du definitiv recht, weil die irgendwie in Gruppen fast immer so eine aggressive Energie haben. Da versagt meine Stimme, ich bekomme Herzrasen, verhalte mich noch komischer als eh schon(Fluchtimpuls). Anders ist das bei anderen Menschen: Kinder sind mal so, mal so, Erwachsene meistens okay. Komischerweise habe ich mit Flüchtlingen echt überhaupt kein Problem, außer dass sie mir manchmal zu laut sind. Frag mich nicht nach der Logik dahinter.

      Gartenarbeit passt jetzt nicht zu meinen Interessen, aber ich versteh schon was du sagen willst. Ich geh schon relativ viel freiwillig raus im Vergleich zur Schulzeit(habe ja auch mehr Zeit und Kraftpotenziale), auch bewusst zu verschiedenen Themen. Sollte ich natürlich noch ausbauen. Sympathie und Kontaktaufbau sind also eigentlich normalerweise kein Problem, nur wenn es dann konkret wird fangen dann die Probleme an: Ich komm mit Lästern nicht so klar und muss mich echt konzentrieren, um mich während Gesprächen nicht "wegzuassoziieren", also gedanklich abzuschweifen. Und irgendwann trete ich immer in irgendein massives Fettnäpfchen und es kommt zum heftigen Streit, der Kontakt schläft irgendwie ein oder ich stelle fest, dass die andere Person mich ausnutzt und mit mir spielt.
      Mein Problem sind also nicht so sehr neue Kontakte, sondern der Umgang mit denen.

      Pingi schrieb:

      Also es gibt doch so Gruppen wo sich Fremde umarmen.
      Und in deinem Wohnort müsste es sowas doch geben?!
      In meinem Wohnort eher nicht, aber in Hamburg bestimmt. Nur das ist nicht das, was ich brauche. Mir fehlt echte Nähe, nicht sowas oberflächliches in ner großen Gruppe "einmal umarmen und gut is". Das fühlt sich anders an.

      Pingi schrieb:

      Ich stelle mir es nämlich schwer rvor zB in eine Annonce zu schreiben "Ich bin Aspie und such jemanden, der mich mal umarmt weil ich seit 1 Jahr Nähe möchte und eventuell zulassen kann".

      Die meisten Leute hielten einen wohl dann für völlig bekloppt.
      Allerdings... Leider :roll: Zumal das wieder so komische Leute anzieht, die selber Borderline oder so haben...

      Coocy schrieb:

      Dies lässt mich vermuten, dass du mit deinen jungen 18 Jahren schon länger 'strategiebedürftige' Probleme hast, die du, wie ich deine Beschreibungen verstanden habe, zunächst ja nicht unbedingt im AS gesehen hast.
      Keine Ahnung, was du unter strategiebedürftig verstehst :? Aber ja, Probleme habe ich schon lebenslänglich.

      Coocy schrieb:

      Mich interessiert, welche Schritte evtl. unternommen wurden hinsichtlich früherer diagnostischer Klärung und /oder therapeutischer Intervention?

      Coocy schrieb:

      Wie ist es dir in der Schule ergangen?

      Oh, jede Menge :nerved: Meine Mutter ist meine halbe Kindheit bei Ärzten gewesen. Sie ist dann letztendlich bei "Hypoglykämie" verblieben. Das erklärt sicherlich einiges, aber ich flattere deshalb wohl eher nicht mit den Händen :? (und die Ärzte waren sich auch nicht einig) Ansonsten hat ein Test wohl mal ergeben, dass ich Depressionen habe, die mir von ihr eingeredet werden. Sagt sie, gesehen habe ich das nie und da war ich ihrer Meinung nach auch unterzuckert. Wobei wohl auch keine Mutter so eine Aussage mit "Hurra, stimmt. Endlich habe ich die Lösung" beantworten würde... Sonst bin ich die letzte Zeit nicht mehr so bei Ärzten und so. Ergotherapie habe ich mit 13 nach zwei Jahren abgebrochen, weil ich es nicht mehr ertragen habe, dass mit mir immer so von oben herab geredet wurde in so einem "du hast ein Problem, du musst tun, was ich sage"-Ton. Also momentan keine Behandlung, vermutlich keine Diagnose.
      In der Schule war ich immer derjenige, der den anderen hinterrennt, um nicht allein zu sein, und entsprechend wurde ich auch nicht gewertschätzt. Ich hatte immer komplett andere Interessen als andere und somit nichts zum Reden und meist keine Freunde.
      Gelernt habe ich wenig, war trotzdem immer im Zweierbereich. Schule war Dauerstress und ich bin die letzten Jahre fast schon nach Hause gerannt, weil ich endlich eine Pause wollte.
      Es gab auch Zeiten, wo ich aktiv ausgegrenzt wurde, kam immer auf den Gruppenanführer an.

      Coocy schrieb:

      Siehst du eine Möglichkeit, umgehend in einer psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) des nächstgelegenen Krankenhauses vorzusprechen und zu klären, ob eine Akutaufnahme mit evtl. anschließender Differenzial-Diagnostik möglich ist?
      Nur zu vermuten ohne zu wissen kann m.E. ganz schön belastend sein.
      So schlimm ist es dann doch nicht :) Das mit den Lebensgedanken war die Tage vor dem Text, danach war es wieder besser. Hätte ich vllt. nochmal schreiben sollen. Also, ich bin jetzt nicht am Rande des Selbstmordversuches! Nur ich brauche halt irgendeine Strategie, wie ich einen möglichst belastbaren Kontakt bis zum Winter bekomme. Das mit der Nähe wäre natürlich auch sehr sehr gut, nur vermutlich nicht so realistisch...
      Ich habe das schlecht formuliert, ich hätte den Text nochmal überlesen sollen. Ich muss nicht in eine Klinik, ich Idiot :m(:
      Lg ;)