Personen von seinem Autismus erzählen - Vor- und Nachteile

    • Ich denke mit entscheidend ist, ob man die Diagnose positiv sieht oder nicht. Ob man sie und die Defizite akzeptiert und generell positiv eingestellt ist. Andere Menschen lassen sich davon beeinflussen. Heißt einen großen Anteil kann man mitbestimmen.
    • @Coocy ja so sehe ich das auch.

      Ich glaube ich werd erstmal so weitermachen wie gehabt und werd versuchen mal häufiger irgendwelche Andeutungen zu machen bzw. Eigenschaften zu nennen die im Zusammenhang mit meinem Autismus stehen.
      Denn ich finde es macht Sinn mich einfach so zu präsentieren wie ich bin und mit meinen Eigenheiten offen umzugehen. Die Diagnose würde all dem ja nur einen Namen geben...

      sempron schrieb:

      Die Person als solche hat man ja schon kennengelernt. Wieso sollte man dazu unbedingt vorher schon einen Begriff oder eine Diagnose mitteilen?

      Außerdem geht es, wie ich schon schrieb, auch und vor allem darum, sich nicht von vornherein alle möglichen Chancen zu verderben, indem man eine andere Person - unnötigerweise - abschreckt, die vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt sich nicht mehr abschrecken ließe, da sie ja längst mitbekommen hat, wie der andere so "tickt" und sich verhält usw.
    • Lord_Einstein schrieb:

      Ich glaube ich werd erstmal so weitermachen wie gehabt und werd versuchen mal häufiger irgendwelche Andeutungen zu machen bzw. Eigenschaften zu nennen die im Zusammenhang mit meinem Autismus stehen.
      Denn ich finde es macht Sinn mich einfach so zu präsentieren wie ich bin und mit meinen Eigenheiten offen umzugehen. Die Diagnose würde all dem ja nur einen Namen geben...
      Das finde ich gut.
      Es geht ja nicht um die Diagnose sondern darum wie Du bist, wie Du lebst, was Du für Angewohnheiten hast.

      Es hat keinen Sinn am Anfang auf Parties und alle möglichen Veranstaltungen mitzugehen und dann später zu sagen dass man so etwas nicht mag. Das ist nicht fair. Als Beispiel, dabei ist egal ob es wegen Autismus ist oder warum auch immer, ich habe das den Leuten die ich kennengelernt habe ja auch gesagt und wusste selbst gar nicht dass ich Aspie bin.

      Ehrlichkeit ist grundsätzlich wichtig beim Kennenlernen. Wenn Du stärkere Einschränkungen hast finde ich es wichtig diese nicht zu verheimlichen.
    • Hi ich bin ein Normalo also habe kein Autismus Spektrum. Dafür ADHS und mittelgradige Depressionen mit Stimmungs Schwankungen (wurde von meinem Vater und Stiefvater schwer Misshandelt. Durfte auch mehrere male beobachten wie mein Stiefvater meine Mutter fast umgebracht hat).
      Meine Lebensgefährtin hat dafür das was früher noch als Asperger-Syndrom definiert wurde. Was ich der Einfachheit halber auch machen werde. Ihr wisst ja was dahinter steckt. Das Leben ist nicht leicht und doch sehr harmonisch.
      Als wir uns kennen lernten hat sie mir nichts gesagt, klar habe ich bemerkt das sie anders redet und auch denkt. Aber genau das war was mich so sehr fasziniert hat.
      Ich merkte sofort das ich mit einem Menschen mit hoher Intelligenz redete. Knapp eine Woche nach dem wir anfingen uns regelmäßig zu schreiben was schon nach dem ersten Tag so war,
      erzählte sie mir von der Asperger-Diagnose. Mir war das zu dem Zeitpunkt schon ein wenig klar. Doch ihre Ehrlichkeit spielte mir doch sehr zu. Ich muss dazu sagen das wir schon von Tag 1 wirklich ehrlich zu uns wahren.
      Wir schrieben ziemlich schnell über Sexualität und naja zu dem Zeitpunkt war ich noch jünger und sie ist eine verdammt schöne Frau also wollte ich sie schon im Bett haben zusätzlich war ich ihr erster Mann.
      Tut mir leid ich bin ein Mann und hatte auch da meine Bedürfnisse, aber lest bitte weiter :D Meine Gefühle für sie kamen so schnell das ich es nicht fassen konnte. Ich hatte davor in meinem Leben so etwas nicht empfunden.
      Ich sagte ihr das ich sie sehr mag, wobei von ihrer Seite eher zögerliche Antworten kamen. Nun so ging das ganze insgesamt 2 Wochen. An diesem Zeitpunkt wurde ich schrecklich Krank 40°C Fieber, Mandelentzündung.
      Sie kam mich besuchen. Was ich total nett fand. Ich ging mit ihr trotzdem Spazieren wobei ich fast zusammengebrochen bin. Dabei fragte ich sie ob sie mit mir zusammen sein will worauf ein Ja kam. Das war der 1.März.2014

      Der Umgang mit Freunden und Familie war und ist bis heute manchmal aber zu einem viel selteneren Faktor schwierig. Was ihr an Durchblick für Menschen fehlt habe ich doppelt abbekommen. Daher ich sehe jede kleinste Regung in Gesichtern wie der Gestik oder
      Änderungen im Tonfall. Wurde mittlerweile als das Orakel tituliert da ich viele dinge vorhersagen kann. Für mich sind Menschen wie Bücher. Was ich mit schwierig meine ist das sie teilweise ungewollt unhöflich oder verletzend ist. Ich habe mit ihr viel "gearbeitet"
      in dem Sinne von erklären warum etwas verletzend oder unhöflich ist. Ein Beispiel: Ein guter Freund von mir hat beide Elternteile verloren und jedes Weihnachten und Silvester wird er stark Depressiv. Er erzählte ihr das, wobei sie dann nur noch sagte das sie Weihnachten sch***e findet.
      Ich habe ihr an Ort und Stelle gesagt das dass vollkommen daneben war. Wenn dir jemand erzählt das er seine Eltern besonders an Weihnachten und Silvester vermisst antwortet man nicht damit das diese Feste sch***e sind. Das heißt für diesen Menschen hat das eine starke Bedeutung
      und in solch einem Moment sollte man das nicht in den Dreck ziehen. Das hat eine starke Wirkungen auf die Seele eines Menschen. Nun mittlerweile wissen eigentlich alle meine Freunde wobei das nicht so viele sind das sie Asperger hat. Jeder ist bereit mit ihr zu sprechen etwas zu erklären und wenns sein muss auch 3 mal.
      Also jeder mag sie und kann sie gut leiden. Und es ist wie gesagt auch Verständnis für sie da wenn sie etwas unpassendes sagt. Klar fühlt man sich im ersten Moment vor den Kopf gestoßen aber nun manchmal weis sie es nicht besser.Es ist auch so das wenn ich jemanden besuche ich immer nach ihr gefragt werde.
      Wie es ihr eben geht und wann sie auch mal wieder vorbei kommt. Aber es ist kurz vor der Prüfung daher hat sie wenig Zeit.

      Was ich damit sagen will ist das meine Lebensgefährtin mit Ehrlichkeit über ihre Diagnose am besten Gefahren ist.
      Daher ist eine Erklärung meistens förderlich als hinderlich, nur erwartet kein Verständnis vom ersten Tag. Ich musste den Umgang mit meiner Süßen auch erst lernen.
      Aber beachtet bitte das dass alles sehr persönlich ist und auch komplett anders laufen kann. Das muss man von Fall zu Fall entscheiden.
    • Ich denke auch, dass man das in Beziehungen nicht verschweigen darf.
      Auch Freunde sollten es wissen.

      So habe ich das auch gehandhabt.

      Aber alle anderen wissen es nicht.
      Für mich passt das so.
      LG Heavyload

      Es gibt zwei Arten von Menschen:
      Die einen kennen mich...
      Die anderen können mich...
    • freunde und Beziehung hab ich momentan keine. ansonsten sehe ich keinen Vorteil darin, es jemanden zu erzählen. Keiner kennt sich wirklich damit aus, nicht mal manche Ärzte und Therapeuten. In Situationen, in denen es zu viel wird, sollte es reichen, sich zu entschuldigen und sich zurück zu ziehen. Wer dafür kein Verständnis hat, von dem kann man auch nach Erklärungen nicht mehr erwarten. Und Leute, die mir weis machen wollen, dass man durch irgendwas "geheilt" werden kann, brauche ich auch nicht. Familie weiss es und das war auch nicht wirklich hilfreich.