Bücher mit Autisten als Protagonist

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    • Bücher mit Autisten als Protagonist

      Bücher über Autismus insgesamt und Asperger im Besonderen gibt es ja viele. Hier möchte ich Romane sammeln, in denen Autisten als Protagonisten nicht nur am Rande vorkommen.

      Belinda Bauer: Was tot ist
      Das Leben interessiert den autistischen Medizinstudenten Patrick nicht. Ihn fasziniert der Tod. Für einen Mörder wird er damit zur größten Gefahr…

      Sehr spannend geschrieben und die Gedankenwelt von Patrick ist faszinierend. Er schafft es nur über den Behindertenbonus an die Uni, hat große Probleme mit dem Leben und seiner Mitmenschen. Aber der Tod und alles, was damit zusammenhängt, fasziniert ihn.
      Allerdings ist es kein 'leichter' Lesestoff, denn es ist ein Psychothriller und die Erzählweise ist entsprechend bildhaft und teilweise sehr explizit. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.


      Karl Olsberg: Delete

      Ein Krimi über die Welt des Internet und Rollenspiele mit einer ganz besonderen Ermittlungstruppe. Einer von ihnen ist ein Asperger Autist, der zwar sehr realistisch in seinem Verhalten dargstellt wird, aber ein wenig überzogene Talente hat (als Programmier kann er über Stunden 60 Zeilen Code in einer Minuten schreiben, ohne darüber nachdenken zu müssen).
      Ich bin mit dem Hörbuch noch nicht ganz durch. Die Story hat mich aber fasziniert, weil Olsberg (mal wieder) ungewöhnliche Elemente mischt. Wer Rollenspiele wie WoW mag - das Spiel (bzw. World of Wizardry) hat eine Hauptrolle im Buch.


      Kennt ihr noch mehr solche Bücher?
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Das Rosie Projekt

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      Don Tillman will heiraten. Allerdings findet er menschliche Beziehungen oft höchst verwirrend und irrational. Was tun? Don entwickelt das Ehefrau-Projekt: Mit einem 16-seitigen Fragebogen will er auf wissenschaftlich exakte Weise die ideale Frau finden. Also keine, die raucht, trinkt, unpünktlich oder Veganerin ist.
      Und dann kommt Rosie. Unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin. Offensichtlich ungeeignet. Aber Rosie verfolgt ihr eigenes Projekt: Sie sucht ihren biologischen Vater. Dafür braucht sie Dons Kenntnisse als Genetiker. Ohne recht zu verstehen, wie ihm geschieht, lernt Don staunend die Welt jenseits beweisbarer Fakten kennen und stellt fest: Gefühle haben ihre eigene Logik.
    • Diamant wrote:

      Das Rosie Projekt
      Davon habe ich auch schon gehört - ist nur nicht ganz mein Genre.

      2 Fragen dazu:
      Ist Tillman 'nur seltsam' oder wird Asperger erwähnt?
      Wie fandest du das Buch und kannst du es empfehlen?
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Geht es nur um fiktionale Bücher?

      Dann wäre das Buch von Marlies Hübner zu erwähnen. Verstörungstheorien.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Leseratte wrote:

      2 Fragen dazu:
      Ist Tillman 'nur seltsam' oder wird Asperger erwähnt?
      Wie fandest du das Buch und kannst du es empfehlen?
      wird eindeutig erwähnt

      ich fand es lustig, bisschen klischee natürlich, aber für den unbedarften leser vermutlich gut nachzuvollziehen




      noch mehr:


      Picould - In den Augen der anderen

      Der beste Tag meines Lebens von Miller Ashley & Stentz Zack

    • Diamant wrote:

      Das Rosie Projekt

      Leseratte wrote:

      Ist Tillman 'nur seltsam' oder wird Asperger erwähnt?
      Asperger wird im Buch erwähnt, aber nicht unmittelbar mit dem Protagonisten in Verbindung gebracht.
      Am Anfang des Buches hält er vertretungsweise für einen Kollegen einen Vortrag zum Thema AS.
      Ein Freund fragt ihn anschließend vielsagend, ob er vielleicht jemanden mit solchen Symptomen kanne. Tillmann nennt daraufhin einen anderen Kollegen und kommt nicht auf die Idee, dass sein Freund offenbar ihn selbst gemeint hat.

      Leseratte wrote:

      Davon habe ich auch schon gehört - ist nur nicht ganz mein Genre.

      Leseratte wrote:

      Wie fandest du das Buch und kannst du es empfehlen?
      Mein Genre ist es auch nicht und ich habe es -ehrlich gesagt- nicht zuende gelesen. Aber es sind einige schöne Scenen drin, unter anderem die, wo er mit einem Skelett Tanzschritte übt.

      Ginome wrote:

      Geht es nur um fiktionale Bücher?

      Dann wäre das Buch von Marlies Hübner zu erwähnen. Verstörungstheorien.
      Das fiel mir auch sofort ein, denn die Protagonistin Elisabeth ist eindeutig eine fiktive Person, die nicht mit der Autorin identisch ist, obwohl sich das ganze ansonsten eher wie ein autobiographischer Erfahrungsbericht liest.

      Ich hätte noch anzubieten:

      Craig Lancaster: 600 Stunden aus Edwards Leben und die Fortsetzung Edward auf Reisen


      Zu den Routinen des anfangs 39-jährigen Protagonisten Edward zählt unter anderem das tägliche Formulieren von Beschwerdebriefen, die recht unterhaltsam zu lesen sind, manchmal aber auch einen sehr ernsten Hintergrund haben, insbesondere, wenn sie an seinen Vater gerichtet sind. Seit er diese Beschwerdebriefe auf Rat seiner Therapeutin nur noch abheftet, und nicht mehr wirklich an den Adressaten abschickt, hat er deutlich weniger Probleme mit seinen Mitmenschen, was auch gut nachvollziehbar ist, wenn man diese Beschwerdebrife liest. Ein dritter Band mit dem Titel Edward: Unspooled ist wohl noch nicht ins deutsche übersetzt.

      Mark Haddon: Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone

      Der 15-Jährige Protagonist hat laut Klappentext des Buches AS und versucht auf eigene Faust, den 'Mord' am Nachbarshund aufzuklären, der mit einer Mistgabel erstochen wurde. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf alte Familiengeheimnisse. Der Autor hatte nach eigenen Angaben keine Informationen über AS und hat die Figur des Christopher Boone nicht bewusst als Asperger angelegt. Die Auffälligkeiten des Protagonisten passen aber sehr gut zu AS.
      Die Geschichte wird auch gelegentlich als Theaterstück inszeniert.

      Jodie Picoult: In den Augen der Anderen


      Der Protagonist Jacob ist ein junger Erwachsener mit AS und Hochbegabung. Sein Spezialinteresse ist Kriminalistik. Als er am Tatort eines Tötungsdeliktes auftaucht, wird er schnell selbst zum Hauptverdächtigen.

      Wer Jodie Picoult kennt, weiß, dass es zu ihrem Stil gehört, immer wieder die Erzählperspektive zu wechseln. So sind einige Kapitel hier aus der Sicht des Protagonisten selbst geschrieben, andere aus der Sicht anderer am Geschehen Beteiligter. Trotzdem erfährt man erst ganz zum Schluss, was Jacob tatsächlich mit dem Tötungsdelikt zu tun hatte.


      Kathryne Erskine: Schwarzweiss hat viele Farben


      Ein ziemlich problembeladenes Buch: die zehnjährige Protagonistin Caitlin hat nicht nur AS, sondern außerdem ihren älteren Bruder (eine wichtige Bezugsperson) bei einem Amoklauf verloren. Sie findet aber ihren eigenen Weg, diesen Verlust zu verarbeiten. Wer sich nicht daran stört, auch als Erwachsener ein Buch zu lesen, dass sich eigentlich an Kinder und Jugendliche richtet, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Das Rosie Projekt habe ich auch gelesen und fand es ganz unterhaltsam.
      Es gibt noch die Fortsetzung Der Rosie-Effekt, das Buch fand ich dann aber sehr langatmig und übertrieben. Würde es nicht empfehlen, den ersten Teil dagegen schon.
    • Das Buch "In den Augen der anderen" von Picoult fand ich großartig!
      Eines der besten Bücher der letzten Jahre!


      Welches mir noch einfällt:

      "Marie anderswie" von Carolin Schairer

      Das fand ich auch gut zu lesen. Nicht sagenhaft, aber gut.
    • Leseratte wrote:

      Diamant wrote:

      Das Rosie Projekt
      Davon habe ich auch schon gehört - ist nur nicht ganz mein Genre.
      2 Fragen dazu:
      Ist Tillman 'nur seltsam' oder wird Asperger erwähnt?
      Wie fandest du das Buch und kannst du es empfehlen?
      1. Wie Tuvok bereits schrieb: Am Anfang wird Asperger erwähnt.

      2. Ich habe das Buch durch Zufall in der Kramkiste im Supermarkt gefunden und es gekauft, weil Bestseller drauf stand (ja, manchmal bringt mich dieser kleine Hinweis einer Kaufentscheidung näher). Es hat mich auch nicht enttäuscht, weil ich es unterhaltsam fand. Netter Plot, stellenweise vielleicht etwas überspitzt beschrieben und dargestellt, aber insgesamt hat für mich gerade diese überspitzte Darstellung den Charme des Buches ausgemacht. Hier und da fand ich es sogar recht witzig. Es ist leichte Kost zum Abschalten und was ich sehr begrüßt habe: kein Gejammer und weit entfernt von einer herkömmlichen Liebesschnulze. Meiner Meinung nach sehr lesenswert.
    • Supergute Tage hab ich als Taschenbuch und als e Book. Find ich große Klasse. Ich krame es immer mal wieder raus und lese es nochmal, wenn mir die Welt zu chaotisch wird oder ich traurig bin. Ich finde es sehr gut geschrieben.
      Allerdings lese ich es immer auf englisch.

      LG Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)

      "Was ist falsch an sonderbar?"

      "Das Ende der Störung ist derzeit nicht absehbar."
    • Ich habe " supergute Tage" zum verschenken,
      fall Jemand es möchte.


      und:

      "Der Mann, der eine Frau mit einem Hut verwechselte"

      von Oliver Sacks
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)

      The post was edited 1 time, last by Linnea ().

    • Parzival :-D Ja, der mittelalterliche Versroman von Hartmann von Aue. Es gibt Theorien darüber, dass Parzival nicht mentalisiert und die Ratschläge seiner Mutter versteht er wörtlich usw.
      Over-thinking, over-analyzing separates the body from the mind.
      Withering my intuition, leaving opportunities behind.
    • Ich lese gerade "Liebes Kind" von Romy Hausmann.
      Eine der Hauptfiguren in diesem Thriller ist Aspergerin.

      Es geht um eine Story in der eine Frau viele Jahre gefangen gehalten wird.
      In der Gefangenschaft hat sie Kinder bekommen von denen eines von Asperger betroffen ist.

      Ich bin noch nicht ganz durch, finde es aber spannend bisher :thumbup:
      *zu viele Menschen verwechseln Glück mit Spaß*
    • mir fallen da ganz spontan die Bücher von Jules Verne ein. Viele seiner Charaktere halte ich für stark autistisch. Nemo, der sich von der Gesellschaft unverstanden fühlt, ein eigenes U-Boot baut, sich eine eigene Sprache ausdenkt und ziemlich zurückgezogen lebt. Oder der Professor, der sich völlig auf ein spezialinteresse versteift und zum mittelpunkt der Erde reisen will, und dabei durch seine direkte und verschrobene art auffällt.

      Ich denke, viele Charaktere von Jules Verne können durchaus als autisten angesehen werden.

      Deshalb hat mir das lesen bestimmt auch so spaß gemacht. Der aufbau der Nautilus wird über etliche Seiten detailiert beschrieben, wie viel sie wiegt, wie viel wasser sie verdrängt, wie die energieerzeugung und der Antrieb funktioniert.