Methylphenidat und Nachweisbarkeit im Blut

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    • Methylphenidat und Nachweisbarkeit im Blut

      Hallo,
      kann mir jemand sagen, ob und wie lange sich die Einnahme von Methylphenidat (5 mg, ich soll erst einmal mit einer halben Tablette, also 2,5 mg Wirkstoff beginnen) im Blut oder ggf. auch im Urin nachweisen läßt?

      Hintergrund meiner Frage:
      Ich bin bei der Bahn beschäftigt und im Gleisbereich tätig und habe auch eine Fahrtätigkeit. Da gibt es strenge Kriterien für die Tauglichkeit. Die Einnahme bestimmter Medikamente, die die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen, ist anzeigepflichtig bzw ich dürfte damit dann eben nicht in meiner Tätigkeit eingesetzt werden.
      Drogen sind natürlich auch tabu.
      Mein Arzt sagt, da gäbe es keine Probleme und ich würde bei langfristiger Einnahme auch ein Attest bekommen.
      Meine Frage ist nun die: wenn ich probiere, ob das Medikament etwas verändert und es sollte irgendwas auf Arbeit passieren, was nicht mal was mit der Einnahme zu tun haben müßte, gefährde ich meinen Job, wenn es z.B. durch einen Bluttest oder sonst wie raus kommt oder kann ich das einnehmen, ohne daß ich mit Konsequenzen zu rechnen hätte bzw es einfach nicht nachweisbar ist?
      Kann oder will mich nicht an den Arbeitgeber wenden. Dann müßte ich erklären, wie ich auf die Frage komme.

      Hoffe, es gibt hier jemanden, der mir weiterhelfen kann. Hab im i.net dazu bislang nichts gefunden.

      Danke für Eure Antworten und falls es hier in den Thread paßt, welche Erfahrungen habt Ihr mit der Einnahme?

      Nochmal danke. Viele Grüße ~NOWHERE~

    • ~NOWHERE~ wrote:

      Meine Frage ist nun die: wenn ich probiere, ob das Medikament etwas verändert und es sollte irgendwas auf Arbeit passieren, was nicht mal was mit der Einnahme zu tun haben müßte, gefährde ich meinen Job, wenn es z.B. durch einen Bluttest oder sonst wie raus kommt oder kann ich das einnehmen, ohne daß ich mit Konsequenzen zu rechnen hätte bzw es einfach nicht nachweisbar ist?

      Das sollte doch jemand beantworten, der sich WIRKLICH 1A auskennt, also medizinisch und juristisch. Die Hersteller von Methylphenidat weisen in den Packungsbeilagen immer wieder darauf hin, dass es bei Drogentests zu positiven Amphetamin-Befunden kommen KANN. Ansonsten ist es vermutlich eine Frage der Fähigkeit und da liest es sich laut den Herstellern auch nicht so als gäbe es da ein deutliches grünes Licht.

      Wikipedia schreibt:
      Bei der Behandlung mit Methylphenidat können Schläfrigkeit und Schwindel auftreten. Dies kann beim Bedienen von Maschinen und beim Autofahren zu Beeinträchtigungen führen.[10] Grundsätzlich erlaubt der Gesetzgeber das Führen von Kraftfahrzeugen unter Einwirkung von Methylphenidat. In einigen Studien wurde nachgewiesen, dass durch die Einnahme von Methylphenidat die Fahrtauglichkeit von Menschen mit ADHS merklich verbessert wird.

      Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Methylph…as_Bedienen_von_Maschinen


      Aus einer Packungsbeilage:
      Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
      Bei Einnahme von "Methylphenidat Hexal 10mg Tabletten" kann es zu Schwindel, Schläfrigkeit und Sehstörungen kommen. Wenn solche Nebenwirkungen auftreten, können bestimmte Aktivitäten wie z.B. Autofahren, das Bedienen von Maschinen, Radfahren oder das Klettern auf Bäume gefährlich sein, so lange Sie nicht sicher sind, dass Sie bzw. Ihr Kind nicht davon betroffen sind.

      Quelle: apotheken-umschau.de/do/extern…0mg-Tabletten-A91568.html


      Aus Medikinet adult:
      Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen

      Sie können sich unter der Anwendung von Methylphenidat schwindelig fühlen, Probleme beim Scharfsehen haben oder verschwommen sehen. Wenn dies der Fall ist, können bestimmte Tätigkeiten gefährlich sein, z.B. Autofahren, Bedienen von Maschinen, Fahrradfahren, Reiten oder Klettern.

      Quelle: medice.de/produkte/adhs-erwachsene/medikinet-adult


      Meine Vermutung ist, dass es bei so Aktivitäten wie bei der Bahn in so Fragen wie Sicherheit über Autofahren hinausgeht. Also ich würde es nicht drauf ankommen lassen. Abgesehen von der Verantwortung die du hast, ist Vorsicht geboten.
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    • Vielen Dank für Eure schnellen Antworten und die hilfreichen Informationen!

      Hyperakusis wrote:

      Das sollte doch jemand beantworten, der sich WIRKLICH 1A auskennt, also medizinisch und juristisch. Die Hersteller von Methylphenidat weisen in den Packungsbeilagen immer wieder darauf hin, dass es bei Drogentests zu positiven Amphetamin-Befunden kommen KANN.


      Ja, das wäre schön, so jemanden befragen zu können, aber an wen kann ich mich da wenden? Der Arzt kennt sich sicherlich medizinisch aus, aber nicht unbedingt mit den Arbeitschutzbestimmungen und Regelungen bei uns im Konzern.

      Der Bahnarzt, der die Tauglichkeit feststellt, kennt die betrieblichen Bestimmungen und hat sicher auch etwas allgemeines fachliches Wissen, ist aber eben auch kein Facharzt in dem Sinne. Dazu kommt, daß man da nicht unbedingt einen Ansprechpartner hat, sondern sich schlimmstenfalls bei jedem Besuch einem anderen Arzt vorstellen muß.
      Das nächste Problem an der Sache ist, daß ich Termine beim Bahnarzt nur über den Arbeitgeber machen kann. Ich müßte also irgendwas erzählen, wieso ich da außer der Reihe hin will.
      Habe überlegt, mich an meinen Gruppenleiter, also direkt vorgesetzte Führungskraft, zu wenden. Den kenne ich und komme gut mit ihm aus und habe auch Vertrauen zu ihm, allerdings nun auch nicht so, daß wir über wirklich private Dinge miteinander sprechen oder so. Den könnte ich fragen und er könnte evt sogar ohne Nennung von Namen was rauskriegen, aber das sind für mich dann auch nur theoretische Aussagen, auf die sich im Zweifelsfall keiner festnageln (RW) lassen wird. Tja, und wenn ich ihn frage, wird er wohl auch die berechtigte Frage haben, wieso ich ein Medikament nehmen will/ soll, das evt. einen positiven Drogentest auslösen könnte. Ich weiß nicht, ob ich ihm das erzählen will.


      Hyperakusis wrote:

      Wikipedia schreibt:


      Zitat


      Bei der Behandlung mit Methylphenidat können Schläfrigkeit und Schwindel auftreten. Dies kann beim Bedienen von Maschinen und beim Autofahren zu Beeinträchtigungen führen.[10] Grundsätzlich erlaubt der Gesetzgeber das Führen von Kraftfahrzeugen unter Einwirkung von Methylphenidat. In einigen Studien wurde nachgewiesen, dass durch die Einnahme von Methylphenidat die Fahrtauglichkeit von Menschen mit ADHS merklich verbessert wird.
      Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Methylpheni…n_von_Maschinen


      Diese Aussage habe ich auch gefunden und finde sie sehr widersprüchlich! :?

      Hyperakusis wrote:

      Meine Vermutung ist, dass es bei so Aktivitäten wie bei der Bahn in so Fragen wie Sicherheit über Autofahren hinausgeht. Also ich würde es nicht drauf ankommen lassen. Abgesehen von der Verantwortung die du hast, ist Vorsicht geboten.


      Da gebe ich Dir vollkommen recht. Es geht auch ganz sicher nicht darum, daß ich mir so eine Pille einschmeißen will und anschließend auf die Lok steige. Ganz sicher nicht!!!
      Laut Aussage des Arztes haben diese Tabletten eine Wirkdauer von ungefähr zwei bis drei Stunden. Ich soll sie zunächst probieren, wenn ich frei habe und bis ich weiß, wie ich sie vertrage, auch nicht damit Auto fahren. Er sagt, ich soll vorsichtig ausprobieren, wie ich sie vertrage und wie die Wirkung ist, so daß ich sicher bin mit meiner Einschätzung. Dann darf ich auch Auto fahren. Von einem Testen auf Arbeit werde ich absehen.

      Die andere Frage, die ich mir mittlerweile stelle ist, wo liegt der Nutzen für mich?
      Der Arzt sagt, die Medikamente unterstützen die Konzentration und Leistungsfähigkeit, wirken ausgleichend auf die Stimmungsschwankungen und können sich auch positiv auswirken im Kontakt mit anderen Menschen. So weit klingt das ja gut. Nur wenn ich die nehmen soll, um Situationen zu testen, die mir sonst Schwierigkeiten bereiten, dann sind die eher draußen und mit anderen Menschen als allein und zu Hause.
      Wenn ich so einen Tag habe, wo mir morgens das Hochkommen schon schwer fällt und mir die Kraft zu allem fehlt, dann könnte ich so eine Tablette einnehmen. Angenommen, die wirkt und ich fühl mich toll und kräftig (naja, ist wahrscheinlich übertrieben), dann fühle ich mich ja vielleicht auch in der Lage, das Haus zu verlassen. Wenn ich auf Autofahren, Fahrradfahren und Reiten verzichte, schränkt das die Auswahl, was ich dann tue, schon erheblich ein.
      Aber mir extra Situationen zum Testen zu schaffen, finde ich schon wieder Streß pur und einen gewaltigen Kraftakt.

      Denke ich zu kompliziert oder habe ich einen Gedankenfehler? Keine Ahnung. Ich werde erstmal in die Apotheke gehen und das Rezept einlösen und weiter grübeln...

      The post was edited 1 time, last by ~NOWHERE~ ().

    • Toll oder kräftig fühlt man sich von MPH normalerweise nicht (vielleicht wenn man es in Drogendosen nimmt, keine Ahnung).
      Es verbessert einfach die Konzentration auf einzelne Dinge und macht (mich) innerlich ruhig.
      Nichts ist, wie es scheint...
    • Die Frage ist, hast du ein vom Fachmann diagnostiziertes ADHS? Wenn ja, kann der Arzt MPH verschreiben. Die geringe Dosis zeigt, dass er sehr verantwortungsbewusst an die Sache herangeht. 2,5 mg MPH sind für einen erwachsenen Menschen eher homöopatisch ;) Die Dosis wird langsam gesteigert. Wenn du es verträgst und du spürbar merkst, dass es dir hilft, kannst du damit auch arbeiten. Bei Menschen mit ADHS wirkt es, wie oben beschrieben, positiv. Du wirst also auch beim Autofahren und beim Lokfahren besser zurechtkommen. Das ist die rein persönliche Meinung. Wie die rechtliche Lage im Falle eines Unfalles ist und wie dein Arbeitgeber dann reagiert, kann ich dir auch nicht sagen. Allerdings weiß ich, dass ich, wenn ich als Autofahrer auf Drogen untersucht werde, durchaus auffallen kann. Doch es ist strafrechtlich nicht von Relevanz, da ich die rechtmäßige Einnahme dieses Medikamentes im Ernstfall nachweisen kann. Die Einstellungen zu MPH gehen extrem auseinander. Die einen verteufeln es, die anderen sagen, es ist ein wirksames Hilfsmittel für die Menschen, die es wirklich brauchen und in fachärztlicher Behandlung sind. Ich nehme seit 3 Jahren täglich MPH und lebe seitdem sowohl beruflich als auch privat deutlich besser. Ob es im Falle eines beruflichen Problems eine Rolle spielen würde? Ich habe noch nicht darüber nachgedacht, gehe jedoch davon aus, dass es keinen Einfluss haben würde, da ich es nicht unkontrolliert einwerfe.
      Aber ich habe eine Arbeitspsychologin zur Begleitung, die werde ich einmal fragen. Deine Frage ist wirklich interessant. Als Lokführer mit ADHS sollte man jedoch grundsätzlich vorsichtig sein mit der Preisgabe der Diagnose. Es könnte in dem Job ein Ausschlusskriterium sein. Obwohl ich persönlich der Meinung bin, dass ein gut behandeltes ADHS besser ist als so mancher NT im "Normalzustand" hinbekommt.
    • ~NOWHERE~ wrote:


      Danke für Eure Antworten und falls es hier in den Thread paßt, welche Erfahrungen habt Ihr mit der Einnahme?

      Nochmal danke. Viele Grüße ~NOWHERE~


      Zur Ausgangsfrage - weiß ich leider nicht. Es soll sich aber angeblich relativ schnell wieder abbauen. Also nach etwas über 24 Std. m.W.

      Ich selbst nehme das, fahre Auto und habe ein Attest von meiner Ärztin.
      LG Heavyload

      Es gibt zwei Arten von Menschen:
      Die einen kennen mich...
      Die anderen können mich...
    • Du hast angeblich beim nachlassen der Wirkung einen rebound, das heißt, du erlebst ein kleines Tagestief. das musst du dann in deinen Tagesablauf miteinbauen, also, daß du dann zuhause bist und dich schlafen legen kannst oder so.
    • Ich würde an deiner Stelle zum Betriebsarzt deines Arbeitgebers gehen. Du kannst doch da direkt einen Termin vereinbaren, ohne den Arbeitgeber einzuweihen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Arbeitgeber über jeden Termin dort informiert werden muss. Wenn doch, kannst du immernoch als Grund vorgeben, dass dir ein Arzt vorgeschlagen hat ein Blutdruckmedikament "zu testen" oder sowas in der Art, und dein Arzt sagt, dass das deine Fahrtüchtigkeit in keiner Weise beeinträchtigt, du aber trotzdem eine Zweitmeinung willst, vom Betriebsarzt.

      Es kann aber nicht sein, dass dein Arbeitgeber dann von deiner eigentlichen Frage erfährt, das wäre ein Bruch der Schweigepflicht. Du kannst aber sicherheitshalber vorher nachfragen, bevor du dem Arzt die Frage stellst. Wenn du ganz sicher sein willst, dann geh hin und sag, dass du für einen Kollegen fragst, der sich nicht traut.
    • Ich danke Euch für die zahlreichen Hinweise und Reaktionen.



      Bandenchef wrote:

      Die Frage ist, hast du ein vom Fachmann diagnostiziertes ADHS?

      Nein. Ich strebe eine Klärung meines Selbst-Verdachtes auf AS an.



      Bisher hatte ich zwei Termine beim Arzt. Beim ersten haben wir uns erst einmal über grundlegendes unterhalten, er hat ein paar Fragen gestellt und mir nochmal einen Überblick gegeben, welche Symptome häufig auftreten usw. Er hat mir zwei verschiedene Fragebögen mit nach Hause gegenben zum Ausfüllen. Damit hatte ich so meine Schwierigkeiten, da mir die Fragestellungen größtenteils zu ungenau sind und ich nicht weiß, wie ich bei einer "trifft zu/trifft nicht zu"-Auswahl wahrheitsgemäß antworten kann, wenn mir z.B. Situationen für beide Fälle einfallen oder das eine Merkmal deutlich häufiger und ausgeprägter vorhanden ist als ein anderes. Wenn ich beide mit "ja" ankreuze, werden sie dadurch ja gleichwertig, was sie aber nicht sind.


      Habe also handschriftlich mehrere Seiten dazu aufgeschrieben mit Erläuterungen und die zum nächsten Termin mitgenommen. Habe das allerdings nicht geschafft, bis zu dem zweiten Termin vollständig zu bearbeiten, da der schon zwei Tage nach dem ersten lag. Außerdem waren mir einige Fragestellungen von der Bedeutung nicht richtig klar, was genau gemeint ist.



      Zusätzlich habe ich dem Arzt einen Ausdruck von dem Aspie-Test, den ich im Internet gemacht habe, mitgenommen. Der Arzt hat sich mit mir zusammen die Fragebögen, soweit fertig, angesehen, mir erklärt, was mir unklar war und noch einige Fragen gestellt.



      Bereits beim ersten Besuch hatte er erwähnt, daß man mit verschiedenen Stimulanzien arbeiten könnte und es dadurch zu Verbesserungen im Alltag kommen kann. Er kam beim zweiten Termin darauf zurück. Ich sagte ihm, daß ich gerne erst wüßte, was mit mir ist, bevor ich mich zur Einnahme von Medikamenten entscheide, weil ich mich ja quasi durch die intensivere und bewußte Beschäftigung mit meinen Eigenheiten gerade neu oder anders selbst kennenlerne.



      Er hat es mir so erklärt, daß es nicht darum geht, dauerhaft Medikamente zu nehmen, sondern daß das Austesten von MPH ein Teil der Diagnose ist. Wenn ich darauf anspreche, ist das ein weiteres Indiz. So ungefähr, kann das nicht in seinen Worten wiedergeben.



      Der Grund, daß er es in Erwägung zog, daß ich gut darauf ansprechen könnte, war der, daß wir in den Gesprächen feststellten, daß ich häufig mit Reizüberflutung und Übersensibilät eines oder mehrerer Sinne zu kämpfen habe und oft Schwierigkeiten, in Gang zu kommen, mich völlig ausgelaugt fühle und denke, daß ich eigentlich mehr leisten können müßte (was ich in "guten" Zeiten auch tatsächlich kann). Laut seiner Aussage könnte es in den Bereichen zu Verbesserungen kommen durch die Einnahme.



      Ich soll die Tabletten nicht regelmäßig nehmen, sondern erstmal zu Hause grundsätzlich ausprobieren, ob ich eine Veränderung durch die Einnahme feststelle und welche Dosis mir angenehm ist (anfangen mit einer halben, bei ausbleibender Wirkung um eine halbe steigern usw., ggf. auch reduzieren auf eine viertel Tablette) und z.B. in Situationen testen, die mir sonst Schwierigkeiten machen.



      Bandenchef wrote:

      Die geringe Dosis zeigt, dass er sehr verantwortungsbewusst an die Sache herangeht. 2,5 mg MPH sind für einen erwachsenen Menschen eher homöopatisch ;) Die Dosis wird langsam gesteigert. Wenn du es verträgst und du spürbar merkst, dass es dir hilft, kannst du damit auch arbeiten.




      Den Eindruck habe ich auch. Er hat viel erklärt und auch gesagt, daß das eine Dosis ist, die minimal ist. Seine Aussage war auch, daß ich, wenn ich es vertrage, damit vielleicht sogar besser Auto oder Lok fahren kann und daß er mir das auch schriftlich attestiert (also die Einnahme und positive Wirkung).



      Bandenchef wrote:

      Aber ich habe eine Arbeitspsychologin zur Begleitung, die werde ich einmal fragen. Deine Frage ist wirklich interessant. Als Lokführer mit ADHS sollte man jedoch grundsätzlich vorsichtig sein mit der Preisgabe der Diagnose. Es könnte in dem Job ein Ausschlusskriterium sein. Obwohl ich persönlich der Meinung bin, dass ein gut behandeltes ADHS besser ist als so mancher NT im "Normalzustand" hinbekommt.




      Vielen Dank. Da bin ich sehr gespannt, was Du in Erfahrung bringen kannst.



      Hm ja, darüber denke ich auch schon nach, ob ich, wenn ich irgendwann mal eine Diagnose für AS oder ADS oder was anderes habe, das auf Arbeit lieber verschweigen sollte. Auf der anderen Seite, ich arbeite, die Ausbildungszeit eingerechnet, seit 10 Jahren in meinem Beruf und habe die Ausbildung als Jahrgangsbeste(r) abgeschlossen.

      Meiner Einschätzung nach leiste ich sehr gute und effektive Arbeit (und habe auch noch nichts gegenteiliges von Kollegen oder Vorgesetzten gehört). Bei der Arbeit direkt habe ich eigentlich auch keine Probleme mit der Konzentration oder so. Es sind dann eher die Situationen mit Kollegen im Dienstraum, wenn das Radio läuft, sich Leute über drei verschiedene Themen unterhalten, ich am Rechner gerade irgendwelche Wagen buchen soll und dann noch das Telefon klingelt und der Disponent was will... Da kann ich nur noch mit dem Telefon am Ohr und den Finger im anderen den Raum verlassen (ist zum Glück schnurlos :) ) und danach zusehen, daß ich den Faden wiederfinde, was ich gerade vorher machen wollte.

      paukipaul wrote:

      Du hast angeblich beim nachlassen der Wirkung einen rebound, das heißt, du erlebst ein kleines Tagestief. das musst du dann in deinen Tagesablauf miteinbauen, also, daß du dann zuhause bist und dich schlafen legen kannst oder so.

      Darauf hat mich der Arzt auch hingewiesen. Ja, ich werde es erst einmal nur zu Hause nehmen. Da habe ich die Möglichkeit danach zu schlafen. Wie ich das dann mal löse, wenn ich unterwegs bin, weiß ich noch nicht. Der Arzt sagte, die Wirkung der Tabletten hält wegen der nedrigen Dosis nur ca. Stunden, ich könnte dann aber noch eine nehmen und "verlängern". Damit könnte ich den Zeitpunkt des Rebounds so legen, daß ich wieder zu Haues oder woanders bin, wo ich mich im Zweifelsfall auch hinlegen kann.
      Das werde ich aber sicherlich erst dann machen, wenn ich sicher bin, die Wirkung richtig einschätzen zu können.

      Mark_Twain wrote:

      Ich würde an deiner Stelle zum Betriebsarzt deines Arbeitgebers gehen. Du kannst doch da direkt einen Termin vereinbaren, ohne den Arbeitgeber einzuweihen. [...] Wenn doch, kannst du immernoch als Grund vorgeben, dass dir ein Arzt vorgeschlagen hat ein Blutdruckmedikament "zu testen" oder sowas in der Art, und dein Arzt sagt, dass das deine Fahrtüchtigkeit in keiner Weise beeinträchtigt, du aber trotzdem eine Zweitmeinung willst, vom Betriebsarzt.



      Soweit ich weiß, bekomme ich dort wirklich nur Termine über den Arbeitgeber. Da kann ich mich aber nochmal erkundigen. Normalerweise wäre es ja auch so, daß der Besuch beim Betriebsarzt als Arbeitszeit gerechnet wird. Vielleicht ist es anders, wenn ich in meiner Freizeit hinfahre, falls das möglich ist. Ich habe nur grundsätzlich Bedenken, dem Bahnarzt von meinem Verdacht zu erzählen, den ich ja erwähnen müßte, um nach der Einnahme zu fragen. Nicht, daß der dann doch ein Hindernis sieht und mich erstmal aus dem Dienst nimmt.

      Meint Ihr, Autismus-Beratungsstellen könnten mir da weiterhelfen oder die Krankenkasse?



      Oder ich probiere die Tabletten einfach aus. Bei solch einer geringen Dosis wird ein eventueller Test auf Drogen doch sicher nicht so ausfallen, als ob ich mich regelmäßig zudröhne?!

      The post was edited 4 times, last by ~NOWHERE~ ().

    • Zitat von »paukipaul«
      Du hast angeblich beim nachlassen der Wirkung einen rebound, das heißt, du erlebst ein kleines Tagestief. das musst du dann in deinen Tagesablauf miteinbauen, also, daß du dann zuhause bist und dich schlafen legen kannst oder so.


      Darauf hat mich der Arzt auch hingewiesen. Ja, ich werde es erst einmal nur zu Hause nehmen. Da habe ich die Möglichkeit danach zu schlafen.


      Den Rebound darfst du dir nicht wie einen "Erschöpfungsanfall" mit Müdigkeit vorstellen, zumindest nicht, wenn du AD(H)Sler sein solltest (wie es bei NTs ist, die MPH nehmen, weiß ich nicht). Es ist eher so, dass die Konzentration nach den 3 Stunden Wirkzeit extrem nachlässt und man (resp. ich) sehr hibbelig und fahrig/aufgedreht wird. Das wäre dann sicher nichts für einen Job mit Personenverantwortung. Da würde ich eher eine zweite Dosis nach 3 Stunden einnehmen, damit der Rebound erst nach der Arbeit, wenn es nicht mehr schadet, kommt. Solltest du das auf die Dauer einnehmen wollen, wäre ein Retardpräparat sicher passender, das wirkt wesentlich länger und gleichmäßiger.
      Nichts ist, wie es scheint...