Onlinefragebogen zum Thema „Spiritualität und Autismus“ - Dauer etwa 10 Minuten

    • Ich fand einige Fragestellung sehr suggestiv. Hier geht man offenbar davon aus, dass die Teilnehmer an die Existenz eines Gottes/göttlichen Wesens glauben. Z.B. die Frage "Ich vertraue auf meinen Schutzengel." Was soll ich anklicken, wenn ich an so etwas nicht glaube? Seinem Schutzengel nicht zu trauen ist nicht dasselbe wie gar nicht erst an Schutzengel zu glauben. Diese Option gab es aber gar nicht.

      Beii dieser Umfrage wird ein Zusammenhang zwischen Gläubigkeit an einen Gott (für Spiritualität sind die Fragen zu sehr auf die Kultur abrahamitischer Religionen hingetrimmt) und Lebenszufriedenheit hergestellt, der eigentlich gar nicht gegeben ist.

      Wissenschaftlich ist das sicher nicht.

      Der Fragebogen geht nämlich überhaupt nicht auf etwaige andere Ursachen von Unzufriedenheit im Leben ein - vor allem bei Autisten dürfte es da auch wirklich keinen Mangel an anderen Ursachen geben: Mobbing, Arbeitslosigkeit, nur eine Arbeit bekommen, für die man überqualifiziert ist, ohne Hilfe dastehen, keine Freunde haben, von anderen abgelehnt werden, weil man als seltsam angesehen wird, sensorische Probleme, Stress, Depressionen, wobei es fast unmöglich ist, Psychologen zu finden, die sich mit ASSen auskennen, und, und, und...
    • Tallyn schrieb:

      Der Fragebogen geht nämlich überhaupt nicht auf etwaige andere Ursachen von Unzufriedenheit im Leben ein - vor allem bei Autisten dürfte es da auch wirklich keinen Mangel an anderen Ursachen geben: Mobbing, Arbeitslosigkeit, nur eine Arbeit bekommen, für die man überqualifiziert ist, ohne Hilfe dastehen, keine Freunde haben, von anderen abgelehnt werden, weil man als seltsam angesehen wird, sensorische Probleme, Stress, Depressionen, wobei es fast unmöglich ist, Psychologen zu finden, die sich mit ASSen auskennen, und, und, und...
      Ich frage mich bei dieser Erhebung, was das Ziel ist. Denn wie immer, ist auch hier der Auswerter und seine "Lebenseinstellung" wichtig.
      Geht es hier vielleicht darum die "Trigger" bei Autisten zu erkennen um sie zu manipulieren? (bewußt oder unbewußt).
      Dabei möchte ich den Initiatoren nichts böses unterstellen aber ich möchte darauf hinweisen, dass alles mindestens zwei Seiten hat.
    • Wer nicht an Schutzengel glaubt, für den trifft die Aussage halt nicht zu. Was anderes ist an der Stelle auch nicht gemeint. Ob die Person nun gar nicht an Schutzengel glaubt oder seinem Schutzengel nicht vertraut, ist an der Stelle unerheblich bzw. kann nicht näher differenziert werden.

      Im Übrigen gibt es ja in der Umfrage noch einen quantitativen Teil für freie Formulierungen zu seinem Glauben und seiner Lebenseinstellung usw. Das kann helfen etwaige Ungenauigkeiten bei der Qualitativen Befragung, bei der man nur auf einer Skala ankreuzt, auszugleichen bzw. die Antworten in den richtigen Zusammenhang zu rücken.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • @Mandrake25:
      Ich hatte ganz stark den Eindruck, es geht darum, zu Zeiten, dass ein Leben ohne Gott kein erfülltes Leben sein kann und dass man Asperger mit Christentum heilen sollte.

      @Lex:
      Auch der Teil für freie Formulierungen stellt die Fragen nach ... was war das noch? Orientierung? Inspiration? und Hoffnung? Das sind zwar offene und weite Begriffe, eigentlich schon zu weit, aber im Kontext "Spiritualität" sind sie ganz eindeutig mit christlichen Glaubensinhalten behaftet, die sich in meiner Lebenswirklichkeit einfach so nicht finden.

      Als Atheistin fand ich den Fragebogen ziemlich voreingenommen, suggestiv - und ja, auch manipulativ.

      Unglücklicherweise habe ich mir die Kommentare nicht vorher durchgelesen, sonst hätte ich nie mitgemacht. Ich habe absolut kein Interesse daran, für eine wie auch immer geartetet theistische Lebensphilosophie missbraucht zu werden, und ich habe das Gefühl, das ist hier geschehen.
    • Ich nehme mir die Freiheit bei freien Formulierungen meine nichtchristlichen Überzeugungen zum Audruck zu bringen. Vielleicht geschieht ja das Gegenteil von dem, was du befürchtest: Forscher wollen normalerweise etwas erforschen, also vielleicht können die Antworten auf ihre Fragen ja helfen, ihren Horizont zu erweitern. So lernen sie neues darüber, was im Innenleben von Aspergerautisten vorgehen kann (mal blöd gesagt) und auch, wie unabhängig manche Lebensgrundsätze und Moralvorstellungen vom Christentum sind. Allerdings haben sie sich schon bemüht es so zu formulieren, dass es um Gottheiten generell geht und nicht nur um die christliche Religion. Und auch viele Frsgen, die man unabhängig von Religiosität beantworten kann. Fragen, die jeder Mensch sich stellt, egal ob er sie auf religiöse Art beantwortet oder anders.
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    • Tallyn schrieb:

      Unglücklicherweise habe ich mir die Kommentare nicht vorher durchgelesen, sonst hätte ich nie mitgemacht. Ich habe absolut kein Interesse daran, für eine wie auch immer geartetet theistische Lebensphilosophie missbraucht zu werden, und ich habe das Gefühl, das ist hier geschehen.
      Ich habe mir die Kommentare in diesem Thread durchgelesen und genau aus diesem Grund nicht mitgemacht.
      Vielleicht bin ich damit der einzige, vielleicht geht es aber auch einer Reihe von Leuten so, was die Repräsentativität der Umfrage natürlich zerstören würde (falls diese bei so einer Online-Umfrage überhaupt gegeben sein kann...)
      "Die meisten Zitate im Internet sind falsch." ~ Johann Wolfgang von Goethe
    • Der Thread liest sich aber so, als gäbe es für Atheisten / Agnostiker bei den meisten Fragen gar nicht erst die passende Antwortmöglichkeit, sondern als wäre es bereits eine zwingende Voraussetzung, gläubig zu sein.
      "Die meisten Zitate im Internet sind falsch." ~ Johann Wolfgang von Goethe
    • Das stimmt aber nicht. Da kann man bei den Fragen, wo eindeutig Religiosität oder Spiritualität drinsteckt, die Frage halt negieren und bei den Fragen, die davon unabhängig sind (also Fragen die sich z. B. allgemein auf Dinge wie positive Lebenseinstellung, Zuversicht oder was auch immer beziehen), antworten wie es ist.
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    • Necroghoul7 schrieb:

      Dr_B schrieb:

      in diesem Thread durchgelesen und genau aus diesem Grund nicht mitgemacht.
      Aber dann wäre es doch gerade sinnvoll, wenn möglichst viele Agnostiker und Atheisten mitmachen würden. Wenn nur "Gläubige" den Test ausfüllen, werden die Ergebnisse erst recht verzerrt.
      Genau so ist es! Es wäre sehr wichtig, dass insbesondere auch Agnostiker und Atheisten teilnehmen - sonst sind die Ergebnisse verzerrt und selektiv.

      Übrigens bin ich für die Anmerkungen bzgl. der Suggestion gerne mit! Das ist - wie ich finde - eine sehr berechtigte Kritik. Danke!