Autist für Filmrolle gesucht

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    • Eismensch wrote:

      Wobei man sich nicht sicher sein kann, ob einige Schauspieler nicht doch einer Zeit entstammen könnten, in der es noch keine Mauerrequisiten oder Filmtricks gab. :nod:
      Pappmaché gab es schon bevor es Filme gab denke ich.
      Aber ich bin mittlerweile davon überzeugt, das sie das mit der Mauer nur metaphorisch meinten.
      Sich mit sowas direkt an Autisten zu richten, naja, fragwürdig weil das sicher nicht jeder sofort versteht.
    • Gibts Neuigkeiten?

      Als ich mich beworben habe, wurde natürlich ein Lebenslauf und ein Video verlangt. Leider kam ich bis heute nicht zum Video und zwischendurch fehlte mir der Ansporn. Die Zeit wird knapp und es sieht immer mehr so aus, dass ich die Gelegenheit verpasse.
      "Igitt, die Muse hat mich geküsst." ~ ein autistischer Künstler
    • Die Vorschau für den Film habe ich neulich im Kino gesehen. Ich fand es total peinlich.

      Ich finde es nicht generell verwerflich, eine Komödie mit Menschen mit Beeinträchtigungen zu machen, aber auf so einem unterirdischen Niveau, das ist einfach peinlich. :x

      Den Autisten als "Rainman" zu bezeichnen, sagt ja schon alles. Manchmal wünsche ich mir, dass man sowas verbieten könnte. Damit werden Unwahrheiten und Klischees betoniert, die nicht stimmen und den Betroffenen wird das Leben erschwert. :thumbdown:

      Die Macher des Filmes wollten sich vermutlich auf der Höhe der Zeit zeigen (wir sind ja so tolerant und integrieren sogar "Behinderte"). Ich finds einfach nur peinlich, wie man sich so über eine Menschengruppe stellen kann.

      Den BEginn dieses Threads habe ich nicht gelesen.


      Reiner wrote:

      hin und wieder verhält er sich dermaßen außerirdisch, dass man jeden Zweifel über seine geistige Behinderung über Bord wirft.
      :m(: Das ist wirklich peinlich. Ich werde den Film boykottieren (hätte ich aber eh gemacht).

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    • Ach ja... so ein Film also. :m(: Rainman hin oder her, richtig ernst genommen wird da ja keine Behinderung und es trifft (zum Glück?) nicht nur Aspies. Ob ich das gut oder schlecht finden soll, weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall kein Film, den ich unbedingt sehen muss.
    • Laut der Beschreibung werden die beiden (!) Autisten von Axel Stein und Jan Hendrik Stahlberg gespielt. Also von zwei Profischauspielern und meines Wissens ist keiner von beiden Autisten.
      Die Schauspielerin Franzi hat natürlich wirklich Down-Syndrom und heißt Luise Wollisch. Die Schauspielerin von Magda ist nicht blind.
      "Igitt, die Muse hat mich geküsst." ~ ein autistischer Künstler
    • Vom Trailer bin ich auch nicht begeistert, aber ich erwartete mir von Anfang an einen derben, anspruchslosen Klamauk. Einige Gags aus dem Trailer könnten im richtigen Kontext gut funktionieren, wenn sie mehr sind, als nur Holzhammerhumor.
      Aber ich sehe das Casting aus einem anderen Blickwinkel positiv: Hier kann sich eine Schauspielerin mit Down-Syndrom behaupten. Einem Autisten wäre die Chance auch angeboten worden. Damals, als der Castingaufruf im Forum gepostet wurde, war ich zu unsicher und nicht ernst genug bei der Sache. So brach ich das Casting ab. Mich hätte die Arbeit beim Film gereizt und ich weiß nicht, ob ich jemals wieder so eine Chance bekommen würde.

      @Ginkgo: Daran dachte ich wegen der Handlung auch.
      "Igitt, die Muse hat mich geküsst." ~ ein autistischer Künstler
    • Also ich finde den Trailer ziemlich komisch und kann mir nur vorstellen das der Film am Ende bis 800.000 Besucher im Kino hat, wenn überhaupt.

      Eine Chance auf Kleindarsteller oder Komparse ist aber in der Regel groß und ich spreche aus Erfahrung. War bereits 10 mal als Komparse in Serien und Filmen dabei. Das gute daran: ich hatte 7 Stellen dabei, wo in Häusern gedreht wurden, wo es wegen Dreharbeiten immer Still sein musste
    • Ein Autist hätte sich auf diese Rolle, so wie sie sich jetzt heraus gestellt hat, auch nicht eingelassen.
      Da haben wir dann die Antwort, weshalb keine Autisten autistische Figuren darstellen.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Ich sah den Film gerade im Kino und mir gefällt er sehr gut.

      Den Umgang mit dem Thema Behinderung finde ich sehr feinfühlig. Besonders über Rollstuhlfahrer gibt es viele Details, die realistisch wirken, anstatt auf Witze abzuzielen. Die Darstellung von Autismus finde ich auch gut. Axel Stein hat sich viel Mühe gegeben. Ob Jan Henrick Stahlberg auch viel zu tun hatte, kann ich nicht sagen. Einerseits ist die Rolle eines stummen, ruhigen Autisten monoton, andererseits muss er die Kleinigkeiten doch hinbekommen und in einer Jahrmarktszene hatte seine Figur offenbar einen Shutdown! Sonst sind es in Filmen oft Meltdowns. Ich frage mich, wie viele Leute aus dem Publikum überhaupt gewusst haben, was in dieser Szene gerade passiert.

      Was die anderen Qualitäten des Films angeht: Technisch auf hohem Niveau. Viele Witze finde ich lustig und die meisten von ihnen sind außerdem gut konstruiert. Einzige Szenen sind sehr spannend. Das finde ich interessant, weil der Film daher weniger auf Tragik setzt. Die gibt es zwar auch und nach gängigem Muster (geläuterte Hauptfigur), wird aber nicht so penetrant emotional behandelt.

      P.S.: Auf dem YouTube Kanal von Leidmedien gibt es einige Interviews zum Film. Ich habe sie noch nicht gesehen. youtube.com/user/sozialhelden/videos
      "Igitt, die Muse hat mich geküsst." ~ ein autistischer Künstler

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