Autist für Filmrolle gesucht

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    • Tuvok wrote:

      Rainer wrote:

      hin und wieder verhält er sich dermaßen außerirdisch, dass man jeden Zweifel über seine geistige Behinderung über Bord wirft.
      Autismus ist keine geistige Behinderung.


      Genau das war der Punkt den ich auch kritisiert habe. Wobei ich mir bei Kanner-Autisten nicht sicher bin. Gelten da manche nicht auch als geistig UND seelisch behindert? Weil da teilweise auch Intelligenzminderung vorkommen soll, soweit ich weiß. Ich weiß es allerdings nicht genau.

      Aber Asperger gilt sicher nur als seelische Behinderung.
    • Tuvok wrote:

      Rainer wrote:

      hin und wieder verhält er sich dermaßen außerirdisch, dass man jeden Zweifel über seine geistige Behinderung über Bord wirft.
      Autismus ist keine geistige Behinderung.


      Genau das war der Punkt den ich auch kritisiert habe. Wobei ich mir bei Kanner-Autisten nicht sicher bin. Gelten da manche nicht auch als geistig UND seelisch behindert? Weil da teilweise auch Intelligenzminderung vorkommen soll, soweit ich weiß. Ich weiß es allerdings nicht genau.

      Aber Asperger gilt sicher nur als seelische Behinderung.

      Außerdem gilt "Der Mensch ist nicht behindert - er WIRD behindert (von etwas/jemand)". Zumindest nach einer Definition die ich mal gefunden habe^^
    • Ein weiteres Beispiel für "Autism sells". Wer als Filmemacher heute hip sein will, muss irgendwie einen Autisten einbauen, der dann für die Lacher sorgen kann.

      Bin mal gespannt, welche Störung das nächste Lieblingskind der Filmindustrie wird.
    • Sparky wrote:

      Es ist fraglich ob sich ein sehr offensichtlich behinderter Autist, der in einem Heim lebt (so habe ich verstanden soll die Rolle sein?) von jemandem spielen lässt, der hochfunktional ist.
      Umgekehrt hätte ich wesentlich mehr Zweifel... :d
      Glücklich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht.
    • Ich gebe zu, genau über die angesprochenen Stellen bin ich auch
      "gestolpert". Da hatten wir wirklich schon Produktionen, die mit etwas
      mehr kritischem Sachverstand und Sinn für realistische Darstellung und
      Kontext an ihr Thema herangegangen sind. Wobei ich hier auch nur von den
      paar Zeilen ausgehen kann, die uns diese Casting-Leute geschrieben
      haben; gut möglich, dass die da noch ein Stück "naiv-ahnungsloser" sind
      als etwa der Regisseur und mit ihrer "locker-flockigen" Art gleich mal
      in diverse Autismus-Fettnäpfchen gerannt sind.


      Aber selbst wenn auch die "Macher" des Films ebenso drauf sein sollten:
      Wer immer jetzt von unseren Leuten die Herausforderung annimmt, diese
      Rolle zu übernehmen, hat damit ja auch die Chance, diese Leute etwas
      aufzuklären und z.B. zumindest bei besonders klischeebehafteten Szenen
      könnte er sagen: Nee, so kann ich das auf keinen Fal darstellen, das hat
      mir Autismus in der Realität überhaupt nix zu tun. In den (zugegeben
      seltenen) Fällen, in denen Autist/innen zumindest in beratender Funktion
      hinzugezogen wurden, konnten die teilweise tatsächlich korrigierend
      eingreifen. Natürlich muss zumindest die Grundrichtung des Films
      stimmen; wenn das Skript derart danben ist, dass die besten Bemühungen
      eines autistischen Schauspielers das nicht retten können, dann kann ich
      eine Mitwirkung auch nicht empfehlen. Aber schauen wir doch erstmal,
      inwieweit man das in unserem Sinn beeinflussen kann. Von vornherein
      immer nur zu sagen: Hat eh keinen Sinn, die werden sowieso ihre
      verzerrte Sicht durchsetzen, ich denke, so wird man nie was ändern.
      Bin selbst auch weiß Gott nicht immer glücklich über alles gewesen, was
      in den Interviews und Filmen gesagt und dargestellt wurde, an denen ich
      beteiligt war (gut, waren meist Dokumentationen, kann man nicht 1:1
      vergleichen), aber trotzdem denke ich, dass es wichtig war, dass ich
      diese Gelegenheiten genutzt habe. Also, ich sehe das als Chance, sich
      zumindst genauer anzuschauen, wie das aussehen soll; wenn man dann das
      Gefühl hat, als Schauspieler mit dem Skript den Autisten keinen guten
      Dienst leisten zu können, kann man ja immer noch aussteigen.
    • Aspies sind weder geistig behindert noch besteht Hoffnung auf Genesung.
      Da kann man ja gespannt sein, was bei dem Film für ein Bild von "dem Autisten" gezeichnet wird.
      Ich befürchte das geht ziemlich daneben.
      "Spontanität will gut überlegt sein." | "Das Problem sind die Normalen."
    • Löblich finde ich diese Idee zwar, aber ich glaube es wird schwer sein jemanden zu finden der diese Rolle spielen kann, denn irgendwie kann man ab besten noch sich selbst spielen.
      Viele (nicht alle) mit Autismus sind am besten wenn sie sich selbst spielen dürfen, also so wie sie wirklich sind.
      Es ist eh schon schwer genug sich zu verstellen und anderen gerecht zu werden.

      Ich selber mag Rollenspiele zwar aber hab nicht die körperlichen Eigenschaften mit 1,68m und eher etwas dicklicher art. (Nur als beispiel) obwohl ich durchaus gerne Rollenspiele mache oder machte (hatte bisher kaum mehr Gelegenheit dazu gehabt).

      Und wie jemand oben schon beschrieben hat, das ist teuer und nicht viele können das finaziell überhaupt. Die Herumreiserei und so, wenn man da keinen hat in der familie der einen wärend dem Dreh betreut und hin und her fährt und das finaziell stämmt, wird das kaum möglich sein nehme ich mal an. Außer man wohnt vielleicht in der Nähe von München und so wo der Film wohl gedreht werden soll?

      Man erfährt so auch nicht wirklich viel über die Figur Michi außer das er scheinbar manchmal aufgesetzt wirkt und dann wieder wie er ist was aber völlig unnormal im Vergleich eines normalen Menschen ist. Aber solange dieser "Autist" als Figur nicht wieder ein wandelnder Taschenrechner ist würd ich mir den Film sogar gern anschauen, weil die Story finde ich interesannt.

      Ich muss aber auch nochmal betonen das Autismus keine "Krankheit" ist die man heilen kann.
      Man kann nur versuchen den betroffenen Menschen in einen gängigen Alltag zu integrieren mit menschen (Nicht-autisten) die verständnisvoll und rücksichtsvoll sind und sich ebenfalls darauf einlassen.
      Was ja leider oft der Grund für ein Scheitern ist (nicht mal der Autist selbst dran schuld ist das er ausgegrenzt wird).

      Mein Tipp an den Filmemacher:
      Bitte versucht nicht eine Rolle auf einen Autisten zu schneidern, sondern sucht nach jemandem der vielleicht vom Charakter her Eurem Bild entspricht und lasst den sich selbser spielen.
      Ist vielleicht autentischer und so lange er in der Lage ist Texte zu lernen und die so wieder geben kann das die gewünschte Stimmung dabei rüber kommt sollte das passen.

      Es gibt doch oft so Castings, da wird eine Szene vorgegeben mit Text und man kann dann sich versuchen da reinzufühlen und das dann spielen.
      Das sollte man hier vielleicht auch einfach mal versuchen und dann die Leute dazu einladen und vorsprechen lassen.
    • "Wenn er mit seinem Kopf in eine Wand donnert, soll das eine gewisse beunruhigende Wucht haben."

      :irony: So, dann geh ich jetzt mal wie jeden Abend in den Keller, um mit dem Kopf mit einer gewissen beunruhigenden Wucht gegen eine Betonwand zu donnern. :irony:
      "Spontanität will gut überlegt sein." | "Das Problem sind die Normalen."
    • fleischwurstgesicht wrote:

      "Wenn er mit seinem Kopf in eine Wand donnert, soll das eine gewisse beunruhigende Wucht haben."

      So, dann geh ich jetzt mal wie jeden Abend in den Keller, um mit dem Kopf mit einer gewissen beunruhigenden Wucht gegen eine Betonwand zu donnern.
      Viel Spaß mit der Betonwand. :fun:
      Hat das nicht immer eine "beunruhigende Wucht", wenn man mit dem Kopf gegen eine Betonwand donnert?
      Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anderswerden, wenn es besser werden soll. (Georg Christoph Lichtenberg)
      Veränderungen führen deutlich öfter zu Einsichten, als dass Einsichten zu Veränderungen führen. (Milton H. Erickson)
      Morgen werde ich mich ändern, gestern wollte ich es heute schon. (Christine Busta)
    • fleischwurstgesicht wrote:

      So, dann geh ich jetzt mal wie jeden Abend in den Keller, um mit dem Kopf mit einer gewissen beunruhigenden Wucht gegen eine Betonwand zu donnern.
      Würdest Du meinen Teil der Übung für mich mitübernehmen?

      Nach "rainman" kann es keinen Film über Autisten mehr geben.
      Ich falle aus allen Gründen, außer männlich, durch das Raster, von daher kann ich jetzt über die saueren Trauben nur so lästern. Wenn es dem Esel zu wohl geht, geht er in ein casting.
      vlt. wird ja mal ein Zebrahinterteil gebraucht oder RTL entdeckt die Autisten, die dann kollektiv den Kopf an die Wand knallen, für eine ihrer Schwachsinnssendungen und statt zum Esel macht man sich zum Affen.
      Anschließend schaut einem die Super-Nanny fachmännisch ins Gebiss und erklärt, in welchem Hirnlappen der Defekt zu suchen ist und das meistenteuls keine Gefahr von denen ausgeht...
      Das unsinnigste Bauwerk ist die Friedhofsmauer. Wer drinnen ist, kommt nicht raus und wer draußen ist, möchte nicht rein.
    • Palinurus wrote:

      (...)

      Bin mal gespannt, welche Störung das nächste Lieblingskind der Filmindustrie wird.
      Als nächstes werden die Borderliner viell. wieder fällig (rw)- weil - 'wer hat Angst vor Virginia Woolf' ist dann doch schon arg lange her ... :d

      Edit: Wenn ICH meinen Kopf anlässlich diverser Trash-Sender an die nächste Betonmauer haue, hat das definitiv nur noch 'ne äußerst beruhigende Wirkung auf mich... ;)
    • Coocy wrote:

      Wenn ICH meinen Kopf anlässlich diverser Trash-Sender an die nächste Betonmauer haue, hat das definitiv nur noch 'ne äußerst beruhigende Wirkung auf mich...
      Ach so, du donnerst so kräftig dagegen, dass du die nächsten 3 Stunden nicht mehr aufwachst. :fun:
      Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anderswerden, wenn es besser werden soll. (Georg Christoph Lichtenberg)
      Veränderungen führen deutlich öfter zu Einsichten, als dass Einsichten zu Veränderungen führen. (Milton H. Erickson)
      Morgen werde ich mich ändern, gestern wollte ich es heute schon. (Christine Busta)