Baron-Cohen: Neurodiversity – a revolutionary concept for autism and psychiatry

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    • Mein Gefühl sagt eigentlich, dass das Wort "Störung" in der deutschen Medizin eher weniger verwendet wird. Man bleibt glaube ich eher bei "Syndrom". Ich denke weil Störung viel mehr nach "kaputt", und damit sehr negativ, klingt.
      Und "Disorder" wird im Englischen häufig auch anders verwendet als "Störung" im Deutschen. Im Deutschen hat eine Maschine eine "Störung", im Englischen aber eher keine "Disorder" (vielleicht eher malfunction oder fault oder irgendwas anderes, was in meinem Wortschatz gerade nicht auftaucht).
      Von daher ist das Begriffs-Problem, welches im Artikel diskutiert wird, wahrscheinlich eher nicht 1:1 aufs Deutsche übertragbar. Aber wir haben mit Sicherheit eigene.
    • shnoing wrote:

      wie häufig wird im Deutschen in diesem Kontext "Störung" verwendet (statt "Behinderung" usw.)?
      Gegenfrage: welchen Kontext meinst du denn genau?
      In medizinisch-psychologischen Kontexten wird man Autismus meist als Störung bezeichen, um sich abzugrenzen
      a) von einer Krankheit und
      b) von autistischen Zügen ohne Krankheitswert.
      In sozialrechtlichen Kontexten wird man Autismus korrekt als Behinderung bezeichnen.

      vara wrote:

      Mein Gefühl sagt eigentlich, dass das Wort "Störung" in der deutschen Medizin eher weniger verwendet wird.
      Alles, was in ICD10 unter F00 bis F99 gelistet ist, wird als Störung bezeichnet. In der Fachsprache der Mediziner ist das die genaue Entsprechung für das englische 'disorder'.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Ich meine schon medizinische Forschung. Also das, wo auch SBC unterwegs ist.
      Ich frage deswegen, weil die Bezeichnung ja auch "hochfunktionaler Autismus", "Asperger-Syndrom" oder "frühkindlicher Autismus" usw. sein kann. Die "Autismus-Spektrums-Störung" ist ja wohl eine Neuschöpfung.
      Ich denke schon auch, dass allein die Verwendung von "Störung" beim Sprechen die Sicht auf das Phänomen beeinflusst.
    • shnoing wrote:

      Ich meine schon medizinische Forschung. Also das, wo auch SBC unterwegs ist.
      Ich frage deswegen, weil die Bezeichnung ja auch "hochfunktionaler Autismus", "Asperger-Syndrom" oder "frühkindlicher Autismus" usw. sein kann. Die "Autismus-Spektrums-Störung" ist ja wohl eine Neuschöpfung.
      In der medizinischen Forschung ist der Fachausdruck "Störung" schon gebräuchlich. Insbesondere sprach man man ja auch vor der "Neuschöpfung" der Autismus-Spektrum-Störung von tiefgreifender Entwicklungsstörung.
      Auch, wenn man es "hochfunktionaler Autismus", "Asperger-Syndrom" oder "frühkindlicher Autismus" ändert das nichts daran, dass es keine Krankheiten, sondern Störungen sind.
      Störungen gibt es übrigens nicht nur in der Psychiatrie. Auch z.B. Hypertonie ist im medizinischen Sinne keine Krankheit sondern eine Störung, die ganz verschiedene Ursachen haben kann.
      Prof Tebartz van Elst hat es mal so erklärt, dass 'Störung' ein Sammelbegriff ist. Eine Störung iliegt immer dann vor, wenn bestimmte Merkmale stark vom Durchschnitt der Allgemeinbevölkerung abweichen und dadurch klinisch relevante Beeinträchtigungen verursacht werden. Das Merkmal kann der Blutdruck sein (Hypertonie) oder auch die soziale Kommunikation und Interaktion (Autismus).

      shnoing wrote:

      Ich denke schon auch, dass allein die Verwendung von "Störung" beim Sprechen die Sicht auf das Phänomen beeinflusst.
      In der englischsprachigen Fachliteratur findet man ja schon häufig die Formulierung 'autism spectrum condition' anstelle von 'autism spectrum disorder'. Eine gebräuchliche deutsche Übersetzung dafür ist mir nicht bekannt.
      Möglicherweise ist das Wort "Störung" also im Deutschen sogar noch weiter verbreitet als das englische "disorder".
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Tuvok wrote:

      Alles, was in ICD10 unter F00 bis F99 gelistet ist, wird als Störung bezeichnet. In der Fachsprache der Mediziner ist das die genaue Entsprechung für das englische 'disorder'.
      OK - man sieht, dass die Psychiatrie eindeutig nicht mein Fachgebiet ist. Da war mein Gefühl von den anderen Fachgebieten falsch.
    • vielen Danl für diesen link.
      diese Stelle war für mich sehr erhellend
      Display Spoiler

      Let us move to the neural level: Here we see plenty of evidence that the autistic brain is different to the typical brain, but one would be hard pushed to pinpoint an example of brain disorder in autism. At the structural level, we see that some regions of the autistic brain (such as the amygdala, at least in childhood) are larger, and others (such as the posterior section of the corpus callosum) are smaller. But differences in size do not add up to evidence for disorder. Volumetric studies of the whole brain in autism sometimes also show early brain overgrowth, but all of these are signs that the autistic brain is developing differently to the typical brain – not direct evidence for neuropathology. Postmortem studies of the autistic brain reveal a greater number of neurons, for example in the frontal lobe, suggesting that there may be reduced apoptosis in autism, but even this – if we are being careful with our language – is evidence for a different pattern of brain development, rather than a necessary sign of disorder.
      At the level of the single neuron, Tang et al. (2014) found an increased number of dendritic spines in autistic neurons, compared to the typical neuron, again reflecting possible reduced apoptosis in autism, and resulting not only in more neurons but also more synapses and connections between neurons in the autistic brain. Some now regard autism as best characterised as a difference in neuronal connectivity – the brain is wired differently – but again no clear evidence of dysfunction or disorder.

      Es schient wohl tatsächlich einige etwas andere Biologie vorhanden zu sein, WIE sich diese dann jedoch auswirkt, hängt dann wieder davon ab, in welchem Umfeld man aufwächst und was man so erlebt. Und das kannn dann sehr unterschiedlich sein. Ncht jeder mit Anlage zu vielen Muskeln wird später Ringer oder siegt auch nur im Armdrücken
      Liebe braucht Mut