Dinge wörtlich nehmen oder nicht verstehen

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    • Dinge wörtlich nehmen oder nicht verstehen

      Kennt sowas ähnliches auch ?

      Ist schon eine Weile her da war ich mit dem Auto unterwegs und wurde bei einer Polizeikontrolle rausgewunken. Ein Polizist klopfte an die Scheibe, ich ließ sie runter und der Polizist fragte
      „ haben sie Führerschein und die Fahrzeugpapiere dabei“ . Ich sagte ja. Kurze Zeit später wurde die Laune des Polizisten deutlich schlechter und er maulte mich an „fahrens weidda“. Ich bin weiter gefahren und überlegte warum der Polizist so reagiert hatte und so sauer geworden ist. Dann ist mir eingefallen „achso, der wollte die Papiere sehen“. Ich hatte ihm die Dokumente nicht ausgehändigt, schließlich hatte er ja nur gefragt ob ich sie dabei habe. Ich hatte mich nach meinem Empfinden korrekt verhalten. Ich saß also im Auto und wartete auf Anweisungen, wähernd der Polizist :frown: vorm Auto stand mich ansah und auf die Papiere wartete. Der Polizist hatte das als Provokation empfunden, so als würde ich seine Autorität nicht akzeptieren.

      Ein Missverständnis weil ich situativ manchmal nicht einschätzen kann was andere von mir wollen. Rückblikend ist das natürlich total lächerlich, aber ich hab das in dem Moment tatsächlich nicht kapiert. Solche Dinge passieren mir in regelmäßigen Abständen immer wieder. Und das sind dann nur die Sachen die mir hinterher auffallen. Oft reagieren Leute gereizt und verärgert auf mich und ich weiß nicht mal warum. Dass man dadurch verunsichert wird ist nachvollziehbar, denke ich.

      Noch ein Beispiel: Von meinem vorigen Arbeitgeber. Dort war ein LKW langfristig wegen Defekt ausgefallen. Deswegen musste ein langer Sprinter mit Doppelachs- Anhänger als Ersatz genommen werden. Weil ich „der Neue“ in der Spedition war musste ich den fahren. Mit sowas in der Innenstadt auszuliefern ist kein Vergügen. Es war Sommer und an einem Tag gab es ausnahmsweise mal nix zu tun. Damit man nicht während der Arbeitzeit faul in der Sonne sitzt sollten die LKW von innen gesäubert werden. Ich machte den LKW eines krankgeschriebenen Kollegen sauber. Während der Kollege krankgeschrieben war konnte ich den LKW fahren und den Sprinter stehen lassen. Die Karre sah von innen aus wie Sau. So als ob der Kollege dort eingezogen wäre, ein fahrender Mülleimer. Um den von innen sauber zu bekommen packte ich den ganzen Krempel in einen großen Karton. Ich wusste dass der Kollege am nächsten Tag wieder kommt. Ich stellte den Karton hinter die Eingangstür der Spedition, so dass er seine Sachen sofort sehen und mitnehmen konnte. Ich hab einfach alles in den Karton reingepackt da ich ja nicht wusste was er davon noch braucht. Ich dachte nicht daran dass der Speditions-Chef natürlich auch jeden Tag durch diese Tür geht ! Der sieht also den Karton mit dem ganzen Müll da drin 8o . Er erkannte wem das gehörte und er wusste wer den LKW sauber gemacht hatte. Die Folge: ICH durfte ab sofort den LKW fahren. Der Kollege der seit Speditionsgründung dabei war musste ab sofort den Sprinter mit Hänger nehmen. Mir wurde Hinterlist und boshafte Planungsweise unterstellt. Doch ich hatte mir absolut nix dabei gedacht. Der Kollege mit dem ich mich vorher gut verstanden habe war zum Feind geworden.

      Rückblickend finde ich sowas eher lustig als bedrückend. Wie geht ihr mit solchen Situationen um wenn ihr solche Fehler bemerkt ?

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    • Ein aktuelles Beispiel, wo ich gern mal wüsste, wie ihr das verstehen würdet. Ich gucke gerade auf einer Homepage eines Arbeitgebers nach offenen Stellen und sehe, es gibt einen Punkt "Anstellungsbedingungen" - da kann man drauf klicken und da erscheinen dann Informationen dazu.

      Ich will mal wissen, was würdet ihr unter diesem Punkt "Anstellungsbedingungen" erwarten, was da aufgeführt ist?
    • Noch zur Präzisierung. Dieses "Anstellungsbedingungen" ist nicht Bestandteil einer speziellen Stellenanzeige. Es gibt die Rubrik "Arbeiten bei Fa. XY", dort befindet sich der Unterpunkt "Offene Stellen", und eben auch der Unterpunkt "Anstellungsbedingungen".
    • Question Mark wrote:

      Rückblickend finde ich sowas eher lustig als bedrückend. Wie geht ihr mit solchen Situationen um wenn ihr solche Fehler bemerkt ?
      Also, wenn sowas passiert dann läuft das bei mir eher so ab:
      "Hast du X, Y dabei?"
      Ich: "Ja"
      "Kannst du es bitte..."

      "Kannst du...?"
      Ich: "Ja"
      "Würdest du dann bitte...?"

      Mich wundert es immer wieder aufs Neue, wie unterschiedlich die Menschen doch in ihrem Umgang sind.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Lefty wrote:

      Noch zur Präzisierung. Dieses "Anstellungsbedingungen" ist nicht Bestandteil einer speziellen Stellenanzeige. Es gibt die Rubrik "Arbeiten bei Fa. XY", dort befindet sich der Unterpunkt "Offene Stellen", und eben auch der Unterpunkt "Anstellungsbedingungen".
      Es könnte sich auch um Vergünstigungen handeln, die die Firma anbietet.
      Jobticket, 13. Gehalt, Rabatte bei bestimmten Firmen... :roll:
      Man kann von hunderten Leuten umgeben sein und sich wie der einsamste Mensch der Welt fühlen. Und man kann allein auf einer einsamen Insel sein und sich kein bisschen einsam fühlen, weil man weiß, dass es da draußen jemanden gibt, der einen versteht...
    • als erstes ploppte mir ein Schild mit "Bedingungen, um sich anstellen zu dürfen" auf. Aber mein Verstand tadelte dies und sagte, es ist ein Fachbegriff für Bewerber: Voraussetzungen, die man von Grund auf erfüllen muss, um eine Chance zu haben.
    • Dann kläre ich mal auf. Ich hab auch gedacht, dass es um Bedingungen geht, die der Arbeitnehmer erfüllen muss (fand das aber gleichzeitig merkwürdig, so als allgemeinen Abschnitt - innerhalb einer Stellenanzeige ist es ja klar, dass da steht, welche Anforderung er erfüllen muss, aber dass es grundlegende Bedingungen gibt, die man erfüllen muss, wenn man für diesen Arbeitgeber arbeiten möchte, fand ich seltsam).

      Tatsächlich verbarg sich unter diesem Punkt, was man alles für Vorteile hat, wenn man für den Arbeitgeber arbeitet. Also was dieser einem zu bieten hat - unter welchen Bedingungen man dort arbeitet.