Bericht vom Diagnosegespräch plus Frage

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    • Palinurus wrote:

      Ich denke, die Frau wollte den Threadstarter nur provozieren, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand, der zuvor in der Uniklinik Köln Diagnosen erstellt hat, derart dilettantisch vorgehen würde
      Jemanden im Diagnosegespräch auf so eine Art und Weise provozieren zu wollen ist auch dilettantisch.
      Ich bin der Meinung dass es das Beste war zu gehen (hätte ich auch gemacht), das ist nun natürlich eine anstrengende Situation weil es sicherlich nicht so einfach ist zeitnah einen anderen Diagnosetermin zu bekommen aber das lässt sich nicht ändern.


      Question Mark wrote:

      Hat jemand von Euch bei den Diagnosegesprächen schon mal ähnliches erlebt ?
      Ich wünsche Dir dass es beim nächsten Mal professioneller zugeht, meine Erfahrungen mit der Diagnose waren gut, das hilft Dir nun leider auch nicht weiter denn die Diagnose wurde in Harburg gemacht.
    • Manche Autisten haben im Laufe ihres Lebens so gute Kompensationsstrategien entwickelt, dass sie sie auch während einer Diagnostik nicht ablegen können. Deshalb versuchen Diagnostiker, diese 'Maske' durch Kompensation zum Fallen zu bewegen, indem sie z.B. auf die eine oder andere provozieren, um den Patienten damit aus dem Konzept zu bringen und damit seine autistischen Verhaltensweisen hervorzulocken. Das ist bei manchen Diagnostiker ein übliches Prozedere.

      Happy to be wrote:

      Was aber deutlich ist, Diagnose ist KEIN Schonraum.
      Naja, ich denke, man kann es trotzdem aushalten. Haben andere auch geschafft. Wenn man sich mit seiner innersten Persönlichkeit auseinandersetzen muss, ist das eben oft kein Kindergeburtstag. Darüber sollte man sich im Klaren sein, wenn man in die Diagnostik geht.
      Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren findet, der ihn versteht.
      (Friedrich Nietzsche)
    • Mh. Ich überlege mir gerade stark, ob ich die 100km nach Köln überhaupt fahre zur Diagnostik irgendwann.
      Ich werde die Diagnostik eh schmeissen, wenn man mit mir so vorgeht.
      Entweder aus Stress oder, wenn ich ruhig bleiben kann, schnell feststelle, dass das der Typ Arzt ist, mit dem ich nicht klarkomme (ein fordernder Arzt, der recht aggressiv Fragen stellt ist bei mir ein großer fearfactor und dann mache ich dicht und rede nicht mehr und gehe einfach).

      Wenn ich so die ganzen threads hier lese, so wichtig ist mir das dann doch nicht, eine Diagnose zu bekommen, dass ich den Stress auf mich nehmen würde.
    • Palinurus wrote:

      Manche Autisten haben im Laufe ihres Lebens so gute Kompensationsstrategien entwickelt, dass sie sie auch während einer Diagnostik nicht ablegen können. Deshalb versuchen Diagnostiker, diese 'Maske' durch Kompensation zum Fallen zu bewegen, indem sie z.B. auf die eine oder andere provozieren, um den Patienten damit aus dem Konzept zu bringen und damit seine autistischen Verhaltensweisen hervorzulocken. Das ist bei manchen Diagnostiker ein übliches Prozedere.
      Bei mir sind in der Diagnostik auch ein paar Sachen passiert, wo ich nicht sicher bin, ob das Absicht war, oder nur eine Prise Desorganisation. Ich denke aber, dass man die ganze Zeit genau beobachtet wird. So perfekt ist die Kompensation nämlich selten, dass da nicht doch was durchblitzt. Wer aber nicht über ASS Bescheid weiß, kann das was er sieht nicht einordnen, oder Stufe es als belanglose Macke ein. Wenn man aber gründlich hinsieht und die Macken alle auflistet, dann ergibt sich aufeinmal das Bild einer ASS.

      Ich denke, dass ein Abbrechen der Diagnostik und ein Versuch woanders nicht notwendig wäre. Man kann auch auf dem abgebrochenen Gespräch aufsetzen und damit arbeiten. Man muss sich nur drüber klar sein, dass eine Diagnostik (eventuell auch die Zeit danach) ziemlich stressig sein kann. Für mich war insbesondere stressig, dass mir gezeigt wurde, was alles eben nicht so gut funktioniert, wie ich es mir eingeredet habe.
    • TalkativeP wrote:

      Für mich war insbesondere stressig, dass mir gezeigt wurde, was alles eben nicht so gut funktioniert, wie ich es mir eingeredet habe.
      Da sagst du was. In der ersten halben Stunde dachte ich noch, dass es ja gar nicht schlimm ist, dass ich viel zu gut bin, dass ich sicher keine Diagnose bekommen würde - und dann kam der Zusammenbruch, weil ein paar "seltsame" Fragen kurz hintereinander kamen.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Koralle wrote:

      Mh. Ich überlege mir gerade stark, ob ich die 100km nach Köln überhaupt fahre zur Diagnostik irgendwann.
      Ich werde die Diagnostik eh schmeissen, wenn man mit mir so vorgeht.
      Entweder aus Stress oder, wenn ich ruhig bleiben kann, schnell feststelle, dass das der Typ Arzt ist, mit dem ich nicht klarkomme (ein fordernder Arzt, der recht aggressiv Fragen stellt ist bei mir ein großer fearfactor und dann mache ich dicht und rede nicht mehr und gehe einfach).
      Das ist wohl manchmal leider so. Mein Abschlussgespräch in Köln war auch etwas "ruppig". Mehr als eine halbe Stunde verspätet gings los, zudem wurde das Gespräch mehrmals unterbrochen, weil der Arzt telefonieren musste. Der Fragestil kam mir zudem fast "inquisitorisch" und gehetzt vor, ich konnte nicht in Ruhe erzählen, sondern wurde immer wieder auf kritische Punkte "festgenagelt". Es fühlte sich für mich so an, als dass ich mich für meinen Eigenverdacht rechtfertigen müsse.
      Das Erstgespräch war hingegen so ziemlich das Gegenteil- lange Zeit, sich ausgiebig selbst zu erklären, verständnisvolle Nachfragen, gute Erklärungen auf viele meiner Fragen, die sich im Vorfeld "aufgetürmt" haben. Und da man mir dort schon gesagt hatte, dass ich die Diagnose mit großer Sicherheit bekomme, bin ich ziemlich arglos ins zweite Gespräch gegangen und hab dann eben festgestellt, dass es auch völlig anders laufen kann.

      Wahrscheinlich muss man damit leben, dass - wie wichtig einem der eigene Termin auch ist- man nur eine Person von vielen ist und im Klinikalltag eben untergeht. Und wenn die diagnostizierende Person gerade im Stress o.ä. ist, kann natürlich auch da mal die Gesprächsatmosphäre leiden. Schade, aber wohl nicht immer zu vermeiden. Persönlich nehmen würde ich das aber nicht und würde dich auch ermuntern, die Diagnostik trotzdem anzustreben.
    • Ich musste das Gestern erstmal verarbeiten, das hat mich doch stärker getroffen als ich dachte. Da geht man in eine Uniklinik, erhofft sich endgültig Klärung und dann muss man sich von jemandem der das eigentlich besser wissen müsste so einen Schwachsinn anhören. Es wirkte auf mich nicht wie eine Provokation. Sie sagte man könne sich mit mir normal unterhalten, das sei ein Hinweis gegen AS. Das bedeutet im Umkehrschluss dass jede/r Diagnostizierte hier unfähig sein müsste ein gewöhnliches Gespräch zu fühern. O-Ton: " Sie können es ja nochmal wo anders mit einer Diagnose versuchen". Ich denke die wollte mich für dumm verkaufen und loswerden weil die bei ihrer neuen Stelle zu viel Arbeit hat. Da werden dann die sogenannten milden Fälle - also jene die es trotz erheblicher Probleme zumindest zeitweise schaffen nicht aufzufallen - sofort aussortiert. Ich kann nix dafür dass die total überarbeitet ist. Ich habe einen neurologischen Befund der unter Umständen etwas damit zu tun haben könnte (laut Fr. Dr. F. W. hat auch das überhaupt gar nix mit dem Thema zu tun, aber ich weiß es besser - ich kann lesen und hab Internet) und Zweitens war bei mir schon 2006 ein AS Verdacht vorhanden. Ausgestellt von einem Psychologen der sich mit dem Thema auskennt. Ich habe die letzten 11 Jahre versucht das alles zu ignorieren, ich habe darauf gewartet dass es irgendwann besser wird. Aber nichts wird besser. Alles bleibt so wie es schon immer war. Der Witz an der Sache ist ja dass ich mich weder krank noch eingeschränkt fühle, ich aber zweifellos sozial unterbelichtet bin und ich das seit meiner Kindheit ständig kompensieren muss. Das macht mich fertig. Seit Zwei Monaten nehme ich Anti- Depries, Escitalopram. Das Zeug wirkt bei mir leider nicht.
    • Question Mark wrote:

      Sie sagte man könne sich mit mir normal unterhalten, das sei ein Hinweis gegen AS.
      Es ist ein Hinweis, mehr aber auch nicht. Eine ASS-Diagnostik ist nun mal nicht einfach, weil es keine eindeutigen Marker gibt. Lediglich die Masse an Auffälligkeiten ist entscheidend, deswegen heisst es auch häufig x von y Kriterien müssen erfüllt sein.

      Question Mark wrote:

      Zweitens war bei mir schon 2006 ein AS Verdacht vorhanden.
      Dass heißt auch nur, dass es sich lohnen könnte, da mal genauer nachzugucken, weil eine Reihe Auffälligkeiten da sind. Ob es letztlich genug sind, um eine Diagnose zu rechtfertigen, dafür ist die Diagnostik da. Viel macht anscheinend auch das Gespräch aus, das mit einem geführt wird. Da kommt es vielleicht weniger auf den Inhalt an, sondern mehr darauf, wie man es führt. Ist es ein flüssiger Wechsel in der Gesprächsführung? Wie wird auf nonverbale Signale reagiert? Kriegst Du einen zweifelnden Blick mit? Bewertest Du ihn angemessen? Da gibt es Unmengen an Sachen, die eine Rolle spielen können.

      Vielleicht liegt bei Dir ja auch was anderes vor. Es gibt eine ganze Reihe Störungen, die AS ähnlich sind, aber im Gegensatz dazu behandelbar.
    • Willowtree wrote:

      Mein Abschlussgespräch in Köln war auch etwas "ruppig". Mehr als eine halbe Stunde verspätet gings los, zudem wurde das Gespräch mehrmals unterbrochen, weil der Arzt telefonieren musste. Der Fragestil kam mir zudem fast "inquisitorisch" und gehetzt vor, ich konnte nicht in Ruhe erzählen, sondern wurde immer wieder auf kritische Punkte "festgenagelt". Es fühlte sich für mich so an, als dass ich mich für meinen Eigenverdacht rechtfertigen müsse.
      Ich denke, das könnte durchaus Absicht sein, um den Patienten "aus der Reserve zu locken", zu verunsichern. Mir kommt es im Nachhinein so vor. Denn ein ehrlicher Aus- oder Zusammenbruch ist aussagekräftiger als eine mühsam aufrecht erhaltene Fassade.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Ich hatte zunächst auch die LMU zur Diagnostik im Auge - da war aber noch Dr. Schilbach zuständig.

      Kurz vor dem Termin hieß es dann, daß Dr. Schilbach nicht mehr an der LMU ist und es auch keine Autismusambulanz mehr gäbe.
      Daraufhin habe ich mich ans Max-Planck-Institut gewand und dort nun die Diagnostik durchlaufen.

      Im Juni hatte ich allerdings schon gesehen, dass die LMU nun doch mit Fr. Dr. Falter aus Köln weitermacht...

      Ich hatte mein Abschlußgespräch noch nicht und bin auch mehr als gespannt - der ADOS war für mich total merkwürdig und sinnbefreit...

      Das Erstgespräch war bei Fr. Krankenhagen - da sie mir dann den Termin zum ADOS gegeben hat und auf dem MRT-Zettel "Verdacht F 84.5" stand denke ich, trotz meiner gegenteiligen Befürchtung genug Anzeichen gezeigt zu haben. Auch wenn sie mich ebenfalls darauf aufmerksam gemacht hat, dass ich z.B. teilweise Blickkontakt aufnehme...

      Die Termine habe ich übrigens recht schnell bekommen, ca. 3 Wochen nach dem Zurücksenden der Fragebögen war das Erstgespräch, 2 Wochen später MRT und ADOS.

      Vielleicht versuchst Du es mal dort...
      Es ist nicht Dein Job mich zu mögen - sondern meiner...
    • Question Mark wrote:

      Sie könne sich nicht vorstellen dass ich schon so lange alleine lebe.
      Vielleicht hat sie bei dir eher eine schizoide Problematik erkannt?

      Question Mark wrote:

      sie haben für Asperger zu wenig Sozialkontakte

      Question Mark wrote:

      Zudem seien die meisten ihrer spätdiagnostizierten Patienten Verheiratet, würden in Beziehungen leben und hätten ein geregeltes Einkommen.
      Ersteres würde wieder auf die SPS (schizoide Persönlichkeitsstörung) zielen, da Autisten durchaus Sozialkontakte wünschen, oft aber nicht wissen, wie sie sie herstellen oder halten können, Schizoide aber eher glücklich sind, wenn sie keine haben. Das zweite Zitat könnte auch dahingehend gedeutet werden, wenn wir mal statt 'die meisten' eher 'einige' einfügen würden...

      Nur so eine Idee, da die Äußerungen sonst in Bezug auf AS wirklich absolut sinnfrei wären, da es logischerweise viele Autisten gibt, die keine Sozialkontakte herstellen können, keine festen Beziehungen und aufgrund ihrer autistischen Problematik kein geregeltes Einkommen haben.

      Aber da keiner von uns beim Gespräch dabei war, können wir da freilich nur spekulieren.
      Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren findet, der ihn versteht.
      (Friedrich Nietzsche)
    • Patikue wrote:

      Die ganze Situation dort war glaube ich schon eine Prüfung ( warten lassen trotz Termin, umschmeißen der ganzen vorher abgesprochenen Reihenfolge der Untersuchungen inkl. mein Heulkrampf, etc.)
      Kann ich dir natürlich nicht sagen obs Absicht war. Meiner Erfahrung nach aber typisch (also keine Prüfung sondern echtes und nicht nur gespieltes Chaos). Ich war da zwar nicht zur Diagnostik, hatte aber Kontakt zu den Ärzten der Autismusambulanz. Ich war auch dann kurz in der Tagklinik für Störungen der sozialen Interaktion. Das war (in meinem Fall zumindest) auch organisatorisch eine Katastrophe die mich völlig fertig gemacht hat (und das, obwohl sie mir den Übergang eigl leichter hatten machen wollen...).
      Die scheinen da wahnsinnig im Stress zu sein.


      Question Mark wrote:

      Der Witz an der Sache ist ja dass ich mich weder krank noch eingeschränkt fühle, ich aber zweifellos sozial unterbelichtet bin und ich das seit meiner Kindheit ständig kompensieren muss. Das macht mich fertig. Seit Zwei Monaten nehme ich Anti- Depries, Escitalopram. Das Zeug wirkt bei mir leider nicht.
      Das tut mir leid. Allgemein auch dein Erlebnis. Bei der Diagnostik hab ich sowas zum Glück (!!!) nicht erlebt, aber woanders. Es war grauenhaft, besonders, wenn man eh schon depressiv ist.
      Ich sehe es als absolut fahrlässig an, wie manche Diagnostiker / Psychiater mit den Patienten umgehen. Eine Diagnostik ist schwer genug, die Leute sind oft sowieso schon psychisch angeschlagen... und kommunikative/sozial-interaktive Probleme (sind dahingehend also weniger belastbarer, egal ob nun ASS oder andere Gründe)...

      Man sollte sich von einem Arzt ernstgenommen fühlen. Auch sollte man respektvoll behandelt werden.
      Wenn das nicht gegeben ist, gehe doch lieber woanders hin.


      Happy to be wrote:

      Oder anders, die Diagnose ist wiie beim Röntgen. Es wird durchleutet, was da ist. Alles weitere kommt erst hinterher.
      Und wie überall gibt es eben gute sensible Diagnostiker und welche, die nicht so gut sind.

      Auch auf Röntgenbildern wird ja öfter was übersehen oder fehlgedeutet.
      Es erinnert mich ehrlich gesagt nicht an Röntgen... sondern so, als würde jmd mit dem Verdacht auf ein gebrochenes Bein kommen, und der Arzt dann sagen: "Rennen Sie mal den Gang hinauf, damit ich sehen kann, ob ihr Bein wirklich nicht funktioniert".
      Imho fahrlässig, und erniedrigend noch dazu.
    • Vielleicht hatte die Ärztin wirklich einen schlechten Tag und eine unglückliche Formulierung gewählt, die bei dem wortwörtlichen Verständnis, das den Autisten nachgesagt wird, mehr Unverständnis auslöst als dies gewollt war.(reine Spekulation)

      Wäre es eine Möglichkeit dort nochmals nachzufragen und nach einen zweiten Termin zu bitten, schließlich war das Gespräch noch nicht beendet und durch die Überforderungssituation abgebrochen worden.

      Ich habe meine Diagnose auch erst bei dem Abschlusstermin erhalten, dort wurden mir dann auch Dinge erklärt, die nicht ganz so typisch für AS sind aber ich mich dennoch im Spektrum befinde. Es ist eben die Gesamtheit der Symptome, die für die Diagnose ausschlaggebend sind.

    • Vielleicht habe ich mich etwas zu drastisch ausgedrückt, ich halte Frau Dr. Falter Wagner für eine freundliche und kompetente Ärztin und möchte hier keinesfalls etwas verallgemeinern, bloß weil in meinem Fall die Diagnose meiner Meinung nach vorschnell und mit fragwürdigen Begründungen erledigt wurde. Sie wird ihre Gründe gehabt haben und diese waren keinesfalls persönlich, also nicht gegen mich gerichtet. Sie sagte mir sogar dass der Gesprächsaufbau genau auf die Diagnosekriterin ausgelegt ist. Es ist natürlich schwer nachzuvollziehen wenn man nicht selbst dabei war. Was ich aber mit Sicherheit sagen kann ist dass es zeitliche Gründe gehabt hat warum das Ganze im Eiltempo durchgezogen wurde und letztendlich gar keine richtige Befragung und Untersuchung stattgefunden hat.


      Palinurus wrote:

      Ersteres würde wieder auf die SPS (schizoide Persönlichkeitsstörung) zielen, da Autisten durchaus Sozialkontakte wünschen, oft aber nicht wissen, wie sie sie herstellen oder halten können, Schizoide aber eher glücklich sind, wenn sie keine haben.

      Mit einer schizodien Persönlichkeitsstörung habe ich mich vor einiger Zeit beschäftigt und schnell erkannt dass es auf mich nicht zutrifft. Der Wunsch nach Kontakt ist da, aber die Fähigkeit fehlt. Alleine fühle ich mich nur deswegen wohler weil ich mich der persönliche Kontakt mit Menschen schnell anstrengt und überfordert. Gerne allein bin ich eigentlich nicht, hätte ich normale Fähigkeiten dann würde ich den Kontakt auf jeden Fall vorziehen.
    • Question Mark wrote:

      Vielleicht habe ich mich etwas zu drastisch ausgedrückt,

      Question Mark wrote:

      Sie sagte mir sogar dass der Gesprächsaufbau genau auf die Diagnosekriterin ausgelegt ist.
      Das passt eher zu der Vermutung, dass das Vorgehen durchaus geplant war. Möglicherweise hat sie gleich am Anfang wenig AS bzw. gute Kompensation gesehen und mit dieser Holzhammer-Methode (RW) versucht etwas herauszukitzeln. Wenn sie dabei durch unglückliche Formulierungen genau bei Dir einen Nerv (RW) getroffen hat, dann kann es durchaus sein, dass Du einige Worte härter empfunden hast, als sie gemeint waren. Eigentlich ein schönes Beispiel dafür, was bei so einer Exploration passieren kann.

      Das ganze ist ja noch sehr frisch. Ich wünsche Dir, dass Du mit ein paar Tagen Abstand es schaffst noch einen Termin mit denen wahrzunehmen und darüber zu reden. Mit Chance konnte man an dieser Extremsituation einiges beobachten, was entweder deutlich für oder deutlich gegen eine ASS spricht. Insofern kann das ein sehr wertvoller Moment gewesen sein, auch wenn er für Dich ganz schrecklich war.
    • Question Mark wrote:

      Vielleicht habe ich mich etwas zu drastisch ausgedrückt, ich halte Frau Dr. Falter Wagner für eine freundliche und kompetente Ärztin und möchte hier keinesfalls etwas verallgemeinern, bloß weil in meinem Fall die Diagnose meiner Meinung nach vorschnell und mit fragwürdigen Begründungen erledigt wurde.
      Ich dachte du hättest die Diagnostik abgebrochen. Dein Diagnoseverfahren war so mit ganz und gar nicht erledigt...
    • Mit dem „ drastisch ausdrücken“ meinte ich meine ersten beiden Einträge. Ich bin eher ein ruhiger und zurückhaltender Typ, möchte nicht dass da ein falscher Eindruck entsteht. Das Gespräch wurde von beiden Seiten beendet weil sich die Ärztin schnell auf eine Meinung festgelegt hat und ich völlig überrascht von den Begründungen war die ich immer noch nicht nachvollziehen kann. Angespannt oder nervös war ich bei dem Gespräch nicht. Es gab für mich keinen Grund dafür weil eine positive oder negative Diagnose für mich keine weiteren Auswirkungen hat. Außer dass ich endlich wissen würde was los ist.

      Ein Rätsel ist für mich die Aussage der Ärztin dass ich viel zu Normal wirke um AS zu haben. Einerseits könnte ich mich darüber freuen doch andererseits hilft mir das kein Stück weiter weil mein Denken und Handeln eindeutig in die Aspie Richtung geht. Ich bin sogar erblich vorbelastet, mein Vater zeigt eindeutige Anzeichen. Andererseits Fragen mich Leute manchmal ob ich verheiratet bin. Ich denke mir dann „was ich ? Macht der Witze ? “ Am Ende geht es doch um die Glaubwürdigkeit. Wie glaubwürdig ist jemand der ein Problem schildert aber man kann es aufgrund fehlender äußerer Merkmale nicht überprüfen.
    • Ich würde wirklich einfach noch mal woanders hingehen. Du quälst dich jetzt schon so lange mit der Frage, was eigentlich los ist, und jetzt ist die Frage ja geblieben... diese Diagnostik hat daran ja einfach gar nichts verändert, also probiere es doch noch mal woanders.
    • Nalc wrote:

      Ich würde wirklich einfach noch mal woanders hingehen. Du quälst dich jetzt schon so lange mit der Frage, was eigentlich los ist, und jetzt ist die Frage ja geblieben... diese Diagnostik hat daran ja einfach gar nichts verändert, also probiere es doch noch mal woanders.
      Da kann ich mich nur anschließen.