Existenzangst / Zukunftsängste

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    • Existenzangst / Zukunftsängste

      Habt ihr auch Angst um Eure Existenz, besonders in der Zukunft?

      Seit ich mich entschieden habe, daß ich weiterleben will, solange es geht, habe ich große Angst vor der Zukunft, Angst um meine Existenz.

      Ich lebe zur Zeit von ALG 2, habe kein nennenswertes Vermögen. Rentenansprüche habe ich bis jetzt fast keine erworben, was auch immer sie in Zukunft einmal wert sein würden.

      Ich hätte gerne mehr Sicherheit für die Zeit, wenn ich einmal nicht mehr arbeiten kann. Aber wie? Ich stoße immer wieder darauf, daß ich dieses Gesellschaftssystem nicht verstehe und in ihm nicht so funktionieren kann, daß es für mich gut ausgeht.

      Ich befürchte ernsthaft, daß es in den nächsten 20 Jahren für so jemanden wie mich kein ALG 2 oder Grundsicherung mehr geben wird. Hetze gegen Arbeitslose ist in Deutschland Volkssport. Das verstehe ich nicht: Wie können so viele Menschen in Deutschland einerseits behaupten, "in Deutschland müsse keiner verhungern" und sich "sozial" geben, gleichzeitig aber lustvoll gegen Arbeitslose und "Sozialschmarotzer" hetzen? Und dann wird immer von einem verlangt, man müsse eine Arbeit, sogar einen "Beruf" haben (was soll das eigentlich sein, ein Beruf?), ohne daß dies je begründet wird.

      Das einzige, was mich in Zukunft retten könnte, wäre 1. ein Vermögen, das sehr klug angelegt sein muß, damit es seinen Wert nicht verliert - das ist schon schwer und gelingt vielen nicht, zumal es auch Glückssache ist oder 2. Menschen, die mich so sehr wertschätzen, daß sie mich durchfüttern können und das auch wollen. Ich habe weder 1 noch 2.

      Wie seht ihr das?
    • risotto wrote:

      Habt ihr auch Angst um Eure Existenz, besonders in der Zukunft?
      Nein. Nicht weil ich reich bin, oder weil ich tolle Lebensumstände samt Job habe - habe ich alles nicht.
      Sondern: Ich kann das nicht: Ich kann nicht in die Zukunft denken, also nicht so weit. Ich kann mir keine echten Zukunftspläne machen, ich bin so fixiert auf die Gegenwart, dass ich mir extrem schwer tu mich mit solchen Fragen auseinander zusetzten.
      Ich werde oft gedrängt: Was willst du machen, wenn das vorbei ist, was willst du dann machen, wenn du das nicht mehr bekommst? Keine Ahnung! Noch ist es ja nicht vorbei und wenn es dann vorbei ist, dann kann ich mich erst wirklich damit befassen.
      Irgendwas läuft da in meinem Gehirn einfach so: Gegenwart - beschäftigungswürdig, existent; Zukunft - existiert die überhaupt? Nö.
      Klingt vl etwas realitätsfern, aber es ist wirklich so, egal wie sehr ich mich bemühe über meine Zukunft nachzudenken...
    • SpFLeedY wrote:

      risotto wrote:

      Habt ihr auch Angst um Eure Existenz, besonders in der Zukunft?
      Nein. Nicht weil ich reich bin, oder weil ich tolle Lebensumstände samt Job habe - habe ich alles nicht.Sondern: Ich kann das nicht: Ich kann nicht in die Zukunft denken, also nicht so weit. Ich kann mir keine echten Zukunftspläne machen, ich bin so fixiert auf die Gegenwart, dass ich mir extrem schwer tu mich mit solchen Fragen auseinander zusetzten.
      Ich werde oft gedrängt: Was willst du machen, wenn das vorbei ist, was willst du dann machen, wenn du das nicht mehr bekommst? Keine Ahnung! Noch ist es ja nicht vorbei und wenn es dann vorbei ist, dann kann ich mich erst wirklich damit befassen.
      Irgendwas läuft da in meinem Gehirn einfach so: Gegenwart - beschäftigungswürdig, existent; Zukunft - existiert die überhaupt? Nö.
      Klingt vl etwas realitätsfern, aber es ist wirklich so, egal wie sehr ich mich bemühe über meine Zukunft nachzudenken...
      Das ist genau die richtige Einstellung!
      Und nein, das ist keine Ironie.
      "Oh my ears and whiskers, how late it's getting!"
    • Ja ich habe auch Zukunfstängste - aber sehe das heute viel positiver als noch vor 3 Monaten.
      Die Tatsache, dass mich die Arbeitsagentur mich in eine längere Maßnahme steckt ist sehr gut, denn dann komme ich aus meiner Arbeitslosigkeit raus endlich. Zumindest für die nächsten 12 Monate muss ich auf der beruflichen Seite keine Sorgen mehr machen. Was danach passiert, darum kümmere ich, sobald die Maßnahme beginnt.

      Privat sieht es dagegen etwas düsterer aus. Die Famile versteht mich immer schlechter, sämtliche meiner bisherigen Freundschaften sind im Sande verlaufen und je länger ich noch keine Beziehung habe... naja, da habe ich Angst zu vereinsamen für das restliche Leben. Auch wenn ich in dem Beruf einsteige und einen Verein beitrete eventuell ist nichts garantiert. Aber versuchen soll man trotzdem :)

      Dir würde ich empfehlen, in einen neuen Beruf wiedereinzusteigen und Hilfe bei der Suche zu holen (Arbeitsagentur zB) - ich wäre ohne deren Hilfe immer noch arbeitslos. Die Firmen haben heute hohe Ansprüche und als Autist ist man sehr im Nachteil, vor allem in Vorstellungsgesprächen.

      The post was edited 1 time, last by GreenstarEleven ().

    • Ich habe große Zukunftsängste und denke eigentlich lieber gar nicht erst ans Morgen, sondern schiebe solche Dinge ganz, ganz weit weg. Ich glaube, wenn ich mich ernsthaft damit auseinander setzen müsste, was in Zukunft sein wird, würde ich das nicht lange aushalten und auf dumme Gedanken kommen. Die Zukunft sieht für mich nämlich sehr düster aus. Ich bin langzeitarbeitslos und werde wohl den Rest meines Lebens von HartzIV/Grundsicherung abhängig sein. Spätestens wenn meine Oma eines Tages mal stirbt, werden meine Mutter und ich hier alles verkaufen müssen. Wenn wir für die Häuser keinen Käufer finden (was nicht unwahrscheinlich ist, denn da müsste einiges dran gemacht werden), wird es darauf hinauslaufen, dass wir irgendwann einen Riesenberg Schulden am Arsch haben und auf der Straße landen oder uns das Haus über dem Kopf zusammenfällt. Mein Traum war es immer, zu arbeiten und von dem verdienten Geld die Häuser in Schuss zu halten, doch wie sagt man immer? Träume sind Schäume. Mittlerweile ist mir klar, dass das mit der Arbeit nichts mehr wird und das ist verdammt bitter und tut verdammt weh. Und dann ist da auch noch die Frage, was mit mir werden soll, wenn meine Oma und meine Mutti eines Tages nicht mehr da sind. Dann bin ich ganz alleine und habe niemanden mehr. Davor habe ich große Angst. :cry:
    • Zukunftsängste kenne ich auch bei mir. Doch ich habe mich jetzt entschlossen nicht zu weit in die Zukunft zu denken und zu planen, sondern nur noch monatsweise Planungen zu machen, da am Ende es meistens
      immer anders kommt wie von mir geplant.
    • Mir geht es auch so.
      Ich habe auch Zukunftsängste.
      Zumal ich Mutter bin.
      Hartz 4 und der Tag gehört dir.
      Wenigstens habe ich so Zeit für mein Leben.

      Zeit ist kostbarer als Geld.
      Ich sehe es als Chance.
      Schwarzer Humor ist wie Essen. Hat nicht jeder.
    • Ich habe eigentlich wenig Angst vor der Zukunft und mache mir auch eher selten Gedanken darüber. Es fällt mir schwer, mir die Zukunft so wirklich vorzustellen, wohl weil alles ja nur auf Spekulation beruht. Was weiß ich, was in der Zukunft sein wird? Wird es noch eine Rente geben? Wird es Deutschland noch geben? Wird es die Welt noch geben?
      Ein Mathematiker könnte mir jetzt zwar vermutlich die Wahrscheinlichkeit unterschiedlichster Szenarien mitteilen, aber 100% werden ganz sicher nicht dabei sein. Die einzige 100%ige Sicherheit ist die, dass das Leben irgendwann mal vorbei sein wird.
      Ein paar wenige Vorkehrungen finanzieller Art habe ich aber trotzdem gemacht. Ausreichend werden die zwar vermutlich nicht sein, aber zu mehr bin ich nicht in der Lage.

      Sollte mein Leben im weiteren Verlauf mal noch so richtig beschissen werden (ich habe ja auch MS, nicht zu vergessen), dann habe ich für mich bereits beschlossen, das Ende gegebenenfalls etwas näher heran zu holen. Diese Option zu haben lässt mich jetzt in der Gegenwart tatsächlich ruhiger und gelassener sein. Eine gewisse Angst besteht nur dahingehend, womöglich nicht mehr in der Lage zu sein, von dieser Option selbst Gebrauch machen zu können, allerdings habe ich die Hoffnung, dass sich da auf Gesetzesebene bis dahin vielleicht noch einiges ergeben wird.
      - Allein unter Menschen -
    • AuM wrote:

      Sollte mein Leben im weiteren Verlauf mal noch so richtig beschissen werden (ich habe ja auch MS, nicht zu vergessen), dann habe ich für mich bereits beschlossen, das Ende gegebenenfalls etwas näher heran zu holen. Diese Option zu haben lässt mich jetzt in der Gegenwart tatsächlich ruhiger und gelassener sein.
      Kann ich gut nachvollziehen! Ich finde die Option "Ich bin dann mal weg" (heißt tot) auch eher angenehm und beruhigend...
    • SpFLeedY wrote:

      Einstellung? Es ist bei mir mehr eine Unfähigkeit bzw. Fähigkeit - je nachdem welche "Seite" man betrachtet...
      Es gibt Menschen die arbeiten verzweifelt auf so eine Einstellung hin und schaffen es nicht.

      Zulunftsängste hatte ich früher. Da war ich auch depressiv. Obwohl eigentlich alles soweit okay war.

      Als die Depression weg war ging es mir finanziell mies. Ich wäre fast auf der Straße gelandet. Wusste nicht was ich tun soll zwecks Job und Arbeit und meiner Sonderlichkeiten. Alleine war ich soundso. Zulunftsängste hatte ich aber keine. Es war mir egal was passiert. Ich habe im Jetzt gelebt.

      Pläne mache ich bis heute keine.Wozu auch es ist sinnlos. Inzwischen geht es mir finanziell gut. Manchmal mache ich mir Sorgen ob ich meinen Job in 10 Jahren noch hab. Oder ob der ein oder andere Teil vom Haus noch bis zur Sanierung stehen bleibt (is von 1890 da fällt schon mal was einfach so um) Aber Zulunftsängste sind das nicht. Das sind kurze Momente zb wenn ich vor der schiefen Mauer stehe. Dann ist es vergessen. Meine Sorgen sind eher konkreter Natur :d "Habe ich eh nichts vergessen Bein einkaufen sonst muss ich nochmal los"

      Ich kann nicht wirklich weit vorausdenken. Nicht so extrem wie @SpFLeedY aber der Gedanke an manches ist viel zu weit weg. Pläne im Bereich 3 - 4 Monate geht. Alles andere ist zu weit weg. Ich habe nicht die geistige Kapazität mich damit zu beschäftigen.
    • Veronika wrote:

      Pingi wrote:

      Hartz 4 und der Tag gehört dir.
      Im Ernst jetzt??
      Ich mach das Beste draus!

      Willst du mich dafür jetzt verurteilen, dass ich mich als Mensch nicht nur über bezahlte Arbeit definiere, sondern mir meinen Alltag so eingerichtet habe, dass ich gut zurecht komme (auch wenn es an vielem fehlt)???

      Immer schön sachte...!

      Ich habe vor Jahren bereits aufgehört mir Schuldgefühle eintrichtern zu lassen, weil ich arbeitsunfähig bin und damit in den Augen der meisten Menschen garkein richtiger Mensch bin.

      Sowas hatten wir vor ~70 Jahren, dass man Arbeitslose so sah.
      Muss ich nicht wieder haben.

      Wer wissen will, was ich getan habe bisher, fragt.
      Wer nicht (99% aller Leute ( verurteilt mich aufgrund der Arbeitslosigkeit eben.

      So what?!
      Schwarzer Humor ist wie Essen. Hat nicht jeder.

      The post was edited 1 time, last by Pingi ().

    • AuM wrote:

      Ich habe eigentlich wenig Angst vor der Zukunft und mache mir auch eher selten Gedanken darüber. Es fällt mir schwer, mir die Zukunft so wirklich vorzustellen,
      Das fällt mir zwar auf Gefühlsebene auch schwer. Gleichzeitig weiß ich aber natürlich um meine schwierige Lebenssituation und habe massive Existenz- und Zukunftsängste. Vielleicht gerade wegen meines schlechten Zeitgefühls, durch das die Vergangenheit, in der meine Situation noch anders und ich viel mehr Chancen, Möglichkeiten und Hoffnungen hatte, mir oft schmerzlich gegenwärtig ist. Zugleich bin ich mir jedoch bewusst, dass das alles vorbei ist und meine Situation sich in Zukunft aller Wahrscheinlichkeit noch verschlechtern wird. Gerade diese Kombination ist problematisch verstärkt meine Ängste sicher.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Finanzielle Ängste habe ich nicht so sehr. Ich merke aber, das mir Sozialkontakte zunehmend schwerer fallen. Vor allem, sie zu pflegen, neben Arbeit etc. Das ging früher besser. Der Gedanke, ganz alleine zu sein, wenn meine Eltern nicht mehr sind, macht mir Angst. Ich bin auch nicht gut darin, andere um Hilfe zu bitten, wenn ich mit etwas nicht klar komme....
    • SpFLeedY wrote:

      risotto wrote:

      Habt ihr auch Angst um Eure Existenz, besonders in der Zukunft?
      Nein. Nicht weil ich reich bin, oder weil ich tolle Lebensumstände samt Job habe - habe ich alles nicht.Sondern: Ich kann das nicht: Ich kann nicht in die Zukunft denken, also nicht so weit. Ich kann mir keine echten Zukunftspläne machen, ich bin so fixiert auf die Gegenwart, dass ich mir extrem schwer tu mich mit solchen Fragen auseinander zusetzten.
      Ich werde oft gedrängt: Was willst du machen, wenn das vorbei ist, was willst du dann machen, wenn du das nicht mehr bekommst? Keine Ahnung! Noch ist es ja nicht vorbei und wenn es dann vorbei ist, dann kann ich mich erst wirklich damit befassen.
      Irgendwas läuft da in meinem Gehirn einfach so: Gegenwart - beschäftigungswürdig, existent; Zukunft - existiert die überhaupt? Nö.
      Klingt vl etwas realitätsfern, aber es ist wirklich so, egal wie sehr ich mich bemühe über meine Zukunft nachzudenken...
      Ich finde das gar nicht so verkehrt.

      Eigentlich kannst du deine Wirklich konkret nur direkt in der Gegenwart beeinflussen.

      Die Gedanken über die Zukunft sollte man dann bearbeiten, wenn das angezeigt ist (z.B. was mache ich nach dem XY Schulabschluss?).
      LG Heavyload

      Es gibt zwei Arten von Menschen:
      Die einen kennen mich...
      Die anderen können mich...