ABA - Angewandte Verhaltensanalyse, wer hat Erfahrungen?

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    • WK-AS wrote:

      Da kommt zusätzlich noch hinzu, das es Eltern gab/gibt, die ABA-ähnliche Erziehungsmethoden an den Tag legen, ohne je etwas von ABA gehört zu haben.
      Oder sie benutzen dieses System sogar aktiv gegen einen.

      Als ich in der Grundschule war, wurde bei mir eine Hochsensibilität fest gestellt. Rücksicht darauf wurde nie genommen, ist halt so. Auch der Asperger -Verdacht bestand damals schon (Ende 80er Jahre ca.)
      Nun ist es so, dass ein behindertes Kind anscheinend nicht eingeplant war und auch zu unangenehm für meine Eltern war.
      Meine Mutter hatte einen medizinischen Beruf, und auch jede Menge Möglichkeiten sich Fachliteratur auszuleihen und hatte auch keine Probleme Kontakte mit Selbsthilfegruppen oder ähnlichem zu knüpfen.
      Eine fachgerechte Diagnose wurde immer verhindert, unter anderem wurde mir gesagt, ich müsste dann in ein Heim, wenn das so wäre. Angst wurde als Druckmittel und Waffe gegen einen benutzt.

      Obwohl keine Fachärzte aufgesucht wurden, gab es aber ein Gespräch mit so einem ABA Typen. Darin wurde mir halt geschildert wie das ganze abläuft. Danach wurde ich gefragt, ob ich so etwas gut finden würde, weil damit könne man ja ein normales Leben führen. Ich war nicht begeistert davon und benutzte auch in meinem Fazit dazu noch das Wort "Dressur" und verglich es mit der quälerischen Behandlung von Turnierpferde.
      Ab da war ich natürlich bei diesem Typen erst mal unten durch, meiner Mutter war es peinlich.
      Hinterher war sie aber auch nicht so glücklich mit diesen Leuten, da sie herausgefunden hatte, wieviel Geld so etwas kosten kann. Sie lieh sich also jede Menge Bücher zu dem Thema aus, nicht um mir zu helfen, sondern um mich mit Hilfe dieser perversen Gebrauchsanweisungen so zu formen, wie meine Eltern es wollten.
      Mit ca. 11, als ich einige dieser Bücher gefunden und was daraus gelesen hatte, sprach ich das an. Es gab Streit direkt, nur lies ich mich diesmal nicht direkt abkanzeln. Ich warf ihr vor, diese Methoden missbräuchlich gegen mich zu benutzen.
      "Ja, aber wir dachten, es sei gut für dich. Du kommst doch so nie im Leben alleine zurecht!"
      Ich möchte nur festhalten, sie wusste was sie da tat und verteidigte es auch noch.
      Danach ging es wieder nur um Angst verbreiten, Heim, Betreutes Wohnen, keine Familie mehr.....
      Irgendwann ist dieser Terror Alltag und das einzige was man hat, ist sich in seinem Zimmer zu verbarrikadieren und sich mit Interessen beschäftigen, in das letzte Bisschen selbst zurück ziehen wo man noch "atmen" kann. Ansonsten prügelt dieses System auf den Betroffenem als Schwächsten ein.
      Falls Interesse besteht kann ich das auch noch ausführen, allerdings vielleicht nicht so öffentlich, da Personen mit ähnlichen Erfahrungen getriggert werden können, Flashbacks, etc. (Ich habe vor kurzem erst selber die Diagnose PTBS erhalten.) Das möchte ich definitiv vermeiden.

      Der Schaden, den ich davon getragen habe ist immens. Man ist kaum noch eine eigene Person, der eigene Charakter wird einem pervertiert und genommen, man darf nie so sein wie man ist, alles was man macht ist falsch. Mit solch einem Verhalten werden auch normale Menschen plattgemacht und psychisch ruiniert, so etwas als "Therapie" anzubieten ist wie Homosexualität als Krankheit behandeln zu wollen.
      Und das einem Autisten anzutun, welcher absolut wissenschaftlich, logisch und rational denkt, ist einfach nur ein Platz in der Hölle.
      Aber wie gesagt, das war kein offizielles Programm, sondern die Auswirkungen von Eltern die keine grösseren Ressourcen für ein "beklopptes" Kind aufwenden wollten.

      Ich mach hier mal Schluss und gehe mich im entsprechendem Bereich vorstellen.
    • Ich habe gerade zufällig gesehen, dass auf Wikipedia ABA und TEACCH als mögliche Therapie angegeben werden. Ich weiß nicht so recht, ob ich das gutfinden soll.

      Hier der Auszug:

      Behandlung

      Nicht jede Diagnose eines Asperger-Syndroms führt zur Einstufung als Krankheit, die beachtet oder gar behandelt werden sollte.[1] Auch gibt es derzeit keine kausal wirksame Therapie. Möglich ist eine symptomatische Therapie, die sich auf verhaltenstherapeutische Ansätze (zum Beispiel TEACCH, ABA)
      und die Einübung sozialer Fertigkeiten stützt. Mit den
      Behandlungsgrundsätzen für Menschen mit Asperger haben sich insbesondere
      Klin und Volkmar beschäftigt.[86] Zur Behandlung bei Erwachsenen liegt eine umfassende Übersicht von 2013 durch die Freiburger Autismus-Studiengruppe vor.[87] Auch eine Anpassung der äußeren Umgebung an die Schwierigkeiten der Patienten kann sinnvoll sein.[71] Wenn Symptome wie ausgeprägte Hyperaktivität und Unruhe, aggressives Verhalten, Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen hinzukommen, werden auch Medikamente eingesetzt.[10]


      de.wikipedia.org/wiki/Asperger-Syndrom
      Merke: Metronom 60bpm - aber nur in Gedanken mitzählen, niemals laut, das verwirrt nur die Passanten. :prof:
    • Sorry dass ich dieses Thema nochmal hochholen muss, aber vielleicht kann da jemand weiterhelfen:

      Ich suche derzeit nach persönlichen (und "wahren", wobei ich wirklich nicht weiß, wie man das überprüfen soll) Erfahrungsberichten von Autisten, die nach ABA therapiert wurden.
      Englisch oder deutsch ist mir egal.

      Interessant wären dabei auch durchaus positive (oder zumindest neutrale) Berichte. Von Autisten!
      Diese finde ich nämlich nur von Eltern (mein Unterbewusstsein munkelt, dafür gäbe es einen triftigen Grund).

      Berichte können in der Form von Blogeinträgen, Zeitungsartikeln, reddit, Forenbeiträge oder ähnliches vorliegen.

      Gefunden habe ich, nebst dem Bericht vorne im Thread, folgende Blogs von Autisten mit persönlicher ABA - Erfahrung:
      emmashopebook.com
      idoinautismland.com

      Außerdem ein kleiner Abschnitt im Artikel von The Atlantic:
      theatlantic.com/health/archive…utism-controversy/495272/

      Kennt jemand weitere Berichte?
    • ABA ist im Grunde Missbrauch, es ist aber auch das, was wir fast alle durchgemacht haben, die die Diagnose erst im Erwachsenenalter bekommen haben. Einem wir gesagt, wie man sich gegen seine Natur verhält. Bei mir gab es noch genug andere Einschränkungen, woher manches auch kommen konnte. Auch sollte ich wohl geschützt werden, weshalb manches runtergespielt wurde (RW). Zu meiner Kindheit gab es ja nur die Alten, die alles mit Zwang und am liebsten Elektroschocks gelöst hätten, und komischen Hippies.
    • Ich habe mal den Bericht gelesen, der mich kopfschüttelnd zurücklässt. Da wird versucht, etwas zu therapieren, von dem keiner versteht, wie es funktioniert und warum es so funktioniert. Es wird einfach blind zerstört. Ich kann nicht verstehen, dass da niemand einschreitet. Und ich würde gerne mal die Schwachköpfe kennenlernen, die sich diese Methode ausgedacht haben. Viel kann da ja nicht los sein in den Köpfen. Fakt ist aber, dass die Schäden, die sie zurücklassen, vermutlich nicht mehr verwachsen. Und den Eltern, die ihr Kind in solchen Therapien unterbringen, spreche ich den gesunden Menschenverstand ab.