Autismus und Promovieren/Promotion

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    • Es gibt auch ein "Zwischending": Promovieren mit Stipendium und "kleiner" Lehrtätigkeit, oder anderweitiger Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft/ wissenschaftlicher Mitarbeiter. Also mit Anbindung an den Fachbereich und den Austausch dort, aber ohne voll über eine Qualifikationsstelle eingebunden zu sein. Das finde ich persönlich ziemlich günstig.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.

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    • Leonora wrote:

      Das finde ich persönlich ziemlich günstig
      Das war im Prinzip meine Situation. Ich hatte das Glück, dass meine Eltern bzw. mein Großvater mich finanziell unterstützen konnten, der Rest kam dann über ein Jahr Teilzeit (mit anschließend ein paar Monaten ALG - als Geisteswissenschaftler in Promotion ist man unvermittelbar, da haben sie keinen großen Druck gemacht), einige Monate Ausgrabungen, ein paar Mark durch Lehraufträge etc. Verführt allerdings zum Trödeln, so dass ich noch länger gebraucht habe, als es das Thema erfordert hätte.

      Hätte ich abgebrochen, stünde ich wohl sehr viel schlechter da. Bei der Bank wurde ich wegen der zwei Buchstaben vor dem Namen genommen, ohne hätte ich altershalber da keine Chance gehabt - außerdem hat der Titel den Vorteil, dass man sowieso als ein klein wenig weltfremd gilt, da wird ein wenig Aspie-Verhalten eher toleriert. Und der Weg zurück an die Uni wäre dann sowieso versperrt gewesen.
    • HCS wrote:

      Ich hatte das Glück, dass meine Eltern bzw. mein Großvater mich finanziell unterstützen konnten, der Rest kam dann über ein Jahr Teilzeit (mit anschließend ein paar Monaten ALG - als Geisteswissenschaftler in Promotion ist man unvermittelbar, da haben sie keinen großen Druck gemacht), einige Monate Ausgrabungen, ein paar Mark durch Lehraufträge etc. Verführt allerdings zum Trödeln, so dass ich noch länger gebraucht habe, als es das Thema erfordert hätte.
      In der Tat. Ich wurde auch von meiner Familie unterstützt und hatte zeitweise ein Stipendium, außerdem Lehraufträge und Jobs als studentische Mitarbeiterin. Die Kombination fand ich sehr angenehm.

      HCS wrote:

      Hätte ich abgebrochen, stünde ich wohl sehr viel schlechter da.
      Dito. Es hat auf jeden Fall Vorteile und eröffnet potentiell auch in anderen Bereichen Möglichkeiten, selbst, wenn man im eigenen Feld nicht mehr viele Chancen hat.

      xyberlin wrote:

      Ich stelle mir vor, dass eine externe Promotion u.U sehr lange dauert, aber weniger Stress erzeugt. Eine externe Promotion würde ich auch eher als Hobby ansehen, also Promotion nicht, um daraus berufliche Ziele abzuleiten.
      In manchen Fällen stimmt das sicher. Es gibt ja auch einige Rentner, die das machen. Meinem Eindruck nach können die Motivationen dafür aber auch sehr unterschiedlich sein. Manche promovieren, um beruflich bessere Chancen zu haben, es gibt halt Bereiche in Politik, Wirtschaft oder auch öffentlichem Dienst, wo das einen Unterschied machen kann. Für andere bietet eine Diss vielleicht den Rahmen, sich vertieft und professionalisiert mit einem Gebiet zu befassen, für das sie sich begeistern. Das ist für mich dann schon mehr als ein Hobby, und vielleicht sind auch einige Autisten darunter. Auch der Wunsch, im eigenen Interessengebiet ernst genommen zu werden und sich professionell auszutauschen, kann ein Antrieb sein. Persönlich stelle ich mir eine externe Promotion übrigens schwierig vor, zumindest braucht man da sehr viel Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen, denke ich.
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