Hirn wie Sieb - ich erinnere so gut wie nichts

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    • Koralle wrote:

      Das mit dem Trauma hab ich auch Mal bedacht, denke aber eher nicht, da passt viel andres nicht. Deutet alles nicht auf PTBS und so Späße hin.
      Es kann natürlich schon sein, dass du beides hast. Ptbs und AS. Aber dafür sind ja Fachärzte da das zu beurteilen.

      Vermutlich spielt da vieles zusammen.
      Sich von vorne herein auf eine Diagnose festzulegen wäre falsch. Ich habe eine Vielzahl von Problemen und Eigenarten die auf AS hindeuten. Aber da sind auch andere Punkte, die weniger passen, aber zu anderen Diagnosen passen könnten. Jetzt kann es sein, dass ich AS + irgendwas hab. Oder irgendwas + irgendwas. Oder nur AS und es ist eh alles Teil des Spektrums.
      Das selbst beurteilen ist glaub ich nicht möglich.

      Es kann verführerisch sein alle Problem mit einer Diagnose zu erklären. Dabei könnte es aber passieren, dass man wichtiges übersieht.
    • Hirn wie Sieb - ich erinnere so gut wie nichts

      So ein Sieb ist ganz praktisch, beim Kochen zum Beispiel, um das Nudelwasser abzugiessen - die Nudeln, die ich ja haben will, bleiben drin,
      das Wasser fliesst ab.
      Durch mein Nudelsieb ist noch nie eine Nudel durchgefallen.

      Was ich damit sagen will: offensichtlich verfügt Dein Hirn über eine sehr speziell ausgebildete selektive Speicherfunktion
      und möglicherweise hat das auch Vorteile für Dich, vielleicht hast Du dadurch besondere Fähigkeiten.

      Alltagsinformationen fliessen durch das (Hirn) Sieb, japanische Vokabeln bleiben drin

      The post was edited 1 time, last by Kraehe ().

    • Nalc wrote:

      Manchmal habe ich das Gefühl, hier werden manche Fragen gestellt und die einzige Antwort darf sein: "Ja, genau, das ist typisch für Autismus. " Alles andere wird ausgeblendet oder ironisch abgewertet.
      Nur, was das mangelnde Gesichtergedächtnis betrifft, konnte ich dir weiterhelfen, und das ist halt wirklich keine ungewöhnliche Komorbidität. Darum hab ich auch nur dazu was gesagt. Zu deinen Gedächtnislücken kann ich leider nichts sagen, nur, dass es bei mir nicht so ist - ich habe ein extrem gutes Gedächtnis und erinnere mich teilweise noch Monate bis Jahre später relativ genau an manche Ereignisse.
      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von Abendstern (Vor einem Moment) aus folgendem Grund: Beitragsqualität runtergeschraubt - Man wird ja wohl noch blubbern dürfen...
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Ja, geht mir auch so. Ich hab auch immer gelesen, dass ein gutes Gedächtnis eher Asperger typisch ist und ein 48 Stunden Gedächtnis, oder das völlige Verschwinden der Kindheit, scheinen
      mir da eher eine andere Symptomatik zu sein.
    • Das mit der ptbs wurde bislang ausgeschlossen, weil da das "drumherum" bei mir nicht stimmt.
      Keine flashbacks und sowas.
      (Führt jetzt zulang, das alles auszuführen).

      Ich denke auch, dass das nix mit einem eventuellen Autismus zutun hat (oder ob ich Autist bin)
      In 12 Monaten weiß ich mehr...^^
    • Koralle wrote:

      Meine Erinnerung reicht ungefähr 48h. Danach weiß ich vielleicht noch wo oder mit wem ich etwas gemacht/gehört habe (Radio zb), aber meist ist es einfach weg.

      Koralle wrote:

      Scheinbar habe ich das schon immer, heisst, ich weiß aus meinem Leben eigentlich nur, was mir erzählt wird bzw schriftlich festgehalten wird (Zeugnisse aus der Grundschule und so).
      Dein Eingangsposting hatte ich so verstanden, dass dir im Grunde "fast nichts" in Erinnerung bleibt, was älter ist als 48 Stunden. Auch keine eigenen Erinnerungen an irgendetwas aus deinem bisherigen Leben, ausser Dingen, die du aktiv und absichtlich gelernt hast (Bsp. japanische Vokabeln), also einfach keine Erinnerungen an irgendwelche Erlebnisse, Gesehenes, Gespräche, Tätigkeiten oder Vorlieben etc pp. aus deinem Leben. Anscheinend habe ich das wohl falsch verstanden; aus dem, was du später schreibst, entnehme ich, dass du selektiv Erinnerungen hast, und zwar an die Dinge, die dich interessieren:

      Koralle wrote:

      Ja genau, irgendwie funktioniert das Hirn dann ja doch, siehe deine Beispiele.
      Bei mir sind es Sprachen, Serien/Filme (zu doctor who bin ich ein wandelndes Trivialexikon zum Beispiel), Geo&Astrowissenschaften und Computer/Games-gedöns.

      Vielleicht habe ich es jetzt richtig verstanden.
      In jedem Fall ist es etwas, was du ja auch bei der Diagnostik dann ansprechen kannst und nach fragen, dort lässt es sich vielleicht auch besser einschätzen was genau du damit meinst, und vor allem woher es kommen könnte.
    • Bei mir ist das anders herum:
      Ich merke mir Unwichtiges, während ich das Wichtige nicht behalte.

      Das mit den Gesichtern habe ich auch, da brauche ich mind. 2 Treffen, um jemanden wiederzuerkennen, aber Namen merken geht fast gar nicht, außer damals in der Schule, wo man jahrelang zusammen war, und der Lehrer immer die Namen wiederholte....

      Aber Prosopagnosie ist doch erst, wenn man Gesichter gar nicht mehr erkennt, weil die eben gar keine Merkmale vom Gesicht behalten können oder die sehen alle für sie gleich aus, immer.
      Ich kann schon Gesichter unterscheiden...nur eben meist nicht zuordnen.

      Das mit dem Gedächtnis: ist bei mir auch ca. anders herum: Ich kann mich besser an Sachen erinnern, die vor 48h passiert sind, als danach. Und wenn es um das Kurzzeitgedächtnis geht, ja, das ist wirklich schlecht bei mir. Ich muss bei Rezepten o.ä. generell Anweisungen immer wieder nachgucken, weil ich etwas vergesse.
      Was ich mir aber komischerweise sehr gut merke, ist, was jemand wann und wo gesagt und was ich mit jemandem wo gemacht habe. So Szenenhafte Sachen...oder Dinge die ich am Rande aufgeschnappt habe, eben Unwichtiges für die Welt...
      Ich träume auch sehr oft von unterschiedlichen Orten und Szenen, die ich so gar nicht kennen kann... wenn ich das wiederholen könnte, was ich so sehe an Orten in meinen Träumen, wäre ich wahrscheinlich ein guter Künstler/Architekt... :roll:

      Edit: Das mit dem Merken von Dingen doch das kenne ich irgendwie...
      Aber nicht im Rahmen von 48h sondern wenn ich mich mit etwas beschäftige z.B. einem Thema, dann sind die Informationen nach kurzer Zeit nicht mehr vorhanden, vor allem wenn ich dann ein anderes Thema angefangen habe nach Wochen oder Monaten, ich habe immer nur das im Kopf, womit ich mich gerade beschäftige, was aber eben Erinnerungen an Geschehnisse und nicht Daten, ausklammert.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)

      The post was edited 1 time, last by Cloudactive ().


    • Aber Prosopagnosie ist doch erst, wenn man Gesichter gar nicht mehr erkennt, weil die eben gar keine Merkmale vom Gesicht behalten können oder die sehen alle für sie gleich aus, immer.
      Ich kann schon Gesichter unterscheiden...nur eben meist nicht zuordnen.
      Es gibt verschiedene Formen der Prosopagnosie und die häufigste ist eben die, dass man Gesichter schon erkennt aber eben nicht wiedererkennt! Zumindest ist das die Aussage einer bekannten Forscherin, die sich schon seit Jahren mit Prosopagnosie beschäftigt. Das was du beschreibst ist eine eher seltene Form und in den meisten Fällen das Resultat von Hirnschädigungen z. B. nach Unfällen.

      Aber nochmal zu der Ursprungsfrage:

      Es gibt verschiedene Arten von Gedächtnis bzw. Gedächtnisinhalten. Daher kann es z. B. durchaus sein, dass bei jemandem das sich merken von Fakten reibungslos funktioniert, wogegen Persönliches vergessen wird.

      Japanisch ist allerdings schon eine recht schwer zu erlernende Sprache. Merkst du dir da das mündliche oder auch das Aussehen + Bedeutung der ganzen Kanji gut? Letzteres würde für ein gutes visuelles Gedächtnis sprechen in gewisser Weise.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Mira wrote:

      Koralle wrote:

      Meine Erinnerung reicht ungefähr 48h. Danach weiß ich vielleicht noch wo oder mit wem ich etwas gemacht/gehört habe (Radio zb), aber meist ist es einfach weg.

      Koralle wrote:

      Scheinbar habe ich das schon immer, heisst, ich weiß aus meinem Leben eigentlich nur, was mir erzählt wird bzw schriftlich festgehalten wird (Zeugnisse aus der Grundschule und so).
      Dein Eingangsposting hatte ich so verstanden, dass dir im Grunde "fast nichts" in Erinnerung bleibt, was älter ist als 48 Stunden. Auch keine eigenen Erinnerungen an irgendetwas aus deinem bisherigen Leben, ausser Dingen, die du aktiv und absichtlich gelernt hast (Bsp. japanische Vokabeln), also einfach keine Erinnerungen an irgendwelche Erlebnisse, Gesehenes, Gespräche, Tätigkeiten oder Vorlieben etc pp. aus deinem Leben. Anscheinend habe ich das wohl falsch verstanden; aus dem, was du später schreibst, entnehme ich, dass du selektiv Erinnerungen hast, und zwar an die Dinge, die dich interessieren:

      Koralle wrote:

      Ja genau, irgendwie funktioniert das Hirn dann ja doch, siehe deine Beispiele.
      Bei mir sind es Sprachen, Serien/Filme (zu doctor who bin ich ein wandelndes Trivialexikon zum Beispiel), Geo&Astrowissenschaften und Computer/Games-gedöns.
      Vielleicht habe ich es jetzt richtig verstanden.
      In jedem Fall ist es etwas, was du ja auch bei der Diagnostik dann ansprechen kannst und nach fragen, dort lässt es sich vielleicht auch besser einschätzen was genau du damit meinst, und vor allem woher es kommen könnte.
      Ich glaube, selektiv ist ein gutes Wort dafür.
      Aber Gespräche und so etwas...
      Ich erzähle meinem Lebensgefährten seit 2 Jahren quasi dauernd das selbe... Er nimmt es mit Humor.

      Ich lerne viel über das Lesen, also, wenn ich mir einen Artikel über etwas durchlese, eine Anekdote zu einer Folge, sowas ist fast sofort drin.
      Hatte sogar als Kind wohl Mal ein ich glaube, es heißt bildhaftes Gedächtnis? (Nicht fotografisch, ich erinnere keine ganzen szenen, sondern nur Worte/Anordnungen).
      Ist nichts mehr von übrig :d schade eigentlich.

      Wenn es manchmal etwas unvollständig oder widersprüchlich ist, verzeiht mir bitte.
      Ich denke selbst momentan viel über das alles nach, was bei mir einfach anders ist.
      Bevor ich arbeitsunfähig wurde im Februar war es für mich einfach okay, so zu sein wie ich bin & ich habe mir da wenig Gedanken zu gemacht.
      Jetzt fallen mir nach und nach meine Schwächen auf und gerade dieses "das könnte eventuell einen Namen tragen, dass du so bist" überfordert mich etwas.
      (Mir ist unterm Strich auch egal ob da jetzt Autismus oder was auch immer steht, ich würde nur gerne wissen, was mit mir anders ist).

      Ich hoffe ihr versteht das.
      Fluff in die Runde.

      @ Lex:

      Japanisch ist allerdings schon eine recht schwer zu erlernende Sprache. Merkst du dir da das mündliche oder auch das Aussehen + Bedeutung der ganzen Kanji gut? Letzteres würde für ein gutes visuelles Gedächtnis sprechen in gewisser Weise.

      => Mhh momentan ist das nicht Mal so schwer.
      Ich kann die beiden silbensysteme fast vollständig & einige Kanji kann ich bereits auch lesen und schreiben. Einfache Sätze bilden, Uhrzeit absagen... Sowas geht auch schon.
      Stehe noch am Anfang, wie man sieht und bald wird es komplizierter :)

      Ich schreibe die Zeichen halt solange, bis ich sie kann. Da es immer wiederkehrende Elemente gibt bei den Kanji kann man sich die auch einigermaßen passabel merken.

      Nur das "Kanji mit Geschichte assoziieren" klappt gar nicht. Bis ich so eine Geschichte erdacht & dann gelernt hab, kann ich das Kanji schon schreiben.
      (Das ist ein häufiger weg, deswegen führe ich das an. Also eigentlich nicht so wichtig und ich laber schon wieder zuviel ...^^)

      The post was edited 1 time, last by Koralle ().

    • Meinst du ein eidetisches Gedächtnis?

      Ist etwas dass man trainieren kann. Manchen liegt es mehr als anderen. Ich habe das entwickelt als Jugendliche. Es erst gar nicht gemerkt. Aber die Vokabelseiten von damals habe ich immer noch im Kopf. Ich kannquasi "nachschlagen" als wäre.es ein Buch. Auch heute noch Maßtabellen und ähnliches.
      Wenn man es aber nicht nutzt kann es wieder schlechter werden.

      Vielleicht ist dein Problem ja nicht das Gedächtnis sondern die Aufmerksamkeit. Dass du dir Dinge nicht merkst weil du mit anderem beschäftigt bist oder weil du überlastet bist. Du schreibst nach 48h ist alles weg. Wie ist es davor. Erinnerst du dicu z.b. An das was du heute vormittag gemacht hast?
    • LiltihEve wrote:

      Vermutlich spielt da vieles zusammen.
      Sich von vorne herein auf eine Diagnose festzulegen wäre falsch. Ich habe eine Vielzahl von Problemen und Eigenarten die auf AS hindeuten. Aber da sind auch andere Punkte, die weniger passen, aber zu anderen Diagnosen passen könnten. Jetzt kann es sein, dass ich AS + irgendwas hab. Oder irgendwas + irgendwas. Oder nur AS und es ist eh alles Teil des Spektrums.
      Das selbst beurteilen ist glaub ich nicht möglich.
      Das ist ja das Problem - das da viele Dinge zusammen vorhanden sein können. Bei einigen Dinge ist es für mich wichtig, dass das "Kind einen Namen bekommt". Die AS Diagnose macht insgesamt so viel Sinn und erklärt auch einige andere Dinge, quasi als Nebenwirkung, dass mir das wirklich geholfen hat.
      Ob ich dem Rest noch auf die Spur gehen möchte... vermutlich nicht, wenn es mir im Alltag keine größeren Probleme bereitet.

      LiltihEve wrote:

      Meinst du ein eidetisches Gedächtnis?

      Ist etwas dass man trainieren kann. Manchen liegt es mehr als anderen. Ich habe das entwickelt als Jugendliche. Es erst gar nicht gemerkt. Aber die Vokabelseiten von damals habe ich immer noch im Kopf. Ich kannquasi "nachschlagen" als wäre.es ein Buch. Auch heute noch Maßtabellen und ähnliches.
      Wenn man es aber nicht nutzt kann es wieder schlechter werden.
      Das habe ich zu meiner Schul- und Studienzeit ausgiebig genutzt - und es auch an meine Nachhilfeschüler weiter gegeben: die Kunst des Spickzettels, den man erstellt und nicht braucht.

      Display Spoiler
      Man macht einen Spickzettel in DIN A4 Größe und korrigiert ihn so lange, bis alles passt. Am besten schreibt man untereschiedliche Punkte in unterschiedlichen Farben.
      Dann schreibt man ihn ab - und achtet dabei auch auf die unterschiedlichen Farben -, auf einen Zettel im Format A5. Dann schreibt man ihn wieder ab - auf einen Zettel im Format A6 usw. Die Größe des Zettel wird immer halbiert.
      Nach dem 5. abschreiben hat der Zettel die Größe einer kleinem Streichholzschachtel. Am Tag der Klassenarbeit oder Prüfung legt man ihn in den Socken, unter die Fußsohle.
      Bei Problemen schließt man die Augen, geht in Gedanken bis unter den Fuß und sucht nach der Antwort auf dem Zettel. Ach ja, da oben rechts in rot ist die Antwort.
      Und im Notfall kann man sich entschuldigen und aufs Klo gehen und nachsehen. Das war aber weder bei mir, noch bei meinen Schülern je notwendig.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • LiltihEve wrote:

      Meinst du ein eidetisches Gedächtnis?

      Ist etwas dass man trainieren kann. Manchen liegt es mehr als anderen. Ich habe das entwickelt als Jugendliche. Es erst gar nicht gemerkt. Aber die Vokabelseiten von damals habe ich immer noch im Kopf. Ich kannquasi "nachschlagen" als wäre.es ein Buch. Auch heute noch Maßtabellen und ähnliches.
      Wenn man es aber nicht nutzt kann es wieder schlechter werden.

      Vielleicht ist dein Problem ja nicht das Gedächtnis sondern die Aufmerksamkeit. Dass du dir Dinge nicht merkst weil du mit anderem beschäftigt bist oder weil du überlastet bist. Du schreibst nach 48h ist alles weg. Wie ist es davor. Erinnerst du dicu z.b. An das was du heute vormittag gemacht hast?
      Ja genau, eidetisch.
      Das meine ich :)

      Naja, da ich immer das selbe mache, kann ich es mir zusammen reimen, was ich am Tag so mache.
      Am Samstag war ich mit Familie chinesisch essen. Das bröckelt nun langsam, ich weiß noch, dass wir einen anderen Tisch wegen mir anfragen mussten & dass wir auf Grund meines Lebensgefährten früher gehen mussten (paranoia).
      Was ich gegessen habe weiß ich nicht
    • Klingt ja umständlich... was stimmte denn nicht mit dem alten Tisch und wieso fand dein Lebensgefährte den neuen Tisch wiederum zu gruselig?
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Bei mir hängt Erinnerung absolut mit der emotionalen Beteiligung zusammen.
      Da wo gefühlt "alles normal" ist, geht es schnell aus dem Bewusststein verloren, lässt sich aber zurückholen, sobald ich einen "emotionalen Erinnerungsmoment" habe, von dem an ich en Film dann laufen lasse. Habe ich zwei solcher Moment, keirge ich die Zeit dazwischen ganz gut wieder zusammen.
      Je stärker die emotionale Beteiligung, desto umfassender das Bild (mit Ton und Text).

      Auch das ist nicht immer bewusst abrufbar, sobald ich jedoch ein Stichwort bekomme, und noch stärker, wenn ich einen Gegenstand sehe, der aus dieser Situation stammt, bezw eine Notiz, die ich mir gemacht habe, während ich emotional bewegt war, ist alles wieder da.

      Ich "hangele" mich dann durch die Erinnerungen hindurch.

      Allerdings war ich recht fassungslos, dass ich letztens einen Brief von vor 35 Jahren gefunden habe, zu dessen Schreiber bei mir (noch) keine Erinnerungsbilder hochkommen. :d
      Mal abwarten.

      Eigentlich wäre ich froh, wenn ich mehr vergessen im Sinne von "Löschen" könnte.
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • Lex wrote:

      Klingt ja umständlich... was stimmte denn nicht mit dem alten Tisch und wieso fand dein Lebensgefährte den neuen Tisch wiederum zu gruselig?
      Der alte Tisch war quasi mitten im Geschehen, es war sehr laut und kaum war ich reingegangen, war bei mir schon wieder Ende, da die Geräuschkulisse zu laut war.
      Der neue Tisch wurde besorgt, es gibt da zum Glück auch kleinere Abteilungen, wo es sehr leise ist.

      Die paranoia lag nicht an Tisch, sondern an den Menschen (denke ich, so ganz genau weiß ich es nicht. Er kann nur wenig darüber reden).
      Mein Freund ist paranoid schizophren, deswegen sind für ihn solche Unternehmungen auch sehr schwierig.

      Haben aber eine Stunde gepackt, konnten uns bei meinen Eltern (die haben uns eingeladen, wissen auch soweit Bescheid über seine Diagnose und meine Schwierigkeiten) dann verabschieden und so - darauf sind wir stolz. Wir haben nicht den Abend gecrasht.
      [Beim letzten Mal musste er fluchtartig die Situation verlassen.]

      Umständlich ja, aber normalerweise halten wir uns von solchen Situationen fern. Er und ich haben da kein Interesse dran.
      Meine Mutter wohnt berufsbedingt aber 400km entfernt, sodass wir dann aber etwas zusammen machen, wenn sie da ist.

      Happy to be wrote:

      Bei mir hängt Erinnerung absolut mit der emotionalen Beteiligung zusammen.
      Da wo gefühlt "alles normal" ist, geht es schnell aus dem Bewusststein verloren, lässt sich aber zurückholen, sobald ich einen "emotionalen Erinnerungsmoment" habe, von dem an ich en Film dann laufen lasse. Habe ich zwei solcher Moment, keirge ich die Zeit dazwischen ganz gut wieder zusammen.
      Je stärker die emotionale Beteiligung, desto umfassender das Bild (mit Ton und Text).

      Auch das ist nicht immer bewusst abrufbar, sobald ich jedoch ein Stichwort bekomme, und noch stärker, wenn ich einen Gegenstand sehe, der aus dieser Situation stammt, bezw eine Notiz, die ich mir gemacht habe, während ich emotional bewegt war, ist alles wieder da.

      Ich "hangele" mich dann durch die Erinnerungen hindurch.

      Allerdings war ich recht fassungslos, dass ich letztens einen Brief von vor 35 Jahren gefunden habe, zu dessen Schreiber bei mir (noch) keine Erinnerungsbilder hochkommen. :d
      Mal abwarten.

      Eigentlich wäre ich froh, wenn ich mehr vergessen im Sinne von "Löschen" könnte.
      ja, so eine "löschen-taste" wäre super :d

      Ich finde es btw super spannend, zu lesen, wie ihr erinnert. Vielen Dank, dass ihr das mit mir teilt.
    • Also wenn es derart laut und voll in dem Restaurant war, ist es schon erstaunlich und bewundernswert, dass ihr es so lange ausgehalten habt. Und viel länger sollte bzw. muss so ein Restaurantbesuch auch nicht dauern...

      Aber ist auch blöd wenn er ständig diese Paranoia hat. Da gibt es doch Medikamente gegen!
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Koralle wrote:

      Geht es noch jemanden so? Oder hat da vielleicht jemand eine Ahnung, woran das liegen könnte?
      Oder habe ich wirklich nur einfach ein Hirn wie Sieb?
      Tja... sowas kenne ich nur zu gut. Ich kann im Schlaf auswendig verschiedene Zahlenkombinationen runterradeln(RW), wie IBAN + BIC, Zugangsdaten zum Onlinebanking, meinen alten 16-stelligen Zugangscode zum Onlinebanking von vor 2 Jahren, Kontonummer vom Ex, Kontonummer zu einem Konto das ich seit 10 Jahren nicht mehr habe, Netzwerkschlüssel, Matrikel Nummer, alle kein Problem und gleichzeitig weiß ich bis heute nicht zuverlässig wann meine Eltern Geburtstag haben, wie die Leute beim psychosozialen Pflegedienst heißen mit denen ich seit 2 Jahren in einer Gruppe sitze, was ich gestern an hatte oder gegessen habe. Mein Freund kann mir von einer Gegebenheit aus seiner Arbeitsstelle berichten und wenn er fertig gesprochen hat weiß ich schon die Hälfte nicht mehr.
    • Ich vergesse auch sehr viele Dinge. Das mit den Gesichern geht sogar so weit das wenn ich jemanden den ich eigentlich kenne länger nicht gesehen hab, den auf der Straße nicht erkennen kann und wenn er mich anspricht, ich ihn nicht erkenne ehe er mir erklärt von wo ich ihn kenne. Das erinner ich mich an das was ich mit der Person gemacht hab aber nicht an das Aussehen.
      Ich erinner mich aber auch oft nicht an Dinge die ich mit jemandem besprochen hab, also wenn ich sage wir kaufen dies und das ein oder wollen am Wochenende das und das kochen, vergesse ich das sehr schnell wieder und meine Mutter ist dann genervt und meint "Wir haben doch gestern erst darüber geredet, denk mal scharf nach"
      Ich kann auch nicht zuhören und einen aufgesagten Text exakt so wieder geben wie er gesagt wurde.
      Sachen die ich lernen WILL kann ich sehr gut lernen, die sauge ich auf wie ein Schwamm. Ich kann mich leider nicht zwingen etwas zu behalten, manches behalte ich, anderes wohl nicht.
      Ob das jetzt eine Krankheit bei mir oder bei dir ist kann ich aber nicht sagen.