Borderline (emotional-instabile PS) vs. Asperger

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    • Borderline (emotional-instabile PS) vs. Asperger

      Hi, ich weiß, dass es schon einige Threads über dieses Thema gibt, aber ich wollte konkret einige Punkte aufzählen/sammeln, die mich interessieren.

      Ich habe so eine Persönlichkeitstestung gemacht und da kam eine Tendenz zu Borderline heraus. (Daneben auch depressive und zwanghafte PS Tendenzen)

      Das lag hauptsächlich an folgenden Punkten:


      1. Suizidversuche oder selbstverletzendes Verhalten

      2. Identitätsstörung

      3. Impulsivität: Essattacken

      4. Instabilität der Affekte

      5. chronisches Gefühl von Leere

      6. Probleme der Wutkontrolle

      7. dissoziative Symptome


      Zu...

      1.: Ich hatte einen Suizidversuch, mich verletzen tue ich allerdings nicht. (Falls Skin Picking nicht dazu zählt.)
      Ich habe starke Angst vor Schmerzen.

      2.: Mein Selbstbild schwankt momentan sehr stark, durch nicht bestandene Prüfungen und diverse Probleme.

      3. Manchmal, aber ich liebe süßes und deftiges Essen einfach, es ist so lecker :oops:

      4. Ich kriege immer wieder mit, wie gut ich in manchen Sachen abschneide, in simplen Sachen aber total scheitere und das bedingt sowohl das Schwanken meines Selbstbildes als auch meine Stimmung, die sich an die Ereignisse anpasst.

      5. Das letzte Mal hatte ich das Gefühl vor 1-2 Jahren, momentan habe ich es wieder ab und zu, Auslöser scheint meine schlechte Situation zu sein.
      Jedenfalls fühlt sich dieses Gefühl an, als würde ein "schwarzes Loch" einen krassen Sog erzeugen im Magen und es zieht sich alles zusammen und ist kaum auszuhalten.

      6. Ich hatte ca. 2 mal im Leben die Situation in der ich provoziert wurde und kaum Kontrolle über mich selbst hatte, da habe ich einfach nur um mich geschlagen.
      1 mal in der Grundschule (das fanden die anderen witzig) das andere Mal in der 9. Klasse, da wurde ich sage ich mal verharmlost "ungerecht behandelt".. *hust*

      7. Ja, das mit der Wut und manchmal wenn ich mit anderen Rede, fühlt sich alles so unwirklich an, ich bin da meistens sehr erschöpft.


      Generell gesprochen bin ich aber eher der Typ, der ziemlich überlegt und ängstlich durch die Welt läuft und kein Risiko eingeht.


      Ich habe gelesen, es gibt tatsächlich vieles, was sich bei diesen beiden Störungsbildern überschneidet und dass man das erst durch Ursachenforschung differenzieren kann, bzw. man kann beides haben usw.

      Natürlich würde die PS vieles einfach nicht erklären, wie neurologische Sachen, Ungeschicklichkeit z.B. oder Nicht-Nachahmen, Perfektionismus, "sich-nicht hinein-versetzen-können", Emotionen deuten, krasse Ehrlichkeit, Schwierigkeiten mit zentraler Kohärenz, Konkretismus, soziale Regeln nicht kennen etc. pp.

      Frage: Was unterscheidet die beiden dann voneinander der Ursache nach (abgesehen von der zeitlichen Abgrenzung, die ja angeblich "von Geburt an" und "nach Geburt erworben" lautet)?
      Oder gibt es andere gute Messgeräte? :d

      Ich bin gerade verwirrt...
      Findet ihr, was ich geschrieben habe, deutet auf emotional-instabil hin + habe ich alles richtig verstanden?
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • Cloudactive schrieb:

      4. Ich kriege immer wieder mit, wie gut ich in manchen Sachen abschneide, in simplen Sachen aber total scheitere und das bedingt sowohl das Schwanken meines Selbstbildes als auch meine Stimmung, die sich an die Ereignisse anpasst.
      Das finde ich jetzt für viele Autisten , also, was sie selber dazu sagten,"normaler", typischer, als andere von dir aufgeführte Punkte.


      Cloudactive schrieb:

      7. Ja, das mit der Wut und manchmal wenn ich mit anderen Rede, fühlt sich alles so unwirklich an, ich bin da meistens sehr erschöpft.
      Naja, aber ob das dissoziativ ist....meine Thera bezweifelt so etwas, wenn ich von ähnlichem bei mir erzähle, und ordnet es eher den autistischen Symptomen zu.

      Die anderen Aspekte könnten zu Borderline gehören, mehr kann ich aber dazu ja auch nicht sagen.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater
    • Cloudactive schrieb:

      Ich habe so eine Persönlichkeitstestung gemacht und da kam eine Tendenz zu Borderline heraus. (Daneben auch depressive und zwanghafte PS Tendenzen)
      Wo hast du das gemacht?

      Cloudactive schrieb:

      Frage: Was unterscheidet die beiden dann voneinander der Ursache nach (abgesehen von der zeitlichen Abgrenzung, die ja angeblich "von Geburt an" und "nach Geburt erworben" lautet)?
      Ich denke bei der Borderline PS gibt es oftmals traumatische Ereignisse (wie Missbrauch durch das soziale Umfeld, emotionale Vernachlässigung etc.) die das auslösen. Das spielt bei Autismus keine Rolle. Auch treten die ersten Anzeichen für eine Borderline PS auch erst ab dem Jugendalter auf, während das bei Autismus/AS schon im frühen Kindesalter passiert.
      Das selbstverletzende Verhalten ist bei Borderlinern normal eher auch eine Form der Selbstbestrafung, wenn sie emotionale "Ausraster" hatten o.ä., oder ein Druck ablassen an sich selbst - ein eher emotional geleiteter, aber bewusster Akt. Während es bei einem autistischen Meltdown (z.B.), der mit Autoaggression einher geht in der Regel nicht dazu da ist sich selbst zu schädigen, zu bestrafen oder ähnliches. Es ist wohl eine Art von Stimming, die gar nicht bewusst passieren muss. Die Art des SVV wird wohl auch anders sein, zumindest kenne ich von mir unbewusste Autoaggression, bei einem Meltdown,z.B., eher in Form von sich selbst in die Hand, Unterarm beißen oder kratzen oder mit den Händen auf die Schenkel schlagen... Während Borderliner (das bestimmt auch machen können...) eher zu gewählteren Mitteln greifen, wie z.B. Scherben, Rasierklingen... was auch das bewusste Handeln wieder eher unterstützt.

      ABER: Ich bin absolut keine Expertin auf diesem Gebiet, das sind nur so Gedanken, die mir darüber einfallen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von SpFLeedY ()

    • @Cloudactive
      Eine sehr gute Freundin von mir ist gesichert diagnostizierte Borderlinerin (ja, wenn man es "richtig" macht, dann ist das möglich), ich habe mich recht intensiv mit Borderline beschäftigt und für mich klingt das, was Du schreibst, nicht nach Borderline.
      Aber das soll jetzt keine Ferndiagnose sein. Und Arzt bin ich auch nicht.
    • Zu Punkt 1: Suizidversuche gibt es auch bei anderen psychischen Problemen (z.B. Depression) und ist auf keinen Fall ein ausschließliches Symptom für Borderline.

      Deine Erklärungen zu den Punkten 2-7 würde ich nicht dahingehend einordnen, dass sie in puncto Qualität sowie Quantität auf Borderline oder eine andere PS hindeuten. Ich denke, dazu müssten diese Punkte sehr viel ausgeprägter sein. Nicht umsonst heißt das ja Persönlichkeitsstörung, das bedeutet, diese Symptome sind ein fester Teil Deiner Persönlichkeit geworden und sind normalerweise dann auch immer die entsprechende Strategie, die zur Problemlösung herangezogen werden würde, weil man sie für die jeweils einzig funktionierende ansieht.
      - Allein unter Menschen -
    • Cloudactive schrieb:


      1. Suizidversuche oder selbstverletzendes Verhalten

      2. Identitätsstörung

      3. Impulsivität: Essattacken

      4. Instabilität der Affekte

      5. chronisches Gefühl von Leere

      6. Probleme der Wutkontrolle

      7. dissoziative Symptome
      Hi.

      Ich bin kein Experte, aber vielleicht helfen die Gedanken trotzdem. Einiges ist auch schon angesprochen worden.

      1. Suizidverduche stehen wohl am häufigsten mit Depressionen in Zusammenhang. Auch SVV ist kein reines Borderlinephänomen.

      Borderliner bedtrafen sich meines Wissens nach für irgendwas. Wenn das SVV (skin picking fällt da glaub ich auch schon drunter) andere Gründe hat z.b. Beruhigung ist das kein Borderline.

      2. Alles was ich übereits Autismus bisher gelesen haben, klingt auch nach Identitätsstörung. Nicht wissen wer man ist, weil man sich anpasst. Sich anders, abnormal fühlen. Schlechten Zugang zu seinen Gefühlen haben, oder Probleme damit diese mitzuteilen.

      3. Essattacken. Das kann meiner Meinung nach der Beruhigung dienem. Unabhängig vom zu Grunde liegenden Leiden.

      4. Klingt auch nicht zwingen nach Borderline. Scheinbar ist es auch typisch für AS in manchen Dingen gut zu sein und in anderen zu versagen.

      5. Das kann eine Depression auch auslösen. Genauso wenn man nicht weiß wer man ist. Oder Zukunftsängste.

      6. Ausraster scheinen manches Autisten auch zu haben. Bei Überlastung z.b.

      7. Das was du schreibst klingt für mich eher nach einer Reaktion auf die Anstrengung. Nicht nach dissoziieren.

      Da ich früher geritzt habe wenn es mir schlecht ging oder ich überlastet war, hatte ich den Verdacht auf Borderline. Meine damalige Therapeutin hat dann mach Gründen gefragt, warum ich es tue. In welchen Situationen. Hat dann gemeint, es passt nicht. (Hat am Ende gemeint, ich würde nur Aufmerksamkeit wollen....)

      In onlinetests erreiche ich aber auch je nach Tests z.t hohe Werte. Aber du darfst nicht vergessen das sind Screeningtests. Die gleichen nur relativ allgemein Anzeichen ab, fragen aber nicht nach den Gründen. Es macht einen Unterschied ob ich mir weh tue aus Überlastung oder als Bestrafung. (Nur als Beispiel)
    • Vielen Dank für die Antworten, war sehr hilfreich.


      SpFLeedY schrieb:

      Wo hast du das gemacht?
      Beim Psychologen (so ein PS- Fragebogen)


      SpFLeedY schrieb:

      Das selbstverletzende Verhalten ist bei Borderlinern normal eher auch eine Form der Selbstbestrafung, wenn sie emotionale "Ausraster" hatten o.ä., oder ein Druck ablassen an sich selbst - ein eher emotional geleiteter, aber bewusster Akt. Während es bei einem autistischen Meltdown (z.B.), der mit Autoaggression einher geht in der Regel nicht dazu da ist sich selbst zu schädigen, zu bestrafen oder ähnliches. Es ist wohl eine Art von Stimming, die gar nicht bewusst passieren muss. Die Art des SVV wird wohl auch anders sein, zumindest kenne ich von mir unbewusste Autoaggression, bei einem Meltdown,z.B., eher in Form von sich selbst in die Hand, Unterarm beißen oder kratzen oder mit den Händen auf die Schenkel schlagen... Während Borderliner (das bestimmt auch machen können...) eher zu gewählteren Mitteln greifen, wie z.B. Scherben, Rasierklingen... was auch das bewusste Handeln wieder eher unterstützt.
      Ich raste meist aus, wenn mir alles zu viel ist, z.B. ich Lärm nicht mehr ertrage oder jemand streitet und ich will, dass es aufhört oder jemand ärgert mich.
      Was ist "Stimming"?
      Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, mich mit Gegenständen zu verletzen.


      zaph schrieb:

      ich habe mich recht intensiv mit Borderline beschäftigt und für mich klingt das, was Du schreibst, nicht nach Borderline
      danke :)


      AuM schrieb:

      Zu Punkt 1: Suizidversuche gibt es auch bei anderen psychischen Problemen (z.B. Depression) und ist auf keinen Fall ein ausschließliches Symptom für Borderline.
      Das habe ich auch gesagt. ^^



      LiltihEve schrieb:

      Borderliner bedtrafen sich meines Wissens nach für irgendwas. Wenn das SVV (skin picking fällt da glaub ich auch schon drunter) andere Gründe hat z.b. Beruhigung ist das kein Borderline.
      Es ist schwierig, "verletzen" will ich mich damit nicht.
      Es ist eher so, dass ich diese Unebenheiten nicht ertrage.
      Immer wieder zwischendurch streiche ich so über's Gesicht und merke irgendwas und will das sofort weg haben...
      Ich habe oft den Gedanken "alle sehen so normal aus, nur ich habe immer so viele Pickel, wieso?, ich will auch so aussehen..".
      Aber ja, zur Entspannung verhilft es auch.


      LiltihEve schrieb:

      Meine damalige Therapeutin hat dann mach Gründen gefragt, warum ich es tue. In welchen Situationen. Hat dann gemeint, es passt nicht. (Hat am Ende gemeint, ich würde nur Aufmerksamkeit wollen....)
      :m(:


      LiltihEve schrieb:

      Es macht einen Unterschied ob ich mir weh tue aus Überlastung oder als Bestrafung.
      Aber wofür bestrafen sich BL?
      Ich verstehe es nicht so recht, ist es was Unkontrollierbares oder tun sie das bewusst so "Ich hasse mich, ich bin schlecht, ich ritze mich jetzt."?
      Also machen sie das, weil sie wissen, dass sie etwas getan haben, das es rechtfertigt, oder einfach nur aus dem Gefühl, es machen zu müssen? (Ungerechtfertigt)
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • Cloudactive schrieb:

      Was ist "Stimming"?
      Eine Art der Selbststimulation. Das mit dem Oberkörper schaukeln, mit den Fingern im Gesicht herum tippen, mit den Händen, Armen flattern, aber auch Kauen (Beißring, z.B.) oder mit den Füßen tippen, um sich selbst zu stimulieren und damit zu beruhigen. Es ist wichtig, dass es regelmäßige, sich wiederholende Akte sind, da sie immer gleich stabil sind und Sicherheit und damit Beruhigung geben. Ist etwas mit Steriotypien verbunden. Es kann auch Autoaggression bei einem Meltdown z.B. sein, da ist es Versuch aus Verzweiflung alle anderen Reize (akustische, visuelle, taktile...), die zu diesem Zustand geführt haben zu überdecken. Diese Form der Autoaggression hat nicht mit sich bewusst schaden, sich nicht mögen - geringem Selbstwert zu tun. Es ist auch keine Aggression, die man an sich selbst auslässt, weil man den Druck hat es nicht an anderen auslassen zu dürfen. Kurz: In der Regel kommt es zu Autoaggression IN der Situation.

      Bei der Borderline PS hat das SVV (meines Wissens nach) sehr viel mit Selbsthass, wenig Selbstwert zu tun - daher auch die Bestrafung. Dieser Selbsthass dürfte auch mit Missbrauch zu tun haben (ist aber jetzt nur ein Gedanke). Es ist auch eine Form der Aggression, die man an sich auslässt - stark emotional motiviert. Der Grund warum es dann zu SVV kommt, ist oftmals nur ein kleiner Auslöser, der emotional sehr geladen ist. Um sonst fällt es ja nicht unter emotional-instabile PS. Bei solchen Leuten kann es (meiner Erfahrung nach) oft ganz schnell "kippen", alles ist ok, und ein falschen Wort und schon ist die Situation außer Kontrolle, die Person wird emotional sehr instabil, oft aggressiv und IN der Situation gegen die andere Person (damit meine ich nicht Gewalt). Während das SVV in der Regeln AUßERHALB bzw. NACH der Situation aufkommt, weil die Emotionen nicht "herunter gefahren" werden können. Das wird auch ein Grund sein, warum das Umfeld oft lange nichts von dem SVV mitbekommt.

      Wie vorher: Sind nur so Wissens- und Erfahrens-"Fetzen" meinerseits.


      Cloudactive schrieb:

      Es ist schwierig, "verletzen" will ich mich damit nicht.
      Es ist eher so, dass ich diese Unebenheiten nicht ertrage.
      Immer wieder zwischendurch streiche ich so über's Gesicht und merke irgendwas und will das sofort weg haben...
      Ich habe oft den Gedanken "alle sehen so normal aus, nur ich habe immer so viele Pickel, wieso?, ich will auch so aussehen..".
      Aber ja, zur Entspannung verhilft es auch.
      Also dieses im Gesicht herum zupfen sehe ich jetzt bei dir auch nicht als SVV, sondern als ein Bedürfnis nach Regelmäßigkeit im Gesicht (passt auch zu deinem Gedanken, den du hast) - das haben sehr viele Menschen auch bei den Fingern und so, viele halten es nicht aus wenn da irgendein Stück Haut wegsteht. Aber so wie du es Beschreibst, ist da nicht der Schmerz, die Bestrafung im Vordergrund und auch nicht eine spezielle Situation, da du das ja immer mal zwischen durch machst und nicht nur in best. Situationen. Mein Eindruck.
      Entspannend wird es v.a. dann sein, wenn die Haut dann immer glatter wird und du deinem Ziehl näher kommst, oder?
    • Cloudactive schrieb:



      LiltihEve schrieb:

      Borderliner bedtrafen sich meines Wissens nach für irgendwas. Wenn das SVV (skin picking fällt da glaub ich auch schon drunter) andere Gründe hat z.b. Beruhigung ist das kein Borderline.
      Es ist schwierig, "verletzen" will ich mich damit nicht.Es ist eher so, dass ich diese Unebenheiten nicht ertrage.
      Immer wieder zwischendurch streiche ich so über's Gesicht und merke irgendwas und will das sofort weg haben...
      Ich habe oft den Gedanken "alle sehen so normal aus, nur ich habe immer so viele Pickel, wieso?, ich will auch so aussehen..".
      Aber ja, zur Entspannung verhilft es auch.

      LiltihEve schrieb:

      Es macht einen Unterschied ob ich mir weh tue aus Überlastung oder als Bestrafung.
      Aber wofür bestrafen sich BL?Ich verstehe es nicht so recht, ist es was Unkontrollierbares oder tun sie das bewusst so "Ich hasse mich, ich bin schlecht, ich ritze mich jetzt."?
      Also machen sie das, weil sie wissen, dass sie etwas getan haben, das es rechtfertigt, oder einfach nur aus dem Gefühl, es machen zu müssen? (Ungerechtfertigt)
      Ich verstehe was du meinst. Ich wollte mich auch nie verletzen. Total komisch. Erst habe ich mich gekratzt, ziemlich arg. Das hat sich dann entzünden und lange weh getan. Irgendwann Hab ich mich beim rasieren geschnitten und gemerkt das verheilt super. Und hab dadurch mit ritzen angefangen. Es hatte weniger negative Auswirkungen und war mit weniger Schmerzen verbunden. Das klingt so blöd wenn ich das sage.
      Ich kann auch nicht die Finger von Pickeln lassen. Blöderweise verschlimmert man es damit nur. Ich denke aber gar nichts. Es läuft unterbewusst ab.

      Dieses bestraften wurde mir so erklärt. Borderliner haben oft, dass Gefühl etwas falsch gemacht zu haben, falsch zu sei. Dass sie schlimm waren, wwill sie etwas unangemessenes getan haben (Ausraster, Drogen, zuviel Essen). Für was sie sich bestrafen kann diffus sein und für Aussenstehende keinen wirklichen Grund darstellen. Oft köffnen Borderliner nicht mal benennen was es ist. Es scheint aber immer mit dem Selbstwertgefühl in Verbindung zu stehen.

      Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, was von dieser Erklärung zu halten ist. Irgendwie klingt es so einseitig.

      Ein zweiter Aspekt ist dass Borderliner das scheinbar tun um sich wieder zu spüren. Zumindest ich habe mich immer gespürt. Und meist zuviel davon.
    • SpFLeedY schrieb:

      Entspannend wird es v.a. dann sein, wenn die Haut dann immer glatter wird und du deinem Ziehl näher kommst, oder?
      Ja, aber ich "fummel" trotzdem immer wieder da rum (herumtippen). :oops:


      SpFLeedY schrieb:

      Eine Art der Selbststimulation. Das mit dem Oberkörper schaukeln, mit den Fingern im Gesicht herum tippen, mit den Händen, Armen flattern, aber auch Kauen (Beißring, z.B.) oder mit den Füßen tippen, um sich selbst zu stimulieren und damit zu beruhigen. Es ist wichtig, dass es regelmäßige, sich wiederholende Akte sind, da sie immer gleich stabil sind und Sicherheit und damit Beruhigung geben. Ist etwas mit Steriotypien verbunden.
      Auf Stereotypie wäre ich nicht gekommen, aber jetzt wo du es sagst...
      Ich mache alles mögliche an solchen Dingen: manchmal Oberkörper wippen, Finger tippen, Hände flattern, mit den Füßen tippen (das stört andere sogar).
      Das fällt also unter die Kategorie, interessant.



      SpFLeedY schrieb:

      Der Grund warum es dann zu SVV kommt, ist oftmals nur ein kleiner Auslöser, der emotional sehr geladen ist. Um sonst fällt es ja nicht unter emotional-instabile PS. Bei solchen Leuten kann es (meiner Erfahrung nach) oft ganz schnell "kippen", alles ist ok, und ein falschen Wort und schon ist die Situation außer Kontrolle, die Person wird emotional sehr instabil, oft aggressiv und IN der Situation gegen die andere Person (damit meine ich nicht Gewalt). Während das SVV in der Regeln AUßERHALB bzw. NACH der Situation aufkommt, weil die Emotionen nicht "herunter gefahren" werden können. Das wird auch ein Grund sein, warum das Umfeld oft lange nichts von dem SVV mitbekommt.
      Ok, ist bei mir so gar nicht der Fall.
      Wutausbrüche bei mir sind Verzweiflungstaten, in den Momenten (die IN den Momenten auftreten) wo ich einfach will, dass es aufhört, was ich nicht ertrage.
      So nach dem Motto "Ich kann nicht mehr, hört auf!"/"Macht, dass es aufhört!".
      Es richtet sich nicht gegen mich, überhaupt nicht wegen Selbsthass oder Selbstwertgefühl, es ist der Situation geschuldet, aus der ich raus möchte.

      Puh, ich dachte schon ich müsste eine "neue Baustelle eröffnen" (Metapher) :lol:
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • LiltihEve schrieb:

      Und hab dadurch mit ritzen angefangen.
      Wann und wo hast du das gemacht? Damit meine ich nicht die Körperstelle, sondern die Orte. Im Bad, im Zimmer, gleich in der Situation in der du bis zur Verzweiflung gestresst wurdest.

      LiltihEve schrieb:

      Ich wollte mich auch nie verletzen. Total komisch. Erst habe ich mich gekratzt, ziemlich arg. Das hat sich dann entzünden und lange weh getan. Irgendwann Hab ich mich beim rasieren geschnitten und gemerkt das verheilt super. Und hab dadurch mit ritzen angefangen. Es hatte weniger negative Auswirkungen und war mit weniger Schmerzen verbunden.
      Ich finde interessant, dass du von kratzen auf ritzen (mit Rasierklingen) umgestiegen bist. Für mich sind das zwei voll unterschiedliche Sachen. Auch das Argument, dass du dich einerseits nicht verletzen möchtest, anderer seits dir aber absichtlich mit der Rasierklinge Verletzungen zufügst...
      Unterschied Kratzen - Schneiden: Bei Kratzen kann ich mir durchaus vorstellen, dass das unabsichtlich passiert, dass man dann so viel gekratzt hat, dass eine Wunde entsteht - das kenne ich auch von mir, mich hat dieses stetige hin und her kratzen eine Zeit lang sehr beruhigt, wenn ich von zu viel Reizen überladen war. Das kann auch leicht unbewusst passieren.
      Das ritzen mit Rasierklingen ist da eine ganz andere Sache. Es ist viel gezielter, muss bewusst geplant (kann auch spontan geplant sein, aber passiert nicht einfach mal so nebenbei, ohne dass man es merkt) sein. Die Verletzung an sich muss auf Grund der Tatsache, dass eine Verletzung die schnelle Folge ist, auch eine größere Rolle spielen (wenn auch unbewusst). Auch gibt es kein so ausgeprägtes stabiles, sich wiederholendes Muster, das mit Beruhigung gleichzusetzen ist - meine Ansicht!
    • Cloudactive schrieb:

      Ja, aber ich "fummel" trotzdem immer wieder da rum (herumtippen).
      Warte: was meinst du mit "fummeln", was mit "herumtippen"?
      Für mich ist "fummeln" mit den Fingern über die Haut fahren, Unebenheiten spüren, ev. kratzen oder weg zupfen, wenn was uneben ist.
      "Tippen" ist für mich mit einem oder mehreren Finger(kuppen) immer wieder auf eine oder mehrere Stellen zu tippen, wie auf die Tastatur - tip, tip, tip, tip, schnell oder langsam immer gleich. Nicht herum fahren mit dem Fingern, nicht kratzen, nicht Unebenheiten spüren. Ich zum Beispiel mache das tippen gerne im Kinn/Kiefer-Bereich.

      Cloudactive schrieb:

      Wutausbrüche bei mir sind Verzweiflungstaten, in den Momenten (die IN den Momenten auftreten) wo ich einfach will, dass es aufhört, was ich nicht ertrage.
      Bei mir auch. Autoaggression oder Wutausbrüche habe ich nur in der Situation, danach habe ich Stimming in Form von hin und her schaukeln oder Kauen (Beißring)... Aber Autoaggression nicht. Dieses Fingertippen, Füßetippen, Händeflattern (alle schnelleren Stimmingmethoden) habe ich bei einer beginnenden Reizüberflutung oder generell in Stresssituationen wo ich mich schon vor einem "Zuviel" beruhigen möchte, sodass es nicht zu schlimm wird, bis ich aus der Situation raus bin...
    • SpFLeedY schrieb:

      Warte: was meinst du mit "fummeln", was mit "herumtippen"?
      Keine Ahnung, ich mache alles mögliche, ich wollte nur einen Unterschied andeuten, der auftritt, wenn die Haut glatter wird, dass ich also nicht mehr Sachen entferne, wenn da keine sind, aber trotzdem irgendwas da mache, einfach so.

      Mit fummeln meinte ich Rumtasten inkl. entfernen und mit Herumtippen exkl. entfernen, ca.


      SpFLeedY schrieb:

      Ich zum Beispiel mache das tippen gerne im Kinn/Kiefer-Bereich.
      Oh, ich auch, vor allem beim Sitzen.
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cloudactive ()

    • psychiatrie.uni-bonn.de/krankh…tsstoerung/index_ger.html

      Ich benutz den Thread einfach mal weiter.

      Anscheinend heißt die BPS jetzt: emotional instabile Persönlichkeitsstörung, früher Borderline-Syndrom.
      Also ist das derzeit wohl die neue Bezeichnung.


      Weitere Symptomüberschneidungen bestehen zu bipolaren Störungen, zu Aufmerksamkeits-Defizit-Störungen und zur Bulimie.
      ADHS also, das geht in Richtung Asperger?!


      seele-und-gesundheit.de/diagnosen/borderline-syndrom.html

      Tja ich kann nur vermuten: dass man einen Meltdown falsch interpretiert und denkt das sei ein Borderliner Ausbruch.
      Ansonsten sehe ich verdammt viele krasse Unterschiede.
    • Das Problem ist..wie im anderen Thread schon jemand andeutete..dass eben speziell Borderliner leider meist Nein sagen zu ihrer Diagnose.
      So wie Alkis es nicht wahrhaben wollen, dass sie welche sind..auch wenn man es sieht/ mit erlebt.
      Und dabei wäre das der erste beste Schritt, um heilen zu können.

      Oder dass in dem Falle tatsächlich große emotionale Schwankungen und Verhaltensweisen zu erleben sind...eine bestimmte Heftigkeit, die eben nicht mit
      der Überladung eines Aspies zu vergleichen ist, sondern oft "sich hineingesteigert"....ein Schwarzweissdenken...Schuldzuweisungen...Empörtheiten en masse...
      Selbstverletzung nicht unbedingt körperlich, aber sprachlich...von ichbinehdiebeste zu ichbinnixwert- Polarisierung....viele Freundschaftwechsel...
      eben in einigem Wechsel/Pole...was schon bisweilen auch an Adhs erinnert.

      Ist schon bei einigen auch hier heftig zu sehen m.E..... aber ich bin natürlich zwar erlebnistechnisch geprägt durch Beruf und Umfeld, und im sozialpsychologischen studiert...aber ja kein Arzt.
      Von daher nur "m.E."
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Linnea ()

    • Also ich habe mich nie mit dem Thema beschäftigt, wenn ich google finde es was dazu.

      autismusforumschweiz.ch/index.…utismus-Asperger-Syndrom/

      Viele psychische Störungen, wie beispielsweise die Borderline-Persönlichkeitsstörung, Schizophrenie, Autismus oder die Antisoziale Persönlichkeitsstörung, weisen gleichzeitig eine Beeinträchtigung der Empathie, eine Beeinträchtigung in den Funktionen des Selbst oder der Identität und eine Beeinträchtigung im Erleben von Emotionen beziehungsweise der Emotionsregulationsfähigkeit auf (Pfeifer & Peake, 2012).

      @Linnea
      Nur so mal gefragt:
      Denkst du ich bin ein Borderliner? Was sagt dein erster Eindruck? Ist dir im Forum schonmal wer begegnet, wo du dachtest das ist bestimmt einer?
      (Das spielt auch son bisschen auf den Thread an, ob man andere Autisten intuitiv erkennen kann).
    • Bei dir müsste ich mir erstmal in Ruhe deine Postings ansehen..es ist mir also bei dir nicht gleich ins Auge gefallen, sagen wir mal.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater