Beispiele für Fettnäpfchen und (zu) wörtliches Verstehen

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    • Als Jugendlicher war ich mal auf einer Ferienfreizeit. Da Anschluss zu finden ist mir - wie mir heute klar ist - logischerweise nicht ganz leicht gefallen. Jedenfalls saß ich irgendwann mit ein paar anderen Jugendlichen und einem Betreuer zusammen, als jemand fragte: "Wie heißt eigentlich der Austin von Austin Powers?" (wer das nicht kennt, das ist eine Filmreihe in der Mike Myers die Hauptrolle(n) spielt). Und ich habe geantwortet: "Na, der heißt natürlich Austin!" (was ne blöde Frage habe ich mir gedacht, zumal der Fragesteller die Antwort doch mitgeliefert hat). Daraufhin gab es ein riesiges Gelächter und man hat mich die nächsten 2 Wochen ständig damit aufgezogen. Wie mir dann erklärt wurde, war die gesuchte Antwort "Mike Myers". Meiner bescheidenen Meinung nach, hätte die Frage dann aber lauten müssen: "Wie heißt denn der Schauspieler, der den Austin in den Austin Powers Filmen spielt?". Aber so... Blöde NTs :D
    • Das ist wieder so ein typisches Beispiel der Blödheit der NTs. Eigentlich sollte die Sache so ablaufen:

      Angesichts deiner Antwort wird dem Typen plötzlich klar, dass er die Frage total dämlich formuliert hat, er also gar nicht das gesagt hat, was er wirklich meinte. Ihm ist das ausgesprochen peinlich, er läuft vor Scham rot an und die anderen halten ihn für ausgesprochen dämlich, weil er das gesagt hat, und lachen ihn aus. Und er bemüht sich sich in Zukunft korrekter auszudrücken.

      Aber so läuft es leider nicht in der Realität. Die Realität sieht so aus, dass alle es als selbstverständlich betrachten, dass auf das reagiert wird, was gemeint war und nicht auf das, was tatsächlich gesagt wurde. Dass er sich falsch ausgedrückt hat wird entweder gar nicht registriert oder nicht für wichtig befunden. Entsprechend wird die Person, die völlig korrekt auf das Gesagte reagiert hat, für ausgesprochen dämlich gehalten und ausgelacht...

      Und leider gilt eben dieses sich nicht an den Wortlaut zu halten bzw. den nicht als bindend zu betrachten und nicht immer das zu sagen, was gemeint ist, auch für z. B. "verbindliche" Absprachen / Arbeitsanweisungen in Betrieben...
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Und leider gilt eben dieses sich nicht an den Wortlaut zu halten bzw. den nicht als bindend zu betrachten und nicht immer das zu sagen, was gemeint ist, auch für z. B. "verbindliche" Absprachen / Arbeitsanweisungen in Betrieben...
      Oh ja, das stimmt und ich hasse es . Wenn auf der Arbeit gesagt wird, dass das und jenes bindend sei. Dann halte ich mich auch daran.
      Alles andere wäre ja auch eher unlogisch.
      Wenn man auf eine Party geht, gibt es immer ein Risiko.
    • Und wenn du Pech hast, kriegst du dann am Ende sogar Ärger vom Chef, eben weil du dich an die bindenden Vorschriften genau gehalten hast - und sei es nur, um im "Praxistest" zu demonstrieren, dass die neuen Vorschriften in der Form Unsinn sind. Besonders wenn es hieß das wurde jetzt probehalber eingeführt, um mal zu sehen, wie es damit läuft. Da hilft es dann auch nicht, wenn man schon im Vorfeld Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Vorschriften angemeldet und begründet hat. :evil:
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    • Lex wrote:

      Das ist wieder so ein typisches Beispiel der Blödheit der NTs. Eigentlich sollte die Sache so ablaufen:

      Angesichts deiner Antwort wird dem Typen plötzlich klar, dass er die Frage total dämlich formuliert hat, er also gar nicht das gesagt hat, was er wirklich meinte. Ihm ist das ausgesprochen peinlich, er läuft vor Scham rot an und die anderen halten ihn für ausgesprochen dämlich, weil er das gesagt hat, und lachen ihn aus. Und er bemüht sich sich in Zukunft korrekter auszudrücken.

      Aber so läuft es leider nicht in der Realität. Die Realität sieht so aus, dass alle es als selbstverständlich betrachten, dass auf das reagiert wird, was gemeint war und nicht auf das, was tatsächlich gesagt wurde. Dass er sich falsch ausgedrückt hat wird entweder gar nicht registriert oder nicht für wichtig befunden. Entsprechend wird die Person, die völlig korrekt auf das Gesagte reagiert hat, für ausgesprochen dämlich gehalten und ausgelacht...

      Und leider gilt eben dieses sich nicht an den Wortlaut zu halten bzw. den nicht als bindend zu betrachten und nicht immer das zu sagen, was gemeint ist, auch für z. B. "verbindliche" Absprachen / Arbeitsanweisungen in Betrieben...
      Das ist ja so wahr! Danke für diesen Beitrag. Wie schön es wäre, wenn es mal einen Tag lang so laufen würde. Ich bin ja der Meinung, die Welt braucht mehr Autisten :D
    • Ja, tatsächlich ist die große Durchmischung (heutzutage als "Inklusion" verherrlicht) das Problem. Ich habe während meiner gesamten Jugendzeit niemanden um mich gehabt, der so ist wie ich. Besonders nicht was Gleichaltrige betrifft. Das war einfach nur grausig. Das Internet eröffnet neue Möglichkeiten aber immer nur am Bildschirm hängen sorgt dafür, dass man das echte Leben verpasst.
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    • Lex wrote:

      Ja, tatsächlich ist die große Durchmischung (heutzutage als "Inklusion" verherrlicht) das Problem. Ich habe während meiner gesamten Jugendzeit niemanden um mich gehabt, der so ist wie ich. Besonders nicht was Gleichaltrige betrifft. Das war einfach nur grausig. Das Internet eröffnet neue Möglichkeiten aber immer nur am Bildschirm hängen sorgt dafür, dass man das echte Leben verpasst.
      Jep. Das stimmt wirklich. Außerdem hat immer nur am Bildschirm hängen auch etwas von sich selbst betäuben.
      Wenn man auf eine Party geht, gibt es immer ein Risiko.
    • Ich bin diese Woche das erste mal zu einer Gruppe gegangen. Ich stellte mich mit meinem Nachnamen vor und die Gruppenleiterin begrüßte mich, sagte ihren Vornamen und dass sich hier alle dutzen, ob ich damit einverstanden wäre. Meine Antwort darauf: "Ja, ok." Ich bin in dem Moment nicht auf die Idee gekommen meinen Vornamen zu nennen. :m(:

    • Erinnert mich an die Vorstellung mit meinem neuen Chef... wir waren uns schon mal zufällig begnet und von einer Kollegin vorgestellt worden und trafen uns nach seinem offiziellen Dienstantritt nochmal auf dem Flur.

      Er zu mir: Oh, Hallo, wir sind uns schon einmal begegnet, ich habe leider ihren Namen vergessen...
      Ich: Keine Sorge, das geht mir genau so!

      Haben verlegen lächelnd die Hände geschüttelt und sind unserer Wege gegangen... :m(:
    • Als ich in der letzten Firma angefangen habe, hieß es, dass sich alle Dutzen in der Abteilung. Bei den meisten stimmte das auch.
      Aber eine Kollegin hat darauf sehr beleidigt reagiert und mich bewusst immer gesiezt. Erst nach 20 Mails und mehreren Wochen hat sie mir dann das Du angeboten. Woher soll man das denn erahnen??

      In der jetzigen Firma haben nur die Chefs anfangs das Sie erwartet. Nach ein paar Monaten sind die mittleren Chefs zum Du übergegangen, nur einer und der CEO sind noch nicht so weit. Mit dem CEO hab ich ja eh nix zu tun. Aber der eine Chef bleibt weiterhin beim Sie, für fast alle Kollegen. Nur eine Handvoll, die ihn schon kannte, bevor er Chef wurde, haben das Du-Privileg behalten.

      Mit den fremdländischen Mitarbeitern und Kunden habe ich solche Probleme gar nicht erst. Da wird fast überall direkt zum Vornamen gegriffen und im Englischen muss man die Sprache schon sehr gut beherrschen, um da die feinen Nuancen nutzen und heraushören zu können, die die gefühlt 100 Höflichkeitsstufen des britischen Empires ausmachen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.